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Tips zum Monitormix gewünscht

  • Ollfried
  • 18. November 2003 um 01:31
  • Ollfried
    Beiträge
    4
    • 18. November 2003 um 01:31
    • #1

    Moin,
    ich bin neu hier und hoffe mal, dass ich alles richtig mache.
    Seit ca. 10 Wochen mache ich ein Mal am Wochenende den Monitormann für eine regional ziemlich bekannte Cover-Rock-Band (Sänger, Sängerin, Gitarrist, Bassist, Keyboarder, Drummer).
    Die Band arbeitet professionell und hat mindestens 8 Gigs/Monat. Weil ich mich schon immer für so nen Kram interessiert habe, habe ich öfter mal dem Monitormann über die Schulter geguckt. Naja, und wegen Personalmangel bin ich jetzt auch öfter mal der MoniMann. Dummerweise habe ich so was nie gelernt, ich mache also alles so gut, wie ich kann.
    Folgendes steht mir zur Verfügung:
    1x Mitec StageServer 24/8
    4x Yamaha Q2031 EQ
    1x Aphex 105 4-fach Noise-Gate
    1x PSE SM1400 Amp
    2x Bell PCX9024 AMP
    1x Yamaha CP2000 Amp
    2x JBL SR4722A Boxen (Monitor Keyboard und mein Abhörer)
    2x JBL SR7404A Boxen (Drumfill)
    4x EV 1502ER Monitor (Git/Bass/Voice)

    Klappt so weit eigentlich ganz gut, aber ein paar Probleme bekomme ich nur schwer und mit Hilfe in den Griff:

    Drumfill ist eigentlich immer zu leise, besonders die Basedrum. Ich habe versucht, dem Drummer mehr Kick zu geben, was auch in Grenzen geholfen hat. Allerdings habe ich dort auch öfter ein Problem mit Feedbacks, die ich aber nicht hören kann. Verständigung mit dem Drummer ist natürlich schwierig, deshalb taste ich da irgendwie immer im Dunkeln, auch weil mein Abhörer natürlich komplett anders klingt als der Drumfill.

    Je nach Bühne wird's dann für den Sänger schwierig. Er braucht dann Base/Snare/Gitarre/teils MD und KEY auf dem Monitor - und sich selbst natürlich auch. Zu allem Überfluß spielt er auch noch teils Akku, was das ganze nicht einfacher macht. Wie finde ich hier die optimale Einstellung? Einfach durch mehr Erfahrung, oder gibt's da ein paar Tricks?

    Die Sängerin spielt teils die zweite Stromgitarre, allerdings ohne eigenen Amp. Bei zB Skaterboy ist die Gitarre ziemlich tief und es werden nur 16tel geschrammelt. Wie kann ich ihr das auf den Monitor bringen, ohne übermäßig Leistung in den Monitor zu pumpen?

    Die anderen Monitore funktionieren recht gut, am wenigsten Probleme habe ich mit dem IEM von Keyboarder. Ist das normal?

    Ich denke, das reicht erstmal. Falls ihr noch Infos braucht, ich liefere alles nötige nach!

    Ollfried

  • paranoize
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    • 18. November 2003 um 02:04
    • #2

    hallo!

    also ich würde zuallererst mal an der wurzel anfangen, d.h. mal versuchen den monitorsound zu "entrümpeln", wenn du z.B. schreibst dass der sänger bd/sn/git/md/keys/vox braucht, sollte man mal ernsthaft überlegen wieviel sinn das hat.. und vor allem wie laut es auf der bühne ist, wenn der - eine mittelgroße bühne vorausgesetzt - noch drums am monitor braucht.

    außerdem kann man schon in der bühnenaufstellung viel machen um die monitore zu entrümpeln, so brauch ich als schlagzeuger bei den meisten gigs keinen monitor, weil ich mir einfach schon den bassamp so stelle, dass ich ihn angenehm hören kann. das hat dann auch den vorteil, dass ich falls ich nen monitor hab und der ausfällt problemlos weiterspielen kann.

    also das wichtigste - imho - für einen guten monitorsound ist eine sorgfältige auswahl und möglichst wenig "lärm" zu produzieren, also dass nicht jeder schreit "lauter, mich hier lauter, noch mehr bass, ..."

    so hält man die gesamtlautstärke auf der bühne niedriger, wodurch die einzelnen signale für foh und monitor auch wiederum sauberer sind und weniger pegel ist natürlich auch weniger risiko eines feedbacks, eh klar..

    falls die musiker nicht kooperativ sind, dann hilft gegen die feedbacks nur wirklich genauer einmessen (das sollst natürlich sonst auch tun) und etwas gezieltes eqing für z.B. die Gitarre um die Attack schön rauszukriegen etc.

    hoffe irgendwie geholfen zu haben

    armin

  • ADMIN
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    • 18. November 2003 um 02:06
    • #3

    1.) Verabschiede Dich mal ganz schnell von der Meinung, man könne mit der Abhöre beurteilen, was der Musiker auf der Bühne hört, das geht selbst mit baugleichen Wedges nicht. Monitormix ist immer "Blindflug".

    2.) Zum Equipment: Gerade als Einsteiger hört man nicht sicher die Feedbackfrequenzen, von daher ist ein Terzband-Analyser sehr wertvoll. Von DOD gibt es da ein recht günstiges Gerät, vielleicht kann man das auch mal gebraucht abschiessen.

    Die EQs von Yamaha (ich hoffe, ich komme da gerade nicht mit den Typenbezeichnungen durcheinander) reissen ein ewig breites Loch in den Frequenzgang. Gerade für Monitorzwecke sind die relativ unbrauchbar. Vielleicht bekommt man die ja über eBay abgestossen und legt sich dann etwas schmalbandigeres zu.

    3.) Es ist grundsätzlich ein Problem, wenn sehr viele Instrumente auf den Monitor sollen. Vielleicht kann man ja die Abhöre und den Monitor vom Keyboarder (ich lese da von IEM) als Sidefills verwenden, dort "den ganzen Hintergrund" drauflegen und über den Wedge nur noch die Stimme fahren.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Sven M
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    • 18. November 2003 um 09:59
    • #4

    Genau,

    mach bevor die Band anfängt einen Monitorchek alleine,
    klingt es gut?
    hoher Pegel ohne zu koppeln?

    dann kannst du auch gut vom Pult aus mixen. zur Not auch mit Kopfhörer.

    Und immer dran denken, weniger ist mehr.

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

    "Was ist denn das für eine sch... Mucke hier?"

  • Wurst Werner
    Profi
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    4.619
    • 18. November 2003 um 11:53
    • #5

    Jeder Musiker kann Dir immer sagen, was er lauter auf dem Montior braucht (meistens sich selbst -> der "more me" Faktor). Das verschiedene Sachen vielleicht auch leiser können oder ganz aus dem Monitormix verschwinden könnten, fällt den meisten gar nicht ein. Ich frage daher immer nach, ob etwas leiser oder ganz rausgenommen werden kann. Auf kleinen Bühnen hilft dann nur Disziplin. Bei mir unbekannten Bands gehe ich fast immer wie folgt vor:

    Kappelle auf die Bühne, Mikophonieren und die Musikanten ersteinmal komplett ohne Foh und Monitoring ein, zwei Takes spielen lassen. Dabei darauf hinweisen, dass eine Aufstellung der Amps so vorgenommen werden sollte, dass man sich schon ohne Monitoring hören kann. Die Lautstärke der verstärkten Instrumente sollte immer am leistesten Instrument angepasst werden. In einer Rockband ist das meist das Schlagzeug. Wenn man auf der Bühne die Klangunterschiede zwischen einzelnen Becken nicht mehr differenziern kann, dann ist es zu laut! Also, Bass und GItarrenamps dem Drum Set anpassen. Dannach den Sänger auf die Bühne schieben und den Gesang in den Monitor geben, so dass alle den Sänger hören können. In vielen kleinen Läden reicht das meistens in Punkto Monitormix schon aus und die die überwiegende Zahl der Bands kommen damit auch klar. Zudem erleichtert das einem den Foh Mix, und der Gig bleibt Lautstärketechnisch im erträglichen Rahmen. Ansonsten immer ein durchsetzungsfähiges und nicht verwaschenes Monitorsignal anbieten (Bässe raus, kein oder nur wenig FX), dass hilft ebenfalls.

    Viele GRüsse
    WW

    CEO @ SoundSurface

    Consultant Pro Audio @ IAD-Pro / WharfedalePro

    Waves Soft- & Hardware Dealer

  • PA-Peter
    Profi
    Beiträge
    7.614
    • 18. November 2003 um 17:17
    • #6

    1.) Yammi-EQ's weg!
    2.) diese JBL-SR-Dingens weg, sind in meinen Augen mit die grässlichsten Wedges, die ich je gehört habe (die FM1502 sind um Galaxien besser)!
    3.) Versuch Sänger und Sängerin auf In-Ear zu trimmen (ich kenne die Band)! Sollte das Leben leichter machen!
    4.) Auf für den Drummer wäre In-Ear keine schlechte Sache, oder halt ein vernünftiges Drumfill!

    Probleme sehe ich eigentlich in 1. Linie darin, das der Sänger z.B. Snare im Mix braucht :o
    Bei den Drummern der Bands, mit denen ich arbeite, versuche ich die Snare immer zu bedämpfen....

    Und dann die Tips von WW befolgen! Bei mir läufts eigentlich immer so, das jeder zunächst einmal nur sein eigenes Vocal-Mic auf dem Mon hat, sowie sein Instrument (bei ner Stromgitarre mit Amp natürlich nicht)!
    Wenn dann die Anweisung kommt, drehe ich noch was rein (was halt gewünscht ist)!
    Am wichtigsten ist halt, die Signale frei von Matsch zu halten!

    Ich glaube am Mat wird der Honi nichts mehr ändern wollen, oder?
    Mir hat er mal erzählt, das er DB-Mäxchen kaufen wollte...

    Achso: bist Du nun der Tastenklopper oder der Monitormann der Band? Beides Zeigleich ist doch blöd...

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • Ollfried
    Beiträge
    4
    • 18. November 2003 um 21:53
    • #7

    Tach zusammen!
    Erstmal vielen Dank für die Antworten, ist ja richtig was los hier!

    Paranoize meinte ja "...der sänger bd/sn/git/md/keys/vox braucht...". Das wundert mich auch, liegt aber wohl wirklich daran, dass es auf der Bühne einfach zu laut ist. Mal sehen, ob ich da ei bißchen mehr Ruhe reinbringen kann beim nächsten Mal. Die Feedbacks genauer einmessen ist für mich noch schwierig, weil mir dafür wohl noch das Gehör fehlt. Werde ich wohl dran arbeiten müssen, oder einfach mal nen Analszer auf nem Notebook mitlaufen lassen, nen Kanal auf dem Monitorpult hab ich noch frei.
    Und danke ADMIN für die Bestätigung, dass Monitormix immer Blindflug ist. Ich hab echt an mir gezweifelt. Die Idee, einen Monitor als Sidefill werd ich mal anbrigen, IEM ist ja unabhängig davon.
    BigSound sprach von Monitorcheck alleine. Wie mache ich das? Nur Vocal testen? Oder hat man dazu normalerweise Hilfsmittel?
    WW: die Bühne ist in der Regel 8x6m, von daher is nix mit 'kleiner Laden'. Ansonsten klingt das schlüssig, was Du so sagst. Vor allen Dingen der Punkt, die Band erstmal ohne Monitor und FOH spielen zu lassen.
    PA-Peter: Du hast Recht, das Mat werd ich kaum ändern können. Kennen wir uns eigentlich? Was'n Zufall... Aber macht IEM beim Sänger wirklich Sinn? Dadurch geht doch der Kontakt zum Publikum ziemlich verloren, oder? Wenn Du die Band kennst, dann kennst Du ja auch den Sänger... IEM für den Drummer wär natürlich was! Und was zur Hölle sind DB-Mäxchen? Und was meinst Du mit Tastenklopper?

    Naja, mal sehen wie's weiter geht!

    Ollfried

  • Uli
    Beiträge
    22
    • 19. November 2003 um 00:15
    • #8

    Hallo Ollfried,

    ich glaube ich kenne die Band auch um die es geht. Habe einmal für diese Monitor gemacht und bin dabei zugegebenermaßen ein wenig untergegangen. (Der Sänger war nicht sonderlich zu frieden. Ihm fehlte der Druck!?) Mein Eindruck war das die Band im Grundpegel schon deutlich zu laut war für das vorhandene Material. (Ich hatte pro Musiker eine PS 15 und für den Drummer ein Stack 18"/12"/1".) Vor allem der Sänger wollte alles auf dem Moni haben und das in ziemlich großer Lautstärke, was zur folge hatte das die PS 15 irgendwann ziemlich zu kotzen anfing.

    Meiner Meinung nach wäre tatsächlich ein Leistungsstarker Sidefill, auf den man Kick, SN , BS, Vocals und evt. Hi Hat hätte legen können die Lösung gewesen. Wird aber wahrscheinlich eine Budgetfrage sein.

    Ansonsten kann ich Dir auch nur die vorher genannten Tipps geben. Monitor entrumpeln und möglichst wenig drauf geben. Bühnenpegel senken.

    Viel Erfolg!

    Gruss Uli

    PS: Mit Mäxchen meinte er vermutlich MAX Monitore von D&B. Werden aber für diese Mucke deutlich zu leise sein.(pers. Meinung)

  • Sven M
    Profi
    Beiträge
    2.530
    • 19. November 2003 um 09:13
    • #9

    Hallo,
    Mit Monitorcheck alleine meinte ich das du bevor die Band da ist die Monitore schon man mit nem Mikrophon und CD checkst ob sie gut klingen und Feedbackarm sind. (EQ einstellen)

    Denn wenn der Sound nicht gut ist durch zu starkes verbiegen des EQs wird auch keiner zufrieden sein.

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

    "Was ist denn das für eine sch... Mucke hier?"

  • PA-Peter
    Profi
    Beiträge
    7.614
    • 21. November 2003 um 14:17
    • #10

    Jepp, D&B-Maxe!
    Die Kisten sind in jedem Fall viel zu leise für Rock'n'Roll...

    Nun ja, In-Ear bedeutet auch, das er ein bissl Atmo bekommen muß...
    ...oder halt nicht ganz geschlossene Ohrhörer nehmen!

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • Janko
    Profi
    Beiträge
    318
    • 21. November 2003 um 23:34
    • #11

    Was macht ihr, dass ein MAX oder zwei nicht reichen? Sind die alle völlig taub? Klar gibts noch lauteres, aber ein "Säuseln im Walde" sind die Dinger ja auch nicht gerade?

    Janko, der sich schon ein bißchen wundert (und sein SPL Meter in Monitorworld nicht einschalten mag bei eueren Gigs *g*)

    "Lauter" ist nicht "besser"

  • stefankoch
    Beiträge
    160
    • 22. November 2003 um 12:31
    • #12

    Hi Monis,

    Ollfried

    Lustig wie viele Monileute die Band kennen, ich mache öfter mal den Monitor im Vertretungsteam. Irgendwie bewundere ich auch Deinen Mut,
    Deine ersten Schritte im Monitoring mit der Band zu sammeln. Aber Egal.
    Der Sound der Band ist generell sehr "dicht" und auch professionell laut.
    Generell solltest Du dein Augenmerk auf die elementaren Dinge legen.
    ( Vox auf Vollanschlag ), Kick stört die Voxe noch wenig, dann den Rest in Maßen. Beim Abhören über Wedge stell dir vor Du würdest das singen, also versuch dir vorzustellen ob das bei dem Mix möglich ist.
    Monitorplatz in möglichst großer Entfernung vom Drum aufbauen, sonst Mickymäuse, denn der Punch der Snare ist spektakulär. :D
    MD u. KB vielleicht auf separate Fills geben um die Signale zu trennen.

    Was das Material angeht kämpfst Du eh mit ziemlich stumpfen Waffen
    was die Sache irgendwie auch nicht vereinfacht. Wir hatten bei Ihnen immer komplett PS 15, was eigentlich easy war, ausser man läßt sich dazu verleiten komplexe Mixes zu "kreieren".

    Was die Anschaffung der Maxe angeht noch nen ernst gemeinter Tip. Unbedingt jeden Abend ne Kerze anstecken und beten, daß das nicht passiert. Der Max ist zwar von der Audioqualität her dem EV überlegen,
    aber er besitzt keine Durschlagskraft. Du wirst es bei der Combo nicht schaffen die Vocals über die Snare zu kriegen.

    Bis dann u. schönen Gruß an die Truppe

    Stefan

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