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Meinung: Wie benehmen sich Profis?

  • Mix4Munich
  • 15. Januar 2007 um 21:22
  • Mix4Munich
    Beiträge
    788
    • 15. Januar 2007 um 21:22
    • #1

    Hallo Forum,

    dieser Beitrag erhebt weder den Anspruch auf Allgemeingültigkeit noch darauf, der Weisheit letzter Schluss zu sein. Nur mal so als Denkanstoß ... Wie verhalten sich Profis? Ich meine, echte Profis, die den Namen auch verdienen?

    Folgende Story ist mir an Sylvester passiert: Ich hatte das Glück, als Mixer für eine coole R'n'R- und Rockabilly-Band zu agieren, die als Gast-Saxophonisten Albie Donelly am Start hatte. Wow, Mr. Supercharge himself! Seit über 30 Jahren im Business, ein waschechter Profi! Nur, von da an ging alles schief, was an einem Tag so schiefgehen kann, bzw. wir muteten Mr. S. eine Menge zu.

    Zuerst fährt seine eigentliche Band mit seinen Saxophonen im Truck los - er steht ohne Sax da. Egal, er leiht sich eins bei einem Kumpel, der bringt ihm das Teil eine Viertelstunde vor Soundcheck. Er probiert es kurz aus - und klingt höllisch gut auf einem Instrument, das er das erste Mal in seinem Leben in die Hand bekommt!

    Dann wir: "Albie, wir haben nur ein Mike für Dich" (er singt nämlich auch, und wir wollten ihm je eins für Sax und Vocals geben).
    Er: "No problem, one will do" ("Kein Problem, eins tut's")

    Dann wieder wir: "Albie, es gibt nur einen einzigen Monitorweg für alle"
    Er: "No problem, that's okay"

    Dann der Souncheck in Rekordzeit - und nachher klingt's eh anders, wenn 400 Gäste den Ballsaal bevölkern. Mr. S. ganz cool, geht auf die Bühne, legt in seinem Set eine Mördershow mit der Band hin, macht Riesenstimmung, geht voll ab! Mit geliehenem Instrument. Mit nur einem Monitorweg. Mit nur einem Mike (okay, ich habe je nach Verwendung Gain und EQ angepasst). Und liefert trotzdem eine Riesenshow!

    Was dagegen hätten Amateure oder Möchtegern-Profis getan? "Was, kein eigenes Instrument? Nur ein Mikro? Und ein Monitorweg?" Show canceln, rumjammern, abloosen ... Dagegen Mr. S.: Ein echter Profi, Hut ab, fetter Respekt.

    Was lernen wir daraus? Echte Profis sind cool! Sie spielen auch unter ungünstigen Bedingungen, und trotzdem performen sie wie Hölle!

    Um mich hier nicht zur Zielscheibe verdienter Kritik zu machen: War nicht meine Entscheidung, mit so einem winzigen Mischpult anzutreten. Aber die Band wollte unbedingt ihr Pult dabei haben ...

    My 2 (Euro-)Cents
    Jo

    Mix4Munich
    Johannes Komarek
    http://www.mix4munich.de

  • markus f.
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    326
    • 15. Januar 2007 um 21:55
    • #2

    Hm, naja, wie du sagst: kein Anspruch auf allgemeine Gültigkeit. Das ganze darf man mitunter auch genau anderst rum erleben...

  • tufkaklto
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    7.116
    • 15. Januar 2007 um 22:41
    • #3

    Auch so manche Profis können da ganz anders.
    Aber trotzdem ist mir aufgefallen, je besser jemand ist, umso einfacher zu handeln ist der Künstler.
    Die wissen was sie wollen und vor allem auch, was machbar ist und was nicht mehr :D
    Und solange man da in Ihrer Liga mitspielt gibts kaum mal Streß.
    Wehe aber, da hat einer keine Ahnung was er zB am Pult tut.
    Prost und Mahlzeit.

    Ich arbeite am liebsten mit Profis. Ist im Regelfall relativ entspannt.
    Am schlimmsten sind Nachwuchsbands, die meinen, Können durch andere Dinge kompensieren zu müßen :D:D

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  • Loloverde
    Profi
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    • 16. Januar 2007 um 00:06
    • #4
    Zitat von "klauston"


    Aber trotzdem ist mir aufgefallen, je besser jemand ist, umso einfacher zu handeln ist der Künstler.

    Darf ich da mal eine andere Betrachtungsweise hinzufügen:

    Je besser und erfahrener ein Künstler ist, desto mehr hat er gelernt, das rumzicken nix bringt. Ein recht erfahrener Künstler hat mir mal gesagt, daß man bei üblen Umständen, bei denen man am Abend nix mehr ändern kann, einfach freundlich und ruhig sein muß, damit das Publikum trotzdem noch das bestmöglichste für sein Geld bekommt.

    Gruß
    Rainer

    http://www.thewhitelodge.de

  • Seven
    Profi
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    • 16. Januar 2007 um 00:57
    • #5

    Yo das ganze gibts natürlich auch aus der anderen Perspektive.
    Große Bühne und ich als Trommler mit meiner Band als Opener des Festivals und ein Monitormann der mehr als frech, dreist, gelangweilt und vor allem SCHLECHT war und sich zudem noch nach 10 Minuten ins Catering verzogen hat und anschließend mit seiner digitalen Standardkonsole überfordert war.

    Ein ganz toller Profi der Kollege mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung und den ach so tollen Acts die er schon betreut hat.

    Both sides to every story....

  • Meyerlein
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    248
    • 16. Januar 2007 um 07:35
    • #6
    Zitat von "Loloverde"

    Darf ich da mal eine andere Betrachtungsweise hinzufügen:

    Je besser und erfahrener ein Künstler ist, desto mehr hat er gelernt, das rumzicken nix bringt. Ein recht erfahrener Künstler hat mir mal gesagt, daß man bei üblen Umständen, bei denen man am Abend nix mehr ändern kann, einfach freundlich und ruhig sein muß, damit das Publikum trotzdem noch das bestmöglichste für sein Geld bekommt.

    Gruß
    Rainer

    So sehe ich das auch. Sehr wohl wird er dann berechtigter Weise hinterher - ggf. über das Management - klar seine Meinung darlegen, daß sowas zukünftig bitte nicht mehr passieren darf. Soll heißen, daß oben genannter Profi-Saxophonist deshalb nicht immer bereit bleiben wird, mit nur einem Monitorweg und einem Mikro zu spielen, sondern daß er das sourverän akzeptiert hat - im Interesse der gleich beginnenden Show und der zahlenden Gäste.

    Gruss

    Meyerlein

  • rick
    Profi
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    65
    • 16. Januar 2007 um 09:47
    • #7

    Das ist auch meine Erfahrung, mit Profis zu arbeiten ist schon angenehmer. Allerdings sind bei denen dann die sogenannten Manager oft extrem anstregend (im Vorfeld der Veranstaltung). Aber zum Glück sind die ja beim Gig als erste besoffen :wink:

  • treibsand
    Verifiziert
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    • 16. Januar 2007 um 10:53
    • #8
    Zitat von "Mix4Munich"


    Folgende Story ist mir an Sylvester passiert: ... Wow, Mr. Supercharge himself! Seit über 30 Jahren im Business, ein waschechter Profi! Nur, von da an ging alles schief, was an einem Tag so schiefgehen kann, bzw. wir muteten Mr. S. eine Menge zu.

    Das kommt mir ziemlich bekannt vor... :oops:
    Ich hatte das Vergnügen im Oktober auf dem Ostseestrand:
    Die Band kam statt um 16.oo etwas verspätet um 19.45... Dafür wenigstens gleich in Auftrittsbekleidung. Irgendwie haben wir das dann innerhalb der 20 min. bis zum geplanten Konzertbeginn (ja, Einlass lief schon) die Backline aufgebaut und den Soundcheck durchgezogen. Macht unheimlich Spass, wenn dabei alle Beteiligten schnell und professionell arbeiten. Ansonsten wär das eine Katastrophe geworden...


    Die genannte Baustelle war allerdings aus anderen, diversen Gründen eine einzige, einwöchige Katastrophe... :?

    ...aber die 3 1/2 Stunden bezahlte Arbeits- und Wartezeit gemütlich am Strand spazieren gehen rockt auch gewaltig (wenn's im Oktober auch zu kalt zum Baden ist...) :D

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • test
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    • 16. Januar 2007 um 11:06
    • #9

    einen guten musiker erkennt man daran, das der soundcheck kurz ist. wenn er rumzetert, dann schafft er sich ausreden, warum er nicht gut sein konnte. er plant also von anfang an die schuld an seinem versagen, auf andere abzuwälzen. das ist für mich der unterschied zwischen amateur und profi. das gilt auch für mischer und techniker. ein guter mann, wird vielleicht nölen, aber seinen job mit den vorhandenen gegebneheit möglichst optimal machen.

    http://www.crystal-hannover.de
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  • sunride
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    • 16. Januar 2007 um 11:40
    • #10

    Ich habe Albie Donelly auch ein paar mal live erlebt.
    Er hatte in seinen besten Superchargezeiten so um die 200 Auftritte pro Jahr. Stell Dir mal vor, der würde sich jedesmal aufregen wenn etwas nicht so laufen würde, wie er sich das vorstellt....
    Er weiß was er kann und hat einfach eine sehr relaxte Einstellung. Sauer wäre er erst geworden, wenn irgendjemand den Gig richtig vermasselt hätte.
    Man muß halt ein gewissen Vertrauen in die verantwortlichen Personen haben, dann ist die Einstellung "das wird schon werden" die Richtige. Ändern konnte er eh nichts. Und über den einen Monitorweg muß man sich ja so lange nicht aufregen, wenn der Mix für einen selber der Richtige ist 8)

  • djgolle
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    • 16. Januar 2007 um 13:10
    • #11

    Ein Musiker, der seit 30 Jahren auf der Bühne steht hat zu Zeiten begonnen, als das Wort Monitor noch nicht erfunden war, 2 Mikrofone ggf. auch für die ganze Band reichen mussten und Equalizer lediglich Phasen-Verschieb-Geräte waren. Und dennoch war die Performance einwandfrei, die Leute hatten Spaß und der Künstler Erfolg. Er hat also genug Erfahrung und Können um eine Show auch ohne die heute übliche Technik zu absolvieren.

    P.S. Ich hab Supercharge vor 20 Jahren schon live gesehen, da haben sie für heutige Verhältnisse, ohne Technik gespielt 8) und dennoch waren es die besten Shows, die ich je erlebt hab.

    Ignoranz ist der Feind des Wissens!

  • rockline
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    • 16. Januar 2007 um 15:28
    • #12
    Zitat von "Mix4Munich"

    ............die als Gast-Saxophonisten Albie Donelly am Start hatte.

    Nun, sieh das mal so - Du schreibst es ja selbst: er war als Gastmusiker da, bekommt dafür ein hinreichend kalkuliertes Budget, und freut sich hauptsächlich darüber!
    Was sollte es ihn stören wenn etwas nicht passt? Zudem er sich ja noch ein Instrument pumpen mußte.

    Gaanz anders sieht die Sache aus, wenn es um einen Gig der kompletten Band ginge. Also einen Alby Donnelly's Supercharge Auftritt!
    Unter Garantie kommt da niemand mit einem Monitorweg für alle aus. Und es sollte auch an Mikrofonkanälen nicht mangeln.......
    Das hat dann nichts mehr mit Profi oder Amateur zu tun.

    Ich bitte also das gefeiere auf den "Profi" etwas zu relativieren. Bei so einer 30 Minuten Sylvesternummer ist es einem Profi echt egal was die Kapelle vor Ort so bietet, wenn am Ende die Brieftasche am Gesäß spannt!
    Bei einem Support als Dienstleistungsunternehmer für ein Konzert des guten Mannes hättet ihr euch warm anziehen können - das akzeptiert kein Management eines derartigen Künstlers.
    Nichts für ungut, und schön wenn alles nett war - aber die Jungens kennen es auch anders!
    Stefan

  • tufkaklto
    Profi
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    • 16. Januar 2007 um 15:42
    • #13
    Zitat

    einen guten musiker erkennt man daran, das der soundcheck kurz ist. wenn er rumzetert, dann schafft er sich ausreden, warum er nicht gut sein konnte. er plant also von anfang an die schuld an seinem versagen, auf andere abzuwälzen. das ist für mich der unterschied zwischen amateur und profi. das gilt auch für mischer und techniker. ein guter mann, wird vielleicht nölen, aber seinen job mit den vorhandenen gegebneheit möglichst optimal machen.

    Das kann man so nich sagen.
    Ich kenne Musiker, die sind Perfectionisten und brauchen ihre Zeit.
    Die sind deswegen nicht ( unbedingt ) nörgelig.
    ich selbst bin mit einer eher komplizierteren Band unterwegs, da ist eine Stund reiner Soundcheck minimum.
    Und ich hab auch kein Problem damit.
    Aber wenns eng ist, gehts auch in 5 min.

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  • timotimo
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    • 16. Januar 2007 um 17:37
    • #14

    Ich stimme rockline-stefan da zu. Ob er nörgelig ist oder nicht hat nichts mit Profi oder nicht zu tun. Ich habe auch schon extrem zickige Profi-Diven auf der Bühne gehabt.

    Wichtig ist in jedem Fall, daß - wenn es professionell ist und so bezahlt wird - eben auch professionell abläuft. Wenn es ein "kleiner" Auftritt ist, und der gute Mann merkt, daß da auf Alles nicht viel wert gelegt wird, (offenbar auch auf die Technik), dann ist er vielleicht auch entspannt. Aber darauf würde ich mich nicht verlassen.

    Für mich gilt als Techniker: ich arbeite mit viel Material, manchmal auch mit Schrott. Aber alles hat eine Grenze. Wenn der EQ im Master bei -20 dB clipt, die Monitore zerschossene Hochtöner haben, oder das Thomann-Mikro in der Bassdrum steckt, kann ich nicht professionell arbeiten, wofür ich ja mein Geld bekomme. Dann sag ich: STOP! Und wenn meine Lieblings-laute-Rockband nicht mindestens 4 Monitorwege hat: NoGo! Ansonsten ist die Band auch sehr entspannt, da jeder seinen Job professionell macht, auch die Musiker auf der Bühne.... Soundcheck: wenns sein muss auch ohne :)

    Ein Beispiel aus früherer Zeit: Open Air, Aggregat-Probleme (was nicht an uns lag oder von uns kam). Die Profi-Band auf der Bühne, spielbereit, jeder sein Instrument um, jeder an seinem Platz, und gewartet, daß es mit dem Soundcheck losgehen kann. Vollkommen diszipliniert und entspannt. Kein rum-getrommel. Sie waren sehr professionell und haben gesehen, daß alle anderen bemüht waren, ihren Job auch professionell zu machen. DAS sind für mich Profis.

    Eben die Musiker, die ihre Instrumente aufbauen und nicht rumdudeln, bevor sie beim Soundcheck dran sind....

  • treibsand
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    • 17. Januar 2007 um 10:08
    • #15
    Zitat von "test"

    einen guten musiker erkennt man daran, das der soundcheck kurz ist.


    Einen wirklichen Profi erkennt man daran, dass er halt auch in Hektik einfach cool bleibt und das Richtige tut.
    Ein kurzer Soundcheck ist ok, wenn man ihn wenigstens planen kann (dann geht's zu Not auch ohne). Wenn aber Band, Location, Mischer und Veranstalter überraschenderweise erst unmittelbar vor VA Beginn aufeinandertreffen und die Band nebst Backline direkt aus dem Auto auf die Bühne gezerrt werden um ein 2 Std. Konzert zu bestreiten, trennen sich ganz schnell Spreu und Weizen...
    Dann sind nämlich irgendwelche Schuldzuweisungen und Fehlersuchen fehl am Platz, das gehört dann vernünftig nachgearbeitet und für folgende Veranstaltungen als Fehlerquelle gebrandmarkt.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • billbo
    Profi
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    • 17. Januar 2007 um 12:59
    • #16

    Einen wirklichen Profi erkennt man daran, dass er die Gage für seinen Lebensunterhalt benötigt.
    Mit fachlicher oder menschlicher Kompetenz hat die Frage "Profi oder Amateur?" leider überhaupt nichts zu tun.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • Mix4Munich
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    • 18. Januar 2007 um 23:43
    • #17
    Zitat von "BillBo"

    Einen wirklichen Profi erkennt man daran, dass er die Gage für seinen Lebensunterhalt benötigt.

    Richtig, das Wort professionell kommt von Profession, also Beruf. Ich wollte auch eher auf das entspannte und professionelle Verhalten des Herrn D. hinweisen, obwohl so vieles für ihn suboptimal lief. Dass er Profi ist, ist nicht die Frage. Dass er sich professionell verhalten hat, wollte ich mit meinem Posting zum Ausdruck bringen.

    Mix4Munich
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  • Jeremy
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    • 19. Januar 2007 um 07:04
    • #18
    Zitat von "BillBo"

    Einen wirklichen Profi erkennt man daran, dass er die Gage für seinen Lebensunterhalt benötigt.
    Mit fachlicher oder menschlicher Kompetenz hat die Frage "Profi oder Amateur?" leider überhaupt nichts zu tun.

    Da möchte ich Dir wenigstens zum Teil widersprechen. Vom reinen Wortsinn her hast Du schon recht, da spielen so Begriffe wie "Profession" eine Rolle. Allerdings interessiert es mich herzlich wenig, ob irgendjemand, mit dem ich es wo auch immer zu tun bekomme, mit dem, was er da tut, seinen Lebensunterhalt bestreiten kann (bitte nicht falsch verstehen: Ich gönne und wünsche es jedem!), oder ob er es bloss aus Spass an der Freud' betreibt, sich also daran ergötzt (sich ergötzen => delektieren => it. "dilettare" => "Dilettant").

    Die entscheidende Frage ist für mich nicht "Kann der Künstler/Techniker/Caterer/Agent/Wasweißichwasnochalles mit seiner Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreiten?", sondern "Arbeitet der so, dass ich ihm mit gutem Gewissen Einflussnahme auf *MEINEN* Lebensunterhalt anvertrauen kann?" ... und da kennt wohl jeder, der in diesem Branchenumfeld einige Zeit bewegt hat, seine Pappenheimer, die zwar für das, was sie machen, mehr als Lebensunterhaltend bezahlt werden, sich aber trotzdem wie die letzten Dilettanten ("unprofessionell") aufführen.

    Wer nur unter optimalen, bis in Detail feingetunten Rahmenbedingungen seine gewohnte Leistung bringen kann, zeigt in meinen Augen einen frappanten Mangel an Erfahrung im Umgang mit dem richtigen Leben. Ich will damit weissgott nicht der Schlamperei das Wort reden. Wenn Detailbesessenheit betrieben wird, weil da wirklich was davon abhängt, habe ich nicht das geringste Problem damit. Bloss wenn die Rahmenbedingungen von allen Beteiligten Kompromisse fordern, und eine Diva lässt an irgendwelchen Kleinigkeiten rumbasteln, deren Relevanz für niemanden sonst ersichtlich ist, und das ganze wird nur mit dem "Profistatus" begründet, dann setzt bei mir ziemlich schnell das Verständnis aus.

    --
    Jeremy

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

  • oton
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    • 19. Januar 2007 um 13:34
    • #19
    Zitat von "Jeremy"

    Bloss wenn die Rahmenbedingungen von allen Beteiligten Kompromisse fordern, und eine Diva lässt an irgendwelchen Kleinigkeiten rumbasteln, deren Relevanz für niemanden sonst ersichtlich ist, und das ganze wird nur mit dem "Profistatus" begründet, dann setzt bei mir ziemlich schnell das Verständnis aus.

    Gebe ich dir recht ... die Situation, die der Threadstarter beschrieben hat, zeigt aber, das es einem Profi u.U. völlig Scheißegal ist, was um herum passiert, wahrscheinlich stimmte wirklich die Kohle ...

    Die Nummer klingt nämlich von seiten der Band & Technik derartig schlecht vorbereitet und unprofessionell, das es imho normal (und professionell !!!) gewesen wäre, wenn der Herr etwas Wind gemacht hätte. So eine Nummer kann einem auch persönlich schaden, wenn sie in die Hose geht.

    oTon Music - Marcus Thiel - Hilsbrunnenstrasse 8 - 76530 Baden-Baden

    http://www.popakademie.de
    http://www.otonmusic.de
    http://www.event-akademie.de

  • timotimo
    Profi
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    • 19. Januar 2007 um 13:36
    • #20
    Zitat von "oTon"

    So eine Nummer kann einem auch persönlich schaden, wenn sie in die Hose geht.

    Genau, und deshalb werden "Profis" (oder zickende Diven) auch - manchmal zu recht - unangenehm, da SIE auf der Bühne stehen und IHR Name dran hängt.

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