Hallo,
ist Euch auch schon aufgefallen, daß die Qualität von Veranstaltungen gerade im kleineren Umfeld immer mehr sinkt?
Dort wo man früher das reine Lichtspektakel gebucht hat, braucht man heute nicht mal mehr Beschallung.
Hallo,
ist Euch auch schon aufgefallen, daß die Qualität von Veranstaltungen gerade im kleineren Umfeld immer mehr sinkt?
Dort wo man früher das reine Lichtspektakel gebucht hat, braucht man heute nicht mal mehr Beschallung.
Wenn ich das richtig interpretiere, assoziierst Du "Qualität" mit "Aufwand".
Ich halte das für fragwürdig...
Zitat von "Eliminator"Dort wo man früher das reine Lichtspektakel gebucht hat, braucht man heute nicht mal mehr Beschallung.
Hm, Du meinst sowas wie: "Was? Tontechnik? Da stell ich nen I-Pod mit meinen Computer-Surround Boxen hin und gut!" - Hmpf :cry:
Ich sehe das vorallem in den rückläufigen Besucherzahlen, so ist es zumindest bei uns in der Umgebung, zu den Karnevalsveranstaltungen, Bauernball, Junggesellenfesten etc.... kommen immer weniger Leute, dementsprechend fehlt das Geld für den DJ/viel Technik. ![]()
Es wird lieber in die weiter entfernte Großraumdisco gegangen! :?
erstens sind es ja auch immer weniger die weg gehen, zum anderen sinkt aber auch der praktische bekanntenkreis. heute haben die leute eher freund im netz. die kann man meist nicht so ohne weiteres besuchen. vor 15 jahren hatten wir z. b. jedes jahr so 10 privatpartys mit mehr als 150 pax. soviele leute bekommt heute keiner mehr zusammen.
zu guter letzt verbringt man auch mehr zeit vor dem rechner und gibt geld f handys aus. da kann man dann nicht mehr saufen gehen ![]()
Also ich kann mich nicht beklagen, hier in unsere Umgebung läuft alles Prima, wenn ein Party in der Nähe ist und das Konzept auch passt (DJ, Getränkepreis usw.) dann kommen die Leute auch.
Bestes Beispiel ist Karneval in einer Sporthalle, das ist an 2 Tagen Party und da sind an jedem Tag 2500 Pax anwesend, bei einem Eintritt von 10€!!! und Getränkepreis von 1,3-1,5€...
mfg
Tobias
Das man es in NRW nicht so merkt, ist mir klar....aber auf dem Lande und weiter im Osten wirds immer weniger...Stichpunkte: Geburtenrate, Arbeitslosigkeit, Internet als Weggehersatz...usw.
Der Satz den du da ansprichst verstehe ich nicht und sehe es als ziemlich sinnfrei an ohne konkrete Beispiele
Naja...man muss halt nen anreiz bieten
Ne Großdisco kann halt mit ner ordentlichen Location (ggf Frauen) und nen "bekannten DJ?" für ca 10€ Eintritt bieten
wenn man ner Disco konkurenz machen will muss man halt anreize schaffen---
dies kann man durch
- günstigeren Eintritt
- einmalige Showacts(Bands, DJs...)
- günstige Getränkepreise
- befreundete Gäste (Dorf-fete mit der eigenen Jugendgang odaso...)
- Massenevents
-....
machen.
Wenn ich mich zwischen nem Jubodöner für 5€ oder nem Kinderdöner für 8€ entscheiden müsste .... ....
also wenn man die Besucherzahlen von Scheunenfeten im Großraum Norddeutschland anschaut steigen die Besucherzahlen, da man relativ rustikal und günstig feiern kann!
-> kultfaktor und günstige Getränkepreise
Zitat von "Mechwerkandi"Wenn ich das richtig interpretiere, assoziierst Du "Qualität" mit "Aufwand".
Ich halte das für fragwürdig...
Nicht nur das. Er schliesst auch aus seiner Beobachtung auf allgemeines.Mein Umfeld hat sich in den letzten Jahre z.B. so massiv verändert, dass ich die dutzenden (öffentlicher) Partys hier im Städtle nicht mehr wahrnehme. Ich achte auch nicht mehr darauf, wieviel Show mir irgendwo geboten wird, sondern eher darauf, wie die Umsetzung erfolgt. Insofern steigt mein Qualitätsbewusstsein schon. Zeitgleich erinnere ich mich aber an herausragende Veranstaltungen - vorzugsweise an die, die nach unten herausragten...
In einem berühmt/berüchtigten lokalen Veranstaltungszentrum z.B. hat die tatsächliche Qualität der Lichtshows in den letzten Jahren massiv zugenommen - aber ich kann mich kaum noch dran erinnern, wann ich das letzte Mal auf die Lichtshow geachtet hätte.
denke auch dass das eher eine persönliche einschätzung ist. das eigene umfeld und fortgeh-verhalten ändert sich ja auch mit dem alter. the only constant is change. einen rückgang von besucherzahlen kann ich hier auf dem land auch nicht feststellen. und jaulen tun nur die konzept- und ideenlosen wirte, aber das ist ja nix neues.
edit: unter veranstaltungsqualität könnte man auch das programm von parties verstehen. und da KOMMT ES MIR SO VOR, dass seitens von veranstaltern immer mehr wert auf dummsuff, billig und mainstream gelegt wird. inhaltlich im sinne von kunst und konzept is wenig geboten. idealismus: muss man eben selber für sorgen ![]()
Ich meine weniger Partys, sondern vor Allem andere Veranstaltungen wie Konzerte von lokalen Chören oder Musikvereinen. Für mich ist es jedoch eine Schraube nach unten. Wenn es jedes Jahr spartanischer wird, kommen noch weniger Leute.
Zitat von "treibsand"
Insofern steigt mein Qualitätsbewusstsein schon. Zeitgleich erinnere ich mich aber an herausragende Veranstaltungen - vorzugsweise an die, die nach unten herausragten...
Die Idee, mangelnde künstlerische Substanz durch erhöhten Materialaufwand zu übertünchen, ist nicht wirklich neu.
Das gab es bei Grateful Dead auch schon...
Und die Multiplikation eines Ereignisses verbessert auch nicht automatisch die Qualität.
Siehe Fernsehprogramm.
IMHO entwickelt man eine Nase für solche "nach unten herausragende" Veranstaltungen. Das geh' ich dann gar nicht erst hin.
Spätestenz wenn ein Lokal in den üblichen szene-Blättern als "in-Place" oder "must" beschrieben wird, sollte man einen grossen Bogen darum machen.
ZitatDas gab es bei Grateful Dead auch schon...
eeyyy vorsicht ![]()
Zitat von "Mechwerkandi"
Die Idee, mangelnde künstlerische Substanz durch erhöhten Materialaufwand zu übertünchen, ist nicht wirklich neu.
Das gab es bei Grateful Dead auch schon...
:grin: :grin:
Ist es nicht einfach die Vielzahl der verschiedenen Veranstaltungen,
so das sich das vorhandene Publikum einfach nur darauf verteilt?
Strassenfest, Schützenfest, Frühlings-, Sommer-, Herbst und Winterfest usw. usw.
Osterkirmes, Herbstkirmes, Weihnachtsmärkte... Ich könnte stundenlang weiter aufzählen. :?
Zitat von "DJheini"Ich könnte stundenlang weiter aufzählen. :?
Ich hab Zeit... :grin:
Gruß FF
Interessante Statements...muss ich sagen.
"dummsuff, billig und mainstream" sind die Sachen, die von den Leuten gefordert werden. Ein Beispiel. Vllt. kennt jem. von euch Eisenach. Stadt in Thüringen, wo das modernste Opelwerk steht. Hier gibt es mom. 3 Discos und 1 Halle, wo jeden Samstag Events stattfinden.
Dazu gehört als Großraumdisko das MAD, vllt. einigen von euch als "sicherste Disco Deutschlands" bekannt aus Funk und Fernsehen. Das Mad hat noch einen kleinen Club in Eisenachs Innenstad am Bahnhof, das Bordbistro. Da das MAD rein kommerziell ausgeprägt ist, also Partys wie Trippeldecker, Ladys trinken Freitags kostenlos. usw. hat man versucht, einen Laden zu schaffen, der mal nicht in diese Schiene schlägt. Wie kams dazu?
Das Mad lief in seinem alten Konzept nicht mehr. Diese kultigen nicht Billigsaufpartys wurden einfach nicht mehr besucht, da gerade im Sommer mind. 1 Kirmes im Umkreis war, die Getränke pro Wochenende für die Hälfte anbot. Aufgrund der geringen Geburtenrate und der immer weniger werdenden Zielgruppe für Discos, verteilten sich also immer weniger Leute auf genausoviele Veranstaltungen. DJ-Heini hat ja schon diverse aufgezählt, mit dem Resultat, im Mad war es leer. Also Trippeldecker erfunden usw. und nun hat man den Laden wenigstens halb voll.
Zurück zum Versuch, einen Laden zu schaffen, der sich vom Rest abheben soll.
Das Bordbistro...seit nem halben Jahr direkt im Bahnhof von Eisenach, versuchte mit "Samstags Eintritt ab 25 Jahren" und schon gehobeneren Preisen ein Publikum anzusprechen, das keine Lust auf Trippeldecker und Embrioschuppsen hat. Ergebnis: Es kam dort nie zu einer richtigen Party. Der Laden fungierte als Bar mit mäßigen Erfolg, aber das als Club oder Disco zu bezeichnen wäre Blödsinn. Also hat man nach vielen Roten zahlen versucht, das Konzept ein wenig zu ändern...Do. alle Cocktails von 21-23Uhr frei, Fr. alle Longdrinks nur 1€ und Sa. coole Mottopartys... Ich muss dazu sagen, der Laden ist echt geil, viel Milchglas, LED, dunkles Parkett, Cremefarbene Ledersitze usw. Und nun wirds zumindest etwas besser...leider gehen die Leute eben nur dahin, wo s voll ist. Ihr kennt das Phänomen. Wenn sich eine Party nicht innerhalb von 1-1.5 Stunden massiv füllt, wirds nix mehr. Also stehen die Leute eben doch auf dummsauf-billig. "Nicht Mainstream" kann man in einem Ort mit 40000 Einwohnern eh knicken...ringrum sind nur Dörfer, wo "ein Stern, der deinen Namen trägt" Nr. 1 Hit ist. Mal sehen wie es weiter geht. Der 3. Laden in Eisenach ist "the Beach". Die machen mom. Do. "Trommelparty", Fr. 3 Freicocktails für die Damen frei und Sa. entweder 90er Party, Ü30 oder Ibiza-Night usw.
Ich arbeite in Mad und Bordbistro. Ich sehe mom. keine Chance, wie man die Leute dazu bewegen soll, mal wieder wegzugehen und nicht lieber vor dem MC-Donald zu stehen oder sich daheim im Internet auf diversen Flirtplattformen zu verabreden, statt das in der Disco zu machen. Es ist für mich ein Gesellschaftsproblem, dass in den Einwohnerreichen Gebieten wohl als letztes ankommt, aber hier schon voll präsent ist. Würde hier Opel zumachen, wäre das das aus für mind. 1 oder gar 2 Läden hier. gerade im Sommer...Heini hat es ja schon begonnen aufzuzählen und auch diese Veranstaltungen haben immer mehr mit zu wenig Gästen zu kämpfen.
mfg
Leider muss man aber sagen, dass in diesem Thread auch deutlich wird, dass die Gastronomen fast ausschließlich kopieren und nicht kreieren. Zudem wird dabei nicht einmal die Infrastruktur beachtet. Mich wundert der mäßige Erfolg vieler Gastronomiebetriebe nicht im geringsten.
Zitat von "Mechwerkandi"IMHO entwickelt man eine Nase für solche "nach unten herausragende" Veranstaltungen. Das geh' ich dann gar nicht erst hin.
Aber umso mehr ärgert (und erinnert) man sich, wenn man aus Versehen doch wieder auf dem falschen Fuss erwischt wurde...
Zitat von "blade11""dummsuff, billig und mainstream" sind die Sachen, die von den Leuten gefordert werden.
[...]
Ich muss dazu sagen, der Laden ist echt geil, viel Milchglas, LED, dunkles Parkett, Cremefarbene Ledersitze usw.
Nur weil man dummsuff, "billig" und mainstream mit Edelbordellook kombiniert wird es nicht besser!
Das ist der Trend, der Jugend etwas vorzusetzen, was das Alter nicht unbedingt befürwortet. Von diesen Läden hab' ich hier in der extrem dörflichen Großstadt schon so viele pleite gehen sehn, dass ich aufgehört habe zu zählen.
Die neue Yuppi (Young perfect People) Generation ist noch nicht im richtigen Alter (noch u30) und diejenigen, die im richtigen Alter sind zählen nicht mehrheitlich zur Szene. Sowas setzt sich nur in Regionen durch, wo entsprechend viel Geld verdient wird, dass man das auch nach aussen trägt - und zwar sein Leben lang. In Working-Class-Hero-Hochburgen schlägt irgendwann die Biologie zu und man vergisst das In-Sein-wollen...
So, ich muss jetzte mal los in meine asselige, verqualmte Freitagsabend Biertrinker Kneipe. Der Wirt wartet schon auf seine zahlungskräftige Kundschaft - die anspruchslos und dauerhaft dieses Genre seit jahrzehnten am Leben hält.
Zitat von "treibsand"
So, ich muss jetzte mal los in meine asselige, verqualmte Freitagsabend Biertrinker Kneipe. Der Wirt wartet schon auf seine zahlungskräftige Kundschaft - die anspruchslos und dauerhaft dieses Genre seit jahrzehnten am Leben hält.
Hier in Alt-Barmbek gibt's nicht mal mehr 'ne systemrelevante Kneipe...
Wir haben vor ein paar Jahren einen nicht mehr genutzten Kellerraum umfunktioniert, jetzt bleibt das Geld im Hause. :grin:
Hallo,
Zitat von "blade11"aber das als Club oder Disco zu bezeichnen wäre Blödsinn.
also unter einem Club stelle ich mir eher sowas vor:
http://www.hurlinghamclub.org.uk/
http://www.carltonclub.co.uk/
MfG
DirkB