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Redundanz in der Praxis

  • Loloverde
  • 15. Juli 2014 um 01:49
  • Loloverde
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    • 15. Juli 2014 um 01:49
    • #1

    Howdy

    Ich hoffe das gabs in der Form noch nicht. Meine Suche war zumindest erfolglos.
    Ich würde gerne hier diskutiert haben, wie ihr euch gegen Geräteausfall wappnet.

    Mir ist letzte Woche die Vierkanal Monitorendstufe gestorben. Ein paar Tage vorher ist sie noch normal gelaufen, wieder ausgepackt - Stille.
    Hätte die Band nicht ihren Proberaum um die Ecke gehabt, wäre ich sehr dämlich dagestanden.

    Meine Lehre daraus ist, möglichst auf Vierkanal zu verzichten, oder doppelt dabei haben (so wird es in der Zukunft sein).

    Auch ist bei einem anderen größeren Gig ohne mein Material letzte Woche das Netzteil eines D12 Amps gestorben. Dann konnte man aber die Monitorlandschaft verkleinern und hat mit umpatchen wieder genug Bass gehabt. Wenn man 2*9 Kanäle dabei hat, wiegt der Ausfall von 2 Kanälen nicht so groß, als wenn von 10 Amp-Kanälen plötzlich 4 wegfallen.

    Gruß
    Rainer

    http://www.thewhitelodge.de

  • simonstpauli
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    • 15. Juli 2014 um 11:56
    • #2

    Schwieriges Thema, vor Allem, wenn relativ wenige Amp-Kanäle am Start sind, diese aber in 4-Kanal-Einheiten. Ich plane Gigs gerne so, daß ich durch schnelles Umverkabeln einige Kanäle frei bekomme. Also z.B. Frontfills auf 2 Ampwegen, können im Notfall auf einen. Oder Subs im 4-Ohm-Betrieb, die Amps können aber im Notfall auch 2-Ohm, wieder diverse Kanäle frei. Die Thematik wird durch verschiedene Controller-Plattformen nicht einfacher, ist aber oft irgendwie lösbar.

    Mein direkt folgender Gedanke: Was machen wir bei self-powered-Systemen? Ampmodule in Spare? Tauscht man die auch in der Luft noch? Ich wäre da auf dem Punkt: notfalls das obere Modul im Array räubern und damit ein defektes ersetzen, wenn man kein Spare dabei hat.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Mister.Lange
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    • 15. Juli 2014 um 12:28
    • #3

    Ich denke das ist regelrecht ein Vorteil von aktiven Systemen. Im Zweifel fällt ein Lautsprecher aus und nicht im Extremfall die 8 Subs am dicken 4 Kanal Amp.

    Auf jeden Fall lässt sich in größeren Setups soetwas leichter kompensieren als beim kleine Clubgig oder der kleinen Gala.

    Die Veranstaltungen bei denen man Redundanz bis hin zum Verstärker bezahlt bekommt sind sicher selten. Selbst wenn man sich vornimmt Ersatz dabei zu haben ohne entgeld dafür zu bekommen, wird man diese Praxis anzweifeln sobald wir in der Hochsaisson sind und man vor der Wahl steht Ersatz mitnehmen oder zumieten für die "zweitbaustelle" ...

  • billbo
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    • 15. Juli 2014 um 13:18
    • #4
    Zitat

    Die Veranstaltungen bei denen man Redundanz bis hin zum Verstärker bezahlt bekommt sind sicher selten. Selbst wenn man sich vornimmt Ersatz dabei zu haben ohne entgeld dafür zu bekommen, wird man diese Praxis anzweifeln sobald wir in der Hochsaisson sind und man vor der Wahl steht Ersatz mitnehmen oder zumieten für die "zweitbaustelle" ...

    Du bekommst als Beschallungsfirma dein Entgelt aber für die Durchführung/ Sicherstellung einer Beschallung. Und nicht für die Zahl der Amps in deinem Truck; die ist deinem Kunden in aller Regel völlig schnuppe.

    Ein Vierkanalamp als Antrieb einer Vierwegbox (oder, noch besser, direkt in dieser integriert) ist vollkommen schlüssig und nachvollziehbar. Ein Vierkanalamp, der eine komplette PA - Seite oder Monitoranlage betreibt, ist so seriös und verantwortungsbewusst wie Russisch Roulette.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • yamaha4711
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    • 15. Juli 2014 um 13:48
    • #5

    Tacho!

    Da gibt es nun verschiedene Aspekte, die man beleuchten und diskutieren kann.
    Was soll redundant da sein?
    Wird es bezahlt?
    Wie wichtig ist der Kunde?
    Steh ich als Dienstleister für den unverschuldeten Ausfall gerade?
    Wie groß ist die Entfernung zwischen Lager und Baustelle?
    DryHire oder Service?

    Bei Mikrofonen, Leitungen und Outboard wie Zuspieler, Kompressoren, FX sollte es kein Thema sein.
    Bei Multicores ist die Sachlage ein wenig anders, doch man geht in der Regel nicht davon aus, dass das gesamte Multicore zerstört wird.

    Bei Mischpulten muss man zwingenderweise zwischen Analog und Digital unterscheiden. Wenn ein analoger Tisch rumzickt, dann ist meist der betreffende Kanal weg. Bei einem Digitalpult ist die Wahrscheinlichkeit, dass das gesamte Gerät ausfällt deutlich höher und damit muss hier anders geplant werden.

    Lautsprecher sehe ich nun auch nicht so als Problem an. Da kann man sicher 2-3 Schnitze an Spare mit reinpacken, falls man dem Material nicht traut. Die meisten von uns haben die Kisten eh als Päärchen oder gar in 4er Stücken verpackt. Niemand wird im Lager dann exakt die Anzahl an Kisten abzählen, oder?

    Es kommt meiner Meinung nach auch sehr auf die Qualität der Produkte und deren Verarbeitung an. Bei Chinakisten denkt man wohl eher an Sparematerial als bei Markenprodukten. Doch auch diese sind eben vor Ausfällen nicht gefeit.

    Zum Thema Endstufen. Das ist eben, wie auch das Mischpult, ein sehr zentrales Element in der Kette und Ausfälle kündigen sich meist auch nicht vorher an (wie auch bei Digitalpulten). Man muss für sich nun selbst die Rechnung aufmachen, was wirtschaftlicher ist.

    Generell würde ich sagen:
    Mehrkanalendstufen sind wirtschaftlich und platzsparend, doch man bewegt sich auf dünnem Eis, denn bei Ausfall sind eben gleich 4 Kanäle weg. Daher würde ich, vor allem bei entsprechenden Kunden/Jobs immer Ersatz einplanen. Auch wenn es dann ein billiger Chinaamp wäre, der dann hoffentlich irgendwie seinen Dienst tut. ;)
    Bei Zweikanalendstufen ist das - wie schon geschrieben - deutlich besser zu kompensieren, und wer von uns hat nicht im Lager noch irgendwie Altbestand?

    Zum Punkt "Wie wichtig ist der Kunde?".
    Jeder Kunde verdient es eine einwandfreie Produktion zu erhalten und bei Ausfall, sofern dieser unverschuldet ist, sollte man auch kulant sein (DryHire) bzw. eben Spare dabei haben. Auch wenn der Kunde den Preis bis an die Schmerzgrenze drückt. Man muss ja nicht jeden Auftrag annehmen und wenn ich einen Auftrag annehme, dann muss ich eben auch dafür sorgen, dass der Kunde doch irgendwie zufrieden ist. Da bin ich voll und ganz bei Billbo.

    Bei selfpowered sehe ich es ähnlich wie mister.lange. Selbst der Ausfall eines selfpowered Monitor kann man lösen, indem dann der nächst stehende Monitor geteilt wird oder man hat eben doch noch ein wenig Spare auf dem LKW.

    Wie sieht es denn bei DryHire aus? Lässt man dann den Kunden im "Regen" stehen? Der Kunde hat ja schließlich dafür bezahlt.

    Grüßle,
    michael

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • tufkaklto
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    • 15. Juli 2014 um 13:59
    • #6
    Zitat von "yamaha4711"

    Steh ich als Dienstleister für den unverschuldeten Ausfall gerade?

    Dein Amp?
    Klar stehst Du dafür gerade.
    Warum hast Du keinen Neuen mitgenommen usw?

    Als Kunde würde ich so ein Argument auch nicht gelten lassen, "unverschuldet" tsts

    OK, bei Blitzschlag kann man darüber reden :D

    Ich bin schon der Meinung, das man Reserveamps vor Ort haben sollte, natürlich nicht für die komplette PA, aber da mal ein Amp flöten geht sollte schon lösbar sein.
    Und sich auf einen Amp verlassen, der alles antreibt ist schon mutig.

    Und ich hab schon die besten Amps aller Hersteller sterben sehen, sowas kommt real vor.

    Gilt auch für Boxen mit eingebauten Verstärkern.

    Wenn es passiert dann meist genau bei der wichtigsten Person des Abends oder des Acts, das ist Gesetz :lol:

    Amp und Boxen Brett _ Die Vuvuzela des Forums

    Ganz großer Fan des " Themen als gelesen markieren " Buttons

  • billbo
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    • 15. Juli 2014 um 14:17
    • #7
    Zitat

    Steh ich als Dienstleister für den unverschuldeten Ausfall gerade?

    Stehe ich als Brötchenbäcker für den unverschuldeten Ausfall meines Brötchenbackautomaten gerade? Aber hallo, und zwar ganz unmittelbar: ich kann keine Brötchen verkaufen und habe daher keine Einnahmen. Deshalb tue ich gut daran, für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, und/ oder mir im Fall der Fälle ganz schnell etwas einfallen zu lassen. :lol:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • nojunk
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    • 15. Juli 2014 um 14:46
    • #8
    Zitat von "yamaha4711"

    Tacho!

    Da gibt es nun verschiedene Aspekte, die man beleuchten und diskutieren kann.
    Was soll redundant da sein?
    Wird es bezahlt?
    Wie wichtig ist der Kunde?
    Steh ich als Dienstleister für den unverschuldeten Ausfall gerade?
    Wie groß ist die Entfernung zwischen Lager und Baustelle?
    DryHire oder Service

    Alles anzeigen

    ich würde schon mal diese reihenfolge ändern (ich schreibe jetzt aus persönlicher erfahrung der letztem jahrzente):
    Wie wichtig ist der Kunde? -> Was soll redundant das sein? daraus ergibt sich der rest...
    es ist vollkommen irrelevant ob bzw. wie groß die entfernung zum lager ist oder ob es eine unverschuldeter ausfall gibt!
    wir sind dienstleister und unser kunden hat das anrecht auf eine unterbrechungsfreie va!
    dass mal was in die knie geht kann IMMER passieren; solche eventualitäten muss man in der pre-production einplanen und durchbesprechen, und mögliche zusatzkosten im vorfeld mit dem kunden durchbesprechen und absegnen lassen - in 99.5% unsere fällen versteht dieser das und mögliche mehrkosten sind KEIN problem mehr ;-).
    bei uns läuft in den meissten fällen das komplette system redundant, je nach anforderung des kunden sogar über getrennte generatore und komplett getrennte kabelwege!

    selbst bei nicht so wichtigen kinden sollte man ögliche vorkommnisse im vorfeld abklären - du wirst sehen das bewirkt wahre wunder... :wink:

    so, weiter zu den reha masnahmen :lol: :lol: :lol:

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  • guma
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    • 15. Juli 2014 um 18:03
    • #9

    Bei Vierkanalamps und Brötchen fällt mir noch Folgendes ein:

    Bin ich Freizeitbeschaller und mein Amp heißt TSA 4700, habe ich entweder einen Reserveamp dabei und kein Problem oder ich bin bescheuert und habe deswegen ein Problem, das ich auch sonst im Leben habe.
    Bin ich die Firma, die aus 'befriedigen' einen Zweiteiler macht und mein Amp heißt D80, ist der Job entweder so groß, dass ein ausfallender D80 nicht auffällt oder ich habe auf eigenen VAs einen Reserve D80 dabei und kein Problem oder mein 'dry hire' Kunde ist bescheuert, weil er keinen Reserve D80 bestellt hat.
    Bin ich Kleinprofi, der gerne mit den Großen pinkeln möchte und die Kohle hat gerade für zwei D80 gelangt, mit denen man ja auch schon ziemlich Lärm machen kann, geht im Zweifelsfall entweder eine ganze Seite oder Bass respektive Top komplett aus. Wenn dann die Kohle nicht mal für das Leihen des dritten D80 langt, hat man sehr viele Probleme:
    Falsches System, falscher Denkansatz, falsche Geschäftsidee, falsche Kalkulation, falscher Beruf, Selbstständigkeit falscher Status, falsche Philosophie.

    Will sagen, es gibt keine Amps, die zu teuer sind ....Und es gibt keine Amps, die nicht kaputt gehen :D

  • kob1
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    • 15. Juli 2014 um 18:24
    • #10
    Zitat von "nojunk"

    in 99.5% unsere fällen versteht dieser das und mögliche mehrkosten sind KEIN problem mehr ;-).
    bei uns läuft in den meissten fällen das komplette system redundant, je nach anforderung des kunden sogar über getrennte generatore und komplett getrennte kabelwege!

    Amps, Kabel, Peripherie,... sind ja nicht das Problem (finde ich zumindest) Wie schauts aus bei Sachen die deutlich teurer sind? +3000€ für einen 2. 20k Projektor? Das zahlen deine Kunden? Glückwunsch! Oder wie wärs mit unbezahlbaren Dingen. Techs, die kurz vor Showbeginn umkippen oder gar nicht kommen (Unfall etc), Followfahrer die vom Rigg stürzen,... alles schon gehabt.
    Ich hab mir in letzter Zeit viele Gedanken darüber gemacht wie redundant vermietete Systeme sein müssen. Wo fängts an wo hörts auf? Was ich bisher noch nie hatte sind verständnisvolle Kunden wenn Redundanz Mehrkosten bedeutet. Die bezahlen ein funktionierendes Setup. Um billbos Vergleich heranzuziehen: würdest du das Doppelte für Brötchen zahlen weil Bäckers Maschine kaputt ist?

  • skyper
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    • 15. Juli 2014 um 18:28
    • #11

    Mal ganz ehrlich - bei welcher Show hat man "pauschal" ein zweites Pult, digitalmulti,
    Dimmerrack, 125er Hauptverteilung, Lichtpult, Nebelmaschine,
    aktiven Monitorsplit, Projektor, Vorschaumonitor, Videomischer,
    Kamerazug, Motorcontroller etc. dabei,
    das sind alles technische Geräte, die man im laufenden Betrieb schon hat sterben
    oder gar effektvoll abbrennen sehen,
    oder welche plötzlich nach dem Ausladen nichtmehr ordnungsgemäß gespielt haben.

    Den Single-Point-of-Failure auszumerzen wird im Regelfall nur bei einer Hauptversammlung bezahlt,
    und dauch da wird oft nur der Ton zu 100% gebackupt/am Leben erhalten.
    Sehen muss man im Zweifelsfall nichts, nur wenn jemand nachweisen kann dass er nichts gehört hat
    muss die Veranstaltung wiederholt werden.

    Meiner persönlichem Meinung nach würde es aber einem Großteil der Veranstaltungen nicht schaden,
    wenn der Ton schlichtweg aus bleiben würde :D

    Trust it - tilt it! Der universlle Neigeadapter für AV-Geräte auf Traverse: http://www.trusstilt.de
    Analog über Cat Lösungen und Anschlussfelder für Ampracks: http://www.cat-core.deNächster Messeauftritt: 6.-8.10.26 in Hamburg: https://leatcon
    PA-Forums-Treffen: täglich 13:00 bei mir am Stand A2/F06

  • markus f.
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    • 15. Juli 2014 um 20:03
    • #12

    Ich sags mal so: das Thema Ausfallrisiko hängt doch auch ganz stark vom allgemeinen Umgang mit dem Equipment und dessen Wartung/Pflege ab.

    Material aus dem Dry Hire wird beim Eingang geprüft, dann kann man auch davon ausgehen, dass es weiterhin spielt. Wenn das Case ne dicke Macke hat, die vorher nicht da war - dann wird die Schwerkraft oder ein anderer Gegenstand im Spiel gewesen sein. Ergo: sauber durchchecken, evtl. markieren und vermerken, dass das Gerät nicht unbedingt die Speerspitze bei den nächsten Jobs darstellen sollte. Beobachten, schauen was passiert. Evtl. zum Service.

    Gegen das "sudden death" Restrisiko kommt man natürlich nicht an, aber es lässt sich imho soweit reduzieren, dass man wirklich damit umgehen bzw. leben kann. Große und/oder weit entfernte Jobs müssen auch eine entsprechende Reserve einkalkuliert haben, das wurde ja schon mehrfach angesprochen.

    Und, nicht zuletzt, wenn was kaputt gehen sollte: Kunde will keine Zauberei, Kunde will Lösungen und dass man sich kümmert.

  • simonstpauli
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    • 15. Juli 2014 um 20:29
    • #13

    Jetzt gewinnt die Diskussion an Breite.

    Ich denke, für viele hier ist es Praxis, mindestens ein paar Amp-Kanäle frei oder nur halb belegt zu haben, um einen Amp-Ausfall auf die eine oder andere Art verkraften zu können (bei nicht ganz kleinen Systemen evtl. auch durch weglassen von weniger kritischen Anlagenteilen, z.B. auf Cardioid verzichten, 8 statt 12 Subs fahren und dafür wieder alle Tops im Hang am Start haben.

    Bei Pulten gibt es auch bisweilen eine nette Redundanz, mit einem Monitorpult kann man durchaus einen Notfall-FOH-Mix machen, vielleicht ja sogar remotable. Oder mit einem FOH-Pult ein paar Notfall-Monitormixe. Beide Fälle hatte ich schon... Vorausgesetzt natürlich, daß man nicht nur eine Stagebox mit Wandlern hat und gerade diese ausgefallen ist.
    Es tut auch nicht weh, ein Cat5-"Core" zwei Mal zu legen.

    Bei Drahtlosmikrofonen war es lange Zeit Usus, für _jede_ Strecke ein verkabeltes Ersatz-Mikrofon betriebsbereit zu halten. Das ist über die Jahre ein wenig aus der Mode gekommen, nichtsdestotrotz sind wir uns auch hier wohl einig, daß irgendeine Art Spare vorhanden sein sollte. Bei In-Ears analog Notfallwedges oder -sidefills.

    Unter dem Strich ist volle Redundanz (alle Systeme doppelt, auch Personal) eher bei Jobs zu finden, wo diese auch gewünscht und bezahlt wird. Auch das hatte ich schon. Und ja, natürlich sind dann auch die Videoprojektoren redundant als Tandemprojektion ausgeführt. Das Einzige, was da nicht redundant war, waren die Hängepunkte für die Projektoren, die Redner und das Publikum.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
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  • nojunk
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    • 15. Juli 2014 um 21:11
    • #14
    Zitat von "simonstpauli"

    Bei Pulten gibt es auch bisweilen eine nette Redundanz, mit einem Monitorpult kann man durchaus einen Notfall-FOH-Mix machen, vielleicht ja sogar remotable. Oder mit einem FOH-Pult ein paar Notfall-Monitormixe. Beide Fälle hatte ich schon... Vorausgesetzt natürlich, daß man nicht nur eine Stagebox mit Wandlern hat und gerade diese ausgefallen ist.
    Es tut auch nicht weh, ein Cat5-"Core" zwei Mal zu legen.

    und wenn's den kunde wünscht/bezahlt, werden auch mal 2 pulte aufgebaut - da gab's früher mal ein nützliche feature bei yamaha pulten - "über kreuz verkabelung der steuerung", salopp ausgedrückt.

    Zitat

    Bei Drahtlosmikrofonen war es lange Zeit Usus, für _jede_ Strecke ein verkabeltes Ersatz-Mikrofon betriebsbereit zu halten. Das ist über die Jahre ein wenig aus der Mode gekommen, nichtsdestotrotz sind wir uns auch hier wohl einig, daß irgendeine Art Spare vorhanden sein sollte. Bei In-Ears analog Notfallwedges oder -sidefills.

    sehr richtig.

    Zitat

    Unter dem Strich ist volle Redundanz (alle Systeme doppelt, auch Personal) eher bei Jobs zu finden, wo diese auch gewünscht und bezahlt wird. Auch das hatte ich schon. Und ja, natürlich sind dann auch die Videoprojektoren redundant als Tandemprojektion ausgeführt.

    wie schon gesagt, es kommt auf die priorität des kunden/der va an.

    Zitat

    Das Einzige, was da nicht redundant war, waren die Hängepunkte für die Projektoren, die Redner und das Publikum.

    ...und dafür sind "wir" als dienstleister wirklich nicht verantwortlich :wink:

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  • guma
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    • 15. Juli 2014 um 22:00
    • #15
    Zitat von "nojunk"

    ....und wenn's den kunde wünscht/bezahlt, werden auch mal 2 pulte aufgebaut - da gab's früher mal ein nützliche feature bei yamaha pulten - "über kreuz verkabelung der steuerung", salopp ausgedrückt.

    Die Steigerung dieses Features heißt heute 'full mirror', ist in DiGiCo Pulte eingebaut, bedeutet, dass das redundante Pult tatsächlich alles mitmacht und bei Ausfall einer Konsole im MADI Stream einfach weiter werkelt und hat mein SD8 schon das eine oder andere Mal in Arbeit gebracht.

    Ansonsten, Männer Ihr habt natürlich alle Recht aber ein Vierkanalamp ist für Redundanzüberlegungen aller Klassen schon eine besonders aparte Steilvorlage ... 8):D

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    • 15. Juli 2014 um 22:35
    • #16
    Zitat von "markus f."

    Ich sags mal so: das Thema Ausfallrisiko hängt doch auch ganz stark vom allgemeinen Umgang mit dem Equipment und dessen Wartung/Pflege ab.

    Jein. Ein Neugerät kann ganz genau so als Pyroeffekt sterben, wie eine gepflegte, alte Kiste. Am meisten Vertrauen habe ich in Equipment, das sich schon einige Male bewährt hat, aber noch nicht alt ist.


    Ich versuche mich grundsätzlich immer so zu organisieren, dass es möglichst weiter gehen könnte, wenn ein Gerät ausfällt. Je nach Anlass könnte das einen Unterbruch geben, weil eine Endstufe getauscht werden müsste. Das ist eine Frage des Auftrags (überspitzt formuliert Gartenparty vs. Buisnessevent).

    Redundanz hat je nach Situation nicht nur etwas mit der Menge des Materials zu tun, sondern auch mit dem Personal vor Ort. Bin ich als "one-man-show" vor Ort und mische eine Band ab, kann ich schlecht einfach mal davonlaufen und die Monitore auf der Bühne verschieben oder eine Endstufe austauschen.

    Bei den Aufträgen, wo das auch bezahlt wird, bin ich sehr darauf bedacht, dass ich in jeder Beziehung Headroom habe und beim Ausfall eines Gerätes im besten Fall kein Mensch etwas davon mitbekommt.

    Der Ton macht die Musik.

  • karel noon
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    • 16. Juli 2014 um 08:27
    • #17

    Ich finde den von meinem Vorredner hier ins Spiel gebrachte begriff "headroom" gut, er beschreibt ziemlich genau was ich zu dem Thema Redundanz denke.

    Kommt ein Privater Kunde zu mir und fragt nach zwei aktivboxen für seine gartenparty mit 50 Leuten, kriegt er entsprechend leistungsfähige Teile mit bei der im Zweifel eine Ausfällen kann und die Party trotzdem weiterläuft. Die Teile laufen dann an dem Abend mit sehr viel "headroom" so lange alles gut geht :)

    Das kann man getrost auch für größere Festivals übertragen, hat mein System genug headroom macht es nichts aus wenn im Notfall ein paar einzelne Boxen ausfallen.
    Aber alleine durch die ausreichende dimensionierung und der damit verbundenen schonung des Materials steigt meine Sicherheit enorm.

    Dazu dann noch gepflegtes und gut gewartetes Material, und wenn es wirklich um etwas geht die Vermeidung des schon mehrfach angesprochenen Single Point of failure und alles wird gut.

    Trotzdem sollten wir uns nichts vor machen, der klassische ls9/m7 bandjob wird spätestens am Mischpult nicht mehr redundant sein. Mit Glück gibt es das zweite Pult am monitorplatz.

    Meine Hoffnung ruht aber tatsächlich auf die weitere vernetzbarkeit von Systemen, damit ich in Zukunft auch bei kleineren Geschichten das x32 Core an die vorhandene stagebox anschließen kann, oder mal eben eine kompakte 16er reservestagebox in das AVB/Dante Netzwerk einspeisen kann.
    Der weiter fortschreitende Preisverfall bei digitalen Endgeräten wird uns demnächst gute Optionen für verstärkte Redundanz bieten. Wer das dann nicht nutzt, der betreibt auch die komplette PA an einem 4 Kanal Amp :)

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

    Application Support Engineer - HK Audio

  • MRspeaker
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    • 16. August 2014 um 21:37
    • #18

    Das material wird billiger, leichter und kleiner, also kann man es auch zweimal mitnehmen. G** mal im ernst, ich will mit dem Zeug Geld verdienen, wenn von 200 Jobs im Jahr einer in die Hose geht, dann an der stelle an der kein Ersatz dabei ist. Wenn der Kunde ausfallsicherheit haben will, muss er sie bezahlen. Es ist typisch für diese Branche, zig sachen kostenlos mitzugeben und sich dann zu beschweren man könnte damit kein geld verdienen. Ich kenne keinen einzigen Vermieter anderer Gewerbe der sowas macht. Ihr nehmt doch nicht im Ernst 150x im Jahr eine weitere Endstufe im bulli mit wenn sie wo anders Geld verdienen kann. Dann kann man eher darüber nachdenken sein Material alle 10jahre zu erneuern. Der Kunde freut sich über neues sauberes Material und die Ausfallsicgerheit ist recht hoch.

    http://www.audio2.eu
    Sommercable Gewerbe-Händler, Kabelkonfektion

  • billbo
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    • 16. August 2014 um 23:51
    • #19

    Sorry, ein solches Posting ist m. E. mal wieder exemplarisch für das völlige Nicht – Verstehen von geschäftlichen Gepflogenheiten und Interessen im Zusammenhang mit bezahlten Dienstleistungen. :?

    Wenn ich als Kunde eines Beschallungsunternehmers diesen mit einer Beschallung beauftrage ist es mir komplett egal wie der Kollege sicherstellt, dass die dann auch tatsächlich von Anfang bis Ende so funktioniert wie bestellt und vereinbart. Wie er das anstellt, und wie er Ausfallsicherheit gewährleistet, obliegt ganz allein seiner Verantwortung. (Allerdings werde ich mir, je nach Wichtigkeit der Veranstaltung, natürlich jemanden aussuchen, dessen Seriosität, Qualifikation und Verantwortungsgefühl ich als dafür ausreichend hoch einschätze. Mrspeaker – du wärst damit also schon mal raus.)

    Funktioniert sie durch sein Verschulden wider Erwarten nicht ("Upps – Mischpult/ Endstufe kaputt – Ersatz hab’ ich vergessen, und Plan B hab’ ich leider keinen" ist KEIN Fall von höherer Gewalt!), dann habe ich sehr wahrscheinlich unmittelbar ein ziemlich konkretes organisatorisches Problem. Und er anschließend ganz sicher ein sehr konkretes pekuniäres Problem.
    Wenn der Flieger nicht fliegt weil die Triebwerke nicht anspringen und keine Ausweichlösung/ Ersatzgerät am Start ist - dann gibt's nicht nur Geld zurück, sondern gegebenenfalls auch Schadensersatz.

    Ist halt manchmal nicht ganz so einfach, die Sache mit dem Geldverdienen. :roll:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • yamaha4711
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    • 17. August 2014 um 10:50
    • #20

    Ihr beide habt irgendwie recht.

    Zum einen wird von uns Ausfallsicherheit verlangt und ja, wenn ich eine Dienstleistung gegen Bezahlung erbring, dann bin auch ich dafür verantwortlich, dass das auch alles zur Zufriedenheit des Auftraggebers funktioniert. Da steh' auch ich voll dahinter, denn alles andere wäre eben Hobbykistenverleih und selbst da werden solche "Forderungen" teilweise oder gar ganz erfüllt. Allerdings stellt sich eben immer die Frage, wer das letztendlich bezahlt und so hat MrSpeaker auch irgendwo recht, denn gerade in unserer Branche und gerade bei den Mittelständlern und Kleinvermietern sind die Kunden, vor allem privater Art, oftmals unverschämt, feilschen am Preis und erwarten dennoch eine perfekte Bedienung.

    Bei Veranstaltungen wie du, billbo, sie kennst ist es nicht nur eine hinreichende Bedingung Spare am Start zu haben, sondern eine zwingende Voraussetzung. Bei uns kleinen und mittleren ist das oftmals nicht möglich, da ja das Material Geld verdienen soll, und wenn ich am Tag zwei Aufträge habe, wo eben das gesamte Material unterwegs ist, so kann ich eben kein Spare mitliefern. Wenn allerdings noch eine Endstufe im Lager rumliegt, dann wird die halt vorsichtshalber mit eingepackt. Mal so, mal so und weh tut mir das auch nicht. Zudem kann ich ja in der Kalkukaltion Spare einrechnen und dann bezahlt es ja der Kunde auch und daher nehm ich es dann auch mit. Ist halt ein Rechenexemple. Wenn dann allerdings der Konkurrent aus dem Nachbardorf günstiger ist (und eben kein Spare mit am Start hat), dann bin ich als teurer Anbieter bei einem bestimmten Klientenkreis eben aus dem Rennen. Da hilfts dann auch nicht, wenn ich sage, dass ich Spare dabei habe und das eben mit einkalkuliert hat. Das ist dem Kunden so egal, wie wenn in China ein Reissack umfällt, und evtl. kommt der Kunde daher und sagt: "Na so viel vertrauen sie ihrem Material? Danke!", um es mal überspitzt zu formuieren. Wie man es eben macht, es ist nicht richtig. Man kann dann nur hoffen, dass dieser Kunde mit dem Konkurrenten Schiffbruch erleidet. Andererseits möchte ich solche Kunden auch nicht wirklich haben.

    Man muss eben zwischen DryHire und Full Service differenzieren. Im DryHire werde ich dem Kunden mit sicherheit keine zweite Endstufe mitgeben, ausser wenn sie voll bezahlt wird. Im Full Service Bereich packe ich eben das entsprechende Endstufencase oder was auch immer und werde mit Sicherheit nicht eine Endstufe oder was auch immer raus schrauben, wenn da 4 drinn sind, aber nur 2 benötigt werden. Bei einem zusätzlichen Pult sieht das aber dann auch wieder anders aus. Da sollte und muss sich (meiner Meinung nach) der Kunde in jedem Fall, auch beim Full Service, monitär erkenntlich zeigen.

    Aber machen wir dich mal einen kleinen Exkurs in den von billbo angeregten Dienstleistungskreis.
    Wenn man so mal durch die Internetforen von Telekommunikationsdienstleistern, Fluggesellschaften, Bahn AG, Bauunternehmen u.a. durchgeht, dann wird man feststellen, dass dieses Thema durch die Bank weg oftmals ein Problem darstellt.
    Versuch doch mal bei deiner Fluggesellschaft Schadensersatz bei einem (Total)Ausfall zu bekommen, insbesondere für die verlorene Zeit oder für den verbummelten Auftrag. Ich frage mich gerade was dir die Fluggesellschaft, vor allem freiwillig und ohne generve, ausspuckt, wenn du dadurch nachweislich als gebuchter Mischer nicht pünktlich vor Ort sein kannst und du deswegen vom Veranstalter in Regress genommen wirst.
    Versuch doch mal bei der Bahn dasselbe. Erst jetzt im Sommer sind wieder ein paar ICE's mit defekten Klimanlagen liegen geblieben. Der Bahn ist das doch einerlei (vor allem da die Problem allseits bekannt sind und augenscheinlich immer noch keine Lösung diesbezüglich gefunden wurde) und der Kunde, welcher für eine Dienstleistung bezahlt hat, hat den Ärger und eben auch den Zeitverlust.
    Das beste Negativbeispiel sind ja die Telekommunkationsunternehmen. Telefon oder Internet gestört... wir tun was wir können. Auch nach 2 Wochen keine adäquate Lösung und dennoch wird die Kohle munter abgebucht. Um Ausreden ist man gerade hier nicht verlegen und der zahlende Kunde steht im Regen bzw. ist von der Aussenwelt abgeschnitten.

    Es gilt wie überall: Augenmass anlegen und sich Fragen, ob es der Kunde wert ist, wenn man unentgeltlich Spare zur Verfügung stellt.

    Viele Grüße

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

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    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
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    Dienstag, 29. September 2026, 21:00 – 23:00
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  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

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