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Aufnahme Vokalensemble mit Begleitung

  • JS-Sound
  • 26. Februar 2008 um 10:50
  • JS-Sound
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    • 26. Februar 2008 um 10:50
    • #1

    Hallo,
    ich habe eine Frage zu einer Aufnahme, ist zwar ein bisschen OT, aber vielleicht haben hier ja auch ein paar Leute Erfahrung damit.
    Es geht um eine Aufnahme einer 6stimmigen Vokalgruppe, mit Klavier- oder Epianobegleitung.

    Anforderungen sind: Alles wird zusammen live eingespielt
    Es gibt dazu einen gut klingenden Raum, in dem die Aufnahmen stattfinden werden.

    Ich hätte am liebsten die Stimmen einzeln, da es später ein recht dichtes, aber trotzdem direktes Klangbild geben soll.

    Meine Idee war jetzt:
    6x KMS105 für die Einzelstimmen, vermutlich auf Stativen mit ein klein wenig Abstand jeweils vor den Sängern, da sie keine akkustische Kontrolle haben wie nahe sie gerade vor dem Mikrofon stehen
    2x KM184 als Stereosumme vor der ganzen Gruppe, auch für den Raumklang
    Epiano über D.I.

    Arbeiten würde ich mit normalem Monitoring, also zwei kleine 8"1" Monitore z.B. für Epiano, mit Kopfhörer würden sich die Sänger unwohl fühlen.
    Das ganze über ein Interface direkt mit Einzelspuren in den Mac.

    Wie würdet ihr herangehen? An den Vorgaben alles gleichzeitig und keine Kopfhörer kann ich nichts ändern, den Rest bei Bedarf schon.
    Hättet ihr irgendwelche anderen Vorschläge, auf die ich vielleicht nicht gekommen bin?

    Danke,
    Gruß Jürgen

  • bemi
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    • 26. Februar 2008 um 11:13
    • #2

    Vorgehen so wie die Saenger am besten damit klar kommen.

    Ich wuerde E-Piano DI nehmen, den Saengern ueber Kopfhoerern geben (die sollen den Hoerer einfach nur halb aufsetzten, also nur auf 1 Ohr) und dann die Saenger ueber Stereo-Mikrofonie aufnehmen.

    Je nach Programm natuerlich auch einzeln mikrofoniert, so wie du es vorgeschlagen hast.

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
    https://bemiton.wordpress.com/

  • UlTraAudio
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    • 26. Februar 2008 um 12:10
    • #3

    Wie möchtest du denn den Raum abnehmen?

    - AB oder XY?

    Es kann beim zumischen des Stereopaares die Vocals ausdünnen,
    wenn es zu Phasenauslöschung kommt.

    Probieren geht über studieren, ich würde bei direkter Abnahme den
    Mix hinterher in einen gerechneten Raum stellen.

    Oder, du entscheidest später ob du mit den einzelnen Stimmen, oder
    der Stereospur arbeitest. Erste Variante bringt natürlich mehr Direktheit,
    die zweite klingt aber mehr nach Chor.

    Und ganz wichtig, wenn ein E-Piano zum Einsatz kommt, alles ausschalten,
    was die Stereobasis künstlich verbreitert. Wenn du die wieder am Rechner
    zusammenschieben willst, gibt es ebenfalls übeles Phasing.

    Beste Grüße

    Ulf

    Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu machen... Aristoteles

  • Wurst Werner
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    • 26. Februar 2008 um 12:52
    • #4

    JS-Sound: Ich würde es genau so machen, wie Du es vorgeschlagen hast. Zusätzlich noch ein weiteres Paar Raummikrofone, die weiter weg stehen. Dann kannst Du je nach Song-(Tempo) aussuchen, welche Atmo besser zum Stück passt. Kammfilter bzw. Laufzeitenprobleme sind immer relativ. Manchmal klingt es ohne Korrektur sogar hervorragend, manchmal muss man Du die Raumspuren "nach hinten ziehen",d.h. Wellenform ganz groß machen und soweit zurückziehen, bis diese Tracks zeitgleich mit den Vocal Tracks starten. Weiß nicht, wie ich das besser beschreiben kann, ich hoffe, Du weist was ich meine. Wenn man den Raum nicht kennt, ist alle Theorie grau. Da hilft nur hinstellen und ausprobieren. Ich würde damit anfangen, den Chor und ein Stereo RaumMikro (bzw. zwei Monos) solange im Raum "hin und herschieben" bis es am besten klingt. Dann erst den ganzen Close Miking Kram dann und juut is :)

    Grüße
    WW

    CEO @ SoundSurface

    Consultant Pro Audio @ IAD-Pro / WharfedalePro

    Waves Soft- & Hardware Dealer

  • herr snel
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    • 28. Februar 2008 um 22:42
    • #5

    Hallo Jürgen,

    wie viele Kanäle kannst du gleichzeitig aufnehmen? Je nachdem würde ich auch das E-Piano über DI abgreifen.
    Du hast gesagt, dass es ein gut klingender Raum ist. Wenn du den Sängern wirklich Kopfköhrer gibst, dann hast du ja NUR die Sänger als akustisches Signal, das würde ich dann über 2 ordentliche Stereo-Verfahren machen. Zum einen würde ich eine AB-Aufstellung wählen (um viel Raum aufzunehmen) und eine MS-Aufstellung (Damit kannst du beim nachbearbeiten noch den Aufnahmewinkel ändern, was sehr praktisch ist, du kannst nachträglich entscheiden, ob du ein trockenes oder ein halliges Signal aufgenommen hast!).
    Wenn du jede Gruppe einzeln aufnimmst, dann hast du nichts von dem guten Raum! Und gerade das könnte das gewisse Extra an der Aufnahme sein!

    Grüßle;
    Matthias

    Wenn man heißes Wasser einfriert, dann hat man immer frisches heißes Wasser!

  • JS-Sound
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    • 29. Februar 2008 um 11:49
    • #6

    Hallo,
    danke erstmal für die Antworten...

    Ich kann 24 Spuren gleichzeitig aufnehmen, das ist nicht das Problem.
    Epiano kommt auf jeden Fall über D.I. als direktes Signal dazu.

    Kopfhörer wird leider wirklich nicht in Frage kommen, das ist nicht gewünscht.

    Wurst Werner:
    Würdest du dann noch ein Paar Kugelmikrofone als Raummikros nehmen? Oder doch eher normale Nierenmikrofone?

    Ob AB oder XY habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, bis jetzt habe ich das meistens mit XY gemacht, wobei das beim Aufstellen auch immer ein bisschen dauert, bis ich das gewünschte Ergebniss habe, vielleicht sollte ich es mal mit AB probieren.

    Ich werde nachher mal ein kurzes Stück eines Livemitschnittes online stellen, damit ihr die Musikrichtung wisst...

    Gruß Jürgen

  • Wurst Werner
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    • 29. Februar 2008 um 13:15
    • #7

    Jürgen: Das ist ja das schöne am Recorden. Es gibt einige Standard Verfahren, aber auf der Baustelle ist einfach Kreativität gefragt und Experimentieren. Ob XY, AB, großes AB, ORTF, M/S...das ist mir persönlich zunächst völlig egal. Ich geh dahin, und mach es aus dem Bauch. Es gibt nur wenige Dinge, die immer gleich sind.

    Was ich mir schnell angewöhnt habe, ist grundsätzlich mehr Mikros aufzustellen und letztlich auch aufzunehmen, als man vielleicht nachher im Mix braucht. Wenn man 24 Spuren hat, dann sollte man großzügig damit umgehen.

    BTW: Ich hab vor zwei Wochen eine ähnliche Geschichte gemacht. Eine befreundet Old school Blues Band wollte ganz schnell und grob fahrlässig ein Demo aufnehmen. Leider war mein Studio schon durchgebucht, so dass wir kurzerhand eine kleine LiveLocation (Kulturrampe in Krefeld) angemietet haben. Dort gibt es ein altes Tascam Inline Pult, wo von ich nur die MicPres verwendet habe. Von dort ging es in meinen 24Spur Recorder, weiter digital über mein RME Digiface in den Laptop. Abhöre gab es keine. Ich hab alles auf dem Kopfhörer vor gehört und auch gemixt. Sah wie folgt aus:

    Die Band hab ich im Kreis aufbauen lassen. Wir haben Drums, zwei Gitarren, eine Harp mit Amp, Bass mit Amp und zweimal Gesang, der zur Orientierung leicht auf der vorhanden PA mitlief. Mikrofoniert hab ich alles Close Miking (Bass mit Mike und DI, wobei ich im Mix nur den Mikrosound verwendet habe) und zusätzlich Raum. Raum war unten ein großes AB und in der Mitte der Band/Kreis ein Großmembran mit Kugelcharakteristik (vor dem DrumSet). Siehe Bild:


    Was man nicht sehen kann: Der Raum ist sehr hoch daher hab ich noch zwei Großmembranen von oben als zweits AB positioniert. Vorgegangen bin ich wie folgt: Kugelmikro in die Mitte und das große AB unten so lange mit der Band hin und her geschoben, bis man auf diesen drei Mikros alles klar hören konnte und Laufzeiten/Kammfilter zumindest nicht störend auffallen. Dannnach hat die Band jedes Stück zwei mal gezockt. Als die Band essen war, hab ich die Sachen auf dem Laptop mit Kopfhörer gemixt. Dabei ist kein (!) EQ verwendet worden, dafür reichlich Kompression (auch auf den Raummikros) und einen Brickwall-LT und SummenEQ im MasterBus. Einziger Rechner Effekt ist das Slapback auf dem Gesang, ansonsten nur Raummikros...Das ist alles. Das Ergebnis finde ich für ein Demo durchaus ok. Wie gesagt. Ich kannte nur die Band, die Location war mir unbekannt und Aufnahme und Mix lief nur über Kopfhörer. Ich dachte halt, wer ein Aufnahmepult hat, der hat auch Abhöre dazu...naja. War eine Fun Aktion für einen Nachmittag. Anhören kann man sich das Ergebnis hier:
    http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendid=278286569

    Wie gesagt, grundsätzlich würde ich das wohl so machen, wie Du schon vorgeschlagen hast. Nur mehr Mikros für den Raum einplanen. Mit einem StereoRaum anfagen und diesen samt Musiker im Raum hin- und herschieben, bis das klingt. Dann die CloseMikes dran. Was mir im Laufe der Jahre noch aufgefallen ist: Je weiter die Schallquelle weg ist, desto besser sollten die Mikros sein...Ansonsten gilt: Ausprobieren! Auch Dinge, die von der Papierform her nicht funktionieren dürfen, können manchmal dennoch tönen!

    CEO @ SoundSurface

    Consultant Pro Audio @ IAD-Pro / WharfedalePro

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  • JS-Sound
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    • 29. Februar 2008 um 13:57
    • #8

    Ok...

    Dann werde ich wohl noch zwei Raummikrofone mehr einplanen.

    Das hier ist aus einem Livemitschnitt der Gruppe.
    Das war übrigens komplett ohne Raummikrofone, einfach die Direct Outs der Handsender und des Epianos in den Mac, die Raummikros kamen dann für den Applaus dazu...

    http://www.js-sound.de/Creativ_Sample.mp3

    Danke auf jeden Fall schonmal für die Tipps,
    ich werde euch erzählen wie es weitergeht ;)

    Gruß Jürgen

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