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Vergesst alles...

  • 4Art
  • 6. September 2010 um 14:22
  • 4Art
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    • 6. September 2010 um 14:22
    • #1

    ...was ihr je über Lautsprecher-Technologie gehört habt!

    Hier kommt der ultimativ neue Ansatz zum absoluten Hörerlebnis :D . Gesund wird man dabei im Uebrigen auch. Vermutlich werde ich mir sogar mal so ein System anhören. Ich hatte am Freitag mit einem Tontechniker (oder so) zu tun, der mir geschwört hat, dass es für Klassik und Folk definitiv keine besseren Boxensysteme gibt:
    http://www.mundus-gmbh.de/index_naturschallwandler.phtml

    Kennt den Kram jemand?

  • Sebastian Giese
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    • 6. September 2010 um 15:23
    • #2

    Mal abgesehen von dem esotherischen, spirituellen Zeug mit dem ich nix anfangen kann...

    Hab ich das richtig verstanden?
    Die verkaufen das, was die Natur schon immer tut und was jeder Lautsprecher solange er nicht in einem richtenden Gehäuse steckt auch tut, nämlich kugelförmig abstrahlen, als neuartiges, revolutionäres und gar ERFUNDENES Konzept?
    Frech.
    Äh, und Schall ohne Schalldruck? Und wie passen den Reflektionen der Umgebung, die es ja durch völlig ungerichtete Abstrahlung geben muss, in das Konzept?

    Noch was zu dem Wasserkristallzeug: Mir hat mal eine flüchtig Bekannte versucht zu erklären dass Wasser das mit Klassik beschallt wird sehr schöne kristalline Formen (molekular oder so) bildet, wobei bei Beschallung mit Iron Maiden die kristalline Form zerstört wird.
    Ich muss ja nicht weiter anführen dass diese Bekannte auch geglaubt hat dass durch die Zerstörung der Formen negative Energien in ihren Körper gelangen, deshalb trinkt sie nur speziell aufbereitetes Wasser oder sowas... Dürfte in die gleiche Richtung gehen...

  • matthias falke
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    • 6. September 2010 um 15:29
    • #3

    Da könnte man auf den Gedanken kommen die Preise für die Fontana von Visaton zu verdoppeln.

  • uchris
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    • 7. September 2010 um 00:44
    • #4

    Was mich wundert: Wieso soll das bei ganz gewöhnlichen CDs etc. klappen mit den Hologrammen?

    Generell ist sowas ja möglich, aber doch bitte nicht so ....

  • zegi
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    • 7. September 2010 um 21:40
    • #5

    erinnert mich an das Sound-Gel. Tolle Sache.

    Der Ton macht die Musik.

  • zegi
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    • 7. September 2010 um 21:47
    • #6

    ...habs mir nochmals genauer angesehen. Da ist die Rede davon, dass die Knochen zum Schwingen gebracht werden. Ganz ohne Schalldruck. :lol:

    Finanziell gut gestellte, naive, von Physik nichts verstehende, alternativ angehauchte Esotheriker werden mit diesem Soundsystem sicher sehr glücklich.

    Für den Rest der Bevölkerung gibts leider nur "unnatürliche" Musik, wie sie nicht in der Natur vorkommt.

    Der Ton macht die Musik.

  • Jens Hauptmanns
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    • 7. September 2010 um 21:52
    • #7

    Es geht hier um ein paar ganz simple Rundumstrahler. Diese gibt es auch in verschiedenen Systemen, ich nenne es mal "passiv" (so wie bei diesen Gerätschaften hier) und "aktiv" (aktiv weil kein Reflektor benutzt wird, sondern der Wandler selber radial abstrahlt).

    Funktionsprinzip passiv:

    Der Schall wird von Wandler aus auf eine Art Linse/Reflektor geschickt und so praktisch kreisrund reflektiert. Der Reflektor ist als Kegel sehr schön zu sehen.


    Funktionsprinzip aktiv:

    Die "Membran" ist kein herkömmlicher Wandler mehr, sondern ein runder Tubus bzw. eine Kugel, die nicht wie eine konische Membran schwingt, sondern gestaucht und auch wieder gedehnt wird. Dieses Prinzip wird bei MBL verwendet (http://www.mbl-germany.de).


    Die passiven habe ich noch nicht gehört, die aktiven habe ich selber. Und das nicht ohne Grund.


    Man darf hierbei eines nicht vergessen: HiFi und PA sind einfach zwei verschiedene Dinge. Was draußen spielt muss im Wohnzimmer nicht wirklich funktionieren und umgekehrt ist es ebenso.

    Strom ist ne spannende Sache...

  • Jens Droessler
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    • 8. September 2010 um 00:06
    • #8

    Ich sage mal, mit Holografie hat das nichts zu tun, ganz im Gegenteil. Der Rundumstrahler erzeugt viel Diffusschall, die in der Musik enthaltene Rauminformation ist damit dahin und es wird eine eigene Rauminformation erzeugt bzw. die in der Musik enthaltene überlagert. Wer darauf steht bitte... ich hör die Musik aber lieber so, wie sie gemacht wurde. Das ist analog zu sehen zu Basssystemen mit starkem Eigenklang. Mein Bier ist das nicht... Diese Art von Rundumstrahlern kann man mit einer Drehbank recht schnell selbst bauen, es gab zig Bauvorschläge in den einschlägigen DIY-Magazinen. Der Rest ist Marketing dieser Firma.

    Die Innovation wäre jetzt, einen akustisch besonders schönen Raum per Rundstrahler zu beschalle und eine Impulsantwort aufzunehmen, diese in einen Convoluter zu packen und den dann verkaufen. Funktioniert dann mit jedem normalen Stereoset und/oder Kopfhörer.

    Ansonsten... Film-Surroundsound mit solchen Lautsprechern wäre für mich persönlich (zumindest für die Front) ein echter Alptraum.

  • Jueof
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    • 8. September 2010 um 08:23
    • #9

    Nichts gegen leute mit einen festen glauben :wink: aber mir versuchte mal ein pa-boxen entwickler zu erklären was es bringt membrane mit c37 geigenlack zu versiegeln. Ich habs nicht verstanden..

  • deep-house
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    • 8. September 2010 um 11:12
    • #10

    das ist noch nicht mal party-pa, eher was für die Ecke hier: http://www.audiodiskussion.de/ :lol: :lol:
    wobei man aufpassen muß, bei kommerziellen absichten wird das dort auch gleich unlustig.

    Gruß UweS.

  • thomas solbrig
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    • 8. September 2010 um 11:35
    • #11

    Den Spaß hatten wir schon: http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=26&t=63827
    Durfte das System 2007 ganz unvoreingenommen (im Rahmen eines Händlerumzugs in die neuen Geschäftsräume) open Air erleben.
    Was mir sofort auffiel war die fehlende Ortung. Eine Bühne baute sich gar nicht auf. Für mich ein absolutes no go.
    Demgegenüber stand eine gute "Schallverteilung", es klang nirgends aufdringlich, nervig, irgendwie unspektakulär.
    Im nachhinein machte ich mich etwas schlau und da wurde mir einiges klar. :D

  • matthias falke
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    • 8. September 2010 um 16:12
    • #12
    Zitat von "thomas solbrig"

    Eine Bühne baute sich gar nicht auf.


    Genau das klappt bei den Fontana sehr gut, man darf bloß nicht so weit entfernt sitzen. So ein Meter davor, also fast zwischen den Boxen.
    http://www.visaton.de/de/bauvorschla…tana/index.html

  • billbo
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    • 8. September 2010 um 16:58
    • #13

    Ist doch für den modernen Beschallungsalltag gar nichts so Exotisches.
    Genau so strahlt jedes 'Mini - Linearray' bis knapp an die 1kHz - Grenze ab... nur nicht ganz so gleichmäßig.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • Jueof
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    • 8. September 2010 um 22:12
    • #14

    :lol:

  • wora
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    • 9. September 2010 um 12:39
    • #15

    das interessante daran ist, das alle paar jahre von einem hersteller behauptet wird, diese konstruktion wäre neu und aus deutschland. anfang der 90er gab´s da mal eine firma aus dem osten, die genau das gleiche behaupteten.
    ein guter freund von mir hatte seine rundumstrahler aber schon in den 70ern... die waren von Sansui ;)
    hier ein link: http://www.classicsansui.net/Speakers.htm#LM%20Series (es sind die modelle SF1 und SF2)
    wer die idee ursprünglich hatte ist mir jetzt nicht bekannt.
    fakt ist aber: das ist überhaupt nicht neu!

    in den 80ern gabs auch mal schweineteure HiFi boxen, die ihre schallverteilerlinsen aus glas herstellten... und darin waren piranhas eingegossen! ein bisschen makaber, aber was soll´s...

    ich habe solche lautsprecher auch schon gehört.
    wenn man drauf steht, das die musik nicht klar zu orten ist, dann kann man das durchaus in betracht ziehen. das ist nicht ganz uninteressant. für klassische beschallungsanlagen sind sie logischerweise eher ungeeignet.

    und was den ganzen esoterischen quatsch angeht: wer´s glaubt, der soll sie sich halt kaufen. schaden tut´s ja nix.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • wora
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    • 9. September 2010 um 15:28
    • #16

    hoppla, da hab ich noch was entdeckt:

    Zitat

    Mit der Professional Line können auch besondere Klangräume wie Kirchen, Konzerthallen, Discotheken, Höhlen in der für dieses Klangsystem typischen räumlichen Akustik beschallt werden. Störungen durch Raumresonanzen, Hall usw. treten nur in äußerst geringem Umfang auf.

    die behaupten also (wie bose früher übrigens auch), das sie das perpetuum mobile der akustik verkaufen.
    wenn ihr also mal in einer höhle eine beschallung mit möglichst wenig hallanregung aufbauen wollt, müsst ihr unbedingt mal diese lautsprecher ausprobieren :D:D :D

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Lamia
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    • 10. September 2010 um 14:13
    • #17

    Also vor 10-15 Jahren hatte ich auch öfter holographische Klangerlebnisse, sogar auf meiner HiFi Anlage - aber ich rauche jetzt schon sehr lange nicht mehr!

    - Alex -

  • Blancblue
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    • 11. September 2010 um 15:00
    • #18
    Zitat von "Lamia"

    Also vor 10-15 Jahren hatte ich auch öfter holographische Klangerlebnisse, sogar auf meiner HiFi Anlage - aber ich rauche jetzt schon sehr lange nicht mehr!


    :d :d :d

    ________________________________

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  • Sound-Klinik
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    • 12. September 2010 um 07:55
    • #19

    Ich hab mal dies hier http://www.mundus-gmbh.de/professional-line-i-v.phtml gelesen. Darin wird ja so einiges behauptet - u.a., dass damit auch in Kirchen (die i.d.R. sehr hallig sind) gearbeitet werden kann.

    Kommentar dazu: Gerade in Kirchen ist eine (auf die Zuhörer ... NICHT auf Begrenzungsflächen wie z.B. die Wände !) gerichtete Abstrahlung anzustreben, um auch in einiger Entfernung vom LS-System noch einen nennenswerten Direktschallanteil (wg. Sprachverständlichkeit !) zu haben.

    Das auf der o.g. Website vorgestellte "Prinzip" ist auch nicht neu ("Idee": durch eine teilweise indirekte Schallabstrahlung wird der Abhörraum als "Reflektor" genutzt, um eine gleichmässige Schallverteilung zu erzielen ... nur: Richtungsinformationen IN DER AUFNAHME gehen dadurch verloren) - es gab (auch von einem US-amerikan. Hersteller ...) bereits indirekt abstrahlende Systeme, mit denen den fachlich zumeist unbeleckten Käufern eine "nie dagewesene räumliche Widergabe" versprochen wurde. :x

    Zitat von "Jens Hauptmanns"

    Man darf hierbei eines nicht vergessen: HiFi und PA sind einfach zwei verschiedene Dinge. Was draußen spielt muss im Wohnzimmer nicht wirklich funktionieren und umgekehrt ist es ebenso.

    Auch im Wohnzimmer sollen Richtungsinformationen in der Aufnahme widergegeben werden und möglichst nicht durch Raumreflektionen eines Raumes, der mit der Aufnahme nun absolut gar nichts zu tun hat, überlagert werden.

    Und was sowas dann auch noch mit Holografie zu tun haben soll, wird wohl immer ein Mysterium bleiben ... :D

  • tobias kammerer
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    • 15. September 2010 um 08:14
    • #20

    Hallo Leute,

    ich hatte mal wieder das Vergnügen, diese Systeme ausgiebig zu testen und mit dem "Entwickler" (sehr hoch gegriffener Begriff) zu diskutieren. Die Argumentation ist für uns Normaltechniker so haarsträubend, wie man es nur vermuten kann. Ich zweifle daran, daß der Mann selbst glaubt, was er erzählt.

    Aber:
    1.: In seiner Zielgruppe findet das System extrem hohen Anklang.
    2.: Solche Systeme (gab es ja wie erwähnt schon früher) funktionieren komischerweise weitaus besser, als man es erst vermutet. Warum das so ist, kann ich nur mutmaßen.
    Folgendes fällt auf:

    Negativ:
    Vorhandene Raumeindrücke auf der CD werden vollkommen verfremdet.
    Eine Ortung des Systems (und somit evtl. der Bühne) verschwindet praktisch komplett. Daher wohl auch der schönfärbende Ausdruck "Holografie". Man weiß nicht, woher der Schall kommt. Trotzdem bauen sich diverse "zufällige" Ortungen auf.
    Positiv:
    - Wie immer wegen wenig Bauteilen vor dem Lautsprecher ein sehr niedriger Klirrfaktor, was sofort einen "angenehmen Höreindruck" vermittelt.
    - Unfassbar "natürliches Klangerlebnis", da die Musik sich wie natürliche Schallquellen in die Raumakustik einpflegt. Das scheint für unser Ohr/ Gehirn so wichtig zu sein, daß das wirklich extrem positiv auffällt. Gerade bei schwierigen Akustiken! nervt die Musik nicht, obwohl sie natürlich extrem gefärbt wird. Das steht in krassem Widerspruch zur Vermutung, daß das System für akustisch schierige Räume nicht geeignet sei. Leider konnte ich es in einer Kirche nicht probieren, das hätte ich unbedingt hören wollen.
    - Falls viele Lautsprecher benutzt werden, entstehen keine Phasing oder Flattereindrücke, trotz fehlender Delays. Das ganze klingt dabei deutlich homogener als der gleiche Aufbau mit konventionellen Speakern.
    - Die Sprachverständlichkeit ist auch verrückt gut, auch bei Systemen mit vielen Quellen!

    Nochmals als Fazit für mich:
    1.: Das Zeug funktioniert besser als man glaubt, ist wohl aber für typische Beschallungen, bei denen man Ortung und Raumeindruck gezielt lenken will, eher ungeeignet.
    2.: Offenbar (und da pläddiere ich ja oft im Forum dafür), kann unser Ohr immer noch viel komplexere Dinge rückrechnen, als jeder Computer der Welt. Rein meßtechnisch hat man krasseste Soundfärbungen und üble Auslöschungen, trotzdem klingt das alles unglaublich "schön" und natürlich. Unser Gehirn kann anscheinend sehr gut den Raumeindruck ausblenden, solange sich das "natürlich" verhält. Diese Klangextraktion üben wir natürlich täglich ab Geburt (oder auch schon vorher). Das ist auch wichtig, damit wir den Löwen, der uns fressen will, auch in einer Tropfsteinhöhle bei umliegenden Babygeschrei und Sippengeplapper sauber orten können, sonst Mensch tot.

    Viele Grüße
    Tobias Kammerer

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