Der Auslöser für das Schnullerbaby Projekt war ein länger zurückliegender Auftrag für einen Kneipen-Lautsprecher unter den Vorgaben: „billig & in Wohnfarbe“, bei dem ich mich den ganzen Breitband-Strategien etwas eingehender nähern konnte.
(PS: Restaurant „OXMO“, Barmbeker Markt, Hamburg, wer auf 20 cm Burger & klodeckelgrosse Schnitzel steht…)
Weitergedacht wurde aus dem erheblich kleineren Kneipen-Lautsprecher das Schnullerbaby, beinahe zwangsläufig an bestehende Ausführungen angelehnt, man orientiert sich ja nicht am schlechtesten… :grin:
Chassis: 4x Monacor SP 13/4
Holz: 12mm Multiplex Birke
Anstrich: 1x Torno Primer, 2x Relius VOC RAL 9005 gerollt
Gitter Qg 10/12, wie auch der Bügel reflexarm Schwarz-Feinstruktur pulverbeschichtet
Die aus vier Teilen zusammengeleimte Schallwand sieht auf den ersten Blick etwas vertrackt aus, ist es aber nicht, denn die Teile sind alle gleich lang (138mm) und mit der gleichen Gehrung geschnitten (21°), nur immer 1x „links“ und 1x „rechts“ rum verleimt.
Das Zuschneiden ist auch nicht kompliziert, die Schallwand wird als quasi-laufender Meter (134mm breit) im Baumarkt bestellt und kann anschliessend mit einer einfachen Kappsäge auf Gehrung abgelängt werden. Ein Probeschnitt, ein Anschlag und fünf Minuten Später sind die Teile fertig. Ob der Winkel nun 21 oder 22° hat, ist in der Sache unerheblich, Hauptsache alle sind gleich. Boden, Deckel und Rückwand haben alle die gleiche Breite und werden ebenfalls einfach abgelängt.
Da sich beim Zusammenfügen der Schallwand je nach Talent des Erbauers Längentoleranzen ergeben, haben auch die Seitenteile (100mm breit) in der Länge Übermass und werden erst bei der Montage angepasst. Dadurch spart man sich viel Fräs- & Schleifarbeit.
Das Sägen der 121mm Löcher in die Einzelteile der Schallwand ist mit der Stichsäge sehr mühselig, ein entsprechender Lochkreisschneider macht es besser und schneller.
Die Flugpunkte sind als Dreh-/Schweissteil mit Sacklochgewinde ausgeführt, das spart beim Aufstellen ohne Bügel das hantieren mit irgendwelchen Dichtstopfen.
Zum Aufhängen der ~ 8kg tut es eine einfache C-Clamp, den Stativadapter mit M8 Gewinde gibt’s auch bei Monacor im ELA Regal.
Das Schnullerbaby erzeugt einen erfreulich klirrarmen Lärm von erstaunlich hoher Reichweite, die Belastbarkeit der Chassis ist wohl Monacor-typisch stockkonservativ angegeben, zumindest eine temporär clippende K&H SB 280 konnte keinen Schaden anrichten.
Die Chassis sind in Parallel-Reihenschaltung verdrahtet, der Impedanzverlauf ist völlig unkritisch und stellt auch einfache Endstufen vor keine Probleme. Impedanzminimum 5.43 Ohm @ 420 Hz. Zwei Lagen 40er Polyester-Watte Bedämpfung.
Das Gehäuse ist natürlich für die vier Chassis an sich viel zu klein, die Resonanzfrequenz rutscht von ~100 Hz beim Einzelchassis Freiluft auf ~170 Hz im zusammengebauten Zustand.
Nun waren allerdings irgendwelche Bassattacken ohnehin nicht Gegenstand des Projektes, Anfechtungen wie Sprachübertragung, Hintergrundmusik oder dergl. werden dagegen zu einem unerreicht günstigen Budget (Materialkosten < 50,-) qualitativ gut und pegelfest abgehandelt.
Es gab neben der CB Ausführung noch einen Prototyp mit einem auf 90 Hz getunten BR, aber irgendwie war mir das klanglich nicht straight genug, und/oder die Chassis kamen mit der Abstimmung nicht so gut zurecht.