Etwas Vorgeschichte:
Hier geht es nicht um große Hallen, sondern eher so um die Größenordnung von 100 bis 400 Zuhörern. In dieser Liga erlebe ich es recht häufig, dass Chöre mit der Aussage kommen, dass man den Gesang gar nicht verstärken müsse, sondern "nur 2 Lautsprecher für Klavier und Gitarre" (oder Solisten oder was auch immer) bräuchte. Fast genau so häufig höre ich hinterher, dass es ja schade wäre, dass man den Chor nicht (genug) gehört hätte.
Bei den letzten 3 Veranstaltungen, die ich als Unbeteiligter (bzw. Mischer eines anderen Acts) erleben durfte, da hatte ich den Eindruck, dass die Unzufriedenheit vor allem aus der hinteren Hälfte der Räume kam. In den vorderen Reihen habe man den Chor ganz gut gehört.
Zwei Beschallungszonen:
Daraus ist bei mir die Idee entstanden, die vorderen Reihen mit dem Direktschall des Chores zu versorgen - und erst weiter hinten die Verstärkungszone zu beginnen.
Nun gab es die Gelegenheit, diese Idee in der Praxis zu verproben. Bei knapp 30m Raumlänge hätten wir ohnehin eine Delay-Line gestellt. Und so haben wir auf der Delay-Line den Hauptmix mit allen Signalen gemacht. Hingegen wurden die Lautsprecher für die ersten Reihen etwas zu Frontfills degradiert - für Klavier, Gitarre, Solisten und so.
Das hat grundsätzlich gut funktioniert. Charmant an dieser Lösung ist auch, dass man viel weniger Probleme mit Feedbacks von den Chormikros hat, da die verstärkenden Lautsprecher weit weg stehen.
Habt ihr schon mal ähnliche Erfahrungen mit Chören gemacht?
Was haltet ihr von der Lösung?
Was würdet ihr anders machen?