1. Home
  2. Chat
  3. Forum
  4. Kalender
    1. Termine
    2. Karte
  5. Lexikon
    1. Letzte Änderungen
  6. Marktplatz
    1. Bewertungen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Alles
  • Alles
  • Artikel
  • Forum
  • Termine
  • Lexikon
  • Marktplatz-Eintrag
  • Seiten
  • Erweiterte Suche
  1. PA-Forum
  2. billbo

Beiträge von billbo

  • red hot chili peppers, berlin Wuhlheide

    • billbo
    • 25. Juni 2006 um 23:17

    Die Idee hinter Greatfull Dead war ‚Jedem Musiker sein PA-System‘. Also ein Schlagzeug-PA, ein Gitarren-PA, ein Keyboard-PA, usw. Im Prinzip ein ‚BOSE Personalized Amplification System‘ in XXL; geflogen über der jeweiligen Musikerposition auf der Bühne.
    Den Sinn darin sah man in dem Bemühen, jedem Zuhörer die optische Wahrnehmung des Geschehens (der Gitarrist steht hinten rechts, also kommt auch sein Ton von hinten rechts) auch akustisch perfekt zu vermitteln.
    War halt ein wenig aufwendig, und konnte natürlich auch nur bis zu einer bestimmten Größenordnung funktionieren. Delaylines waren damals noch nicht Beschallungsalltag.
    Immerhin einer der ersten ernsthaften Versuche, Gedanken über Laufzeitunterschiede, akustische Ortung, Hörpsychologie etc. bei elektrisch verstärkten Konzerten praktisch umzusetzen.

    Mit den „doppelten“ Linearrays hat das also nicht viel gemein. Hier strahlen auf einmal wieder zwei gleiche Systeme (die extra dafür entwickelt wurden, dies nicht mehr tun zu müssen) nebeneinander das gleiche Signal in gleiche Richtung ab, allerdings einige (ca. 25) Meter voneinander entfernt. @ Sven M: Geroutet wurde über ein XL88; der diente aber vor allem dazu, die diversen Gastfrontplätze anzuschließen, Rundfunk – und Videoton bereitzustellen, usw. Ansonsten hätten es wohl auch zwei Y – Kabel getan :roll:.
    Und dieser Supergau für die theoretischen Physiker an Board scheint in der Praxis ausgesprochen gut zu funktionieren.
    Wobei wir dann schnell wieder bei Grundsatzfragen landen: warum empfinden viele (respektierte) Livetonleute konventionelle PA – Cluster als „musikalischer“, angenehmer klingend als das physikalisch korrekte Linearray? Inwieweit sind gewisse Laufzeit – Unkorrektheiten bei der Übertragung von Musikdarbietungen für das menschliche Hörempfinden störend/ vernachlässigbar/ oder vielleicht erwünscht und sogar wichtig?

    Das unverstärkte Symphonieorchester - live in einer Philharmonie - ist ein unvergleichliches akustisches Erlebnis.

    Hängen in zehn Jahren alle Lautsprecherboxen wieder nebeneinander?

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • red hot chili peppers, berlin Wuhlheide

    • billbo
    • 19. Juni 2006 um 22:19

    Vor ein paar Tagen hatte ich das Vergnügen, über ein solches Doppel – Setup mischen zu dürfen (Sweden Rock Festival, „Festival Stage“). 64 V-Dosc, wenn ich richtig gezählt habe. Subs weis ich nicht, auf jeden Fall genügend 8).

    Subjektive Eindrücke, völlig theoriefrei:
    - zum erstenmal hat „Linearraymischen“ richtig Spaß gemacht. Schwer zu beschreiben warum; irgendwie war der „Laboraufbaueindruck“ weg – es klang nach R&R.
    - trotz Hardrock und strengem 100dB – Aufpasser am Frontplatz empfand ich die Angelegenheit nie als zu leise.
    - die gefürchtete LA - Windempfindlichkeit (während meiner Band war’s wettermäßig nicht gerade ideal) wirkte sich weit weniger katastrophal aus als bei jedem bisher gehörten Einzelhang
    - die Schallverteilung im Publikumsbereich (Größenordnung 20.000 +; ebenerdiges, freies Feld) war hervorragend; davon konnte ich mich vor allem auch bei den Vorstellungen meiner Kollegen überzeugen. Auf 100m x 100m vor der Bühne echtes Konzertfeeling. „Journey“ etwa (gemischt backstage unter einem Baumarktpavillon!) kam meiner Vorstellung von perfektem Livesound wirklich sehr nahe. Und das so gut wie überall.

    Fazit: auch wenn die Theoriepäpste unter uns (Laufzeitunterschiede!) jetzt aufstöhnen – für mich erlebter, echter Fortschritt beim Thema Open Air – Beschallung.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Unworte der VT-Branche

    • billbo
    • 17. Juni 2006 um 00:01

    Unworte aus dem Dry Hire – Alltag. Besonders effektiv in folgender zeitlicher Abfolge:

    Freitag, ca. 14:30, Telefon: „Hallo, lange nicht gesehen. Kannst Du mir für dieses Wochenende noch eben mit xx Stacks YZ aushelfen?“ Hm, krieg ich hin, aber Du weist ja, es ist Freitag Nachmittag, keiner mehr da; und heute Abend habe ich ausnahmsweise mal privat was vor. „Nee, kein Thema, Trucker fährt JETZT los!“ Okay, dann sortier ich mal.

    Freitag, 17:30, Telefon: „Hallo, es gibt ein kleines Problem. Der Truck steht im Stau und kommt ein paar Minuten später“. Hm, ja, hab ich mir schon gedacht.
    Das Abendessen mit Freundin wird vorsichtshalber vertagt. Aber Kino klappt ganz bestimmt! Ehrlich!

    Freitag, 20:45, Ladetor. Der Kinoabend mit der (Ex-?) Freundin ist abgesagt:
    Hallo, war wohl ein langer Stau? „Wieso Stau? Ich musste doch erst noch ausladen und tanken, dann zu A-Productions nach B-Stadt, und dann noch die Podeste zu C zurückbringen; da war aber keiner mehr, und ich musste eine Dreiviertelstunde warten. Und dann muss man ja irgendwann auch mal was essen.“
    Ja, toll; komm, lass’ eben Rampe anlegen und rein mit dem Zeugs.
    „Rampe? Hab ich nicht dabei; ich dachte, Euer Stapler ist am Start.“

    Ist er natürlich nicht.

    Dienstag, gegen Geschäftsschluss, Telefon: „Du, sorry, hat gestern nicht mehr geklappt mit der Rückgabe.“ Ach was. „Aber heute wird’s auch knapp. Können wir vielleicht morgen oder übermorgen.....?“ Klar, kein Problem.

    Dienstag, Geschäftsschluss, Telefon: „Ach, noch was, wir haben die Sachen überhaupt nicht gebraucht, da können wir doch bestimmt noch mal über den Preis .....?“

    Aber gerne doch :cry:.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wie schnell geht der Soundcheck bei Euch rum?

    • billbo
    • 13. Juni 2006 um 23:41

    Feine Umfrage. Leider etwas unglücklich angesetzt.
    Nach ein paar Minuten SM58 braucht’s genau noch den Drumtech und seine BD um festzustellen: jo, ganz unten rum taugt’s ebenfalls (oder aber: oh weh, ganz unten rum geht heute auch nichts :? ).
    DANACH ist Soundcheck eher gleich Linecheck. Als FoHler mag ich in leerer Halle Backliner und Monitorer nicht unnötig bei der Arbeit behindern, also bleibt die Front weitestgehend aus.
    So laufe ich auch nicht Gefahr, dass mir vielleicht – bei lauterer Band, die heute gerade mal nicht im Stadion spielt – der eine oder andere Punkt entgehen könnte, bzgl. dessen mit Musikern/ Backlinern/ Monitorer noch erheblicher Diskussionsbedarf besteht.....

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Premiere Digital

    • billbo
    • 15. Mai 2006 um 22:04

    @ ADMIN: Ja, das war ja auch ein ganz netter. Und er sah so fertig aus, dass ich mir bei dieser Hiobsbotschaft (war eh die ca. zwölfte an diesem Tag) ein breites Lachen nicht verkneifen konnte.

    @ Montesuma: Ne ne, der hat einfach beim Kopieren Absender und Empfänger verwechselt o.s.ä. Einmal reicht da wohl schon, und als Digital – Newbie wollte ich mich da auch gar nicht groß einmischen.....

    @ oTon: „Undo“ – so etwas Ähnliches (und allerlei mehr) hat er wohl auch eine ganze Zeit lang versucht. Die Kapitulationsmeldung kam ja erst eine gute ¾ Stunde, nachdem ich das Pult verlassen hatte.

    Der Mensch, auch der Techniker, ist nun mal ein analoges, mit Irrtümern und Fehlern behaftetes Wesen. Und wenn es dumm läuft, Stress und Hektik irgendwann in Panik münden, wird aus einer kleinen Anfangsfehlentscheidung/ Flüchtigkeit schon mal eine kleine (oder auch größere) Katastrophe. Auf diese Weise sind schon Flugzeuge abgestürzt und Kraftwerke explodiert.
    Wenn mir der Angstschweiß auf der Stirn steht, dann lasse ich mich auch durch ein dreimaliges „ARE YOU SURE ?“ nicht mehr irritieren :D.

    Einmal mehr sehe ich daher die volldigitale Zukunft mit seehr gemischten Gefühlen. Wo man mit ein paar wenigen Klicks Verheerendes anrichten kann, wird man dies mitunter auch tun. Einen XL4 resettet man dagegen nicht mal so eben aus Versehen. Da würde ich dann doch eher ‚Vorsatz’ unterstellen.
    Hier ging es „nur“ um Rockfans in überschaubarer, niedriger vierstelliger Besucherzahl, die für ein paar Zehn – Euro – Scheine einen Abend lang Spaß und Remmidemmi erwarteten – und am Ende auch bekamen. Stelle ich mir aber mal eine schöne Open Air – Operngala vor; im Publikum zehntausend Ärzte, Anwälte, Rentner und Honoratioren, die alle eine nette, dreistellige (oder gar höhere) Summe für’s Ticket hingeblättert haben und dafür erst mal gar nichts zu hören (oder zu sehen) bekommen – als Veranstalter würde mir angst und bange. Die Haftpflichtprämien werden wohl weiter steigen.

    @ guma: hier fragt der Digitallaie: wie viele und welche verschiedene externe Speichermedien/ - Möglichkeiten sind denn bis dato gängig? Bisher beschränkte sich mein Gepäck für den „Nur-Mischer-Fall“ auf Sharpie, Markingtape und ggfs. Intro – CD. Ein USB – Stick wäre da ja noch zu verschmerzen.....

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Premiere Digital

    • billbo
    • 11. Mai 2006 um 23:10

    „NO DIGITAL CONSOLE, PLEASE“. Als ein Vertreter der notorisch konservativen, schon etwas älteren R&R Mischerfraktion, dem schon die Ebenen eines PCM 70 immer ein wenig suspekt erschienen waren, hatte mich dieser kleine Zusatz in meinen Bühnenanweisungen bisher weitestgehend erfolgreich vor der Konfrontation mit solcherlei mir feindlich gesonnenen digitalen Ungeheuern bewahrt. Jedoch – die Erde dreht sich weiter, Tourneen haben ihre eigenen Gesetze, und neulich, eines Tages, in einem großen, berühmten Club in einer großen, berühmten spanischen Stadt, war es dann so weit: sold out – kein Platz – PM5D oder garnix; BillBos Bedenken waren da, hm, nennen wir es mal, unmaßgeblich.
    Nun gut; der freundliche spanische Betreuer radebrechte genügend englisch, um mir zumindest die Basisfunktionen ausreichend nahebringen zu können; nach etwa 30 experimentierfreudigen Minuten sah ich mich durchaus in der Lage, mit der leicht angenervten Backlinecrew (Band soundcheckt selten, Star nie) einen - wenn auch zunächst ungewöhnlich langatmigen – nachmittäglichen Basischeck durchzuführen.
    Prima, so ein Gerät: kurze Wege, keine knacksenden Schalter, wackelige Inserts, in Kniehöhe unbeleuchtet und unerreichbar installierte Peripherie, in weiter Ferne am Pulthorizont montierte Gainpotis; und mein ausdrücklich bestelltes D2 sowie analoger Terzbandeq. waren auch am Start. Eigentlich alles überraschend einfach.

    Jedoch, wie schon gesagt, Tourneen entwickeln mitunter ihre Eigendynamik. Bei dieser ergab es sich, dass der nagelneue „Coach“ – Nightliner des Co – Headliners mit Hydraulikschaden irgendwo in Spanien verschollen war und auf jeden Fall, wenn überhaupt, erheblich verspätet eintreffen würde. Die Notfallpläne wechselten halbstündlich; am Ende schlug der freundliche spanische Frontplatzbetreuer vor, mein bereits narrensicher abgespeichertes Soundcheckergebnis in eine zweite Bank zu kopieren. Aufgrund ähnlicher Besetzung könne der Kollege der verspäteten Fraktion dann gefahrlos mit meinem Setup anfangen, und ich hätte danach die Wahl, ob ich seine Veränderungen übernehmen wollte oder lieber wieder mit meinen „Leere-Halle-Voreinstellungen“ beginnen würde.
    Na klar, prima Idee. Cool, so ein Digitalpult. Auch die Vorgruppe könnte ich so ja prima verarzten. So machen wir das.

    Einlaß 19:00, erste Band 19:30, strikter Curfew.

    Um 19:20 +++ erscheint ein puterroter, fürchterlich stammelnder Frontplatzbetreuer im Catering. „So very sorry, made a very a very a big a mistake.“

    ???

    Ein fertig gespeichertes Setup in ein leeres weiteres zu kopieren – scheinbar überhaupt kein Problem.
    Ein leeres Setup in ein bereits fertig gespeichertes zu kopieren – leider scheinbar auch überhaupt kein Problem.....:?
    Zum Introstart mit einem, bis auf die Gains, komplett genullten, völlig unbekannten Digitalpult loszulegen, bei dem man gerade erst die Gundfunktionen verstanden zu haben glaubt – zumindest eine interessante Erfahrung. Gewissermaßen bilaterale Jungfräulichkeit.
    Für den fröhlich – freundlichen finnischen Supportact lief’s daher an diesem Abend zu Beginn auch ein wenig zäh.

    Genau so hatte ich sie mir stets vorgestellt, die perfekte digitale Welt.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    P.S.: Danke fürs Lesen.

    P.P.S: In meiner nächsten BA steht „gerne auch PM5D“ 8)

  • PLS - Quo vadis?

    • billbo
    • 2. April 2006 um 23:02
    Zitat

    Hat ja dann auch gut 20 Jahre gedauert, bis sie im Mittelklassesegment gute Autos herstellen konnten...

    Stimmt.
    15 Jahre sind schon rum.

    GM, Ford, Fiat, Rover, VW, u.v.a.m. Alle faktisch längst pleite, sofern sie nicht als ‚unkaputtbare’ nationale Wirtschaftssymbole mittels mehr oder minder offizieller Subventionen künstlich am Leben erhalten werden. Ein paar wenige (DC, BMW, ...) zehren noch vom jahrzehntelang aufgebauten Markenimage. Noch. Grundig, AEG, Telefunken, Nordmende waren auch mal Marken mit Image.
    Für VT – Hersteller werden sich keine Staatschefs oder Landesregierungen übermäßig engagieren.

    Sicher hast Du recht – die reinen Dienstleister unter uns betrifft das alles auf den ersten Blick weniger. Die Hersteller und Vertriebler aber dafür um so mehr; und in unserer überschaubaren heimischen VT – Welt sind die Bereiche mitunter ziemlich eng miteinander verwoben.

    Statt für unangebrachte Arroganz (gibt es etwas Hochnäsigeres als den „typisch Deutschen Tontechniker“ :oops: :D ) plädiere ich daher für aufmerksames Beobachten der Entwicklung; gerade auch dessen, was da aus Fernost auf uns zukommt. Ich werde im Zweifelsfall jedenfalls lieber beizeiten mit taiwanesischen Plastikkübeln rummachen als auf dem Sofa Däumchen zu drehen und über die böse Exkundschaft zu schimpfen, die mir meine teuren Edelwerk – und Spielzeuge nicht weiter finanzieren wollte.
    Mit Wehmut an Meyer Sound, Martin Audio, JBL, EV, EAW, usw. zurückdenken kann ich ja dann trotzdem noch. Und manchmal, ganz hinten im Lager, heimlich den Staub runterwischen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • PLS - Quo vadis?

    • billbo
    • 1. April 2006 um 13:47

    Auf die Gefahr hin, ein wenig anzuecken: die von vielen Teilnehmern hier im Board immer wieder ziemlich unverblümt geäußerte Abfälligkeit gegenüber „Chinakram“ gibt mir gehörig zu denken.
    Japaner können keine Autos bauen – die können nur schlecht kopieren. Das war allgemeiner westlicher Konsens Mitte der 70er.

    Wir fühlen uns hinter unseren Großmischpulten, Peripherieracks, und neuerdings auch Bildschirmen im geheimnisvoll verdunkelten Saal gerne mal ein wenig wie Captain Kirk auf der Kommandobrücke, und das ist durchaus ein schönes Gefühl. Trotzdem sollte uns klar sein, dass unsere Branche nicht mit den neuesten Errungenschaften internationaler Spitzentechnologie hantiert, sondern sich mit – mal mehr, mal weniger hochwertigen – technischen Massenprodukten beschäftigt. Und dass die Hersteller dieser Produkte deswegen auch höchst angreifbar sind.
    In einem (gerade erst mal ein wenig wiederaufgewachten) Land, welches die Fähigkeit und die Energie besitzt, den größten Staudamm der Welt zu bauen, ein eigenes Raumfahrtprogramm zu unterhalten, locker mal eben die modernsten Metropolen der Welt aus dem Boden zu stampfen, finden sich ganz sicher auch kluge und motivierte Menschen, die in der Lage sind, bunte wackelnde Leuchten und kleine Holz – oder Plastikkästen mit Lautsprecherchassis’ drin zu bauen - und zwar auch solche, die funktionieren! - und diese dann auch erfolgreich zu vermarkten.
    Die Größenordnung „China“ vermag sicherlich niemand von uns wirklich zu begreifen. Wohl aber kann man darüber nachdenken, was im Bereich Preisgestaltung so alles möglich sein könnte, wenn, allein schon für einen sich auftuenden riesigen Binnenmarkt, in einem (noch) Niedriglohnland nicht ein paar hundert, sondern ein paar hunderttausend solcher Plastikkisten auf Band gelegt werden.
    Dann fällt die letzte Null vor dem Komma gleich schon mal weg.

    Andernorts in diesem Board lese ich von einem (angeblichen) Edelboxenhersteller und dessen neuester 15/2 – Kreation. ‚Hochpreissegment’, nur EUR 3445,- + 16%.
    Hm. Wenn das mal gut geht.
    Für den Pärchenpreis + Zubehör bekomme ich ein Auto. Mit Motor, Getriebe, Fahrwerk, Karosserie drumrum, mäßig wohnlichem Innenleben, deutscher TÜV - Zulassung; und zwei ‚Boxen’ sind auch noch drin.
    Das Verhältnis muss nachdenklich stimmen.

    Quo Vadis? Ich wage mal einen Blick in die Zukunft; sagen wir mal 2020.

    Gerade eben ist die PSL (Pro Sound & Light), die größte technische Fachmesse für die Showbranche, in Shanghai zu Ende gegangen. Nordamerikanische und Europäische Aussteller waren mit einem respektablen Gemeinschaftsstand sowie, auf Einladung des chinesischen Industriegeschichteministeriums, auf der parallel stattfindenden Sonderschau „Vintage – Veranstaltungstechnik der Jahrtausendwende“ angemessen vertreten. Unser Bild zeigt Bundeskanzlerin Klum bei ihrer Stipvisite am Tresen des Deutsch - Polnischen Repräsentanten.
    Nachdem vor etwa 10 Jahren, angeregt vom spektakulären Erfolg der chinesischen Supergroup „Die Rennenden Felsen“, die Welle der ostasiatischen Popstars über den Erdball schwappte, demonstrierte die seither weltweit tonangebende chinesische Multimediaindustrie wieder einmal eindrucksvoll ihre Vormachtstellung.
    Dennoch machten sich am Rande der Ausstellung hinter vorgehaltener Hand auch Sorgen breit. Zum Einen beginnt der junge Industriekontinent Afrika zunehmend, die Welt mit Billigplagiaten aus dem Bereich Multimediatechnik zu überfluten. Zum Anderen ist man sich weitgehend einig, dass die inzwischen ausgereifte Technik der virtuellen 3 – D – Simulation per Hypernet die traditionellen Industriemessen in naher Zukunft weitgehend verdrängt haben wird.

    In Straßburg scheiterte unterdessen der dritte Versuch der verbindlichen Einführung der EVV (Europäische Versammlungsstättenverordnung) am Einspruch eines Bulgarischen Großdiscothekenkettenbesitzers. Nachdem sich schon in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene nationale Entwürfe aufgrund der Europäischen Harmonisierungsbemühungen als nicht durchsetzbar erwiesen hatten, verwies der zuständige Richter am obersten Gerichtshof nun auch die von Wirtschaft und Kulturtreibenden dringend herbeigesehnte Europaweite Lösung bereits zum dritten Mal in Folge zur Nachbesserung an die zuständigen Instanzen.

    Aus der Region: In Niederunterhausen findet an diesem Wochenende wieder das alljährlich beliebte 'Volkstümliche Musikfest' statt. Nachdem der Oberbürgermeister die Veranstaltung auf der klappbaren Marktplatzbühne am Freitag Mittag feierlich eröffnet hat, werden sich drei Tage lang die bekanntesten regionalen Unterhaltungsgruppen im steten Wechsel mit ihren Musikcomputern in die seit einigen Jahren fest installierte Platzbeschallung einloggen und für Bombenstimmung sorgen. Höhepunkt wird – wie schon im letzten Jahr – am Sonntagabend der Hypernetauftritt eines weltbekannten chinesischen Multimediashowacts sein, dessen Namen die Kreisbehörde als Veranstalter traditionell bis zum letzten Moment geheim halten wird.

    Auf in die Zukunft :!:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • neue Digital Pulte

    • billbo
    • 30. März 2006 um 13:52

    Das wird sich m.E. in zwei völlig unterschiedliche Richtungen bewegen.

    Zum Einen: in unseren „Brot und Butter“ – Tourneebühnenanweisungen, angewiesen auf das, was der Örtliche (nicht nur in Deutschland) freundlicherweise zur Verfügung stellt, wird noch auf sehr lange Zeit „no digital consoles, please!“ stehen.

    Zum Anderen: wer sich’s, finanziell und auch logistisch, leisten kann, wird seinen digitalen Liebling in den Trailer/ Sprinter/ Tourbusanhänger/ notfalls auch Kombi packen. Das führt heute mitunter schon zur lustigen Situation, dass bei der einen oder anderen „Mehrere-Bands-Tournee“ gleich zwei, drei verschiedene digitale Frontplätze am Start sind – was den eigentlichen Vorteil ‚Speicherbarkeit’ der digitalen Welt doch ein wenig ad absurdum führt.

    Und wo beides versagt, wird ein schöner Qualitätsnachweis wieder in Mode kommen: die besten Pulte werden die sein, welche dauerhaft die größtmögliche Menge Handschweiß problemlos verkraften können. Das war bei Midas Pro 40/ XL auch schon so :D .

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Klagen über Soundcraft

    • billbo
    • 29. März 2006 um 15:34

    Ich fürchte, Du ahnst das Richtige.

    Früher konnte man mit "Midas - Notdienst" in D mal richtig gutes Geld verdienen. Vielleicht wird das DIE Marktlücke für die Digitalpult -/ Multicoretourneen der nächsten 10 - 15 Jahre 8):D

    Neulich hatte ich in meinem "Stammvenue" eine Tournee mit 2 Innovasons zu Gast. Der erste Gang BEIDER Tontechs war der zur Hausinstallation: "Lass' mal stehen; für den Fall, dass unsere Teile wieder Ärger machen. Der Herstellerservicemann kommt übermorgen erst wieder".

    Alles wird halt immer besser. Schöne neue digitale Welt.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Klagen über Soundcraft

    • billbo
    • 29. März 2006 um 00:59

    ‚Englische’ Verarbeitung war schon immer merkwürdig bis gruselig. Soundcraft schlimm. Midas nicht viel besser. TAC noch schlimmer. Bei Netzteilen merkt man’s halt am schmerzlichsten. Schraubensicherung? What’s that?

    Ein paar Beispiele (nur Netzteile, sonst wird ein Roman draus):
    - TO – 3 – Gehäuse (Spannungsregler/ Längstransistoren), ohne jegliche Sicherung auf Platinen geschraubt. Als einzige elektrische und mechanische Verbindung. Vor 25 Jahren sträflicher Murks, heute immer noch. Das MUSS Ärger geben.
    - Netztrafos, mittels wackeliger Einpressgewinde mit Gehäuse verbunden. Kann man würfeln, ob nach dem 10. Kopfsteinpflasterload die ungesicherte Schraube mit oder ohne Gegenstück abfällt.
    - Schwere Bauteile (Elkos), zwar schon mal miteinander heißverklebt, nie jedoch mit der Platine. Fällt nach ‚ner Weile eben nicht EIN Elko raus, sondern gleich der ganze Block.
    - Interne, gleichspannungsführende Steckverbindungen mittels gecrimpter Kabelschuhverbinder. Schön bei der Fehlersuche, wenn wegen der auf Dauer unverträglichen Metalllegierungen gleich beide Versorgungsspannungen ein konstantes Grundbrutzeln liefern.
    - Netzteilstecker mit Alufeingewindeverschraubung, die irgendwann ohne Vorwarnung frisst, bombenfest sitzt und sich beim Abbau auch mit der Rohrzange nicht mehr lösen lässt.
    - Dicker Schrumpfschlauch um gelötete Einzelkabelverbindungen. Eigentlich eine feine Sache; noch besser ist es, wenn darunter auch tatsächlich Lötzinn verbaut wurde....
    - Feinsicherungshalter mit gefederten Bajonettverschlüssen, bei dem die Federungen so miserabel sind, dass die Oberteile nebst Sicherungen nach Transport gerne mal lose im Case rumpurzeln.

    Da hilft nur eins: bei jedem Neugerät die sicherheitsrelevanten Stellen sorgfältig untersuchen und, wo es ratsam scheint (also an allen Ecken und Enden :evil:), nacharbeiten. Und zwar VOR dem ersten Einsatz.
    Wer liefert den ersten Federring nach Engelland?

    Dafür gibt’s heute noch 25 Jahre alte 800er, bei denen nach 2000+ Einsätzen nicht ein einziges Poti kratzt. So’n bisschen was konnten die damals also doch....

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Laut AGB immer Vermietung?

    • billbo
    • 25. März 2006 um 18:05

    @ attorney:

    Oh, wunderbar, vielen Dank!
    Die harte Jurisdiktionswirklichkeit scheint mit meinem Amateur - Rechtsverständnis zumindest in dieser Frage ja so einigermaßen konform zu gehen.

    Zitat

    Alles nachfolgende ist natürlich keine verbindliche Rechtsberatung und kann Beratung und Vertretung beim Anwalt des Vertrauens nicht ersetzen. Ausrufezeichen


    Aber klar doch. Ist ja auch selbstverständlich nur eine ganz allgemeine, rein hypothetische Sachdiskussion :D .

    @ ADMIN: Toller und enorm wichtiger Beitrag. Wenn möglich, bitte irgendwo fest anpinnen!

    Sicherheitshalber druck' ich mir den aber - ausdrücklich für den ganz privaten Gebrauch :D - mal aus.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Frage, Band, Equipment

    • billbo
    • 25. März 2006 um 17:07

    Der wichtigste Teil der Antwort steht bereits in Deiner Anfrage:

    "Haben eine sehr gute Liveband hier bei uns...."

    Taugt die Band, brauchst Du 2 Mittelklassegesangsboxen, und direkt vor der Bühne ("auf der Tanzfläche") muß es schon mal stimmen.
    Stimmt es nicht - Geld für Musikunterricht ausgeben statt für Equipment.

    Wir haben mit meiner ersten Hobbyband (vor xxx Jahren) folgende Übung mehrfach praktiziert:
    In einer schrecklich halligen leeren Turnhalle das gesamte Bandequipment (Instrumentalverstärker, Gesangsanlage) HINTER der Band rückwärts in die Halle blasen lassen. Und dann so lange Timing, Dynamik, Zusammenspiel und Arrangement geübt, bis man VOR der Band trotzdem alles Wesentliche raushören konnte.

    Fehler an der Quelle bekämpfen :D !

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Rock in den Ruinen / Rock in den Mai / Schwerte / Dortmund

    • billbo
    • 25. März 2006 um 14:39

    Hm, kann es sein, dass Du was verwechselst?

    Rock in den Ruinen (Dortmund/ Hohensyburg) ist so 'ne Art Umsonst-und draußen-Festival, gehobener Mittelklasse – Amateur/ Semiprostandard. Je nach Wetter und Uhrzeit 5000 Besucher +++. Darf natürlich nichts kosten; also kommt das hin, was gerade übrig ist, und womit R&Rer früher mal Geld verdient haben.
    Letztes Jahr war’s:
    Foh – XL3 + sehr ordentliche Peripherie.
    Mon – trau’ ich mich nicht zu schreiben. Soundcraft ‚braune Ware’ aus den frühen Achtzigern.
    Beschallung – geflogene 0,5 Stacks MT4 pro 1000 Besucher :D. Dem Ordnungsamt trotzdem zu laut – Zauberwort ‚Summenkompressor’.
    Monitor – EV 2x12“/2“ biamped.
    Licht – tagsüber Sonne, abends bunt.
    Keine Soundchecks; Linecheck und los.

    Die Leute die’s machen wissen aber, was sie tun. WENN, tja, wenn sie denn nicht auf irgendwelchen Tourneen gerade unabkömmlich sind.....

    Über Schwerte weis ich (noch?) nichts.

    Hoffe, geholfen zu haben,
    mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Laut AGB immer Vermietung?

    • billbo
    • 24. März 2006 um 12:20

    Beim Thema ‚Ausschreibungen’ sind wir einer Meinung. Irgend jemand ist immer billiger; wenn nicht, kämpft man um die grüne Null. Lohnt sich nicht.
    Vielleicht sollte man dazu mal einen (Umfrage -) Thread eröffnen: Ausschreibungen, wer beteiligt sich noch daran, wer ist über dieses Stadium hinaus? :D

    Andererseits nehme ich aber z.B. liebend gerne Zulieferer -/ Ausputzer – Aufträge von Kollegen entgegen, die sich diesbezüglich ganz schwer reinhängen, grundsätzlich erst mal alles annehmen, was machbar scheint, und dann ein paar Tage vorher feststellen „au weia, wird eng“. Da kann es ganz schnell passieren, dass mir für einen schönen Frontplatz + fähigen Servicemann am Ende mehr in der Kasse bleibt als dem ‚Generalunternehmer’ für Bühne, Trailer, Technik, Personal, Subs, (Planung, Büroarbeitszeit, Telefon, Ortsbesichtigungen, Behörden – und Bühnenanweisungsärger, und und und....) und das Gesamtrisiko. Dafür gelten dann seine Aufkleber und seine AGB; ist in Ordnung.

    Mal schauen, was in diesem Sinne die WM so alles für Überraschungen bereithält.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Laut AGB immer Vermietung?

    • billbo
    • 22. März 2006 um 12:59

    @ mringhoff: Version 1 (das Kreuz plus Anmerkung) hab’ ich einige Male erlebt. Meist bei gebrannten Kindern; ich weis dann zumindest schon mal, dass sich der potentielle Vertragspartner mit der Problematik beschäftigt hat. Und gegen das BGB spricht ja eigentlich auch nichts.....
    Version 2 (eigene AGB) ist in Form vorgefertigter Standardverträge seitens öffentlicher/ behördlicher Auftraggeber (Kulturamt, Kirchen, ....) durchaus gängige Praxis. Von manchem Ausschreibungstext ganz zu schweigen.
    Version 3 (zappeln lassen) ist tägliche R&R – Wirklichkeit. Leider.

    Zu Deiner expliziten Aufsplittung in Vermietung und Service wäre es tatsächlich interessant zu wissen, ob das im Ernstfall bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung auch so durchgeht. Standest Du – oder ein Mitleser - schon mal vor dem Problem?
    Vermietet der Bauunternehmer seinem Bauherrn den Kran und den Bagger, und wenn sein Polier Mist baut und was dran kaputtgeht, zahlt’s der Bauherr? Mag ich irgendwie nicht so recht dran glauben.
    Liest vielleicht ein Jurist mit, der uns praktizierenden Laien da weiterhelfen kann? :roll:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Laut AGB immer Vermietung?

    • billbo
    • 21. März 2006 um 21:23

    „Selbstgestrickte“ AGB richten oft mehr Schaden an als sie nützen, und taugen allenfalls zur Einschüchterung unbedarfter Hobbykundschaft.

    Grundsätzlich müssen wir zwischen zwei Geschäftsfällen unterscheiden.
    Zum einen Unternehmer vs. Verbraucher (in unserem Fall also Privatpersonen, bestimmte Vereine, Hobbymusiker und - veranstalter....). Da kann in Deinen AGB stehen was will: im Streitfall gilt das BGB. So gut wie jede darüber hinausgehende Änderung/ Ergänzung zu Deinem Vorteil (eine andere wirst Du ja wohl kaum reinschreiben) nennt sich dann „unangemessene Benachteiligung des schwächeren Geschäftspartners“ und ist damit nichtig. Jeder einigermaßen motivierte RA freut sich in diesem Fall darauf, Deine AGB dahingehend mit Inbrunst zu zerreißen :D .

    Anders sieht die Sache aus bei Geschäften unter „Profis“, also z.B. Unternehmern, Gesellschaften öffentlichen Rechts, den meisten Körperschaften, usw. Denen unterstellt der Gesetzgeber, dass sie wissen, was sie tun, und gewährt ihnen daher weitgehende Vertragsfreiheit: alles ist erlaubt, sofern es nicht die Grenzen der Sittenwidrigkeit oder gar der Strafgesetzgebung überschreitet.
    Du darfst in diesem Fall – z.B. mittels Deiner AGB - gerne sämtliche Gefahren/ Risiken/ Nachteile des Geschäfts Deinem Vertragspartner aufbürden. Das Problem dabei (hast Du schon schön beschrieben): Du musst erst einmal einen finden, der damit einverstanden ist :D .
    Kein Profiveranstalter (den nehme ich mal als häufigsten Kontrahenden in unserem Gewerbe an) wird sich wissentlich auf so etwas einlassen; dann ist er nämlich nicht lange Profi, sondern sehr schnell pleite.
    Wenn Du Glück hast, nimmt er Deinen Vertragsvorschlag (um nichts anderes handelt es sich bei Deinen AGB) wohlwollend zur Kenntnis.
    Wenn er faul ist, macht er ein DIN A 4 – Seiten großes Kreuz drüber und schreibt drunter „es gelten die Regelungen des BGB“.
    Wenn er eine Rechtsabteilung hat, schickt er Dir seine eigenen AGB und lässt Dich wissen ‚so oder gar nicht’.
    Wenn er abgebrüht ist, unterschreibt er überhaupt nichts und lässt Dich zappeln; wohl wissend, dass Du sein Geld willst und an jeder Ecke verdammt viel Material wartet, was gerne auf Veranstaltungen eingesetzt werden würde, statt irgendwo im Lager zu verschimmeln.

    Es ist also wie im wirklichen Leben – alles beruht auf Gegenseitigkeit. Wer Dich als „Kunde“ ernsthaft bescheißen will tut das sowieso und lässt sich von Buchstaben auf Papier nicht schrecken. Wer an langfristiger, konstruktiver Zusammenarbeit interessiert ist – und das ist nun mal die Kundschaft, die wir uns alle wünschen – ist mittels ‚unbarmherziger’ AGB nur schwer zu gewinnen.

    Wenn ich an ‚meine’ letzten ca. 30 Jahre zurückdenke: die lohnendsten, langfristigsten, zufriedenstellendsten Vertragsverhältnisse waren und sind die papierlosen ‚per Handschlag’.
    Schmerzhafte Fehlschläge dabei nicht ausgeschlossen :? :D

    Und noch mal kurz zu ‚Werkvertrag – Mietvertrag’:
    Der Charakter eines Vertrags bestimmt dessen Namen, nicht etwa umgekehrt.
    Wenn Du mit Deiner Firma, Deinen Mitarbeiten, Deinen Fahrzeugen, Teilen Deines Maschinenparks auf einer komplizierten Baustelle eine umfangreiche, fachlich qualifizierte Gesamtwerkleistung erbringst wirst Du im Ernstfall in arge Argumentationsnöte kommen, wenn Du den wesentlichen Teil dieses Geschäfts als „Überlassung von Gegenständen zur Miete“ interpretiert wissen willst. AGB hin, AGB her.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Laut AGB immer Vermietung?

    • billbo
    • 20. März 2006 um 01:44

    :o Da werden m.E. gerne verschiedene Vertragsverhältnisse durcheinandergeworfen.

    Vermietest Du Deinem Kunden Gerät X und übergibst es ihm zu dessen eigenverantwortlichem Gebrauch, handelt es sich um einen Mietvertrag; egal, ob Du’s ihm anlieferst oder er es sich bei Dir abholt. Wird’s in dieser Zeit beschädigt oder kommt abhanden, ist der Kunde in der Pflicht.

    Nimmst Du den Auftrag „Beschallung der Veranstaltung Y“ an, dann hat Dein Kunde mit Dir einen Werkvertrag. Wie Du das anstellst, woher das dafür notwendige Material kommt, ob Du’s danach in den Container kloppst (der beliebte „Messestandripsteppich“), gewinnbringend weiterveräußerst, oder wieder in den LKW schiebst und damit anschließend in den Graben fährst, interessiert Deinen Kunden so lange nicht, wie deswegen die vereinbarte Leistung nicht beeinträchtigt wird. Die Verantwortung trägst in diesem Fall Du.

    Ist Dein Kunde schlau, wird er, wenn irgend möglich, also auf jeden Fall das Werkvertragsverhältnis anstreben - und sich im Streitlfall natürlich auch darauf berufen. All Deine liebevoll formulierten Mietvertrag – AGBs braucht er sich dann nicht einmal anzuschauen; seine Pflicht Dir gegenüber beschränkt sich auf die termingerechte Bezahlung Deiner – hoffentlich mängelfrei erbrachten – Leistung.

    Ist Dein Kunde im anderen Leben Klempner und wird von Dir mit der Montage einer neuen Heizungsanlage beauftragt, interessiert es Dich nicht, wenn er sich dabei die Finger bricht, mit seinem Gesellen verkracht, das Werkzeug klauen lässt, das Montagefahrzeug schrottet oder wegen Fehlkalkulation draufzahlt. Er erbringt seine Leistung – Du bezahlst – und gut.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Lautstärke mit Gains regeln?

    • billbo
    • 1. März 2006 um 22:32

    @ Steffen

    Dann machst Du offensichtlich etwas Entscheidendes richtig: Du sorgst dafür, dass Dein Frontplatzbetreuer gegebenenfalls ohne schlechtes Gewissen seine Kaffeepause genießen kann :-D.

  • Lautstärke mit Gains regeln?

    • billbo
    • 1. März 2006 um 20:25

    Hmja, war die Tage wohl schon ein wenig spät.
    Ich versuch meinen Gedankengang mal ‚in etwas kürzer’.

    Wenn
    - das Ausgangs-/ Programmmaterial stimmt,
    - das Beschallungssystem richtig bemessen und konfiguriert ist,
    - meine Arbeitsweise korrekt ist, d.h. ich die Möglichkeiten des Systems optimal nutze; dazu gehört zuallererst und unbedingt auch das saubere Pegeln der Eingangskanäle,
    dann
    - lande ich (Ausnahmen bestätigen die Regel) automatisch in etwa bei meiner augen – und armauflagefreundlichen 0 – dB – Linie. Ganz von selbst, ohne Tricksereien.

    Umkehrschluss: Wenn NICHT, DANN besteht Anlass, sich Gedanken zu machen, denn dann läuft in mindestens einem der drei Bereiche ordentlich was verkehrt:
    - der Sänger nuschelt, oder mit der Band stimmt sonst was nicht. Dann wird’s u.U. der Kampf gegen Windmühlen.
    - die Gainstruktur (oder irgend etwas anderes) innerhalb des Systems ist, nun ja, ungewöhnlich. Nicht immer hat – Stichwort Festival – der ‚Gast’ Gelegenheit, das vorher wenigstens kurz mal auszuprobieren.
    - ich mache definitiv was falsch, und muss mich fragen, was.

    Die Praxis zeigt das gerade bei größeren Festivals gut. Line Check bei geschlossenem Master über Kopfhörer und nach Erfahrungswerten, während die Nachbarbühne Höllenradau macht. Sauber pegeln und hoffen, dass die Backliner dabei den gleichen Input liefern wie später die Künstler. Alle Fader hoch, und los.
    Und siehe da: es passt, für den Anfang. Sollte es wenigstens. Feinheiten dann beim ersten Song.

    Stehe ich als Frontplatzbetreuer auf der anderen Seite und sehe einen fremden Kollegen dergestalt arbeiten, dann zeigt mir das: der hat’s im Griff, und jetzt klappt vielleicht mal ein kurzer Besuch im Catering.

    @ GUMA – „es gibt da z.B. die Position „- unendlich dB“ für sehr laute Quellen....“ :D ok, da muss ich mich jetzt geschlagen geben. Andererseits: da stimmen dann ja alle 3 Punkte nicht. Die Band ist Mist, die Gainstruktur (des ganzen Gigs) ist Mist, und mein Hauptfehler ist, dass ich überhaupt ‚ja’ gesagt habe....:? :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

Anstehende Termine

  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Dienstag, 6. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Mittwoch, 7. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Donnerstag, 8. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • Competent Person for Event Rigging according to IGVW SQQ 2 | Level 1 | Munich (English)

    Dienstag, 13. Oktober 2026 – Freitag, 23. Oktober 2026
  • Combined seminar for experts in lifting gear and lifting beam systems (AnschlägerPlus)

    Dienstag, 13. Oktober 2026 – Donnerstag, 15. Oktober 2026

Letzte Themen

  1. Kleine PA und nur Fragen!!!

    Alex Bundschuh
    1. Oktober 2026 um 18:47
  2. Welche DI-Box für Laptop/Kopfhörerausgang?

    wusel123
    30. September 2026 um 12:29
  3. Ersatzteilversorgung Lautsprecher (speziell Seeburg A3 MKII)

    Hanseat
    29. September 2026 um 18:25
  4. Neues Online-Simulationstool für Treiber / Gehäuse / Leistung / Filter

    Blancblue
    29. September 2026 um 13:16
  5. Subwoofer 80cm x 40cm x 80cm

    zegi
    28. September 2026 um 17:06
  6. Frontschaum in "Würfeloptik"

    Blancblue
    28. September 2026 um 15:41
  7. ADJ Entour Venue Hazer: Frage zum Heizelement

    skippa
    27. September 2026 um 10:16
  8. EU Cyber Resilience Act (CRA)

    alexanderjoseph
    26. September 2026 um 20:14
  9. 17. - 18. November | PA Rigging & Truss Safety mit Tom Greber

    Soundchecker
    23. September 2026 um 10:33
  10. 13. - 14. Oktober | Live Mixing Workshop mit Jörn Müller in Köln

    Soundchecker
    23. September 2026 um 10:30
  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
Community-Software: WoltLab Suite™