Zitat von "Volker Holtmeyer"Die Beispiele sollen natürlich keine Delay-Lines darstellen. Ich wollte damit lediglich veranschaulichen, dass das, was wir messen, nicht (immer) das ist, was wir hören.
Den Fall, dass wir uns einen glatten Frequenzgang gebastelt haben, es aber überhaupt nicht "glatt" klingt, kennen wir alle. Es gibt aber auch genau den umgekehrten Fall, dass der Frequenzgang messtechnisch katastrophal aussieht, der Höreindruck aber völlig ok ist.
Um die obigen Beispiele mal etwas praxisgerechter anzugehen, kannst du dir vielleicht eine Bühne mit einer normalen L/R-Aufstellung vorstellen (linkes Bild) und ein Doppel-Cluster mit den selben Lautsprechern (rechtes Bild). Wie gesagt, messtechnisch das gleiche, aber nicht vom Höreindruck.
Du drehst allerdings bei diesem Experiment noch an anderen Schrauben. So änderst Du z.B. den Gesammtabstrahlwinkel und damit verbunden auch den Direktschallanteil am Zuhörerohr, wenn Du das Experiment indoor machst.
Wir schweifen zwar ab, aber die genannte Erkenntnis zum Frequenzgang hat mich schon früh in meiner Beschallerei dazu gebracht, den am Zuhörerohr erreichbaren Direktschallanteil für die Qualität sehr viel höher zu bewerten als den Frequenzgang ( sowohl den des Lautsprechers als auch den der Gesammtanordnung Mikrofon-Lautsprecher-Raum )