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Eierkarton?

  • jan91
  • 20. November 2005 um 17:58
  • Wolf
    Beiträge
    260
    • 22. November 2005 um 19:27
    • #21

    Hallo FF,

    die Problematik der Luftdichtigkeit ist ein immer wiederkehrendes Problem, das die theoretischen Berechnungs-Ansätze oft genug zunichte macht.
    Zur Körperschall-Dämmung: die Möglichkeit der doppelten biegeweichen Schale existiert in der Praxis nicht in ausreichendem Maß. Hier müssen trotzdem schwingfähige Bauteile mit Körperkontakt zusammen gesetzt werden (Kellerwand auf Bodenplatte, Stb.-Decke über KG auf KG-Wand, EG-Wand auf Rohdecke etc...). Diese statischen Zusammenhänge sind unvermeidbar.
    Der schwimmende Belag dient rechnerisch nur dem aktiven, nicht dem passiven Schallschutz (Trittschall, wie Du bereits beschrieben hast). Das heißt, wenn die Decke Lust hat, Körperschall (hier von unten) zu übertragen, ist der schwimmende Estrich kein Hindernis, weil die aufgehende Tragwand sich sofort daran beteiligt. Hier kann nur das Zusammenwirken aus Masse und Entkoppelung funktionieren.
    Die Masse des Estrichs übrigens ist nicht alleine verantwortlich für das Trittschall-Schutzmaß, sondern auch der Belag (Fliesen, Teppichboden).
    Aber ich denke, das führt zu weit.
    jan91:
    Grundsätzlich: Mit dem Einbau des Trommelpodestes hast Du Dir einen Bärendienst erwiesen. Du hast zwei schwingfähige Gebilde direkt miteinander verkoppelt. Schmeiss alle Verbindungen mit Wänden und Boden raus und schieb Reifen drunter, die Idee gefällt mir.
    Schönen Gruß
    Wolf

  • FF
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    1.868
    • 22. November 2005 um 19:37
    • #22

    Da kann ich dem Soundklinik nur beipflichten, recht hat er.

    Ansonsten ist die für 90% aller Anwendungen die am praktikabelsten und vom Kosten-Nutzen am effektivsten und sinnvollsten Methode der Aufbau einer allseitigen 2. inneren Schale (Wände, Boden und Decke, sonst bringt es wenig!) aus dafür üblichen Holz- oder Metallständern (besser), die mit Gipskarton beplankt wird. Die Kontaktstellen zu benachbarten Bauteilen sollten soweit wie möglich minimiert werden (d.h., dass die Unterkonstruktion nicht auf die vorhandenen Zimmerwände aufgedübelt werden, sondern frei vor den Wänden stehen sollte. Bei hohen Anforderungen (schlagzeug) lassen sich die Wände mehrfach und/oder beidseitig beplanken (Vorsicht, steifer ist nicht unbedingt besser) oder einfach mehrere Wände hintereinanderstellen. Dann eine abgehängte Gipskarton-Decke und ein Schwimmender Fußboden dazu und im Allgemeinen reicht es dann schon. Eine 2. Tür in der inneren Schale nicht vergessen.

    Gipskarton ist nicht nur wegen seiner hohen Masse gut geeignet, sondern auch, weil Schwingungsenergie in den Platten recht gut absorbiert wird - und billig ist er auch. Deshalb ist eine biegeweichere Unterkonstruktion (Holzständer 4/6 cm bis max. 6/8 cm) auch im Vorteil gegenüber "vermeintlich besseren" dicken Holzbalken... Und vor allem, wenn alles verspachtelt ist, aknn man es übertapezieren oder sonstwas mit machen, und es sieht immer noch wie ein Wohnraum aus, und nicht wie der Lagerraum einer Hühnerfarm :)

    Auf dem Gebiet Sachllschutz halten sich Ideen wie die unsäglichen Eierkartons aber leider sehr hartnäckig. Ich weiß auch nicht, warum da keiner einfach mal in ein Bauphysikbuch reinschaut, zum Thema Schallschutz gibt es echt genug Literatur?

    Gruß FF

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 23. November 2005 um 08:59
    • #23

    ... z.B.:

    "Schall- und Schallschutz", Fricke/Moser/Scheurer/Schubert, Physikverlag, Weinheim

    Das Buch gibt es sicher in einigen Uni-Bibliotheken ...

    Zitat von "FF"

    Gipskarton ist nicht nur wegen seiner hohen Masse gut geeignet, sondern auch, weil Schwingungsenergie in den Platten recht gut absorbiert wird - und billig ist er auch.

    ... bei Fermacell (irgendwie Gips mit Zellulose ...) ist die Schalldämmung sogar noch etwas besser ... und Schrauben halten darin auch besser ... :wink:

  • JF
    Verifiziert
    Beiträge
    2.934
    • 23. November 2005 um 12:39
    • #24

    Ups, da hab' ich nicht ordentlich gelesen. (Wer kommt schon von Eierkartons aud Dämmung 8) )

    Die von mir vorgeschlagenen Maßnahmen verbessern die Akustik in DEINEM Raum, nicht in dem deiner Nachbarn ;)

    Also nochmal:
    Schraub auf jeden Fall dein Podest von der Wand runter! Damit regst du das ganze Haus an!
    Leg im einfachsten Fall eine dicke Schicht weiche Holzfaserplatte/Trittschalldämmplatte darunter, besser wären eben die Reifen und wenn du weniger Höher verbrauchen darfst, versuch's mit eine Menge Tennisbälle oder ähnlichem. Sollte halt nicht wackeln/federn, sprich, die brauchst eine möglichst schwere Platte.

    Schwere Matratzen an den Türen und Fenstern und eine Holzplatte davorgeschraubt bringt auch schon einiges - halbwegs dicht sollte es halt sein. Perfekt wirds nicht werden, aber besser als nix.

    Und die gemeinen Rohre wurden ja schon angesprochen. Heizkörper willst du wahrscheinlich nicht abmontieren, aber suche den Raum nach Rohrverbindungen nach außen ab und verschließe/beruhige diese möglichst.


    Und schreib' mal Details zu deiner Deckenkonstruktion (abgehängt oder Beton pur?), dann kann man deinem Nachbar vielleicht weiterhelfen ;)

    lg
    JF

  • jan91
    Beiträge
    18
    • 23. November 2005 um 22:51
    • #25

    das problem sind ja nit die Nachbarn xD das problem is das das Wohnzimmer eine Etage drüber is O_o

    1. Ich habe keinen Heizkörper im Raum (nur ne Elektroheizung fürn Winter)
    2. Die decke nach oben ist einfach nur Beton
    3. habe ich neuerdings Teppich auf dem Boden (was sich positiv ausgewirkt hat :))

    Ich denke jetzt werde ich auf eure Empfehlung nen neues Sofa holn und dann noch dicke Baumwollballen unter daspodest sotopfen :) mein vadda is Textilingeneur...

    Was kann ich denn an der Decke noch verändern? evt. mit stoff abhängen sodass dass abgefangen wird oder wie? O_o ich muss viel lernen^^

    mfg jan

    lalala... Ein Tag im Wunderland :D

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 24. November 2005 um 09:24
    • #26
    Zitat von "Jan91"

    ... problem is das das Wohnzimmer eine Etage drüber is ...
    ...
    2. Die decke nach oben ist einfach nur Beton ...
    ...
    ... an der Decke noch verändern? evt. mit stoff abhängen sodass dass abgefangen wird oder wie?

    ... mit Stoff wirst Du wohl nicht viel erreichen. Du müßtest die Decke mit einer Konstruktion versehen (d.h. es entsteht auch ein Hohlraum), auf denen Du z.B. Fermacell-Platten (oder andere Platten, die eine hohe innere Dämpfung besitzen - Holzplatten sind eher ungeeignet !) schraubst. Wie man sowas im konkreten Fall optimal dimensioniert (Stichwort: mehrschalig ...), kannst Du in dem Buch nachlesen, welches ich weiter oben als Lesetip genannt habe. :wink:

    Der "Witz" an einer solchen Maßnahme ist, daß die angebrachten Platten zwar zum Schwingen angeregt werden, aber ein Teil der Schwingungsenergie absorbiert und dadurch nicht komplett an die Zimmerdecke weitergegeben wird.

    Ohne diese Maßnahme treten an der Zimmerdecke Schalldruckmaxima auf, die dann schließlich zu einer Schallausbreitung in die darüberliegende Wohnung führt.

  • Laemmerman
    Beiträge
    9
    • 24. November 2005 um 14:54
    • #27

    Was hier wohl immer wieder zu Verwechslungen führt, ist der kleine (aber feine) Unterschied zwischen "Dämmung" und "Dämpfung".

    "Dämmung" (=kommt von Damm) wirkt akustisch gesehen über die Reflexion des Schalls.

    "Dämpfung" ist wie beim Stoßdämpfer die "Vernichtung" von Energie (besser gesagt die Umwandlung dieser - meist in Wärme).

    Luftschalldämmung geschieht am Besten durch Wände (möglichst schwer und biegeweich) (KFZ - Zubehörhandel: Dämmmatten / Dämmfolien aus Bitumenähnlichem Werkstoff (selbstklebend) - das sind die Dinger, die oftmals unter der Motorhaube kleben). Wichtig ist hierbei zu beachten, dass man keine Löcher / Schlitze / Öffnungen bekommt, durch die sich der Luftschall dann wieder ungehindert ausbreiten kann. Eine doppelschalige Ausführung macht übrigens nur Sinn, wenn eine Lage eine andere Eigenfrequenz aufweist (Beachte: Zwei gleiche Gongs, die meterweit voneinander aufgestellt sind und nur einer angeschlagen wird.). Am besten ist natürlich eine komplette Kapselung wie hier schon vorgeschlagen.

    Doppelte Masse der Wand: -6dB Pegel
    Doppelte Frequenz: -6dB Pegel

    Umkehrschluss: Hohe Frequenzen lassen sich i.d.R. ganz gut, tiefe Frequenzen hingegen nur sehr schwer durch Dämmung bekämpfen.

    - Wo ist denn hier bitte die Festleitung?
    - *auf ein etwas grösseres Kabel auf dem Boden zeigend* Na, da!

  • FF
    Reaktionen
    105
    Beiträge
    1.868
    • 24. November 2005 um 22:14
    • #28

    Wolf schrieb:

    Zitat

    die Problematik der Luftdichtigkeit ist ein immer wiederkehrendes Problem, das die theoretischen Berechnungs-Ansätze oft genug zunichte macht.


    Jepp, nur dass es vielen einfach nicht klar ist! Ich hatte in unserem Architekturbüro schon mit Baugutachtern :shock: zu tun, denen die Bedeutung der Luftdichtheit nicht bewußt war...

    Wolf schrieb:

    Zitat

    Zur Körperschall-Dämmung: die Möglichkeit der doppelten biegeweichen Schale existiert in der Praxis nicht in ausreichendem Maß. Hier müssen trotzdem schwingfähige Bauteile mit Körperkontakt zusammen gesetzt werden (Kellerwand auf Bodenplatte, Stb.-Decke über KG auf KG-Wand, EG-Wand auf Rohdecke etc...). Diese statischen Zusammenhänge sind unvermeidbar.


    Klar, dass man gegen die Flankenübertragung bestehender Bauteile nachträglich nichts mehr unternehmen kann. Trotzdem kann man mit mehreren biegeweichen Schalen arbeiten, und zwar recht simpel. Die innere Schale, die mit Gipskarton aund Ständern aufgebaut wird, kann man vielerlei gestalten: einseitig beplanken, 2-seitig beplanken (z.B. auf einer Seite mit 9mm GKP und auf der anderen mit 12,5mm), jede Beplankungs-Seite kann eigene Ständer bekommen, die dann noch unterschiedliche Rastermaße haben usw. usw.. Aber selbst wenn man 2 komplett identische Schalen hintereinander aufbaut, ist die Wirkung größer als bei einer einzigen. Es ist als Bsp. durchaus möglich, die hohen Schallschutzanforderungen, die für eine Wohnungstrennwand gefordert werden, alleine mit Gipskartonwänden zu erreichen (und einen Schallschutz entsprechend einer 24cm KS-Wand oder mehr zu realisieren).

    Soundklinik schrieb:

    Zitat

    ... bei Fermacell (irgendwie Gips mit Zellulose ...) ist die Schalldämmung sogar noch etwas besser ... und Schrauben halten darin auch besser ... Winken


    Und eine höhere Brandtechnische Zulassung hat die Fermacellplatte auch. Aber das Verschrauben von GK-Platten ist nun echt kein Problem, wenn man Trockenbauschrauben verwendet und diese sachgemäß eindreht (so dass sie bündig mit dem Karton abschließen und diesen nicht komplett durchstoßen).

    Soundklinik schrieb:

    Zitat

    daß die angebrachten Platten zwar zum Schwingen angeregt werden, aber ein Teil der Schwingungsenergie absorbiert und dadurch nicht komplett [...] weitergegeben wird.


    Exakt darum geht es. Und das ein GK- oder Fermacellplatte eben besser als eine Holzplatte gelicher Masse...

    Gruß FF

  • jan91
    Beiträge
    18
    • 25. November 2005 um 18:45
    • #29

    ich ebdanke mich mal für eure hilfe, allerdings ist das meiste den aufwandt und zum Teil auch mir Preis nicht wert, mein vadda soll sich nicht so anstellen, das einzige was mir wirklich möglich erscheint is das Sofa, und das werd ich machen :) so nen sofa is eh geil O_o danke nochmal!!!!

    Mfg jan

    lalala... Ein Tag im Wunderland :D

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