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Geht Lavalier live überhaupt stressfrei (für den Mischer)?

  • Meyerlein
  • 21. Oktober 2004 um 10:33
  • Meyerlein
    Beiträge
    248
    • 21. Oktober 2004 um 10:33
    • #1

    Hallo,

    geht Lavalier live überhaupt stressfrei (für den Mischer)? Ist zwar unauffälliger als Headset aber irgendwie bin ich da noch skeptisch bevor ich mir was zulege. Aber bei Karneval-VAs wird halt immer mehr danach gefragt. Da es da aber große Umgebungsgeräusche gibt und ich bisher mit meinen Headsets 100% stressfreie Arbeit am Pult hatte, versuche ich mich noch zu wehren.

    Was ist also zu beachten, wenn mir doch die Argumente ausgehen und ich keine andere Wahl habe?

    Gruss

    Meyerlein

  • Scorven
    Beiträge
    92
    • 21. Oktober 2004 um 10:47
    • #2

    Hy

    Also ich habe schon einige Faschings-VA's und auch andere mit Lavilier hinter mir und bin dann nach einiger Zeit zu Headsets über gegangen. Da ich sehr starke Probleme mit Rückkopplungen bekam und auch bei zwei Sprecher bei Sketschen oder der gleichen Probleme bekam wenn sich diese zueinander gewand haben oder sich zu Nahe kamen.
    Habes nie wirklich in den Griff bekommen und dann zu Headsets gegriffen.
    Das Problem ist ja das die meisten Akteure im kleineren Faschingsbereich keine bis nicht sehr viel Erfahrung mit Mikrofonen haben und sich dies in der bedienung bemerkbar macht. Und ein Headset ist halt mal da wo es hingehört und bleibt in der Regel auch dort.

    Gruß Sven

    +++Früher war alles besser, wir hatten doch nichts +++

  • nouve
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    291
    • 21. Oktober 2004 um 12:31
    • #3

    Volle zustimmung an Scorven. Wenn mehrere Lavalier sind, ist ein Horror mit Rückkopplungen. Hab 3 DPA 4061er gehabt, steige jetzt auch auf Headsets. Unmöglich sei es nicht aber sehr sehr aufwendig.
    MfG
    nouve

    wenn du nicht neugierig bist auf das,
    was hinter der normalen Realität liegt,
    mußt du schon eine verdammt langweilige Person sein

  • derautor
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    1.089
    • 21. Oktober 2004 um 12:33
    • #4

    Lavaliers musst Du immer vorher einpfeifen um sie einigermaßen laut zu bekommen, oftmals sogar mit parametrischen EQs, die schmalbandige Notchfilter können. Trotzdem wird ein Lavalier vor dem Brustkorb einem Headset im Mundwinkel klanglich immer unterlegen sein. Besonders krass fällt das auf, wenn Headset und Lavalier gleichzeitig bei verschiedenen Akteuren im Einsatz sind. Bei Karnevalsveranstaltungen bzw. VAs mit generell lauter Umgebung möglichst nur Headsets anbieten, ist einfach stressfreier und klingt besser.


    es grüßt

    derautor

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • wora
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    • 21. Oktober 2004 um 12:39
    • #5

    also wenn du dich ein bisschen in die theorie einliest, dann wirst du feststellen müssen das ein lavaliermikrofon so ziemlich die schlechteste variante einer abnahme eines sprechers (im selben raum mit den lautsprechern) ist.

    der grund:
    für schallquellen wie einen sprecher gilt das physikalische gesetz, das der schallpegel pro entfernungsverdopplung um 6dB abnimmt.

    wenn also ein kopfbügelmikrofon so etwa 3-4cm von der schallquelle (mund) entfernt ist, dann sind es beim lavaliermikro schon 20-30cm...
    da das nutzsignal mit dem headset also viel lauter ist, kommt es natürlich erst viel später zu einer rückkopplung.
    das bedeutet, das man das headset mit dem selben redner und der selben lautsprecheranlage theoretisch ca. 15-20dB lauter bekommt.

    lavaliermikrofone haben ihre berechtigung im fernsehen, dafür wurden sie ursprünglich auch erfunden.
    da die wiedergabe ja nicht im selben raum erfolgt sondern bei dir zu hause, sind dann so viele wände und auch einige kilometer zwischen deinem fernseher und dem mikrofon, so das es hier niemals zur rückkopplung kommen kann.
    unter diesen vorraussetzungen kann man auch mit einem lavaliermikrofon einen hervorragenden sound haben.

    es gibt aber situationen, wo man leider nicht mit normalen mikros arbeiten kann (z.b. der redner "will das nicht").
    dann muss man eben sehr sorgfältig darauf achten, das die lautsprecher möglichst geschickt aufgestellt werden und mit einem EQ muss man dann die feedbacks heftig bekämpfen.
    das hört sich je nach raum zum teil scheusslich an, es geht aber nicht anders.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Jochen Baltes
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    • 21. Oktober 2004 um 13:04
    • #6
    Zitat von "Meyerlein"

    Was ist also zu beachten, wenn mir doch die Argumente ausgehen und ich keine andere Wahl habe?

    Ich hab genau die andere Erfahrung gemacht: Immer mehr Künstler/Akteure akzeptieren mittlerweile Kopfbügelmikros trotz der schlechteren Optik.

    Ansonsten ist es wohl mit am wichtigsten, daß bei mehreren Lavaliers immer nur derjenige aufgezogen ist, der auch gerade spricht. Je nach Anzahl ist das über eine lange Zeit sehr stressig, gerade wenn man das Programm nicht kennt und immer blitzschnell reagieren muß, um den "richtigen" rechtzeitig aufzuziehen.

    Ich laß meistens alle Lavalier-Fader in "Warteposition" und ziehe nur denjenigen hoch, der gerade spricht. Klappt ganz gut und "Gain before Feedback" ist deutlich höher. Ich bin dann quasi ein genaueres Mehrfach-Gate :D Manchmal reagiert man einen Tick zu spät, aber dank der "Warteposition" der anderen Fader geht nichts ganz unter.

    Je nach Situation würde ich mich aber schlichtweg weigern, mit Lavaliers zu arbeiten, gerade bei Karnevalsveranstaltungen. Schließlich bekommst Du nachher (garantiert!) die Dresche, wenn keiner ein Wort verstanden hat.

    Gruß,

    Jochen

  • HMPF
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    • 21. Oktober 2004 um 13:44
    • #7

    Bei mehreren Ansteckern und Beschallung gibt es bei mir Gates mit etwa 10-20db, das ist mit einem 01V z.B. relativ leicht zu realisieren. Bei Beschallung sollte man vielleicht auch nicht unbedingt Kugel-Anstecker nehmen. Recht gute Erfahrungen habe ich mit dem MKE 40 von Sennheiser gemacht. Dieses wird dann möglichst weit oben, z.B. an der Kravatte befestigt. Der Nachteil dabei ist allerdings, dass man Kopfbewegungen deutlich in Pegelunterschieden merkt.
    Headset ist sicher die bessere Lösung, wobei den Akteuren oder Rednern oftmals ein Handmikro lieber ist als ein Headset, sofern sie nicht mit den Händen rumfuchteln müssen.

    "die Anlage sieht aus wie ein plattgefahrenes Ü-Ei"

    "Das Mikro ist kaputt, das pfeift nicht!"

  • rockline
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    • 21. Oktober 2004 um 15:15
    • #8

    Lavalier geht nur bei:

    dezentraler Beschallung
    konzentriert zuhörendem Publikum (Versammlung, Industrie, Gala)
    Analyzer(software) und sehr guten Equalizern

    ..........und einer gehörigen Portion Erfahrung im Job am Tisch.


    Mit Lavalier arbeite ich auch nur sehr ungern, wird aber im Industrie und Kabarettbereich häufig gefordert. Auch Podiumsdiskussionen mit vielen Teilnehmern funktionieren!
    Man muß sich grundsätzlich vor Augen halten, dass mit Lavalier "kein Brett" gefahren wird, sondern nur der Sprecher "in den Raum getragen" wird! Die Zuhörer müssen schon die Ohren aufstellen.
    Für Karneval ist das nichts.
    Stefan

  • HMPF
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    • 21. Oktober 2004 um 16:52
    • #9

    Doch, doch, funktioniert auch bei Karneval. Muss man das Lavalier halt ins Gesicht kleben! :)

    Was ich noch sagen wollte:
    Ich habe noch nie mit eine Analyzer-Geschichte irgendwo ein PA-Eingemessen. Weder Delays noch EQ´s. Und ich kann irgendwie nicht verstehen, warum mir hier jeder 2te erzählen will, dass es NUR so möglich ist.
    Ich habe nix gegen Analyzer, werde mir in nächster Zeit selbst eine Analyzerlösung (wahrscheinlich NTI) zulegen, aber ich kann nicht es nicht bestätigen, wenn jemand sagt, dass es anders nicht geht.

    "die Anlage sieht aus wie ein plattgefahrenes Ü-Ei"

    "Das Mikro ist kaputt, das pfeift nicht!"

  • TJK
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    • 21. Oktober 2004 um 16:59
    • #10

    Ich habe Anfang des Jahres das zweifelhafte Vergnügen gehabt eine Lesungstour zu betreuen, bei der auch Lavalier vom Kunden gewünscht war.
    Je nach Raum und Beschalung war das Ganze aufwändig bis katastrophal. Und wohl gemerkt hierbei hat es sich um eine Lesung gehandelt bei der die Zuhörer halbwegs leise und aufmerksam waren. Für eine Aktion wie Karneval, wo Gespräche etc. am Rand stattfinden ist definitiv ein Headset vorzuziehen.

  • guma
    Moderator
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    • 21. Oktober 2004 um 17:14
    • #11

    ... und für die ganz hartnäckigen Kunden, bei denen das headset unter "Zahnspange" läuft, gibt es ja auch noch das countryman "earset" da gibts dann wegen der Optik und dem Tragekomfort wirklich nichts mehr zu meckern !!!

  • Volker Holtmeyer
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    13
    • 21. Oktober 2004 um 17:28
    • #12

    Karneval mit Lavalier geht definitiv nicht!

    Ein Beispiel:

    Nehmen wir einen geübten Redner - der macht vielleicht so gute 80 dB in einem Meter. Das Lavalier-Mikro sei mal 20 cm vom Mund entfernt. Dann hätten wir am Mirkofon einen Pegel von:

    80 dB + 20 log (1/0,2) = 94 dB

    Das ist auch der Pegel den wir mit unserer Anlage maximal erreichen können - sonst koppelts. Es gilt ja der Pegel des Diffusfeldes - und der ist am Mikrofon genau so groß wie am Ohr des Zuhörers. (In der Regel sollte man für einen sicheren Betrieb 6 dB darunter bleiben. Verbleiben also in der Realität nur noch etwa 88 dB.)

    Um optimale Verhältnisse zu haben, müssten wir mit unserem Nutzsignal 20 dB über dem Störgeräusch liegen (mehr Abstand bringt keine Verbesserung, da die Modulation der Sprache etwa bei 20 dB liegt). Das bedeutet, dass der Störgeräuschpegel maximal 74 dB betragen darf.

    Erfahrungsgemäß liegt der Pegel eines "gut angeschiggerten Karnevalspublikum" bei 80 bis 85 dB. :(

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • schurik
    Gast
    • 22. Oktober 2004 um 01:45
    • #13

    es gibt ja noch mehr möglichkeiten, einen anstecker laut zu bekommen: dezentrale beschallung oder systeme die sehr gerichtet abstrahlen (z.b. linearrays), delays, pitchshifter , geräte wie den bss 901 und natürlich parametrische eq´s in verbindung mit analyzern die mehr können als terzband um möglichst schmalbandig ziehen zu können . in verbindung mit einem guten sprecher und entsprechendem mikrofon dann kann man auch "brett" fahren oder sogar ein instrument dazu spielen lassen.

    karneval ist natürlich zu vermeiden ;)

  • vsvo82
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    • 22. Oktober 2004 um 02:04
    • #14

    Hallo Schurik,
    ich mache ab sofort alles mit Lavaliers, wenn Du mir nen Sprecher besorgst, der ca 110 dB an Mikro liefert. Auf die insgesamt knapp 10dB, die Pitchshiftig, parametrische Filterung etc. liefern, pfeife ich dann.
    Letztendlich gehts doch immer um Nutzsiggnal = Sprecher<=>Störsignal= Umgebungslärm+PA Pegel am Schallaufnahmepunkt. Das ist das Mikro. Außer bei Spezialmikros gelten da zum Schaden eines jeden Beschallers leider die Logarithmen, mit denen Volker rechnet.

    Stage-Aid Newsletter hier:http://www.kirsch-veranstaltungstechnik.de/index_newsletter.php... Wer hat Lust, als Autor mitzumachen?

  • schurik
    Gast
    • 22. Oktober 2004 um 09:44
    • #15
    Zitat von &quot;vsvo82&quot;

    Hallo Schurik,
    ich mache ab sofort alles mit Lavaliers, wenn Du mir nen Sprecher besorgst, der ca 110 dB an Mikro liefert. Auf die insgesamt knapp 10dB, die Pitchshiftig, parametrische Filterung etc. liefern, pfeife ich dann.
    Letztendlich gehts doch immer um Nutzsiggnal = Sprecher<=>Störsignal= Umgebungslärm+PA Pegel am Schallaufnahmepunkt. Das ist das Mikro. Außer bei Spezialmikros gelten da zum Schaden eines jeden Beschallers leider die Logarithmen, mit denen Volker rechnet.


    und, was willst du damit sagen ?
    lavalier geht nur wenn der sprecher 110 db macht ?

  • 4Art
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    • 22. Oktober 2004 um 11:14
    • #16

    Für was soll ich in Bezug auf Lavaliermics (ich hasse die Dinger!!!!!!!!!!!!!!!) einen Pitchshifter einsetzen?? :shock: :shock:

  • Jeremy
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    • 22. Oktober 2004 um 11:24
    • #17
    Zitat von &quot;4Art&quot;

    Für was soll ich in Bezug auf Lavaliermics (ich hasse die Dinger!!!!!!!!!!!!!!!) einen Pitchshifter einsetzen?? :shock: :shock:

    Weil damit die Feedback-Schleife unterbrochen wird (dh. das Signal, das sich sonst in der Schleife einen Wolf rennt, wird bei jedem Durchlauf geringfügig verändert).

    Jeremy

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

  • 4Art
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    • 22. Oktober 2004 um 12:39
    • #18

    Aha. Danke für die Aufklärung eines Unwissenden. Bin ja nun doch schon eine mittlere Weile im Business - aber diese Lösung habe ich definitiv noch nie erlebt/gehört.

  • Jeremy
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    • 22. Oktober 2004 um 12:49
    • #19

    Das geht auch nicht wirklich gut. Es ist halt einer der Strohhalme, zu denen man greifen kann, wenn Lavalier eigentlich nicht geht, aber sein muss.

    Jeremy

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

  • Volker Holtmeyer
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    • 22. Oktober 2004 um 13:08
    • #20

    Bei einem Pitchshifter wird das Signal um weinige Hertz verschoben - aus 100 Hz werden dann z.B. 105 Hz (bei jedem weiteren Schleifendurchlauf gehts dann also wieder 5 Hz höher). Bei Sprache geht das recht gut, bei Musik leider überhaupt nicht.

    Man kann das ganze auch noch modulieren (was dann quasi ein Flanger ist). Funktioniert dann noch besser, klingt bei langen Vokalen aber manchmal etwas seltsam.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

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