Ich habe vor kurzem den Tip von einem Kollegen bekommen die PA auf die Posizion des Schlagzeugers zu Delay'en. jetz ist meine Frage wie sind dahingehen eure Erfahrungen ich werde das auf jeden Fall beim nächsten Gig mal ausprobieren.
PA an die Posizion des Schlagzeugers Angleichen???
-
-
Ja mache ich eigentlich immer und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Bringt einen differenzierteren, aufgeräumteren Sound im A/B Vergleich.
gruß
Jan -
ja, macht vor allem in kleinen settings sinn, wo du mit der PA nicht über das Schlagzeug drüberfahren kannst.
wenn du's probierst, dann nimm die snare als referenzsignal.
lg,
-
Mal ne dumme Frage, wie stellt man das Delay dann ein???
Wie berechnet man das dann, wenn z.B das Schlagzeug in der Mitte der Bühne auf nem Podest steht. Die Bühne 4m tief und 6m breit ist. Und die PA mit der Vorderkante der Bühne abschließt. Und wie stellt man dann delay bei Gesang, Gitarre Bass ein??? (bin nur schlagzeuger, der noch nie mit delay gearbeitet hat, aber es interessiert mich halt)mfg domi
-
du verzögerst das signal der pa um 4 meter (in dem fall) somit kommt der schall zu der zeit an der bühnenkante (vorderkante pa) an, an dem das signal auch die pa verlässt. somit bewegen sich die signale zusammen in richung publikum
-
Du benötigst auf jeden Fall einen Digitalcontroller für deine PA.
Die ungefähre Entfernung der lautesten Schallquelle auf der Bühne (hier: Snare) bis zur Bühnenvorderkante entspricht bei einer Bühnentiefe von 4 Metern ca. 3,5 Meter. Die Schallgeschwindigkeit beträgt ca. 344 m/s.
Also musst du deine PA um 3,5m / 344m/s = 10,2ms verzögern.Dies ist allerdings nur ein Anhaltswert. Natürlich kannst du, wenn du genau sein willst, mit Smaart o.ä. die passenden Zeiten messen.
Allerdings passen sowohl die gemessenen als auch die errechneten Zeiten streng genommen nur für 2 verschiedene Punkte im Raum. Trotzdem hilft es erfahrungsgemäß doch sehr, die PA (vor allem in kleinen Räumen) wie oben beschrieben zu verzögern.
-
Wenn man z.B. die Entfernung zwischen PA und Bassdrumfell mit einem Lasermeter misst (oder die Bühnentiefe abschreitet, sollte man die Latenz seiner Anlage kennen (bzw. messen), sonst stimmts nicht.
mfg
Kai -
und wenn kein lasermessgerät oder smaart vorhanden ist geht's auch mit dem guten ohr:
Lass den Drummer auf die Snare hauen - so ein Schlag pro Sekunde - und fahr dann die PA (noch unverzögert) langsam dazu, bis sie so gerade mal über dem akustischen Snaresignal ausmachen kannst und dann schraub mal langsam am Delay. Der Zeitpunkt an dem du es richtig erwischt hast ist der, wenn die Mischung Snare und PA auf einmal voller klingt. Gefühlsmässig gesagt verlierst du das Gefühl, dass die PA gegen das akustische Snaresignal "kämpft".
Viel Spass beim genauen Hinhören.
lg,
-
Geht das per Gehör? Aber nur im Freien, ohne Reflektionen. Und Änderungen +/- 3 ms kann man glaube ich nicht mehr auflösen, zumindest ich nicht :oops:
-
Und der arme Drummer bzw.Backliner
mfg
Kai -
timotimo: ja, geht per gehör. ob's das selbe ergebnis ist wie mit messprogramm sei mal dahingestellt, aber besser als nix wirds allemal.
kai: versteh ich nicht. die aktion dauert 2min, so oft wird der drummer wohl draufhauen können. und: wenn man in der liga spielt wo's backliner gibt, dann sollte wohl auch smaart zur verfügung stehen.
-
wenn der drummer keine lust hat, kann man als notbehelf auch eine test cd mit snare über den drum moni spielen lassen. evtl. noch etwas drehen, so das man ihn besser hört, und schon geht es ohne drummer.
noch besser ist dann aber eine cd mit klick oder einen ähnlich kurzen signal, und dann vom idealen ergebniss noch ein paar milisekunden zurücknehmen, falls der monior hinter dem drumset steht.das sollte auch gehen.
-
Eigentlich eine gute Sache, ich mache das unter bestimmtem Bedingungen auch gerne, aber:
Für ein gutes Ergebnis ist das deutlich komplizierter, als hier verschiedentlich dargestellt. Hier zunächst zwei Kernwahrheiten über die Laufzeitkorrektur zwischen zwei Schallquellen:
1. Für reale Beschallungen findet man fast immer Bedingungen vor, bei denen sich die Laufzeit mit der Zuhörerposition ändert.
2. Für alle Laufzeitkorrekturen zwischen Schallquellen gilt, dass die Laufzeit in den Raumebenen stimmen muß, in denen diese Schallquellen mit gleicher Lautstärke abstrahlen. d.h. umgekehrt in Bereichen in denen die Schallquellen sehr unterschiedlich laut abstrahlen, muss auch die Laufzeit nicht genau stimmen.
Für die Situation Laufzeit 'Schlagzeug unverstärkt' respektive 'Snare' als lautester Anteil gegenüber 'PA-Snare verstärkt' bitte mal folgendes Szenario durchspielen:
Wir stehen an der vorderen Bühnenkante in der Mitte. Die Snare steht 4 m senkrecht von der Bühnenkante genau in der Bühnenmittelachse. die PA steht auf der Bühnenvorderkante mit einen L-R Abstand von 10m, d.h. die nächste PA Box steht 5m von uns weg. Wir hören die Natursnare an dieser Stelle also 3 ms früher als die PA. Bewegen wir uns jetzt senkrecht von der Bühnenkante weg, so kommen wir an einen Punkt, von dem aus der Radius durch die Boxen und die Snare geht, d.h. die Entfernung Zuhörer - Boxen und Zuhörer - Snare ist gleich und der Gangunterschied 0 ! Bewegen wir uns nun noch weiter von der Bühnenkante weg, so nimmt der Laufzeitfehler wieder zu und zwar so, dass wir die Natursnare zunehmend später als die PA hören und zwar mit einer Annäherung gegen die 4m = 12 ms für den Zuhörerabstand gegen unendlich !! An dieser Stelle ist man nun geneigt, die Flinte ins Korn zu werfen und zu sagen: Alles Mumpitz, da der Laufzeitunterschied für jede Zuhörerposition unterschiedlich ist, gibt es gibt keine "korrekte Laufzeit"
Betrachten wir aber die Lautstärke, kommen wir zu einem ganz anderen Ergebnis: An der Bühnenvorderkante haben wir zwar besagten Laufzeitfehler, aber wir hören wahrscheinlich deutlich mehr Natursnare als unsere ( z.B. 1KHz 90° -6dB absrahlende ) PA. Wandern wir von der Bühnenkante senkrecht ins Auditorium, erreichen wir irgendwann einen Punkt, an dem die Natursnare die gleiche Lautstärke wie die "PA-Snare" hat. Ist dieser Punkt nicht zufällig gleich dem Punkt gleicher Entfernung, muss dies der Referenzpunkt für die Laufzeitkorrektur sein. Dort sollte also mit einer Impulsmessung gemessen und dann korrigiert werden.
Spielt man das für die Praxis mal durch, kommt man zu folgenden Ergebnissen:
Für ein Open Air mit Monster-PA spielt diese Korrektur keine Rolle, da die PA in allen Zuhörerpositionen viel lauter als die Natursnare ist. ( Ausnahme sehr lautes Drumfill oder Sidefill, das dann auch korrigiert werden muß. )
Interessant ist die Geschichte für größere Clubs und kleine Hallen vor allem dann, wenn der Punkt gleicher Lautstärke etwa in der Auditoriumsmitte ist.
Hintergrund für diese Option ist die von vielen Ingenieuren postulierte "virtuelle 0-Zeit-Referenz" auf der Bühne, die z.b. auch für Orchester in der Regel als "upstage center" angenommen wird. Für Rockbands stimmt diese Referenz mit der Snare als meist lautestes Instrument besonders gut. Für einen Frontsänger kann der so erzeugte Fehler in "seiner PA-Laufzeit" oft genau ein erwünschtes Delay im Präzedenzeffektbereich erzeugen und somit die Stimme vor die Band schieben.
Das Ganze funktioniert natürlich überhaupt nicht für:
-Hallen, die sehr laute Erstreflektionen erzeugen
-Sehr diffus laute Monitorsysteme
-Stereosetups mit weit auseinander stehenden PA-Seiten und nur geringer Auditoriumstiefe
- Snares, die sehr laut ins Frontvocalmikrophon übersprechen
-und vor allem nicht mehr bei sehr starken Lautstärkeänderungen am Masterfader !!!Alles Kappiert ???? :wink:
Meine persönliche Erfahrung:
Die Snare klingt präziser und der Gesang kommt tatsächlich manchmal besser vor die Band. -
Zitat von "guma"
der Gesang kommt tatsächlich manchmal besser vor die Band.
Das ist die Erfahrung die ich hierbei eigentlich immer gemacht habe. Und das war mir immer von Vorteil. Ich muss allerdings zugeben, dass ich hierbei Systemlatenzen nicht berücksichtigt habe. Allerdings empfand ich das Ergebnis MIT Verzögerung im A/B Vergleich an mehreren Hörpositionen IMMER besser als ohne.
gruß
Jan -
Asl nach der darstellung würde ich ja folgendes vorschlagen:
wir legen alle instrumente nach bühneposition gestaffelt auf subgruppen, und darauf jeweils ein anderes delay....
also mal im ernst, wir sollten mal wieder mehr anfangen unsren ohren zu trauen, also ich mache das immer so, da ja eh zuwenig zeit für den soundcheck ist, das ich ohne delay checke, dann bei einem song von der band gespielt das ganze mal probiere und verzögere, und wenn es besser klingt mach ich es.
manchmal mache ich auch nach dem SC noch den trick mit der cd, um ungefähr eine zeit im auge zu haben, falls ich später am abend probleme haben sollte.also abgesehen von aller theorie: macht die ohren auf!
-
Zitat von "mediennutte"
wir legen alle instrumente nach bühneposition gestaffelt auf subgruppen, und darauf jeweils ein anderes delay....
Wenn man das übrigens richtig macht, heißt es Deltastereophonie, kommt aus Neufünfland und ist ziemlich geil

Ansonsten finde ich das Vorgehen nach obigen Spielregeln und das bischen Smaarteln ziemlich einfach. Denken ist ja hoffentlich erlaubt. :wink:
-
Hi,
ihr bringt mich auf Ideen....
Normalerweise stell ich so pauschal 10..20ms ein, damit klingt der Chor einfach besser. Aber ich könnte zusätzlich mal probieren, die Instrumente noch um 10ms zusätzlich zu verzögern, dann müsste ja der Chor noch besser kommen....Tomy
-
Moin, allerseits
Meiner Einschätzung nach : Nehmt euch als Bezugspunkt für das Delay
die lauteste Schallquelle auf der Bühne. M.E. ist das bei bestimmten
Monitorleuten das Sidefill. Dann per Augenmaß die Meter schätzen und mit 3
multiplizieren und das in etwa am Delay in msec. einstellen.
Man kann das natürlich auch messen.
Wer Spaß daran hat, kann es natürlich auch genau nachrechnen. Besser klingen tuts aber in der Regel auch dann nicht...dauert aber länger und der
Kunde ist beeindruckt
Gruß -
Gut beschrieben.
Aber im heutigen Controller Zeitalter kann man sich mit 3*Meter schon ganz schön verrechnen.Tomy