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Monitoring und Psychologie

  • Tondreher
  • 1. März 2020 um 11:23
  • Tondreher
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    • 1. März 2020 um 11:23
    • #1

    Ich mische jedes Jahr in der Faschingszeit ein Faschingskabarett mit Sprechstücken, Zwischenmusik sowie musikalischen Einlagen. Die Band besteht aus 4 Bläsern, Drums, Keys, Bass, E-Zither und Violine. Die Sänger (allesamt Laien) singen alle mit Headsets. So weit, so gut.

    Die Headsetmonitore sind alle Postfader, damit es nicht zu unerwünschten Durchsagen kommt. In den ersten Jahren waren sie Prefader und ein Akteur beklagte sich hinter der Bühne über das "Sch... Publikum", was über die Monitore gut zu hören war und im Nachhinein beim Publikum und bei den Akteuren Gesprächsthema Nr. 1 war :), oder der Akteur der am WC sein Headset eingeschaltet ließ 8o

    Nun zum Problem: wir haben jedes Jahr die gleichen Diskussionen: einmal meinen die Sänger, sie hören sich super und das nächste Mal überhaupt nicht, obwohl rein technisch, die Monitore immer gleich sein sollten - sind. Beim Singen fahre ich mit den Fadern auf 0db und das sollte es sein. 0db heißt für die Sänger der volle Pegel. Natürlich kommt es auch darauf an, was ins Mischpult heinein kommt.

    Die Veranstaltungen sind jeweils mittwochs, freitags, samstags und sonntags.

    Meine Beobachtungen:

    Mittwoch: "...sind die Monitore an? Ich höre mich überhaupt nicht..." X(

    Freitag: "... ein bisschen lauter könnten sie sein..." X/

    Samstag und Sonntag: "...super, heute hören wir uns total gut!":love:

    Ein Bekannter betreut eine Vocalformation - 6 Sänger mit Inears!!! Die haben ebenso die gleichen Probleme.

    Hat jemand die gleichen Erfahrungen? Monitoring ist also großteils Kopfsache. Ist der Kopf frei, ist auch der Weg für die Töne frei. :)

    Tondreher

    Kaum macht man es richtig schon funktioniert es…

  • Tobias Zw.
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    • 1. März 2020 um 12:30
    • #2

    Monitoring ist 5% Technik und 95% Künstlerseelen streicheln.

    Früher, als ich noch für mein Geld gearbeitet habe*, habe ich manchmal in groben Anfällen von Zynismus gemutmaßt, dass das EINZIGE, was mir bei Ton machen ausbildungsmäßig wirklich geholfen hat das Studium der Pädagogik und Psychologie war... wobei das bei dem ein oder anderen Künstler wirklich in den Bereich psychiatrischer Befindlichkeiten übergeht... ^^

    Mit freundlichen Grüßen Tobias Zw.


    * also: selber an Knöpfen gedreht, statt anderen beim Drehen zuzusehen

    Äch bän wäder do.

    http://www.tobiaszweckerl.de

  • oton
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    • 1. März 2020 um 13:00
    • #3

    Wenn die Damen & Herren am Mittwoch noch müde von der Arbeit kommen, sind das schon mal locker 10dB weniger Input, also auch 10dB weniger Output. Hier würde ich:

    1. langes ordentliches Einsingen (immer) mit allen Sänger machen, danach hast du auch einen realistischen Pegel und die Herrschaften haben sich warmgesungen/eingehört.

    2. vielleicht am Anfang noch ein paar Db´chen lauter fahren respektive mal ein wenig 1-2 KHZ dezent in die Monitore ... nach1-2 Titeln langsam wieder retour.

    Ich würde die Monitore Pre Fader fahren, und nicht singende Sänger muten ... ansonsten fehlt halt schnell mal die erste Silbe, und dann ist das Gefühl nicht zu hören schon wieder da.

    ansonsten ist Psychologie natürlich wichtig, erst mal ankommen, einsingen, ein paar Witze erzählen. dann läuft das schon.

    Wenn es dann immer noch nicht geht einfach immer weiter Aktion zeigen ... manche Menschen brauchen einfach zwingend ein wenig Zusprache/Streicheleinheiten, und das vor allem unter Leien. Ein Profi weiß im Normalfall wie & was geht, aber hier musst du Seelen streicheln und Gummibärchen verteilen ... ist einfach so.

    oTon Music - Marcus Thiel - Hilsbrunnenstrasse 8 - 76530 Baden-Baden

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  • billbo
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    • 1. März 2020 um 13:04
    • #4
    Zitat von Tobias Zw.

    Monitoring ist 5% Technik und 95% Künstlerseelen streicheln.

    Das ist eindeutig so.

    Den einen oder anderen Act betreue ich als 'Wunschmonitorer'. Immer das gleiche Pult, immer das selbe Startfile, immer die gleichen Mikros; gedreht wird während der Show eigentlich kaum noch. Bin ich selbst am Start ist alles super – macht‘s ein Kollege als Vertretung wird gerne schon mal die Show vergeigt "weil Monitor in ... irgendwie Scheiße war".

    Und umgekehrt genauso. Übernehme ich als Vertreter eine 'Kollegenband' kann ich machen was ich will – als falsches Gesicht hinterm Monitorpult bin ich chancenlos. "Danke, Monitor war so lala (Übersetzung: hoffentlich ist unser Stammpersonal beim nächsten Trip wieder dabei"). ^^

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • robert müller
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    • 1. März 2020 um 13:26
    • #5
    Zitat von billbo

    Das ist eindeutig so.

    Den einen oder anderen Act betreue ich als 'Wunschmonitorer'. Immer das gleiche Pult, immer das selbe Startfile, immer die gleichen Mikros; gedreht wird während der Show eigentlich kaum noch. Bin ich selbst am Start ist alles super – macht‘s ein Kollege als Vertretung wird gerne schon mal die Show vergeigt "weil Monitor in ... irgendwie Scheiße war".

    Und umgekehrt genauso. Übernehme ich als Vertreter eine 'Kollegenband' kann ich machen was ich will – als falsches Gesicht hinterm Monitorpult bin ich chancenlos. "Danke, Monitor war so lala (Übersetzung: hoffentlich ist unser Stammpersonal beim nächsten Trip wieder dabei"). ^^

    Wenns irgendwann mal andersrum is, wirds grenzwertig... ;)

    Oder es wird dann einfach getauscht. :P

  • karel noon
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    • 1. März 2020 um 14:33
    • #6

    die menschliche Psyche ist schon ein echter Störfaktor :P


    Eine Band die ich betreue probt immer mit dem gleichen setup, das file wird immer neu geladen, gemachte Änderungen Speicher ich in der Regel erst wenn mehrere Proben hintereinander die gleiche Änderung notwendig war.

    Und obwohl das setup jetzt schon ca. 5 Jahre immer das gleiche ist kommt immer mal wieder die Frage ob ich alles anders gemacht habe, oder seltsame Wünsche der Musiker die keinen Sinn machen, bei anderen Proben hingegen kommt nichts...

    Menschen eben :):thumbup:

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

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  • LC2412
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    • 1. März 2020 um 14:53
    • #7

    kennt man selbst doch auch. Wer hat noch nicht an einem Compressor gedreht, bis er zufrieden war und danach erst gemerkt, dass der auf Bypass stand? Oder eben auch beim EQ? Gleiches beim Monitoring. Wenn der Musiker dem Techniker vertraut, reicht es, einen Finger am Drehregler der eigenen Wahl zu haben und nach dem Wunsch nach mehr Voc auf dem Monitor zu fragen "So?". Und Du wirst ein "Danke, super" ernten. Das Ohr passt sich eben an und gute Musiker können auch mit schlechtem Monitor eine Show durchziehen (die ziehen dann halt Dir danach die Hammelbeine lang). Bei Laien ist schon die Situation Proberaum/Bühne eine Herausforderung, dann noch eine PA an, wenn der Saal noch leer ist, dann noch keine Ahnung, was man eigentlich auf dem Monitor haben möchte. Wenn junge Bands auf meine Frage, was sie auf dem Monitor haben wollen "von allem ein bisschen" gesagt haben, habe ich immer gesagt: "Ist schon - was wollt ihr noch dazu?". Sorgte oft für einen Lacher. Aber manche wissen das echt nicht und so gibt man ihnen halt ein wenig Takt (HH), Akkord (Git oder Key) und sich selbst (samt evtl. leiser Duopart) mit drauf.

    Aber ich bin der Meinung von Tobias und beneide ihn um sein fachliches Wissen aus dem Bereich der Psychologie, die (nicht nur hier) sicherlich in manchen Geschäftsbereichen anders agieren lässt, als nur "rein technisch" gesehen.

  • Tondreher
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    • 1. März 2020 um 17:30
    • #8
    Zitat

    Monitoring ist 5% Technik und 95% Künstlerseelen streicheln.

    Genau so ises - ich dachte immer, es wäre umgekehrt, aber mittlerweile glaube ich es :).

    Werde wohl mehr in die Psychologiekiste greifen müssen, denn mittlerweile haben sich beim Kabarett schon ein paar Diven etabliert, da werden wohl etliche Packungen Gummibärlis notwendig sein.

    Kaum macht man es richtig schon funktioniert es…

  • Phimmi
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    • 1. März 2020 um 17:39
    • #9

    Wir schicken neue Leute, die bei uns mit Künstlern und Kunden reden, immer auf Workshops für Kommunikation von Führungskräften. Dort wird jetzt zwar nicht das Thema Monitoring aufgegriffen, aber man kann vieles sehr gut übertragen.
    Stichwort:
    Der Kunde weiß selten was er will und brauch, oder meint es zu wissen, kann es aber nicht passen d artikulieren. Der berühmte "Ghostfader" in unserer Branche wird dort unter anderen Gesichtspunkten ebenfalls erwähnt: Man macht Etwas, das keinen Einfluss hat, nur um Etwas scheinbar gemacht zu haben.

  • treibsand
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    • 2. März 2020 um 01:45
    • #10

    ...die Beste monitorarbeit wird nicht am Pult gemacht, sondern beim Changeover/Aufbau/Backstage.

    Künstler da abholen, wo sie noch garnicht erwarten, dass man Sie betreut.

    Is so ein wenig wie der Job der Saftschubse - VOR dem Start mal ein ausgefallenes Flugbegleiter-Ballett hinlegen, dann interessiert es kein **** mehr, ob der Teewagen pünktlich vorbei geschoben wird; Hauptsache er kommt irgendwann vorbei.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • pfeiffe
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    • 2. März 2020 um 03:37
    • #11

    naja...

    ich stimme Euch natürlich zu, dass man als Monitormensch gelinde gesagt gut mit Menschen umgehen können sollte ;) Trotzdem kommt in den bisherigen Beiträgen mE deutlich zu kurz, dass es im Wesentlichen die Fachkenntnis ist, die den Ausschlag darüber gibt, ob man am Monitor eine gute, sehr gute oder eher mässige Figur abgibt.

    Will man hier einen wirklich perfekten Job machen, gehört schon eine gehörige Portion Erfahrung und Fachwissen dazu. Je nachdem was man grad vor der Nase hat beinhaltet das zB. eine saubere und durchdachte Gainstruktur, exaktes und sicheres Frequenzhören, fundierte RF-Kenntnisse, gutes Einschätzungsvermögen von Übersprechungen der Mikrofone und der akustischen Verhältnisse in Bezug auf Backline-Direktschall für alle relevanten Bühnenpositionen, ein musikalisches Gehör und Verständnis und vor allen Dingen eine ordentlich strukturierte und sorgfältige Vorbereitung.

    Meiner Erfahrung nach spielt die Psychologie eine zunehmend untergeordnete Rolle, je eher man fachlich in der Lage ist, den Musiker*innen das zu geben was sie zurecht von einem einfordern: einen absolut sauber klingenden Mix, der ihnen neben einer unzweifelhaften musikalischen Orientierung im Bandgefüge auch noch Wohlklang und Spaß am Spielen bereiten kann. Ist man in der Lage, dies technisch und von den eigenen Fähigkeiten her SCHNELL UND SICHER umzusetzen, darf man sich über einen wirklich schönen und dankbaren Job freuen. Wer hauptsächlich auf "ich tu nach Wunsch einfach mal so als ob ich am Knöpfchen drehe, die merken eh nie, dass sich garnichts geändert hat", "die Diven sollen sich mal nicht so anstellen" oder "wenn ich ausreichend einen auf Kumpel mache wird das schon hinhauen" baut, hat mE eine falsche Einstellung zu diesem Job und wird an der Monitorposition auf Dauer keinen Blumentopf gewinnen. Bevor dann stumpf auf den Musikern herumhackt wird, würde ich dem ein oder anderen Kollegen dann doch mal empfehlen, sich vielleicht auch mal an die eigene Nase zu fassen, und zur Abwechslung mal die eigenen Handlungen und Arbeitsweisen zu hinterfragen...

    Einmal editiert, zuletzt von pfeiffe (2. März 2020 um 03:43)

  • Tondreher
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    • 2. März 2020 um 06:57
    • #12

    Ich glaube, dass alle hier versuchen einen guten Job zu machen. In meinem besagten Fall ist es so, dass wir 18 Vorstellungen vor Publikum und davor noch einige Proben haben. Bei den Proben und den ersten Vorstellungen sind wir zu zweit und gemeinsam mit meinem Kollegen (der immerhin den Song Contest mischte) werden Feinjustierungen durchgeführt bis alle meinen, es passt.

    Was jeden Mischer bei solchen Aufgaben fast bist zum Wahnsinn treibt ist die Tatsache, dass man gemeinsam mit den Akteuren glaubt, so jetzt haben wir es optimal eingestellt, alle hören sich und sind zufrieden und beim nächsten Auftritt 2 Tage danach hört sich die halbe Mannschaft wieder nicht und man kann wieder von neuem anfangen. Dann wird wieder nachjustiert und bei der übernächsten Vorstellung wieder die gleiche Jammerei.


    ...die Veranstaltung findet immer in der gleichen Location statt

    Kaum macht man es richtig schon funktioniert es…

    Einmal editiert, zuletzt von Tondreher (2. März 2020 um 13:12)

  • oton
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    • 2. März 2020 um 09:12
    • #13
    Zitat von Tondreher

    Was jeden Mischer bei solchen Aufgaben fast bist zum Wahnsinn treibt ist die Tatsache, dass man gemeinsam mit den Akteuren glaubt, so jetzt haben wir es optimal eingestellt, alle hören sich und sind zufrieden und beim nächsten Auftritt 2 Tage danach hört sich die halbe Mannschaft wieder nicht und man kann wieder von neuem anfangen. Dann wird wieder nachjustiert und bei der übernächsten Vorstellung wieder die gleiche Jammerei.

    Wie gesagt, entweder mit Profis arbeiten, oder wenn das nicht geht/gewünscht ist musst du es unter Umständen immer wieder neu machen ... dazu bist du ja auch da. Und selbst bei absoluten Profibands habe ich selten den Fall, das man den gleichen Monitormix einfach so von Venue zu Venue oder auch von Show zu Show ohne Änderungen verwenden kann ... dazu spielt Tagesform etc. einfach einen zu große Rolle. Einfach immer wieder freundlich schreiben bis es passt ... irgendwann tritt dann wahrscheinlich auch der Effekt ein, das dein Gesicht mit "klingt gut" und "kümmert sich" gleichgesetzt wird ... das kann ein harter Weg sein, aber dann wird es oft viel einfacher.

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  • treibsand
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    • 2. März 2020 um 10:15
    • #14
    Zitat von pfeiffe


    Will man hier einen wirklich perfekten Job machen, gehört schon eine gehörige Portion Erfahrung und Fachwissen dazu. Je nachdem was man grad vor der Nase hat beinhaltet das zB. eine saubere und durchdachte Gainstruktur, exaktes und sicheres Frequenzhören, fundierte RF-Kenntnisse, gutes Einschätzungsvermögen von Übersprechungen der Mikrofone und der akustischen Verhältnisse in Bezug auf Backline-Direktschall für alle relevanten Bühnenpositionen, ein musikalisches Gehör und Verständnis und vor allen Dingen eine ordentlich strukturierte und sorgfältige Vorbereitung.

    Meiner Erfahrung nach spielt die Psychologie eine zunehmend untergeordnete Rolle, je eher man fachlich in der Lage ist, den Musiker*innen das zu geben was sie zurecht von einem einfordern: einen absolut sauber klingenden Mix, der ihnen neben einer unzweifelhaften musikalischen Orientierung im Bandgefüge auch noch Wohlklang und Spaß am Spielen bereiten kann. Ist man in der Lage, dies technisch und von den eigenen Fähigkeiten her SCHNELL UND SICHER umzusetzen, darf man sich über einen wirklich schönen und dankbaren Job freuen.

    Den Text hast du doch aus irgendeinem Hochglanzprospekt geklaut und nicht bei von dreckigen R'n'R-Shows bei Bilbo oder anderen im kleinen Club, oder? :S

    Zitat


    Die Wahrheit liegt auf dem Platz.

    oder anders ausgedrückt: Je nach Kunde mag die Anforderung an den Monitorer unterschiedlich ausfallen.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • pfeiffe
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    • 2. März 2020 um 13:18
    • #15
    Zitat von treibsand

    Den Text hast du doch aus irgendeinem Hochglanzprospekt geklaut und nicht bei von dreckigen R'n'R-Shows bei Bilbo oder anderen im kleinen Club, oder? :S

    nö :D Das ist meine Erfahrung aus vielen Jahren Monitor bei den verschiedensten Produktionen. Natürlich macht es einen Unterschied ob wir hier über eine gestandene Tourproduktion, den einmaligen Gig der aufstrebenden Newcomerband aus der Region in einem 500er Club oder die Amateurband am Nachmittag auf einem kleinen Stadtfest reden. Meine Beobachtung ist jedoch, dass ein erfahrener Mensch am Monitorplatz alle diese Situationen in der Regel sehr solide im Griff hat und dafür auch absolut kein Psychologiestudium braucht.

    Zitat von oton

    Und selbst bei absoluten Profibands habe ich selten den Fall, das man den gleichen Monitormix einfach so von Venue zu Venue oder auch von Show zu Show ohne Änderungen verwenden kann ... dazu spielt Tagesform etc. einfach einen zu große Rolle.

    volle Zustimmung! Solche Anpassungen sind vollkommen normal und gehören zum Tagesgeschäft. Wenn jedoch bei mehreren Shows in gleichbleibender Venue an aufeinanderfolgenden Tagen extreme Änderungen von so gut wie allen Musikern gefordert werden, würde ich schon sagen, dass am Mix etwas nicht stimmt. In der Regel ist dann das jeweils eigene Signal des Musikers im Verhältnis zu den Mitmusikern in der Grundeinstellung WESENTLICH zu leise. Das liegt sehr oft an dem klassischen "alle wollen alles" - Verhalten, das man besonders häufig bei unerfahrenen Musikern beobachten kann. Insbesondere bei konventionellem Monitoring führt das auf der Bühne dann sehr schnell zu einem unnötig lauten und undefinierten Matsch mit fehlender Definition. Ein radikales Aufräumen der Mixe kann hier oft Wunder bewirken.

  • felixgrampp
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    • 2. März 2020 um 13:30
    • #16

    Ich stimme pfeiffe in allen Punkten absolut zu. Ich werde auch immer gerne für monitorjobs gebucht. Zum einen bin ich ein gelassener Typ, zum anderen weiß ich aber auch was ich tue. Wenn man einen aufgeräumten mix hat und jeder Musiker sich selbst gut hört und dann noch die Wünsche der Musiker richtig interpretiert läuft das von alleine. Solange man keinen Stress ausstrahlt braucht es meiner Meinung nach nicht viel Psychologie. Einfach einen guten Job machen, dann sind alle glücklich.

  • wora
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    • 2. März 2020 um 15:01
    • #17

    also mir ist es immer am liebsten, wenn der sänger zu mir sagt:

    "kannst du den monitor bitte leiser machen? ich bin es nicht gewohnt mich so gut zu hören."

    ;)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • felixgrampp
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    • 2. März 2020 um 15:15
    • #18
    Zitat von wora

    also mir ist es immer am liebsten, wenn der sänger zu mir sagt:

    "kannst du den monitor bitte leiser machen?

    Das hat auch schon mal der FoH-Mann zu mir gesagt :P

  • gert
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    • 2. März 2020 um 20:58
    • #19

    Das ist wie zuhause. Man kann Mutti auch lieb haben wenn das Essen nicht schmeckt. Aber wahre Liebe geht nunmal durch den Magen.

    Da ist Ton machen dem Kochen viel näher als der Wissenschaft.

    Practice, Practice, Practice

  • MetzoP
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    • 4. März 2020 um 15:23
    • #20

    Schöne Analogie. Wir sind Soundköche. ;)

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