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OT: Absichern eines "Bauarbeiters" mittels PSA

  • christian vosberg
  • 1. November 2010 um 00:30
  • christian vosberg
    Beiträge
    6
    • 1. November 2010 um 00:30
    • #1

    n Abend,

    ich hab da mal ne OT-Frage (weil buchstäblich falsche Baustelle), die ich aber dennoch in diesem Forum stellen möchte, weil ich hier wenigstens auch die Antworten werde nachvollziehen können :)

    Es geht um einen indirekt Verwandten aus Ungarn, der dort aufm Bau tätig ist und in oft luftiger Höhe von außen irgendwelche Fenster ein- oder ausbauen respektive Rollläden o. Ä. hin- oder abmontieren muss. Dies tut er, wie mir heute zu meinem Erschrecken erzählt wurde, gänzlich ohne PSA.
    Die sei ihm zu teuer und außerdem hinderlich bei der Arbeit (dass ihm dann erstmal gebührlich der Kopp gewaschen wurde, davon dürft Ihr getrost ausgehen!).

    Nun kommen wir zum OT-Teil: Gibt es eine vernünftige Lösung, wie man sich an einem (sagen wir mal) Rohbau sichern kann, ohne jetzt gleich nen Kletterschein gemacht haben zu müssen?
    Wir haben uns in diesem Zusammenhang schon mal nen Kletter-/Abseilgurt von Singing Rock, nen Falldämpfer und nen Helm rausgesucht, Gesamtpreis um die 260 €. Bleibt jedoch die Frage, ist das das Richtige, reicht das aus, und vor Allem, woran befestige ich die PSA??!

    Bspw gibt's doch so ne Art Kombination aus Teleskopstange und Wagenheber, sprich, ein Teil, das man von Wand zu Wand/Boden zu Decke verspannen kann: Hält sowas einen Sturz oder dergleichen wirksam ab - oder holt man sich lieber gleich nen Kran?!

    Btw, sich einfach vom Dach des jeweiligen Hauses abseilen ist wenig praktikabel, weil der Mo, wie gesagt, keinerlei klettertechnische Ausbildung hat und zudem ständig auf verschiedenen Baustellen rumrennt, wo jedes Mal andere Voraussetzungen herrschen

    Wäre Euch für sachdienliche Hinweise mehr als dankbar!

    Chris Vosberg

    Tut mir Leid, ich kann Sie nicht verstehen, die Musik ist so laut...!

  • Tobias
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    8
    Beiträge
    878
    • 1. November 2010 um 01:41
    • #2

    ich habe mal eher durch Zufall etwas vielleicht passendes aus dem Bereich Höhenrettung gesehen.
    Nennt sich Sicherheitstraverse und ist eigentlich recht simpel aufgebaut:
    http://a-haberkorn.users.aboliton.at/_rtf-haberkorn…7_orig_1421.pdf

    Ich wäre mir aber nicht unbedingt sicher, ob im Rohbauzustand zb. eine Trockenbauwand ohne Zarge die Belastung im Falle eines Absturzes aushält... Da wäre mir dann eine Sicherung am Fensterloch eine Etage drüber lieber.
    sowas wie ein Autopole zwischen Boden und Decke tuts IMHO nicht, so vom Baugefühl her würde ich sagen, das der entweder abrutscht oder abknickt... Im Falle eines Absturzes wirken da doch ganz ordentliche Kräfte.

    Im Rohbau ist eine Sicherung wahrscheinlich noch einfacher zu realisieren als in einem fertig ausgebauten Haus, ich könnte mir vorstellen, das so eine Sicherheitstraverse trotz Kunststoffbeschichtug immer noch Druckstellen hinterläßt...

    Alle Lösungen setzen aber natürlich voraus, das man sich auch sichern WILL, wenn dem Kollegen das zu unpraktisch und unbequem ist, nützt ihm die beste Ausrüstung nix.

    Die Wahrscheinlichkeit des Geschehens steht im umgekehrten Verhältnis zum Wunsch. (Murphy)

  • fabio hermann
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    • 1. November 2010 um 02:40
    • #3

    Selbst mit Gurt braucht man immernoch die Möglichkeit sie irgendwo zu sichern. Ist die nicht vorhanden bringt auch der beste Gurt nichts.
    Im Baugewerbe ist es leider auch in Deutschland üblich sich nicht zu sichern, hab das Thema vor drei Jahren mit Dachdeckern durchgesprochen, Gurtzeug ist dort eher unüblich.
    Bei Neu - / Rohbauten gibt es allerdings oft Gerüste von denen gearbeitet wird, wird auch von den Dachdeckern gerne gesehen, weil man eben relativ direkt auf dem Gerüst landen wenns vom Dach geht.

    Was ich mir vorstellen könnte wäre sich an festen Punkten im Gebäude mittels Seil zu sichern, also z.B. das Seil einmal um den Aufzugsschacht rum, ob sich das praktisch machen lässt ist aber eine andere Frage.

    http://www.sound-light-bonn.net/

  • david anhäuser
    Verifiziert
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    • 1. November 2010 um 09:10
    • #4

    Morgen,

    Es gibt von MAS einen Halte vorrichtugn die man vor bzw in Fenstern anbringen kann diese werden Ähnlich wie ein MAnfr. Autopol aufgebaut und zusätzlich besteht die möglich keit da zu polstern. einfach mal bei Carl Nolte Industriebedarf nach fragen.
    Habs im Netz nicht gefunden.

    Gruß

    David

  • skyper
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    • 1. November 2010 um 09:16
    • #5

    Meiner persönlichen Meinung nach ist der einzige sinnvoll einzusetzende,
    (weil sich in der Länge selbständig anpassende) Schutz ein "Rollersafety",
    der irgendwo am/im Gebäude angeschlagen wird.
    Dazu ggf. ein geeigneter Kantenschutz damit das Stahlseil/Gewebeband
    im Falle eines Sturzes nicht beschädigt wird.
    Allerdings muss der Kollege bei horizontaler Anwendung immer die
    Federkraft des Sicherungsgerätes ausgleichen, und hat ggf. ein gespanntes Stahlseil/Faserband
    in seinem direkten Arbeitsbereich - keine Ahnung ob das mit seinen Arbeitsabläufen vereinbar ist.
    (Würde auf dem Bau trotz etwas mehr Gewicht ein Stahlseil bevorzugen -
    es wird ja doch mal in direkter Nähe geflext oder geschweißt werden...)

    Ist leider nicht ganz billig der Spaß (bilde mir ein dass es grob bei 300 Euro losgeht) - meine z.B. sowas:
    http://www.ikarweb.de/FPSE/ikarprodu…ngsgeraete.html
    Die Dinger machen ab ca. 15kg Last innerhalb weniger Zentimeter Fallweg zu,
    damit kannst Du auf einen separaten Falldämpfer verzichten.
    (Falldämpfer sind imho bei geringen Sturzräumen (z.B. Treppenhaus) sowiso ungeeignet,
    wenn der komplett Aufreißt kann der Kollege trotzdem mit gebrochenen Beinen/Hüfte
    im Stockwerk darunter eingeschlagen sein)

    Die Befestigung kann dann z.B. mit einer längeren 2to Rundschlinge
    an irgendeinem geeigneten Gebäudeteil erfolgen,
    kostet nen Appel und ein Ei, hält aber und ist weitgehend idiotensicher in der Anwendung.
    Zusammen mit dem Gurt in eine schicke Zargesbox gepackt
    schafft man das auch noch alleine durchs Treppenhaus zu tragen.

    Irgendwas mit Firehook etc. wird direkt floppen - der Mann muss sich bewegen können
    und kann/wird sich nicht auf seine Sicherung konzentrieren -
    außerdem wird er höchstens auf dem Gerüst eine Chance haben
    sich überhaupt einzuhängen.

    Herkömmliche Schutzsysteme (also z.B. ein Seil mit einer mitlaufenden Klemme)
    sind imho für die geschilderte Anwendung nicht praxistauglich,
    da das Seil nie straff geführt werden wird,
    damit kann die Klemme nicht mitwandern wenn die arbeitende Person
    den Abstand zum Anschlagpunkt wieder verkürzt.
    Schlimmstenfalls fällt der Kollege dann in drei Meter loses Seil,
    nachdem er über seine eigene Sicherheitsleine gestolpert ist -
    da stehen die Chancen schlecht dass er nochmal zur Arbeit erscheint :(

    Weitere Hinweise bzw. Anregungen sind auch hier zu finden:
    http://www.carlstahl.de/ -> Produkte -> Absturzsicherungssysteme/PSA

    Trust it - tilt it! Der universlle Neigeadapter für AV-Geräte auf Traverse: http://www.trusstilt.de
    Analog über Cat Lösungen und Anschlussfelder für Ampracks: http://www.cat-core.deNächster Messeauftritt: 6.-8.10.26 in Hamburg: https://leatcon
    PA-Forums-Treffen: täglich 13:00 bei mir am Stand A2/F06

  • ADMIN
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    1
    • 1. November 2010 um 20:27
    • #6

    Ergänzung: Es sollte organisiert sein, dass der Betreffende innerhalb von 20 Minuten aus der PSA gerettet werden kann.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • falcocgn
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    • 1. November 2010 um 22:36
    • #7

    Der Kollege könnte sich auch auf http://osha.europa.eu/fop/hungary/hu/ über den staatlichen Arbeitsschutz in HU informieren.

    - DAS Fachbuch für die Veranstaltungstechnik https://www.europa-lehrmittel.de/Fachkunde-Vera…technik/60877-1

  • christian vosberg
    Beiträge
    6
    • 2. November 2010 um 01:07
    • #8

    @ alle: Danke schon mal für Eure Antworten

    @ falcocgn: Der Kollege weiß durchaus, dass und wie er soll - nur hat er nicht das Budget "übrig", sich das nötige Besteck zuzulegen.
    Aber ich werd mal zusehen, ob ich mit dem staatlichen Arbeitsschutz was anfangen kann :)

    Wie gesagt, danke nochmal.

    Tut mir Leid, ich kann Sie nicht verstehen, die Musik ist so laut...!

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