Beiträge von tufkasr
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Moin Sabbelbacke,
soweit ich das verstehe sind die Datensaetze der V16.x nicht mehr mit V20.x kompatibel. Welche Moeglichkeiten gibts es, die Daten zu konvertieren? Der neu eingefuehrte Parameter sollte ja in allen alten Saetzen Null annehmen. Hat irgendjemand einen Konverter programmiert, oder gibts es die Datensatzspezifikationen von David?
Gruesse, Sven
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Wie du schon sagst - werden beide Seiten der Membran mit der gleichen akustischen Impedanz belastet, wird die Addition der komplex konjugierten Schallanteile einen effektiven Schalldruck von Null ergeben. Hohe Resistanz auf beiden Membranseiten ist gut (es kann Arbeit verrichtet werden), du musst nur irgendwie den Phasenwinkel einer Schallfuehrung so aendern, dass sich im Nutzband ein moeglichst hoher Realanteil des Schalldrucks ergibt.
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Moin Inity,
du musst in jedem Fall die Combined Response errechnen lassen. Was du unmittelbar nach der Simulation siehst, ist nur der Amplitudenfrequenzgang des Horns. Addiert man den Anteil der ventilierten Rueckkammer wird ploetzlich auch der Einbruch sichtbar.
Ich habe ein paar Vergleiche zwischen den beiden Bauweisen angestellt, einmal fuer den BMS 15S430v2, weiterhin den 18S 18LW1000. Die Ergebnisse sind sehr interessant. Es egeben sich recht beachtliche Unterschiede zwischen rueck- und frontgeladenem Einsatz - speziell was das umbaute Volumen des Horns, die Impedanzen, den Wirkungsgrad und die Auslenkung angeht. Ich werde die Simulationen posten, sobald ich alles beisammen habe.
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Hi Inity,
ZitatDie Nachteile [rueckgeladener Hoerner] für einen professionellen Einsatz überwiegen jedoch !!
Ich kann Deine Ansicht leider nicht teilen. Soweit ich Dich verstehe, wiegt Dir die Erfordernis eines Tiefmitteltonweges als schwerer Nachteil. Allerdings vernachlaessigst Du die Anforderungen an jenen Systemteil, welcher den Tieftonweg komplementieren muss. In folgendem Beitrag versuche ich gerade erfolglos, ein wenig genretypisches Wissen ueber diese Anforderungen zu sammeln (hochinteressant finde ich das Beispiel; leider teilt niemand meine Faszination):
http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=72405
Nehmen wir den Fall, dass Du ein Horn (Prinzip egal) entwirfst, welches mit n Einzelkabinetten die Anforderungen an Schalldruckpegel, Verzerrungen, Wirkungsgrad, Phasenverzerrung und Membranauslenkung bis zur Trennfrequenz von 100Hz erfuellt. In einem 3-Weg-System muessen die Mitteltoener nun den Bereich von 100Hz bis ~ 1.0kHz abdecken. Das bedeutet aber auch, dass die Mitteltoener bei ~ 120Hz annaehernd den gleichen maximalen Schalldruckpegel wie das Tieftonsystem produzieren muessen. Das erfordert entweder grosse Membranflaeche (Probleme mit Abstrahlverhalten), hohe Auslenkung (Probleme mit Intermodulations- und Dopplerverzerrung) oder Ignoranz (Betrieb der Schwingspule ausserhalb des quasi-linearen Bereichs aka. "Mut zur Luecke").
Jetzt kommt oft der Einwurf: "Sooo viel Schalldruckpegel will man ja nicht. Das geht schon." Dann bedarf es aber keiner n Einzelkabinette des Horns. Weniger Kabinette verringern die Mundflaeche, aendern die Hornkontur und verschlechtern den Wirkungsgrad tiefer Frequenzen. Fuer niedrigere Schalldruckpegel werden ploetzlich u.a. geschlossene Systeme mit grossem Verschiebevolumen wirtschaftlich. Diese lassen sich gegebenenfalls auch hoeher als 100Hz trennen, wodurch der Mitteltonweg entlastet wuerde.
Um es kurz zu machen - ich sehe keinen Unterschied darin, ein frontgeladenes Horn bis 140Hz oder ein rueckgeladenes bis 100Hz einsetzen zu koennen: Sind hohe Schalldruckpegel gefordert, ist ein Tiefmitteltonweg zwingend erforderlich, welcher konsequent entworfen werden kann, um eine Trennfrequenz von 100Hz zu ermoeglichen. Ein Blick in die Kataloge der Systemanbieter scheint das zu bestaetigen.
Eine Anleitung fuer Hornresponse kenne ich nicht, aber sehr hilfreich sind Vance Dickason "Lautsprecherbau" (Impedanzverhalten, Ersatzschaltbild, geschlossene Gehaeuse), "Lautsprecher-Jahrbuch 1989" (Grundlagen des Hornentwurfs) und Marshall W. Leach's AES Beitraege und Heimatseite. Richtig interessant wird es um Fundus von Don Keele, Leo Beranek, Harry Olson und Paul Klipsch.
Wenn L12 den Wert Null besitzt, oeffnet ein Doppelklick in das ein Auswahlfenster der Hornfunktion. Ist der Wert ungleich null, fuehrt der Doppelklick in eine Berechnungsroutine der Hornfunktion. Der optimale Hornmundumfang fuer tiefe Frequenzen ist Cir~0.97 (siehe Keele, D.B.; "Optimum Horn Mouth Size"). Der entscheidene Parameter ist die untere Grenzfrequenz; Laenge und Mundflaeche koennen (in Grenzen) je nach Erfordernis veraendert werden. Du musst beachten, dass du mehrere Treiber (Multiple Drivers) auf ein Horn arbeiten laesst, um die korrekte Funktion eines Stacks zu simulieren. Weiterhin ist ein rueckgeladenes Horn mittels ventilierter Rueckkammer zu simulieren (Sd=Ap, Lp~0, siehe Hilfe). Der Schalldruckpegel des Horns und des "rueckwaertigen Reflextunnels" muessen dann addiert werden (siehe Hilfe).
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Hust - wieder was gelernt. Danke. Aber - ich denk grad ein wenig drueber nach, ich hab bestimmt noch 'ne Frage.
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Ganz davon abgesehen, dass Bandpaesse, neben dem ohnehin stark verzoegerten Ein- und Ausschwingen, durch die zwingend notwendige Hochpassfilterung eine hohe und stark schwankende Gruppenlaufzeit aufweisen, wird die Funktionsweise der Resonatoren stark von der Platzierung im Raum abhaengen. Durch die geringe Masse des Resonators ist der Bandpass empfindlich gegen Veraenderungen des Strahlungswiderstandes.
Der Vorteil bei einem Eckhorn (leider sieht es "uncool" aus, dafuer kostet es kaum Geld) liegt in der gleichmaessigen Anregung aller Moden (mit Einschraenkungen fuer vertikale Moden, wie Bernhard Noest sagt) - die Korrektur mittels EQ wird sehr einfach.
Ich hab keine Ahnung, aber ich wage mich zu erinnern - in derart kleinen Raeumen wird die meiste Schalleistung in die Raummoden abgegeben - befindet sich ein Treiber (Druckwandler) nahe eines Druckmaximas einer Mode, kann durch den hohen resistiven Anteil des Strahlungswiderstandes Arbeit verrichtet , sprich Schalleistung abgegeben werden. Problem ist das stark verzoegerte Ausschwingen der Mode und die geringe abgegebene Schalleistung in Frequenzen, die ober- und unterhalb der Mode liegen (in diesem Bereich dominiert der Strahlungswiderstand der Membran). Senkst du nun alle relevanten Raummoden mit schmalbandigen EQ's so stark ab, dass die Welligkeit und das Ausschwingverhalten ertraeglich werden, reduzierst du die insgesamt abgegebene Schalleistung. Das muss durch hoeheren Eingangspegel ausgeglichen werden. Und ploetzlich stehst du wieder vor den alten Problemen: Membranflaeche, Auslenkung, Wirkungsgrad, etc. pp. Natuerlich nur, wenn du Bass nicht durch undefiniert schwingende Raummoden erzeugen willst.
Schwingende Gruesse...
P.S. (die beiden letzten Beitraege waren schneller als ich tippe) - der vielgeruehmte "Punch" ist eine der schoensten Chimaeren der Akustik. Man kann nie sicher sein, um was es sich handelt, wenn die Rede davon ist. Jonny's Einwurf mit der leichten Membran stammt von der oberen Grenzfrequenz eines Treibers (diese wird durch die Massentraegheit bestimmt); ergo schwere Pappe, fruehe Schlappe. Aber - Musik ist ein transientes Gespinst. Wenn durch Phasenverzerrung des Systems die zeitlichen Zusammenhaenge zwischen einzelnen Frequenzbereichen zerruettet werden, steht eben der Bass in keinem sinnvollen Kontext mit dem Rest des Geschehens.
Ausprobieren - DCX + Musik + Kopfhoerer - Stereo auf je 2 Kanaele splitten, dann bei 120Hz trennen, dann wieder zum Stereo zusammenfuegen. Nun die Filtercharakteristik von HP und LP aendern: BW1 ... BES4 ... LR4 ... BW8 und schoen hoeren, wohin sich der Punch verkriecht.
Uebrigens - was braucht es, um eine Chimaere zu vernichten? Bellerophon. Wenn das nicht lustig ist...
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Moin,
bei jeder Dimensionierung einer Beschallungsanlage steht man vor dem Problem, den maximal erforderlichen Schalldruckpegel zu ermitteln. Bedingt durch die Unwirren des menschlichen Hoerempfindens ist aber die erforderliche Schalleistung eine Funktion der Frequenz, wenn verschiedene Frequenzen mit gleicher Lautheit reproduziert werden sollen.
Fuer den Fall der Wiedergabe von Musikkonserven vereinfacht sich das Problem deutlich - es ist lediglich die Leistungsverteilung des jeweiligen Musikprogrammes zugrundezulegen. Ich habe aus 350 Alben verschiedenster Genres zufaellig jeweils einen Titel gewaehlt, und die Leistungsverteilungen gemittelt. Erkenntnis: interessant.
Doch an dieser Stelle entbrennt der Streit - die Genres sind zufaellig gewaehlt. Welche Anforderungen stellt "typischer" Rock'n'Roll, akustischer Jazz, Schranz, Dub, Minimal, Knarrzzzz, Oiiink, etc. pp? Gibt es Unterschiede in der typischen Leistungsverteilung verschiedener musikalischer Genres? Und wenn ja - wie sehen die Anforderungen genau aus, und welche Genres muessen als problemtraechtig angesehen werden?
Wenn die geforderte Leistungsverteilung bekannt ist, muessen die frequenzbedingt erforderlichen Spitzenschalldruecke mit nahezu gleichem Klirrverhalten wiedergegeben werden koennen*. Allerdings wird die Ermittlung der erforderlichen Leistungsverteilung zusaetzlich erschwert, da oftmals Ueberhoehungen im Uebertragungsfrequenzgang zur Klangformung eingesetzt werden (am haeufigsten wohl im Tieftonbereich). Diese Klangformung ist individuell unterschiedlich, stellt aber mit u.U. <+6..>+9dBSPL einen betraechtlichen Teil der Anforderung dar.
Was will ich eigentlich? In erster Linie geht es darum, die Genres erfahrungsgemaesz in einige Kategorien einzuordnen. Z.B. vermute ich, dass akustischer Jazz, klassische Soloinstrumente, Orchester und alle Arten unverstaerkter Instrumentalensembles nahezu identische Anforderungen haben**.
Wenn die Kategorien feststehen gilt es, repraesentatives, zufaelliges und aussergewoehnliches Material zu sammeln und auszuwerten. Dabei zeigt sich, inwieweit Unterschiede zwischen den Anforderungen einzelner Kategorien bestehen. Als drittes waere es hilfreich, ueber das Ausmasz der Klangformung zu debattieren, um ein paar Richtwerte zu erhalten.
Mancher mag meinen, der Umstand sei trivial und ich haette zuviel Tagesfreizeit; ein anderer stellt im Zweifelsfall eben mehr Mat hin. Darum hier mal ein kleines Rechenbeispiel: mit einem Monosystem soll in 15m Abstand Konservenmusik mit einer Lautheit von 94 phon wiedergegeben werden ("mit Bumms untenrum"). Welchen Schalldruckpegel bei 60Hz / 120Hz / 250Hz / 1kHz in 1m Abstand haetten's denn gerne^?
Ich waere ueber eine Diskussion sehr erfreut.
Gruesse, Sven* Wobei es noch die ein oder andere Nebenanforderung gibt...
** Ausser natuerlich es handelt sich um ein Piccolofloetenoktett... -
Tach nochmal,
Hornresponse arbeitet natuerlich auch mit einem recht einfachen, aber altbewaehrten Modell des Strahlungswiderstandes. Die haeufigste Ursache fuer Unstimmigkeiten in Simulationen ist die fehlerhafte Anwendung des zugrundeliegenden Modells.
Zu den Verzerrungen - um welche Seite / Messung handelt es sich denn? Ohne irgendeinen blassen Schimmer von irgendwas zu haben, sehe ich keinen Grund fuer generell hohe Verzerrungen rueckgeladener Hoerner.
Ich sag's nochmal - ich hab keine Ahnung, darum darf ich den Mist auch schreiben. Vor- und Nachteile beider Prinzipien sehe ich folgendermaszen:
- fuer den gleichen Treiber und einer Schallfuehrung gleicher Hornkonstante m und Mundflaeche Sm ist durch ein rueckgeladenes Horn ein hoeherer Schalldruckpegel bei gleicher Auslenkung zu erreichen
- die Passbandbreite wird durch die destruktive Interferenz des rueckgeladenen Horns deutlich eingeschraenktMit einem rueckgeladenen Horn als Tieftonsystem wird ein Tiefmitteltonsystem zwingend erforderlich, wenn die untere Grenzfrequenz des Tieftonsystems in praxistauglichen Bereichen liegen soll. Ein frontgeladenes Horn als Tieftonsystem kann hingegen bei Einsatz geeigneter Treiber niedriger Membranmasse ein Tiefmitteltonsystem ueberfluessig machen (wobei die mechanischen Anforderungen an die Membran, die notwendige hohe Einbaufrequenz und das Verzerrungsverhalten im Groszsignalbereich hier wieder deutliche Grenzen aufzeigen).
Hervorragende (und verstaendliche) Fakten zu Hornsystemen finden sich in Olson, Harry F. (1957); "Acoustical Engineering".
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Moin,
ich habe heute folgendes Phaenomen beobachtet:
Der symmetrische Eingang einer Endstufe wird wechselweise mit 10mV /1kHz angesteuert. Die Last betraegt 8 Ohm. Wenn zwischen dem negativen Eingang und der Masse 10mV anliegen, betraegt die Ausgangsspannung 700mV. Wird hingegen der positive Eingang mit 10mV gegenueber der Masse angesteuert, betraegt die Ausgangsspannung nur 350mV.
Die Symmetrierung des Eingangs ist damit natuerlich hinueber. Anfangs dachte ich an einen Defekt der Eingangsstufe, aber alle 8 Kanaele der Amps (TA 2400 MKII) zeigen das exakt gleiche Verhalten.
Was genau kann die Ursache dafuer sein? Ich bin ziemlich ratlos...
Asymmetrische Gruesse, Sven
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Moin Inity,
Der Entwurf eines rueckwaertsgeladenen Horns aus Trennfrequenzzeiten um 1500 ist ein voellig anderer als der eines Horns heutzutage. Der Treiber braucht eben keine hoeherfrequenten Anteile abstrahlen, darf hoehere Membranmasse und hoehere Induktivitaet haben.
Wenn ein rueckgeladenes Horn bei 80..100Hz zu trennen ist, liegt die erste destruktive Interferenz fest (logischerweise oberhalb der Trennfrequenz). Zur Steigerung des Wirkungsgrades sind Treiber, Rueckkammer, Hornhals und Hornkontur so zu waehlen, dass sich innerhalb des Passbandes eine konstruktive Interferenz ergibt. Deine Behauptung, der Wirkungsgrad eines rueckgeladenen Horns liege niedriger als der eines frontgeladenen Systems gleicher Hornkontur ist nicht richtig. Bei geeignetem Entwurf eines rueckgeladenen Horns addiert sich die Arbeit, welche im Fall des frontgeladenen Horns an der Federsteife des geschlossenen Rueckkammervolumens verrichtet wuerde, konstruktiv zur abgestrahlten Schalleistung des Hornmundes.
Deinen Einwurf, rueckgeladene Hoerner wiesen hoehere Verzerrungen auf, kann ich nicht nachvollziehen. Auf welche Quelle beziehst du dich hier?
Rog Mogale's Anmerkungen zu rueckgeladenen Hoernern http://www.speakerplans.com/index.php?id=faq12 kann ich nicht nachvollziehen. Er verallgemeinert, dass die destruktive Interferenz innerhalb des Passbandes liegt, und leitet daraus die praktische Unbrauchbarkeit des Konstruktionsprinzips hinsichtlich des resultierenden Zeitverhaltens ab. Bei genauer Betrachtung des 21"SuperScooper ergibt sich eine effektive Laenge der Schalleitung von rund 2.6m. Soll die erste destruktive Interferenz aber oberhalb 100Hz liegen, muss die Schalleitung kuerzer als 1.8m sein. Ein weiteres "Problem" ist die Verlaengerung der Schalleitung durch die Rueckkammer. Hornresponse beruecksichtigt die Geometrie der Rueckkammer lediglich um Resonanzen zu ermitteln; die Verlaengerung der Schalleitung wird nicht mit kalkuliert.
Ganz davon abgesehen, dass die unter dem 21"SuperScooper abgebildete Simulation aber rein gar nichts mit dem realen Verhalten dieses Konstruktes gemein hat. Ich tippe hier auf einen groben Fehler in der Bedienung von Hornresponse. -
Hallo Patrick,
Ich wuerde an deiner Stelle die Idee mit dem Aussenhorn sein lassen. Aus bauphysikalischer Sicht ist das Verschliessen der Kellerfenster sehr bedenklich - sind diese erst einmal verrammelt, wirst du nie wieder lueften, und dein Mauerwerk wird binnen 3 Jahren zu einem Pfuhl aus Kalziumkarbonat.
Mein Tipp: ein Eckhorn (nach Klipsch) mit dem Mivoc AWX184. Die Anleitung gibt's in der HobbyHifi von ca. 2003 oder 2004. Jedes bessere HiFi-Forum wird da tonnenweise Beitraege haben. Das Eckhorn nimmt keinen Platz weg und nutzt die Geometrie des Raumes als Schalleitung. Der Wirkungsgrad und die 0.5Pi-Abstrahlung erlauben es, nur ein Horn gegen die beiden Tops einzusetzen. Die Anforderungen an den Leistungsverstaerker sind ebenfalls sehr moderat (Bernd Timmermann setzte seinerzeit ein Mivoc AM80 Einbaumodul ein). In jedem Fall wirst du einen digitalen Controller benoetigen, um den Laufzeitabgleich zu deinen Tops und die Korrektur der Raummoden in den Griff zu bekommen. Die Messmethoden sind ziemlich primitiv, und geeignete Software gibt es als Freeware.
TobiV's Einwurf ein Top mit kleineren Treibern zu verwenden hat durchaus Berechtigung. Es waere zu ueberlegen, ein Horn mit geringer vertikaler Abstrahlung gedreht einzusetzen, und die Tops direkt unter der Decke zu fliegen. Bei geeigneter Konstruktion lassen sich so die Reflektionen der Decke und teilweise auch der Seitenwaende reduzieren.
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@ Johnny - die Impedanzmessung ist schnell und unkompliziert solange man nur relative Impedanzen messen muss. Die Abstimmfrequenz ist gleich der Frequenz, fuer die die Phase des Impedanzfrequenzganges null ist. Diese Frequenz stimmt nicht mit dem absoluten Impedanzminimum ueberein, liegt aber meist recht nah. D'Appolito erlaeutert die Zusammenhaenge ganz ausgezeichnet.
@ Jens - Zwei Konjunktive im ersten Satz. Die Realitaet sieht wohl eher so aus, dass ungenaue Eingangswerte (TSP) mit fragwuerdigen Abstimmungen kombiniert, und Gehaeusedimensionen und Bauteilpositionen nach Belieben gewaehlt werden. Vom physikalischen Konstrukt wird schliesslich erwartet, dass es klingt wie das Kleinsignalverhalten aussieht. Den Mehraufwand fuer ein Testgehaeuse und die Impedanzmessung sieht die breite Masse der Selbstbauer nicht als gerechtfertigt. Aber - davon lebt ein Teil des Mittelstandes.
Ich stimme dir voellig zu - ich moechte nur darauf hinweisen, dass die Einbausituation eines Tunnels drastischen Einfluss auf dessen Funktionsweise hat. Der Ansatz der Korrekturfaktoren kann allenfalls die erste, ueberschlaegige Dimensionierung erleichtern, erspart aber nicht die eigentliche Abstimmung des Gehaeuses.
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Schwerer off-topic Einwurf:
wenn man sich wundert, was mit Schaumstoff im Horn zu erreichen sein koennte, schaut man sich Earl Geddes' Heimatseite genauer an. Begleitende und zugleich unterhaltsame Diskussionen betreffs der zugrundeliegenden Physik finden sich auf http://www.diyaudio.com.
Die Verwendung geeigneten Schaumstoffes hat durchaus einige Vorteile, speziell die zeitlichen Verschmierungen durch Reflektionen von Schallanteilen im Vergleich zu den Querschnitten kleiner Wellenlaengen lassen sich deutlich beeinflussen. Turbosound's Aspect Serie bedient sich eines aehnlichen Prinzips in den Hoch- und Mitteltonhoernern - einzelne Segmente kleiner Querschnitte (frei von Reflektionen) bilden die Hornkontur.
Die Nachteile liegen freilich auf der Hand - gesteigerte Verzerrungen und thermische Belastung durch geringeren Wirkungsgrad.
Noch mal gesponnen - in Abhaengigkeit der beobachteten Schallgeschwindigkeit im Schaumstoff laesst sich die Kruemmung der Wellenfront in aehnlicher Weise wie mittels einer akustischen Linse beeinflussen.
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Ich kann nur waermstens die Mackie SRM450 empfehlen. Ich habe ueber mehrere Jahre mit denen hantiert (Drumfill, Monitor, Sprache). Vorteile aus meiner Sicht: leicht, robust, wetterfest, gute Durchsetzungsfaehigkeit als Monitor, Spannungsindikator an Front. Nachteile: Netzschalter und Pegelsteller frei zugaengig, Monitorschraege relativ steil, nur einseitig als Monitor zu stellen, recht hohes k3 des HT bei hoeheren Pegeln (kann aber als Bremse fuer den eifrigen DJ nuetzlich sein). In 6 Jahren eine abgebrannte HT-Schwingspule nach DryHire.
Angesichts des derzeitigen Preises meine erste Wahl im mittleren Preissegment.
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Die Korrekturfaktoren sind aber selbst nur krud vereinfachte Kennzahlen, die fuer einen theoretischen Einbauzustand gelten, z.B. Tunnelmund buendig mit unendlicher Schallwand. Die wesentlich gebraeuchlicheren Einbaulagen, z.b. Tunnelmund buendig mit endlicher Schallwand kleiner Abmessungen, Mund 10cm entfernt von geringabsorbierender Grenzflaeche, Hals buendig mit 3 Grenzflaechen, mittlere Entfernung des Hals von weiteren reflektierenden Flaechen, usw.-, lassen sich so nicht erfassen.
Die Anwendung eines Korrekturfaktors ist sehr praktisch, um die ungefaehre Laenge eines Tunnels waehrend des Entwurfs abzuschaetzen. Die Abstimmfrequenz muss aber, wie in jedem Handwerksfach, per Messung ermittelt werden. Mit einer einzelnen Iteration laesst sich dann die real erforderliche Tunnellaenge ermitteln. Details finden sich in D'Appolito, Lautsprechermessungen.
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Hallo Andreas,
ich kann den FF nur bekraeftigen - die Distanz zwischen Treiber und Port spielt in deinem Anwendungsfall keine drastische Rolle, wenn die die Strecke klein im Vergleich zur Wellenlaenge der Abstimmfrequenz ist. Du koenntest zudem ueberlegen, die kleineren Ports zu einem groesseren zusammenzufassen.
Aber ganz so einfach ist es nicht - wenn der Port anstatt in einer endlichen Schallwand ploetzlich in den 2Pi-Raum strahlt, aendert sich dessen Abstimmfrequenz. Es empfiehlt sich also in jedem Fall, die Impedanz zu messen, und die Laenge des Ports entsprechend einzustellen.
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Doppelbeitrag im PA-Forum.
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Moin Matthias,
ich habe betontermaßen keine Ahnung, aber vielleicht hilft dir das ein wenig:
Versuche mal, beide Bässe mittig zwischen deine Tops zu stellen und, wenn möglich, mit einem Monosignal anzusteuern. Hier ein paar Links, welche die physikalischen Grundlagen und den Einfluss der Anordnung ein wenig beleuchten:
http://www.dbaudio.com/pub/live/TI330_D.PDF
http://www.dbaudio.com/pub/live/ArrayCalc_V4.01.ZIPProbier das Programm ArrayCalc mal aus (Makros aktivieren). Wähle dir im Programmteil SUB-Array das SUB System B2-Sub (oben Mitte) und eine Simulationsfrequenz von 80Hz (oben rechts). Dann simuliere die horizontale Schalldruckpegelverteilung für 2 Subs im Abstand von 6m einerseits, und 1m andererseits.
Ein Klang z.B. einer Bassdrum ist ein Gemisch bedämpfter, nichtharmonischer Schwingungen unterschiedlicher Amplituden und Frequenzen, welche in einem festen zeitlichen Zusammenhang zueinander stehen. Verändert man den zeitlichen Zusammenhang hoch- und niederfrequenter Signalanteile durch frequenzseparierte Wiedergabe des Signals mittels unterschiedlicher, räumlich verteilter Schallwandler, ändert sich auch der "Charakter" des Klanges. Schwingt der Schallwandler länger nach als das Ursprungssignal, entsteht ein dröhnender Klangcharakter. Werden tieffrequente Signalanteile verspätet wiedergegeben, was bei der Aufstellung von Tops und Subs auf einer Linie meistens der Fall ist, verliert das Klangbild an Präzision, wird als schwammig oder tendentiell tieftonarm bezeichnet.
Um die zeitlichen Unterschiede der Signalwiedergabe von Tops und Bässen auszugleichen, könntest du die Tops und Bässe zu Beginn auf einer Linie aufstellen. Such dir einen Referenztitel und hör dir den über einen guten Kopfhörer genau an. Verschiebe dann die Bässe schrittweise in Richtung Hörer, und versuche, den Charakter der Kopfhörerwiedergabe nachzubilden (irgendwo zwischen einem halben und anderthalben Meter vor der Grundlinie könnte die gesuchte Position liegen).
Selbstverständlich hat die aktive Filterung einen ebensogroßen Einfluß auf den Klangcharakter deines Systems. Speziell die Phasenlage der Bässe (0° versus 180°) solltest du an jeder Position der Bässe kontrollieren. Zu Trennfrequenzen und Phasenlage lassen sich keine allgemeinen Aussagen treffen, da solltest du einen Kollegen mit einschlägiger Erfahrung konsultieren.
Egal wie - 1500 Eur sind unglaublich schnell ausgegeben, was dich aber nicht zwingend vor weiteren Enttäuschungen schützen muß, da jedes Werkzeug mit Sachverstand und Erfahrung angewandt werden will.