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Dynamischer EQ vs. Multiband Kompressor

  • pfeiffe
  • 10. Mai 2024 um 14:00
  • MarcKlp
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    • 13. Mai 2024 um 15:11
    • #21
    Zitat von Seven

    Ich sehe auch den Punkt, dass man sein Setup immer verstanden haben, im Blick haben und im Bedarfsfall an der richtigen Stelle eingreifen können sollte. Da ich aber aktuell nur feste Bands habe und ich mir dort die Presets gut durchdenken und testen konnte, passt das für mich. Wenn ich eine Band erstmalig/einmalig machen würde, wäre meine Herangehensweise ganz anders. Da würde ich es auch "plain & simple" halten.

    Sehe ich genauso. Wenn ich mit meiner LV1 mit bekannten Bands unterwegs bin, kann ich per Multitrackaufnahme in Ruhe den C6 feintunen, bis es mir gefällt. Auf Vocals, Instrumenten und auch teilweise auf ein paar Bussen. Wenn es schnell gehen muss, dann reicht mir ein Channel Preset mit PSE, F6 und CLA-2A oder CLA-76. Wenn man die Zeit für den C6 hat, bekommt man natürlich damit ein merkbar besseres Ergebnis hin. Deswegen nehme ich auch die 64 Samples des C6 in kauf.

  • guma
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    • 14. Mai 2024 um 07:18
    • #22
    Zitat von pfeiffe

    Der Multibandkompressor teilt ja immer das komplette Frequenzband in mehrere Bänder mit nicht einstellbarer Flankensteilheit des Crossovers auf. Beim dynamischen EQ sind die Bänder einfach frei wählbar und können sich auch relativ frei überlappen. Liegt hier ein technisch begründeter Unterschied der sich in der Praxis irgendwie relevant niederschlägt?

    Genau aus dem Grund ist für mich der Multiband zur Bearbeitung von Einzelquellen nicht geeignet. Ich habe mich mal eine Zeit lang abgemüht, Multibands in Instrumentenstereosummen einzusetzen, konnte dem aber keinen echten Nutzen abgewinnen. Deshalb habe ich das inzwischen komplett verlassen. Damit als Bandmixer schlecht EQten, processten PAs zu helfen, habe ich ebenfalls als nicht realistisch in den üblicherweise gegebenen Zeitfenstern ad acta gelegt. Ausserdem sind die PAs, mit denen ich zu tun habe, vom den Herstellern so processt, dass ich da keine Bedürfnisse mehr habe.

    Ich nutze seit der Urmutter der DynEQs für den live Bereich, DPR 901, dynamic EQs. Da ich es nicht schaffe, für eine Stimme oder ein Instrument mehr als zwei Bänder sinnvoll einzusetzen (mehr empfinde ich als Spielerei ohne Mehrwert), fand ich es gut und konsequent, dass der Hersteller BSS es damals schon in der MKII Version eine 2x2 statt 1x4 Schalte ermöglichte, was den Bedürfnissen für die Instrumentenbearbeitung viel mehr entsprach. Aus den gleichen Gründen finde ich die DiGiCo Variante mit den im EQ einzeln dynamisch schaltbaren Bändern für mich perfekt, obwohl der Hersteller für die Quantum Range noch die Vielbandvariante dazu spendiert hat. Ebenso liebe ich die Variante in den Pros, wo man analog zu den BSSen den Filtersatz teilen kann. Wenn die „Umstände“ so sind, dass man meint an mehr als zwei solchen Filtern zu schrauben, sollte man schauen, ob man nicht wo ganz anders etwas ändern sollte (die Quelle selbst, das SM57 …. frech*)

    In Einzelkanälen nutze ich DynEQ für akustische Gitarre, Bläser, Stimme, in Stereogruppen für Bläsersätze, Streicher und Stimmen.

  • wora
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    • 14. Mai 2024 um 10:22
    • #23

    zusatzinfo:
    die flankensteilheiten der filter des multibandkompressors im D8 in der dLive lassen sich in den schritten 6dB / 18dB / 24dB einstellen.

    diese einstellung gilt dann immer für alle filter.

    die anzahl der multiband-filter lässt sich über die taste setup wählen (3 oder 4)

    im Dyn8 sind alle 8 bänder (4xmultiband und 4x DyEQ) einzeln schaltbar.

    ich nutze den Dyn8 (bisher) ausschliesslich in inputkanälen. in bussen kmprimiere ich nur in ausnahmefällen

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

    2 Mal editiert, zuletzt von wora (14. Mai 2024 um 11:09)

  • guma
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    • 14. Mai 2024 um 10:58
    • #24

    Ist halt trotzdem nur ne 'Frequenzweiche' und ersetzt nicht den frei wählbaren Q pro Filter der DynEQs.

  • wora
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    • 14. Mai 2024 um 11:29
    • #25

    dafür kann man die eckfrequenzen frei verschieben. somit lässt sich die bandbreite des jeweiligen bandes recht genau bestimmen, ohne Q werte umrechnen zu müssen.

    aber hey, ist ja egal. im Dyn8 gibt es ja auch 4 dynamic-EQ bänder.

    somit ist dieses werkzeug also extrem fexibel und es ist für alle bedürfnisse etwas dabei.

    es bleibt also dabei:

    der Dynamic-EQ ist für chirurgische eingriffe super, und der multiband-EQ ist für breitbandigere bearbeitungen gut.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • guma
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    • 18. Januar 2025 um 23:18
    • #26

    Was mir jetzt bei zwei völlig unterschiedlichen Konzerten kurz hintereinander begegnet ist: Die zwei Kollegen nutzen den F6 als „Masterprozessor“ in der Stereosumme und finden den so wichtig, dass auf dem Schirm das ganze Konzert lang nur dieses Teil zu sehen ist. In einem Fall wird sogar nur dieses eine Teil überhaupt auf der Waves Plattform benutzt und dafür die Hardware aufgebaut. In beiden Fällen gibt es eine exzellente PA einmal in einem durchschnittlich bis gut klingenden Raum und einmal in einem Raum mit perfekter Akustik.

    Ich beschreibe jetzt erst mal nicht, was ich gesehen und gehört habe, würde aber gerne wissen, was genau hierbei der Denkansatz, die 'Sience'-Seite dessen, was man macht und was die reproduzierbare Vorgehensweise ist.

  • kob1
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    • 19. Januar 2025 um 00:38
    • #27
    Zitat von guma

    Was mir jetzt bei zwei völlig unterschiedlichen Konzerten kurz hintereinander begegnet ist: Die zwei Kollegen nutzen den F6 als „Masterprozessor“ in der Stereosumme und finden den so wichtig, dass auf dem Schirm das ganze Konzert lang nur dieses Teil zu sehen ist.

    Von den Kollegen die größere Acts begleiten kenn ich das so: das Setup steht, das ist wirklich ausgecheckt, in der Vorproduktion, im Studio, mit dem Gear der auch auf Tour vorhanden ist.

    Da gibts keine großen Eingriffe mehr auf die Channels, der Main-Out quasi perfekt. Alles was vor Ort limitiert sind PA und Raum. Ein gutes Master Plug in ist eigentlich alles was man braucht.

  • kilian
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    • 19. Januar 2025 um 00:59
    • #28

    F6 ist ganz sicher fester Bestandteil meines Master Bus.

    Im besten Fall macht er dort aber nicht viel.

    Bin gleichermaßen neugierig hierüber:

    Zitat von guma

    Ich beschreibe jetzt erst mal nicht, was ich gesehen und gehört habe,

    Und in welcher Spielstätte eine „perfekte Akustik“ anzutreffen ist.

    Dieses Plugin ist für mich ein tolles Werkzeug um beim (Virtual) Soundcheck schnell Probleme zu identifizieren und auch um während der Show dynamisch auf brumm, dröhn, kreisch und andere nervige Ereignisse zu reagieren.

  • audiobo
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    • 19. Januar 2025 um 09:33
    • #29
    Zitat von guma

    Ich beschreibe jetzt erst mal nicht, was ich gesehen und gehört habe, würde aber gerne wissen, was genau hierbei der Denkansatz, die 'Sience'-Seite dessen, was man macht und was die reproduzierbare Vorgehensweise ist.

    Ich verstehe nicht ganz worauf du hinaus willst. Geht es dir um...

    • das Plugin an sich (F6)
    • den Sinn der Einbindung eines eigenen "Ökosystems" ins Pultsetup für dieses eine Plugin
    • den grundsätzlichen Nutzen und die Idee der Nutzung eines pegelabhängig spektrumveränderndes Geräts/Plugins in der Summe
    • oder darum, dass man trotz "Hightech" immer noch einen Scheiss-Sound generieren kann?

    btw.: ich vermute mal es war in beiden Fällen der F6 RTA, bei dem man noch das lustige FFT-Gezappel im Hintergrund sehen kann... Das wäre eine Erklärung für "immer zu sehen", die andere, dass man so sehen kann wenn das Ding plötzlich aus irgendeinem Grund übertrieben stark eingreifen muss (zu hören soll das ja möglichst nicht sein).

  • guma
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    • 19. Januar 2025 um 18:41
    • #30
    Zitat von audiobo
    • das Plugin an sich (F6)

    Nein.

    Zitat von audiobo
    • den Sinn der Einbindung eines eigenen "Ökosystems" ins Pultsetup für dieses eine Plugin

    Ja, ein ein bisschen schon… ;)

    Zitat von audiobo
    • den grundsätzlichen Nutzen und die Idee der Nutzung eines pegelabhängig spektrumveränderndes Geräts/Plugins in der Summe

    das trifft es am ehesten. Ich nehme mal zur Ehrenrettung des einen oder anderen Kollegen an, dass er nicht einfach ohne nachzudenken sein gewohntes Studiotool mit auf Konzertreise nimmt und ebenso nicht meint, man kuckt auf die Anneliese, dreht so ein bisschen weil man mischt ja mit den Ohren, bis es dann smooth ist… iron

    sondern ich meine, bei dem, was ich gesehen und gehört habe so eine gewisse Konzeptlosigkeit gepaart mit dem in der Branche seit ihrem Bestehen üblichen Nachahmungsopportunismus erkennen zu können. Dabei meine ich nicht, das der Plug grundsätzlich dort nicht hingehört, sondern mich interessiert, ob es dabei Menschen gibt, die ein klares, nachvollziehbares und vernünftiges Konzept verfolgen, oder ob es nur darum geht, dass eine Anneliese wackelt und WAVES drauf steht. :saint:

    Es wäre schön, wenn es hier Menschen gäbe, die die Ernsthaftigkeit ihres Tuns in diesem Zusammenhang plausibel darstellen würden, so dass andere etwas daraus lernen können.

    Zitat von audiobo
    • oder darum, dass man trotz "Hightech" immer noch einen Scheiss-Sound generieren kann?

    Daran hat hier sicher keiner ernsthafte Zweifel ;)

  • audiobo
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    • 19. Januar 2025 um 19:45
    • #31
    Zitat von guma

    sondern mich interessiert, ob es dabei Menschen gibt, die ein klares, nachvollziehbares und vernünftiges Konzept verfolgen,

    Konzepte kann es da ein paar geben:

    • Man nutzt den Analyzer, den man am besten kennt um zu vermeiden, dass man trotz 'gerade aus dem Flieger gefallen/Erkältung/belastender Umgebungslärm' über die Dauer des Konzertes zuviel von irgendwas rein dreht. Wenn dieser Zusatzfunktionen mitbringt, umso besser. (Wobei es für die Anwendung definitiv besseres gibt als den F6.)
    • Man hat oft mit diversen interessanten Lautstärkebeschränkungen zu tun und möchte sich so die Möglichkeit verschaffen die Mitten in den lauteren Passagen ein wenig (oder auch mal stärker :rolleyes: )auszubremsen um trotzdem noch ein wenig "Schub" generieren zu können - oder umgekehrt bei den Bässen, wenn es um Probleme mit Anwohnern geht.
    • zum Bandsound gehörende Klangabstimmung
    • Die Möglichkeit schmalbandig zu limitieren falls die PA vor Ort bei höheren Lautstärken eklige/anstrengend klingende Resonanz-/Klirrgeräusche erzeugt, unter einer nicht-dynamischen Entzerrung jedoch sonst die Verständlichkeit leidet. (Ist aber, wie ich finde, viel seltener geworden.)
  • Herr Nink
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    • 19. Januar 2025 um 19:55
    • #32

    Neben allem was schon erwähnt wurde.

    Der F6 (eingestellt auf bestimmte Frequenzbereihche) bietet eine prima Lösung um mal die Bassdrum zu featuren oder rauszuziehen, die Gitarren zu featuren oder zu bremsen, den Gesang zu featuren oder einzubetten... etc pp... Man muss halt auch mal hingreifen bei dem PlugIn...

  • audiobo
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    • 19. Januar 2025 um 21:58
    • #33

    So formuliert darf aber als Gegensatz der Hinweis auf die Kanalfader auch nicht fehlen... 8) 8o

  • robert müller
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    • 19. Januar 2025 um 22:01
    • #34

    Das mit dem Featuren von Instrumenten hab ich jetzt auch nicht verstanden. Bis ich das im Plugin hingedreht habe, hab ich doch schon drei Mal den Fader passend geschubst.

    Bei fertigen Stereotracks (Halbplayback) mag das aber ne sinnvolle Lösung sein. Oder bei Stereo-Edrum.

  • steffenr
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    • 19. Januar 2025 um 22:40
    • #35
    Zitat von robert müller

    Das mit dem Featuren von Instrumenten hab ich jetzt auch nicht verstanden. Bis ich das im Plugin hingedreht habe, hab ich doch schon drei Mal den Fader passend geschubst.

    Ich glaube, audiobo meint das generelle bearbeiten von Einzelsignalen um sie besser im Mix platzieren zu können.
    Oftmals hat es ja bei dem einen oder anderen Signal bei höherem Pegel eine andere spektrale Balance als bei niedrigem Pegel. Dann generell da mit dem EQ (ohne pegelabhängiges Regeln) ran zu gehen macht es oft nicht besser. Dabei hilft ein dynamischer EQ.

    guma

    Meine Beobachtungen sagen, dass die meisten Bandmischer mit dieser von dir beschriebenen Vorgehensweise keine Ahnung haben. Guter Sound ist dann Glückssache.
    Was mir wirklich oft auffällt bei solchen Shows, es ist egal, ob man den Text versteht, das ist scheinbar niemandem wichtig. Hauptsache Kick und Lärm!

  • guma
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    • 19. Januar 2025 um 22:48
    • #36

    Ich gebe gerne noch ein mögliches schlüssiges Konzept für ein Werkzeug mit dynamischen und statischen parametrischen Filtern im Haus-Master im weiteren Threadverlauf. Davor lese ich aber gerne noch weitere Vorschläge von anderen Mitbewohnern dieses Forums. ;)

    Eine Anneliese, die mit dem EQ beliebiger Ein- oder Ausgangskanäle mitwandert, gibt's ja schon in sehr preiswerten Mischgeräten und ist zwar schön, wenn das F6 das kann, macht aber kein Anwendungskonzept.

  • wora
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    • 19. Januar 2025 um 22:49
    • #37

    vor jahren hab ich mal probiert, mit dynamic-EQ und / oder spektralkompressor in der summe zu arbeiten.

    es war mir nicht möglich, damit ein deutlich besseres ergebnis zu erzielen, weshalb ich es alsbald wieder verworfen habe...

    es ist wie mit der sache mit dem gummi: ohne ist es irgendwie schöner und intensiver :)

    falls es hier aber tatsächlich sachdienliche hinweise geben sollte, wie man mit solchen tools wirklich entscheidene vorteile erarbeiten könnte, wäre ich neuen versuchen gegnüber sicherlich nicht abgeneigt.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • steffenr
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    • 19. Januar 2025 um 23:12
    • #38

    Dynamische EQ's auf der Summe würden nur in bestimmten Situationen Sinn ergeben. Wenn es mit wechselnden Lautstärken mal Resonanzen gibt, die sonst nicht auftreten, z.B.

    Als generelles Tool auf der Summe würde ich sowas nicht einsetzen.

    Multiband-Kompressoren hingegen schon. Damit kann man wunderbar die Gesamtbalance verändern.

  • guma
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    • 20. Januar 2025 um 20:45
    • #39

    Bei Überlegungen zum Umgang mit einer Kombination aus statischen und dynamischen Filtern im Hausmaster eines live sound settings verfolge ich ein klares Konzept:

    Aufgaben in statischen Phänomen werden mit statischen Filtern bearbeitet, Aufgaben in dynamischen Phänomen mit dynamischen Filtern.

    Klingt zu einfach um wahr zu sein, ist es aber. Der erstaunlichste Zusammenhang hierbei ist, dass 98% der dynamischen Aufgaben vor dem Master also in den Quelllen, in der Musik entstehen und 98% der statischen hinter dem Master also den Lautsprechern und vor allem der Akustik. Einzige Ausnahmen, die mir hinter dem Master mit einer nachvollziehbaren Dynamik einfallen, sind Klirr und thermische Belastung. In guten Systemem sind das aber Aufgaben, die bereits im System-Controller gelöst sind und keinen dynamic EQ brauchen.

    Für die Umschreibung der vier Richtungen, in die ein DynEQ Filter arbeitet, nutze ich gerne die Terminologie aus den DPR901en:

    Compression Above, Compression below, Expansion Above und Expansion Below (Threshold) weil sie das, was passiert, gut beschreiben, auch wenn sie mit den gebräuchlichen Bezeichnungen an Dynamic Prozessoren nur bedingt übereinstimmen.

    Die dynamische Seite ist in den häufigsten Fällen durch Bearbeitung im Eingangskanal oder einer Gruppe von Quellen abzuarbeiten. So macht es live beispielsweise überhaupt keinen Sinn, zu versuchen, den Sustain Bereich einer Gitarre im Master DynEQ durch Expansion des typischen Frequenzbereichs zu featuren weil diese Anhebung dynamisch für den Mix aller anderen Bestandteile in der Regel desaströs wirkt.

    Allerdings gibt es eine sehr sinnvolle Anwendung aus meiner Praxis, für die es Sinn macht, ein dynamisches Filter im Master zu setzen und für die es sich auch wirklich lohnt:

    Ein Gesangs-, Bläser-, Streich-Solist hat im Präsenzbereich, wenn er/sie/es laut wird, einen in der PA unangenehm schrillen Bereich, (nicht der Klirr im Treiber sondern die Quelle selbst ;)) den man gerne dynamisch absenken möchte aber an ruhigeren Stellen genau diesen Bereich für Sprachverständlichkeit/Durchsetzung etc braucht. Liest sich erst mal wie eine „Kanalaufgabe“. Macht man das im Master, hat man in der Regel keinen Nachteil aber den Vorteil, dass man, wenn man diesen Solisten mit seinem Kanalfader in die frequenzselektive Kompression fährt, den Mix aller anderen Quellen an dieser Stelle ebenfalls mitkomprimiert, sodass trotz der Regelung, das Mischverhältnis für den bearbeiteten Frequenzbereich und damit die Durchsetzungsfähigkeit erhalten bleibt. Hier ist das Konzept erklärbar und wirkt.

    Sinnlos finde ich zu versuchen, den Mix mit so einem Plug „aufzuräumen“. Dazu sollte man seinen Job davor richtig machen. Dieses „man schleift es mal ein als imaginären Rettungsanker, ist aber glücklich, es nicht zu brauchen“ (so wohlwollenderweise bei dem einen Kollegen beobachtet) finde ich ebenfalls sinnlos.

    Der zweite Kollege hatte das o.g. beschriebene Filter 'compression below' für den Sänger aktiv, was für mich nachvollziebar war allerdings noch ein zweites 'compression below' Filter im lowmid Bereich, von dem ich überzeugt bin, dass hier eine 'statische' Ursache bekämpft wurde, für die ein statisches Filter besser funktioniert hätte.

    :saint:

  • uchrisu
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    • 20. Januar 2025 um 21:55
    • #40

    Schön beschrieben guma :thumbup:

    Wenn ich solche oder ähnliche Plugins in live sehe, ist die Realität in Wirklichkeit leider eher so:

    Der Tonstudio-Influencer XY hat dies in seinem letzten YouTube Video gezeigt und gesagt das ist soooooo viel besser und deswegen mache ich das jetzt auch mit dem Gerät und habe den absolut besten Klang, den man sich vorstellen kann.....

    Heißt: Die meisten, die ich mit solchem Spielzeug gesehen haben, hatten eigentlich keine Ahnung von dem, was sie machen.

    Danke guma, dass du das schön eingeordnet hast, wofür es wirklich sinnvoll sein kann und wofür nicht. Viele halten dieses oder ähnliche Plugins leider für ein Wunder-Zaubermittel.

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