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Schlagzeug abschirmen

  • foh-techniker
  • 11. November 2011 um 12:46
  • david kammerer
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    • 29. November 2011 um 16:05
    • #21

    Hallo,

    unabhängig davon, ob ich extrem laute Musik gut oder schlecht finde, ist es so, daß jedes (mir bekannte) Naturinstrument nicht nur lauter wird, sondern auch seinen Klang ändert, wenn es lauter gespielt wird. Wenn man hier dem Musiker vorschlägt einfach leiser zu spielen, ist das ähnlich, als ob man einem Jazzgitarristen sagt, er solle doch mal mehr Höhen reindrehen.....
    Da sollte man sich vorher billbos letzten Satz ans Pult pinnen und gründlich drüber nachdenken. :roll:
    Nur als Bsp.: Spielt ein Drummer seine Becken mit Besen, dann kann ich es per Beschallungsanlage laut machen, wie ich will, es wird nie nach Punkrock klingen :D
    Ich muß allerdings zugeben, daß ich bei dem ein oder anderen Festival schon das Gefühl habe, daß es weniger um Klanggestaltung geht sondern vielmehr ein inoffizieller Wettbewerb stattfindet, wer noch fester auf die Becken eindreschen kann. Zumindest legt der oft katastrophale Zustand der Trommeln und Felle (von Stimmung will ich gar nicht reden) den Verdacht nahe :D
    Viele Grüße
    David Kammerer

  • 4Art
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    • 29. November 2011 um 16:54
    • #22

    Ich hätte da einen Vorschlag - wir werden diese Woche so ein Set bekommen und testen:

    http://www.vicoustic.com/VN/Musicbroadc…oInfo.asp?Id=59

    Eine Kombination aus Plexiwand und einem Vicoustic-Set sollte eigentlich jedem Drummer die Zähne ziehen.

  • godjoker
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    • 29. November 2011 um 17:26
    • #23

    Ich kenne das Problem von beiden Seiten, da sowohl Schlagzeuger in einer (zwar nicht ganz so lauten) Band, als auch Tonmann einer etwas lauteren Kapelle.

    Zunächst als Schlagzeuger:
    Ja man kann auch leiser spielen. Das funktioniert je nach Musikrichtung, Songtempo, Beckensetup, Drumkit, Sticks und Bühnensound auch mehr oder weniger gut. Für gewöhnlich habe ich keine Probleme und brauche eigentlich auch nur selten z. B. die Kick auf dem Monitor. Manchmal ist es jedoch so, dass man das Gefühl hat völlig ins Leere zu treten/trommeln. Dann wird man automatisch lauter. Ausweg wäre dann ein potentes, direktes Monitoring was meist nicht vorhanden ist.

    Nun als Tonmann:
    In schwierigen/kleinen Locations habe ich es mir abgewöhnt alles auf die PA legen zu wollen. Wenn Snare, Bass und Gitarren schon an sich laut genug sind, dann sind halt nur noch die Vocals und ein Bisschen Bumms von der Kick drauf... dann werden nur Solos etc. bei Bedarf etwas gepuscht, oder es wird gezielt unterstützend gemischt (das kann dann am Kanal EQ auch schonmal etwas seltsam aussehen :shock: ) Ich verstehe nicht warum einige Techniker zwanghaft versuchen alles auf die PA zu presssen.

    Und noch ein Punkt:
    Einige Drummer stopfen sich ja erstmal den Gehörgang voll, damit man nachher so richtig reinhauen kann.
    Nach Entfernen des Gehöhrschutzes fällt es dann oft bedeutend leichter etwas leiser zu spielen....

  • lorbas
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    • 29. November 2011 um 23:36
    • #24

    Jo, das liebe ich am meisten: Drummer die -30dB Gehörschutz tragen, drauf hauen wie die Irren, und dann noch die Monitorlautstärke eines Stadtfestes einfordern...

    Die Situation ist manchmal schon bizarr: Auf der Bühne Musiker die angepaßten Gehörschutz tragen, vor der Bühne das Publikum mit Ohropax ausgestattet, und schließlich hinten am FOH ich mit meinen Hearsafes. Hab ich schon gehabt... Mal ehrlich: wenn's so weit gekommen ist, dann ist doch etwas falsch gelaufen, oder ?

    Auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole: Schuld sind Schlagzeug-Hersteller. Leiser spielen ist, wie ein Vorschreiber schon zu Bedenken gab, keine Lösung, da die Drums dann komplett anders klingen, und gemäßigtes Spiel auch nicht zu vielen Musikstylen paßt. Die Musikwelt braucht so langsam mal neue Drumkits: Die Kick lauter, da unverstärkt immer zu leise, Snare und Becken (incl. HH) runter auf 30% der Lautstärke. Toms sind eigentlich ok...

  • wora
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    • 30. November 2011 um 09:19
    • #25

    auch zu den beiden letzten beiträgen gibt es von mir ein dickes
    +1!

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Wurst Werner
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    • 3. Dezember 2011 um 10:18
    • #26
    Zitat von "lorbas"

    Auch ich leide arbeitstäglich unter zu lauten Schlagzeuge(r)n in einer zu kleinen Location. Lösungen gefunden habe ich noch keine, und ehrlich gesagt habe ich es auch aufgegeben...

    Bei vielen der hier angedachten Lösungen haben, denke ich, die Vorschlagenden 'die Rechnung ohne den Wirt gemacht', sprich ohne den Schlagzeugenden und die Band:

    Das Schlagzeug neben die Bühne stellen: Geht gar nicht, der Drummer ist immer, gerade optisch, der Kern und das Herz jeder Rock'n'Roll/Metall/Rock/Punk-Band. 99% aller derartigen Bands die bei mir auftauchen würden mich für einen derartigen Vorschlag stehenden Fußes in die Psychatrie einweisen lassen wollen.

    Einem Drummer statt einem Akustik-Schagzeug ein E-Drum vorsetzen: Reaktion der Band: siehe oben !

    Den Schlagzeuger die akustische Raumsituation erklären und ihn veranlassen leiser zu spielen: Hat schon mal funktioniert, in der Regel so bis nach dem 3. Song. Dann kam wieder das Adrenalin und die dicken Arme durch...im positivsten Falle. Ansonsten: siehe oben.

    Leisere Trommeln/Becken: gute Idee, funktioniert auch, ist aber nur machbar wenn es eine Art 'Hausdrumkit' gibt, wie in einigen Jazz-Schuppen. Mit tourenden Bands keine Chance, denn die Chance daß gerade dieses vorhandene Drumkit seinem Rider entspricht liegt bei geschätzten 1:1000. Und es ist äußerst selten daß Drummer mehr als eine (unterschiedliche) Snare und einen Beckensatz mit auf Tour haben.

    Plexiglaskäfige oder sonstige Abschirmungen: hab's nie gemacht, kann mir aber auch damit nur vorstellen, das mir der Großteil der Drummer mit nacktem Hintern in's Gesicht springen würde ! Sieht mies/unstylisch aus (wir sind hier ja nicht beim Radio-Orchester), und behindert die 'Stage-Action'. Mag für gesetztere Kapellen und gesittete Musik passen, aber nicht für meinen Alltag. Immer dran denken: für's Publikum geht's vor allem um die Optik, Sound ist fast schon Nebensache.

    Wie gesagt: ich seh da auf kleinen Bühnen keine Lösung. Immer hat man mehr Snare und Becken auf den Vocals als den Sänger selbst, und man kann in dem Zusammenhang dann auch nicht mehr von 'Mischen' reden, ich nenn's 'Schadensbegrenzung': Ich seh' halt zu, daß man den Sänger über den Lärm von Drums und britischen Hochvolt-Röhren-Verstärkern noch warnimmt. (Denn wie Jeder weiss, oder wie man, auch wenn man's nicht wisssen will, von jedem Marshall/Orange/Hiwatt-spielenden Gitarristen aufgeklärt wird: die Amps klingen halt nicht wenn der Master so weit unten ist. Stimmt sogar. Aber warum zum Teufel kauft sich dann Niemand von den Pappnasen bei Ebay einen Powersoak ???)

    Den schwarzen Peter für diese bedauernswerte Ausgangslage schiebe ich übrigens den Schlagzeug-Herstellern zu: warum bauen die Kollegen im neuen Jahrtausend immer noch Trommeln, welche lautstärkemäßig immer noch an die Bedürfnisse von 1965 angepaßt sind ? Es gibt mittlerweile soetwas wie eine PA, da brauche ich keine Snare mehr, welche mir auf 10m Distanz am FOH immer noch mein Dateq-Display auf 105dB hochpusht. Warum bauen die Jungs nicht einfach Trommeln und Becken die gut klingen, aber eben nur 90dB auf einen Meter machen ?? Kann das denn so schwer sein ?? Das Raumfahrtprogramm der NASA ist mittlerweile schon wieder eingestellt, aber die Kollegen von Sabian/Meinl/Zyldjian hämmern immer noch Bronze in einer Dicke und Größe, daß man damit die Mauern von Jericho zum Einsturz bringen könnte !!!

    (Die Hersteller von Gitarren-Amps haben, wie ich mit Freude in den letzten Monaten feststellen kann, endlich gerafft daß man nicht immer 100W braucht. Immer mehr Bands tauchen bei mir mit kleinen Röhrenamps auf, welche max. 3-7W liefern, und bei gemäßigtem Volumen eine schöne satte Endstufen-Zerre abliefern. Wenn man dann sogar keine 4x12" drunter packt, sondern vllt. nur 1x12" wird alles gut....)

    Alles anzeigen


    Das unterschreibe ich gerne, deckt sich mit meiner Lebenswirklichkeit:-)
    Leisere Drum Sets wären ja toll, nur müssten dann auch die Becken in der gleichen Ratio leiser werden. Der Kollege meiner "Hau drauf" Kappelle spielt schon kleine Beckengrößen und Cympads...richtig helfen tut das nicht. Wenn man jetzt leisere Kessel hätte, dann wäre das Übersprechen von HiHat und Crashes wieder ein Problem. Anyway, ich fahr jetzt packen für einen 150pax Club Job, wo man in den ersten drei Stücken noch Sound machen kann und am Ende mit Kick, Toms und Vocals auf der PA endet, weil die Backline weitere Verstärkung unnötig macht...

    LG
    WW

    CEO @ SoundSurface

    Consultant Pro Audio @ IAD-Pro / WharfedalePro

    Waves Soft- & Hardware Dealer

  • hp
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    • 3. Dezember 2011 um 21:25
    • #27

    Es ist natürlich richtig , daß akustische Quellen bei verschiedener Lautstärke anders klingen

    Wobei aber unsere akustische Wahrnehmung bei extremen Lautstärken .
    etwas völlig anderes suggeriert , als die Schallquelle eigentlich erzeugt .

    Man braucht nur ein Schlagzeug einmal laut und einmal noch lauter aufzunehmen
    Beim anschließenden abhören bei gleicher Lautstärke ist das Erstaunen oft groß .

    Wenn Musiker live viel zu laut sind , helfen theoretische Diskussionen allerdings meist wenig .
    Aber man kann z.B. mal die Front-vocals unbearbeitet aufzeichnen und den Musikern "ihren" Müll vorspielen .

    Wenn die Leute dann immer noch nichts verändern wollen , dann lasst sie doch einfach machen ...

    Gruß HP

    die Realität ist die Summe aller Fakten

  • wora
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    • 4. Dezember 2011 um 09:56
    • #28
    Zitat von "hp"


    Wenn Musiker live viel zu laut sind , helfen theoretische Diskussionen allerdings meist wenig .
    Aber man kann z.B. mal die Front-vocals unbearbeitet aufzeichnen und den Musikern "ihren" Müll vorspielen ...


    hihi, genau diese situation hatte ich vor zwei wochen. da war ein recording-mobil am start, über welches eine live-cd der band erstellt werden sollte.
    man rief mich dann entsetzt an, wie viel bühne das mikro doch aufnehmen würde.
    erste reaktion der musiker: lass uns mal ein anderes mikro probieren, am besten wieder SM58 wie früher :shock:
    ich hab dann ein bisschen gebraucht ihnen begreiflich zu machen, das man das problem nicht an der senke angehen muss, sondern an der quelle. und die heisst auch hier "viel zu lauter drummer, dadurch viel zu laute band"... nun wird drüber nachgedacht, eine plexiglasscheibe vor den drummer zu stellen. und ganz ehrlich: ich sehe da keine alternative, weil er einfach nicht leiser spielen KANN.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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