Ich suche für ein "Monitor-Projekt" einen möglichst neutral/linear klingenden 8" oder 10" Lautsprecher. Ideal wäre natürlich noch Neodym. Priorität liegt auf Linearität sowie Klang und nicht auf Lautstärke.
Bin für jeden Vorschlag dankbar!
Ich suche für ein "Monitor-Projekt" einen möglichst neutral/linear klingenden 8" oder 10" Lautsprecher. Ideal wäre natürlich noch Neodym. Priorität liegt auf Linearität sowie Klang und nicht auf Lautstärke.
Bin für jeden Vorschlag dankbar!
Hi Tom,
welche untere und obere Grenzfrequenz brauchst du? Und wieviel Schallpegel ist notwendig (meinst du Buehnen-, Fernfeld oder Nahfeldmonitor)? Und: ist aktiver EQ / Controller / DSP eingeplant oder muss der Treiber mit einer rein passiven Weiche auskommen?
Fuer Studiomonitore erweitert sich das Feld der moeglichen Treiber enorm, und wenn du nur begrenzten Schallpegel brauchst, koennen sogar einige der groesseren Breitbaender als Mitteltoener eingesetzt werden. Und bei aktiven Monitoren koenntest du Treiber mit geringen nichtlinearen Verzerrungen aussuchen, und die linearen Verzerrungen damit bearbeiten.
Trennung ist so bei ca. 2kHz geplant, mit einem Kalotten-HT.
Unterer Grenzfrequenz ca. 70 Hz.
Der Treiber soll "nur" mit einer passiven Weiche auskommen.
Großer Schallpegel ist nicht notwendig (Bühnenmonitor). Allerdings ist es wichtig, dass der Monitor das eigentliche Signal so wenig wie möglich verfärbt!
Ich denke, dass PA Chassis hier auch nicht wirklich das ideale sind.
Tom, zwei Gedanken zum Mitteltoener:
- Kalottenhochtoener bei 2kHz heisst breite Abstrahlung, welche nur durch die Schallwand beeinflusst wird. Selbst ein 8" Treiber wird bei 2kHz schon eine beachtliche Richtwirkung haben (muss kurz nachrechnen). Hier liegen 2 Gefahren - das Diffusschallfeld auf der Buehne wird deutlich zu wenig Energie im Bereich 0.8..2.4kHz aufweisen; die Folge sind Probleme mit der Sprachverstaendlichkeit/Artikuliertheit des Signals - und die Phasenaenderung ausserhalb der Hauptachse senkt die freie Verstaerkung vor Rueckkopplung; besonders haesslich wenn Mikrophonierung im Diffusfeld gewuenscht ist.
- Die 70Hz untere Grenzfrequenz erfordern ein Mindestmasz an Biegesteifigkeit der Membran und freier Auslenkung. Beide Anforderung stehen dem Wunsch nach Linearitaet und 2kHz Trennfrequenz entgegen, da die bewegte Masse ansteigt (Abfall des Frequenzgangs zu hohen Frequenzen) und die steifere Membran eine hoehere Wellengeschwindigkeit und geringere Rayleigh-Daempfung aufweist (also erhoehte Anfaelligkeit fuer Resonanzen im Bereich ueber 1kHz).
Es gibt mehrere Moeglichkeiten, um die beiden Probleme zu umschiffen:
- Ein Hochtoener mit definierter Richtwirkung. Meine Empfehlung ist ein XT120 gepaart mit einem 1" Treiber mit Mylarmembran und sehr kleinen Schwingspulendurchmesser. Alternativ ein Hornvorsatz fuer den Kalottenhochtoener (manche einer nennt das Waveguide; Parts Express hat 2 sehr gute Modelle im Angebot).
- Eine Revision der unteren Grenzfrequenz hin zu 100..120Hz (stark vom Anwendungsfall abhaengig). Das erlaubt die Verwendung grosser Breitbandlautsprecher.
- Umstellung auf 3-Wege. Ein 5..6" Breitbandlautsprecher im Bereich 0.4..2kHz, ein 8"..10" von 70..400Hz und der Kalottenhochtoener. Dies erlaubt maximal breite Abstrahlung und erlaubt gegebenenfalls, die Zahl der Monitore zu reduzieren, was wiederum Vorteile fuer die freie Verstaerkung bringt.
- Entwurf des Monitors in Verbindung mit einem aktiven parametrischem EQ / Controller. Alle minimalphasigen Probleme des Mitteltoeners koennen sehr genau kontrolliert werden.
Ansonsten gibt es eine Reihe von bewaehrten Treibern, beispielsweise der Beyma 8MI100 oder der B&C 8PE21, die aber alle die obengenannten Probleme aufweisen.
Zitat von "TubeTom"Großer Schallpegel ist nicht notwendig (Bühnenmonitor).
geht's nur mir so oder sehe ich darin einen Widerspruch?
Zitat von "marce"
geht's nur mir so oder sehe ich darin einen Widerspruch?
Ich denke mal, dass ist davon abhängig wie viel Lärm auf der Bühne ist ![]()
Warum soll ich mir mit 120db in 2m Abstand die Ohren wegblasen lassen?
Stefan Rechenbauer
Es geht konkret um die Verstärkung von Modeling Signalen (E- und A-Gitarre). Als durchaus positiv hat sich hier der AER Compact XL herausgestellt. Der ist wie folgt Bestückt: 8" low-midrange + 1" dome tweeter. Daher habe ich in eine ähnliche Richtung gedacht. Die Box sollte ja zudem auch breit abstrahlen.
ZitatAllerdings ist es wichtig, dass der Monitor das eigentliche Signal so wenig wie möglich verfärbt!
Das hat nicht's damit zutun wie linear nen Chassis spielt, auch wenn wir verschiedene, fast lineare Chassis haben, jedes wird komplett unterschiedlich klingen,
das liegt dann an Beschichtung, Antrieb, Pappengewicht, aber auch an den Harmonischen und Unharmonischen.
Mir persönlich gefällt klanglich nen Deltalite, aber auch der 10NMB410 ist super, klingen beide aber ganz unterschiedlich.
Zitat70Hz untere Grenzfrequenz
Halbraum oder Vollraum? Da Bühnenmoni denke ich Halbraum, somit sollte das kein Ding sein.
Frage ist nur, ob man nen Moni braucht, der so tief macht und dabei noch als 8"er?!
Vor Kalotte würde ich mich auch fernhalten als Monitor.
Und warum soll nen Monitor doch eher breit abstrahlen? Naja, gibt immer Anwendungsgebiete für alles ![]()
Vielleicht mal die große Ciare TW2 Kalotte anguggen, wobei ich die auch net über nen 8"er setzen würde.
Ansonsten könnte ich nur alles vom Stefan wiederholen.
(Frequenzgang)Linearität muss nicht zwingend das wichtigste Kriterium per se für eine (bestimmte) Monitoranwendung sein. Wie oben schon angedeutet und im Vorschlag "Breitbänder" enthalten kann das Entfallen einer Trennfrequenz im kritischen Mittenbereich extrem z.B. zur Sprachverständlichkeit beitragen. Die Abstinenz von hohen Klirranteilen ist ebenfalls nicht zu verachten. Und nicht zuletzt kann eine bewusste Anhebung eines bestimmten Bereichs sogar für den Monitoreinsatzzweck auf der Bühne besser sein als der schnurgerade Frequenzgang....
Ich dürfte paar mal mit MF1215DT von Dirk Hahn arbeiten. Diese Boxen sind bewust nicht linear abgestimmt. Dennoch (oder deswegen?) klingen die sehr schön und brilliant. Klare deutliche Stimmwiedergabe, verzerrungfrei. Als ich die zum ersten mal gehört hab, könnte ich schwören es ist ein Aphex in die Signalkette am werkeln.
Also, linear ist nicht das wichtigste wie oben schon gepostet wurde.
@ Tubetom - ich bin mir nicht sicher, ob du einen Monitor oder einen Gitarrenlautsprecher bauen moechtest. Soll das System als Monitor ausschliesslich fuer die Modelling-Gitarre eingesetzt werden? Und wird das System mit Mikrophonen abgenommen oder uebertraegst du das Signal direkt?
Zu den 70Hz - es empfiehlt sich, das Leistungsspektrum der verschiedenen Gitarrensounds mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Wenn ein Schlagzeug oder Bass ins Spiel kommt, ist 70Hz eindeutig viel zu tief; bei Akustikgitarren dagegen koennen solche Signalanteile schon mal vorkommen (ob man sie dann auch ueber den Monitor wiedergeben muss, ist eine andere Frage).
off topic (aber nur ein bisschen):
@ Johnny - die Diskussion hatten wir beide schon mal. Die Linearitaet des Frequenzgangs auf Achse hat nichts mit dem subjektiven Klangeindruck des Systems in einem Raum zu tun. Ein 'nichtlinearer' Lautsprecher mit Hoehenanstieg erzeugt z.B. in einem Raum mit typisch ansteigender Absorption einen annaehernd konstanten Leistungsfrequenzgang im Diffusfeld, klingt ergo 'ausgewogen'. Derselbe Lautsprecher in einem Raum mit konstanter Absorption klingt ploetzlich 'spitz' und 'uebertrieben', da das Diffusfeld zu stark angeregt wird.
Gerade in so kritischen Anwendungen wie Buehnenmonitore fuer akustische Instrumente mit Diffusfeldmikrophonierung sollte man immer im Hinterkopf behalten: es sind die Linearitaet des Leistungsfrequenzganges und die Konstanz der Richtwirkung, welche das subjektive Empfinden eines Hoerers ausserhalb des Hallradius am staerksten beeinflussen!
Der Ausdruck Monitor führt vielleicht bei einigen etwas zur Verwirrrung. Es geht prinzipiell um eine Gitarrenbox, die aber keine typische Gitarrenbox sein darf, sondern eben ein neutral klingender Fullrange Monitor. Modeling-Amps bei Gitarren haben ja eine Speaker und Mikrofon Simulation mit an Board, daher sollte der Monitor dieses signal sehr wenig verfärben. Bisher gibt es nur einen Hersteller, der wirklich gute Monitore für Modeling Amps anbietet. Es wird hier von Flat Response Full Range gesprochen ...
Alles klar. Bleibt noch eine Frage zu klaeren: a) gibt es auf der Buehne andere Mikrophone, die seitlich von dem Monitor stehen, und b) wird die Gitarre hauptsaechlich von einer PA ins Publikum uebertragen, oder strahlt der Monitor selbst den Grossteil der Schalleistung ab?
Hier schon mal ein paar Vorschlaege fuer Treiber:
Eminence Delta Pro-8B
- sehr hoher Wirkungsgrad, sehr resonanzarm oberhalb 1.2kHz mit gleichmaessigem Abfall ab 2.4kHz
- laesst sich mit einfacher Weiche beschalten, perfekter Uebergang der Richtcharakteristik auf ein kleines Horn moeglich
- Nachteil der sehr weichen Sicke - ausgepraegte Radialmode bei 650Hz mit leichter Resonanzueberhoehung bei 400Hz, das laesst sich mit einem Saugkreis noch gut bedaempfen
- Auslenkbarkeit sollte fuer die Modelling-Gitarre reichen, 70Hz sind aber keineswegs drin, eher so um die 100Hz
Monacor SPH-200KE
- miserabel niedriger Wirkungsgrad, aber sehr resonanzarm, einfach beschaltbar, gut an die Richtcharakteristik eines kleinen Horns anpassbar
RCF MB8G200
- guter Wirkungsgrad, sehr resonanzarm, braucht u.U. einen Saugkreis im Tiefpass fuer die Resonanz am oberen Frequenzbereich
- ausreichend hohe Auslenkung
SICA 8D1,5PL
- hoher Wirkungsgrad, ausreichende Auslenkung, durch Schwirrkonus perfekte Breitbandloesung
- reinbauen und fertig, so gute Ergebnisse erzielst du mit einer Frequenzweiche nur mit viel Erfahrung und der richtigen Messtechnik
Jensen N10/100
- wirkungsgradstarker Gitarrenlautsprecher, speziell fuer Modelling-Amps entwickelt, sehr linear (fuer den maechtigen Wirkungsgrad)
Es gibt sicher noch einige andere Modelle, die fuer dein Vorhaben geeignet waeren. Speziell die Hersteller der Breitbaender haben einiges im Angebot, aber damit sind die 70Hz utopisch.
Und wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf - Modelling-Amps sind wie Sex in SecondLife - da haben intelligente Leute viel Gehirnschmalz reingesteckt, aber es hat mit der echten Sache nichts zu tun. Ein Epiphone Valve Junior mit einem Jensen AlNiCo 8" und dazu ein Beyerdynamic M-260 und ein paar Effektgeraeten - diesen Klang erreicht kein noch so elaborierter nicht-linearer DSP-Algorithmus (und da weiss ich ausnahmsweise, wovon ich rede).
Danke schonmal für die Vorschläge. Ich spiele auch lieber Röhre und werde mein heißgeliebtes Engl Setup auch niemals verkaufen. Allerdings wird man in der Saison auch etwas faul, wenn sich die Gigs häufen. Ich wage aber zu bahaupten, dass ein Axe-Fx den Röhrenklang und vor allem das Röhrenfeeling absolut realistisch wiedergeben kann. Alles andere ist Spielzeug, aber das Axe-Fx hat mich absolut überzeugt.
Das Modeling Singnal geht direkt in die PA. Der Monitor ist nur für mich auf der Bühne, um auch das Gitarrenfedback zu haben. Macht sich auch gerade im Sustain bemerkbar. Mein Mikro Gesangsmikro steht natürlich auch in Nähe des Monitors...
Prinzipiell können es auch 12"er sein, nur dann wird es schnell wieder unhandlich und ich könnte zum Atomic Reaktor FRFR greifen.
da du den AER ansprichst.....
meinem Gehörempfinden nach ist der den ich mal bei ner Band gehört habe nicht sonderlich Linear, und vor allem das Abstrahlverhalten ist eher ungleichmäßig.....
ist halt auf "Angenehm klingend" abgestimmt, geht halt weiter runter als nen Gitarrenspeaker (aber 70 Hz eher nicht...) und durch den tweeter weiter hoch....
klang für mich auch nach ner BR-Abstimmung die nicht allzutief liegt.
70Hz war jetzt auch nur mal so über den Daumen gepeilt. So um 90Hz sollten auch ausreichend sein, da der tiefste Ton der "normalen" E-Gitarre (tiefes E) ja bei 82,41Hz liegt.
Hmmm, wie realisierst du denn den Monitor fuer deinen Gesang? Und wie kriegen die anderen auf der Buehne die Gitarre verabreicht? Klar, die kriegen die Gitarre einfach auf ihren Monitor / IEM drauf. Warum kannst du denn die Gitarre nicht auf deinen Gesangsmonitor draufgeben? Wenn der ausreichend linear ist, sollte doch alles klar sein. Das Sustain / Rueckkoppeln / Energieerhalten bleibt durch doie Praesenz der Stimme auf dem Monitor voellig unbeeinflusst.
Ja, könnte man auf der Bühne so machen, allerdings habe ich dann nichts zum Verstärken für zu Hause. Um die Sounds zusammenzuschrauben wäre es daher gut eine entsprechend neutrale Box zu haben...
http://www.sica.it/pdf_ftp/Z006900.pdf
Spielt von 60 hz bis 4 khz und läuft obenraus auch richtig sauber aus.
Ist ein schönes Chassis, was sich sehr leicht passiv beschalten lässt.
Kostet nicht viel...
Ich habe es öfters verbaut und die Chassis haben das gehalten, was das Datenblatt versprochen hat.
P.s. die Einbrüche in der Frequenzgangsmessung kommen von der Normschallwand. Nicht wundern.
Hallo, das ist der linearste Treiber den ich kenne:
http://www.jblpro.com/pub/obsolete/2123.pdf
Das sieht so glatt aus, das sollte mal jemand nachmessen.
Geht erst linear ab 200 HZ los, die eierlegende Wollmilschsau gibts nicht.
Der E145 spielt von 100 - 1000 HZ linear.
Das ist keine Messung, die da angegeben ist
Wer lesen kann ist klar im Vorteil:
ZitatFrequency response of the 2123H/J in a closed box of 7 1 (0.25 ft
3) internal volume.
Measured response of a typical production unit, including all peaks and dips,
does not deviate more than 2 dB from the above curve
Die reine Linearität in der "unendlichen Schallwand" ist auch an sich erst mal uninteressant, denn beim Einbau in ein Gehäuse verändert sich diese Response sowieso wieder...