Und schon wieder IDN: ein (kleineres) Festival, auf dem alle Durchführenden offensichtlich noch ein wenig üben müssen.
Nach einem langen Reisetag abends auf dem 200km Flughafen – Gig Shuttle nicht mal ein Wasser. Klar, gibt Schlimmeres, aber hinterlässt gleich mal einen ersten Eindruck. Hotel ist dann aber in Ordnung.
Am nächsten Morgen sind wir pünktlich um 11:00 zum Vorchecken, Stageset – und Backlineaufbau vor Ort. Die örtliche Crew leider nicht. Auch um 12:00 noch nicht.
Anders als in den Festivalspecs angegeben ist das Monipult ein nagelneuer PRO 6. Schön, wenn man es kennt und/ oder drauf eigestellt ist. Schön bunt, wenn man es völlig überraschend zum ersten mal sieht und mal eben einen einigermaßen anspruchsvollen Monitormix drauf vorbereiten soll. Weniger schön, wenn der Betreuer es offensichtlich eben so wenig kennt und obendrein noch Patcher, Mikrofonierer und Stagehand in Personalunion ist.
Dementsprechend ist nichts Sinnvolles vorbereitet; schon gar nicht die Patchlist des Riders (Monitor ist ein wilder Mix aus Mono – und Stereo Wedges/ Sidefills/ In Ears; da freut man sich, wenn der Ausgangspatch die angeforderte Reihenfolge einhält. Zumindest sinngemäß; „Stereo“ aus Mix 2+3 ist einfach Käse... ).
Die Sache zieht sich, zumal auch die Riser fürs Stageset nicht am Start sind und stattdessen irgendwas improvisiert werden muss.
Ab etwa 13:00 pampt der Stagemanager herum, wie lange wir denn noch brauchen würden. Schließlich sei um 16:00 Einlass, und das örtliche Vorprogramm müsse noch aufbauen und proben.
Mit meiner Antwort „ab dem Zeitpunkt, wo sämtliche Monitorwege und sämtliche Eingangskanäle tatsächlich funktionieren, noch ca. 30 Minuten“ ist er zum Glück erst mal eine Weile beschäftigt.
Wir ziehen's irgendwie durch, mehr schlecht als recht, und trösten uns mit dem Gedanken an ausgleichende Gerechtigkeit: Ihr habt jetzt noch 12 Std. Fließbandarbeit vor Euch, wir verbringen den Nachmittag und frühen Abend im Hotel oder Straßencafé. Ätsch!
Zur Strafe bleibt abends dann die Küche kalt: warmes Catering für Band und Crew hat man irgendwie verschwitzt. Zum erstenmal echte Krisenstimmung; zumal auch – anders als vereinbart – große Teile von Backline und Stageset abgebaut/ zur Seite geräumt sind. Das, obwohl wir uns mit den anderen maßgeblichen Kapellen geeinigt hatten. Aber die Vorgruppe brauchte wohl Platz.
Wurde dann trotzdem noch ein guter Gig. Ob ich mich mit PRO 6 anfreunden werde weiß ich nicht – das andauernde Weiterschalten um 4 Kanäle nervt ein bisschen, ich find's für flüssiges Arbeiten nicht besonders hilfreich. Vielleicht Gewöhnungssache, wie so Vieles.
Aber wirklich geiler Kopfhörerverstärker
!
Mit freundlichem Gruß
BillBo