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  • ADMIN
  • 8. Dezember 2007 um 11:15
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    • 24. August 2015 um 13:19
    • #5.481
    Zitat von "djobi"

    Statt umsonst und draussen Sepultura live zu sehen und Bier zu trinken.

    Zitat von "djobi"

    Machmal sollte man einfach nicht sofort "hier" rufen.


    Reicht ja schon... persönliche Prioritäten sind nie zu unterschätzen.

  • djobi
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    • 24. August 2015 um 13:24
    • #5.482
    Zitat

    persönliche Prioritäten sind nie zu unterschätzen


    Richtig. Ein voller Kühlschrank aber auch nicht.
    Ich muss aktuell noch 4stellig Kindergartenbeiträge bezahlen. Ist der Stadtkasse nach 2,5 Jahren doch mal aufgefallen. Ich hatte schon auf Verjährung spekuliert ...

    Biete: Zeitrafferaufnahmen, z.B. vom Konzert oder Bühnenaufbau
    zur Miete: TW Audio Sys One B30/T24, M15, Global 4 Punkt Truss, Le Maitre Trockeneisnebel, A&H GLD80, QU-24, ew100 1G8, Nexo PS10 + PS15
    aktuelle Gebrauchtgeräte

  • Seven
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    • 24. August 2015 um 14:09
    • #5.483

    FOH zwar vor der Bühne. Aber durch 2 Meter dicke Beton-Säule weder Sichtkontakt noch Direktschall von Bühne oder PA am FOH.
    Aber der Veranstalter hat sich gefreut, dass ca. 800 und nicht 775 Gäste damit einen optimalen Blick auf die Bühne hatten. Nachdem er nachhaltig
    energisch eine Platzierung zumindest nicht hinter dieser Säule verhindert hat. "Den Platz hab ich festgelegt und muss so gehen."

  • audiobo
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    • 24. August 2015 um 14:56
    • #5.484
    Zitat von "djobi"

    Richtig. Ein voller Kühlschrank aber auch nicht.
    Ich muss aktuell noch 4stellig Kindergartenbeiträge bezahlen. Ist der Stadtkasse nach 2,5 Jahren doch mal aufgefallen. Ich hatte schon auf Verjährung spekuliert ...


    Dann heißt das aber nicht IDN, sondern "...zum Glück habe ich Jobs." Und die Priorität (Kühlschrank füllen) hast du ja eben gesetzt.

    IPad-mischen hatte ich auch am Wochenende: Insgesamt 11 Monitorwege (7x Wedge + 4x IE) von der FoH-M7, die mit knapp 40 Kanälen belegt war. Das eigentliche IDN an der Geschichte war allerdings: Ich wusste es schon vorher und habe es wg. privatem Stress irgendwie im Kopf beiseite geschoben. Also selber schuld.
    Ging auch. War nur für den FoH-Sound ein wenig blöd, weil man beim Konzert nicht mehr beliebig im Kanal-EQ nachkorrigieren konnte/durfte, zumal nicht alle zusammen am Vortag einen Soundcheck machen konnten (Bläser und Streicher kamen erst am Konzertabend dazu).
    Dafür ging es gestern bei mir komplett Rechner/IP/IPAD/IT-frei vonstatten, trotz Q1+RIO und d&b-Hang... nur das 100m-CAT5 Kabel hat dank zusätzlich vorhandener 90m-Trommel dann eher sekundäre Beachtung erfahren... :D

    Ach ja - IDN: 4x 50m-FBAS-Kabel statt RGBHV (für das Gastpult) sowie 12-Kanal-Unterverteilung mit Kabel (CA-COM male -> CA-COM female), Auflösung XLR-male->CA-COM female und Auflösung CA-COM female -> XLR-male+Genderchanger XLR-female-female; finde den Fehler... :roll:

  • wora
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    • 24. August 2015 um 20:00
    • #5.485
    Zitat von "Seven"

    FOH zwar vor der Bühne. Aber durch 2 Meter dicke Beton-Säule weder Sichtkontakt noch Direktschall von Bühne oder PA am FOH.
    Aber der Veranstalter hat sich gefreut, dass ca. 800 und nicht 775 Gäste damit einen optimalen Blick auf die Bühne hatten. Nachdem er nachhaltig
    energisch eine Platzierung zumindest nicht hinter dieser Säule verhindert hat. "Den Platz hab ich festgelegt und muss so gehen."


    kein mensch braucht bei der veranstaltungsgrösse einen FOH platz, der satte 25 gästeplätze belegt!
    echt nicht. :wink:
    und wenn man mit den platzanforderungen entsprechend kompromissbereit ist, lässt sich auch der veranstalter drauf ein.
    wenn der veranstalter dann trotzdem auf dem schlechten platz beharrt, gibt es zwei lösungsmöglichkeiten:
    1. möglichkeit:
    wir installieren einen grossen bildschirm und eine kamera, auf dem man die bühne gut sehen kann. zusätzlich installieren wir an dem platz eine stereo-abhöre, da wir ja die PA nicht hören können. und dann benötigen wir natürlich noch einen monitormix, weil die künstler zu uns ja keinen kontakt aufnehmen können. dieser mehraufwand wird dann entsprechend abgerechnet.
    2. möglichkeit: job ablehnen.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • schallereignissortierer
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    • 24. August 2015 um 22:51
    • #5.486
    Zitat

    2. möglichkeit: job ablehnen.


    Aha :wink:

    Machen Sie das hauptberuflich oder verdient die Frau dazu?

  • wora
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    • 25. August 2015 um 01:49
    • #5.487
    Zitat von "schallereignissortierer"


    Aha :wink:


    hast du sowas noch nie gemacht?

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • madmax
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    • 25. August 2015 um 07:10
    • #5.488

    Also die Zeiten; wo ich auf jeder Hochzeit tanzen muss, sind längst vorbei.

    Wenn man auf biegen & brechen jeden Job annehmen muss, macht man was falsch.
    Glaube ich. :wink:

    Never stop a running System

  • tufkamar
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    • 25. August 2015 um 09:29
    • #5.489
    Zitat von "wora"

    kein mensch braucht bei der veranstaltungsgrösse einen FOH platz, der satte 25 gästeplätze belegt!
    echt nicht. :wink:


    Er spricht ja auch nicht von "belegen" sondern von "ungestörter Blick auf die Bühne" - und da sind 25 Leute gleich erreicht, die eben mehr FOH als Bühne sehen.

    ... und je nach Art der VA und der Eintrittspreisstruktur kann ich durchaus nachvollziehen, daß man als Veranstalter will, daß eben jeder gut sieht.

  • Seven
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    • 25. August 2015 um 10:25
    • #5.490

    Ich bin fest mit der Band unterwegs. Veranstalter besteht auf eigenem Vertragswerk oder der (gute) Gig kommt nicht zustande.
    Im übrigen hat die Band an selber Stelle schon häufiger gespielt und früher war der FOH auch noch da wo er hinsollte.
    Dieses Jahr nicht. Mit dem sehr guten technischen Dienstleister vor Ort hatte ich dann eine kurze und ernüchternde Diskussion.
    Die verdienen an dem Veranstalter über das Jahr gutes Geld und machen eben was er sagt. Sie diskutieren zwar, aber der Veranstalter
    lässt keine andere Meinung als seine zu.

    Klar könnte man sowohl als technischer Dienstleister und auch als Band den Auftrag liegen lassen. Aber im Ernst. Wer macht das schon,
    wenn Cash & Resonanz vom Publikum passen? Dumm ist leider, dass der Veranstalter so seine Bestätigung bekommt und es künftig
    immer wieder genauso machen wird.

    Ich habe dieses Jahr ca. 12 Stadtfeste hinter mich gebracht. Jedes Mal mit einem FOH im suboptimalen Bereichen. Es geht meistens. Aber
    Spaß machen oder gar ein Top-Ergebnis erzielen klappt so oftmals nicht. Seuche!

  • guma
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    • 25. August 2015 um 11:17
    • #5.491

    ... wobei die zu Grunde liegende "sonst macht's ein anderer" Erpressbarkeit vor allem unserem schwachsinnigen gesammtgermanischen Veranstaltungstechniküberangebot geschuldet ist, was wiederum Ursache für einen großen Teil der IDN Beiträge dieses Threads ist.
    Daher mein erster eigener IDN Beitrag:

    Ich brauche nicht ... Zu viele Veranstaltungsgerätschaften und Menschen, die glauben, diese bedienen zu müssen ... statt dessen einen Weg um Leute zu verhindern, die uns die "Du mußt Geld mitbringen um bei uns laut machen zu dürfen" Variante bescheren ... und aus dem gleichen Grund brauche ich auch viel weniger schlechte/unnötige Veranstaltungen .... :lol:

  • thieloliver
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    • 25. August 2015 um 11:58
    • #5.492

    Dieses Überangebot an Technik kommt vor Allem durch das Überangebot von "ausgebildeten" Fachkräften für Veranstaltungstechnik. Daran wird sich auch nichts ändern, solange de facto jeder Garagenverleiher "Fachkräfte" ausbilden darf und diese nach 3 Jahren Ausbeutung auf den Freelancermarkt schmeisst.

    Wenn dann bei den "Fachkräften" genügend Geld für ein X32 und ein paar gebrauchte Lautsprecher vorhanden ist gehts mit Dumping der nächsten Generation los. (wie soll jemand, der nix gelernt hat und nix kann auch sonst an Jobs kommen?)

    Meiner Meinung nach hilft da nur eine Regelung, die dafür sorgt, dass ausschließlich zum Eigenbedarf ausgebildet werden darf.
    Das heißt: Lehrlinge müssen mindestens 2 Jahre mit tariflich festgelegtem Gesellengehalt übernommen werden.
    Was meint Ihr, wie viele Firmen sich bei Dumpingpreisen sozialversicherungspflichtige Festangestellte leisten können?

  • guma
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    • 25. August 2015 um 12:51
    • #5.493

    Ja, das finde ich mal eine sehr gute und konstruktive Idee!

  • wora
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    • 25. August 2015 um 12:57
    • #5.494
    Zitat von "Seven"

    Ich bin fest mit der Band unterwegs. Veranstalter besteht auf eigenem Vertragswerk oder der (gute) Gig kommt nicht zustande.
    Im übrigen hat die Band an selber Stelle schon häufiger gespielt und früher war der FOH auch noch da wo er hinsollte.
    Dieses Jahr nicht. Mit dem sehr guten technischen Dienstleister vor Ort hatte ich dann eine kurze und ernüchternde Diskussion.
    Die verdienen an dem Veranstalter über das Jahr gutes Geld und machen eben was er sagt. Sie diskutieren zwar, aber der Veranstalter lässt keine andere Meinung als seine zu.

    Klar könnte man sowohl als technischer Dienstleister und auch als Band den Auftrag liegen lassen. Aber im Ernst. Wer macht das schon, wenn Cash & Resonanz vom Publikum passen? Dumm ist leider, dass der Veranstalter so seine Bestätigung bekommt und es künftig immer wieder genauso machen wird.

    wie gesagt, es gibt für dieses problem ja auch technische lösungsmöglichkeiten. wenn er partout verlangt, dass man an einem platz aufbaut, an dem man weder was hört noch etwas sieht, muss man dieses problem eben mit lösungsansätzen umgehen.

    Zitat von "Seven"

    Ich habe dieses Jahr ca. 12 Stadtfeste hinter mich gebracht. Jedes Mal mit einem FOH im suboptimalen Bereichen. Es geht meistens. Aber
    Spaß machen oder gar ein Top-Ergebnis erzielen klappt so oftmals nicht. Seuche!


    ja, das ist definitiv eine seuche!
    und ich kämpfe dagegen an, wo immer ich kann! leider scheine ich da aber ziemlich alleine zu sein, die meisten ergeben sich einfach in ihr schicksal...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • wora
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    • 25. August 2015 um 13:07
    • #5.495
    Zitat von "guma"

    ...
    Daher mein erster eigener IDN Beitrag:

    Ich brauche nicht ... Zu viele Veranstaltungsgerätschaften und Menschen, die glauben, diese bedienen zu müssen ... statt dessen einen Weg um Leute zu verhindern, die uns die "Du mußt Geld mitbringen um bei uns laut machen zu dürfen" Variante bescheren ... und aus dem gleichen Grund brauche ich auch viel weniger schlechte/unnötige Veranstaltungen .... :lol:

    Zitat von "thieloliver"

    Dieses Überangebot an Technik kommt vor Allem durch das Überangebot von "ausgebildeten" Fachkräften für Veranstaltungstechnik. Daran wird sich auch nichts ändern, solange de facto jeder Garagenverleiher "Fachkräfte" ausbilden darf und diese nach 3 Jahren Ausbeutung auf den Freelancermarkt schmeisst.

    Wenn dann bei den "Fachkräften" genügend Geld für ein X32 und ein paar gebrauchte Lautsprecher vorhanden ist gehts mit Dumping der nächsten Generation los. (wie soll jemand, der nix gelernt hat und nix kann auch sonst an Jobs kommen?)

    Meiner Meinung nach hilft da nur eine Regelung, die dafür sorgt, dass ausschließlich zum Eigenbedarf ausgebildet werden darf.
    Das heißt: Lehrlinge müssen mindestens 2 Jahre mit tariflich festgelegtem Gesellengehalt übernommen werden.
    Was meint Ihr, wie viele Firmen sich bei Dumpingpreisen sozialversicherungspflichtige Festangestellte leisten können?


    genau diese entwicklung mit den freelancern habe ich ja schon seit jahren vorhergesagt. und natürlich nicht nur ich.
    den frisch ausgebildeten fachkräften kann man das nicht vorwerfen, die müssen ja irgendwie ihre brötchen verdienen.
    und mit wenig berufserfahrung und wenig bekanntheit kann man eben nur über einen sehr günstigen preis an jobs kommen. und da unsere branche ohnehin seit jeher eher belächelt als ernst genommen wird, gehen die preise eben immer weiter nach unten.
    da sind wir in vielen bereichen (vor allem stadtfeste) schon lange bei preisen angekommen, die einfach nicht mehr auskömmlich sind. man muss also geld investieren, um beschallen zu "dürfen"! so ein schwachsinn, aber so ist das eben in der marktwirtschaft, die ihre besten zeiten hinter sich hat.
    man müsste mal versuchen in ein lebensmittelgeschäft (oder tankstelle, oder bäcker, oder fliesengeschäft, oder, oder, oder... zu gehen, um dort zu sagen man möchte heute mal umsonst einkaufen! oder der stadt mal einen strafzettel zurückzugeben mit den worten: "sorry, ich kann mir das gerade nicht leisten, weil ich immer noch das material für euer stadtfest abbezahlen muss"

    ich würde zu der thematik gerne mal eine stellungnahme der ausbildenden schulen hören. in meinem bekanntenkreis gibt es da einen lehrer, den muss ich echt mal fragen.

    die idee mit der bindung der ausgebildeten kräfte an den betrieb für eine gewisse zeit halte ich ebenfalls für eine klasse idee. das würde so manchen betrieb zwingen, mehr geld für die veranstaltungen zu verlangen - von denen es ohnehin viel zu viele gibt.
    ob und wie sich sowas umsetzen lässt, entzieht sich allerdings meiner kenntnis.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Knallscharsche
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    • 26. August 2015 um 11:17
    • #5.496

    Nun da müsste von einer Gewerkschaft eine Übernahmeregelung erkämpft werden. In der Metallindustrie müssen die Lehrlinge meines bescheidenen wissens (das nicht so furchtbar aktuell ist) ein Jahr befristet beschäftigt werden nach erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung. Allerdings gibt es da auch die ein oder andere Hintertür.

    Mir ist noch keine Signatur zugelaufen....

  • billbo
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    • 26. August 2015 um 14:34
    • #5.497

    Sehen wir's mal etwas differenzierter: wir haben zweifelsohne ein (gewaltiges) Überangebot an Technik. Aber haben wir tatsächlich auch ein Überangebot an (wirklich qualifiziertem) Personal? Haben wir m. E. nicht!
    Bands, Agenturen und große Technikdienstleister haben längst begriffen, dass es nicht auf Material oder Logos ankommt, sondern auf die Skills des Bedienpersonals. Demzufolge buchen sie die wirklich guten Leute oft Monate im Voraus – der Personalstamm für eine Tour z. B. steht häufig schon bevor die Tour überhaupt konkret zu Ende gebucht ist. Und es gibt 'Stosszeiten', da fliegen Tonler/ Lichtler/ Backliner für einen Einzelgig ein paar tausend km um die Welt, weil der örtliche 'Markt' an erwiesen fähigen Crewleuten komplett leergefegt ist. Ein System, welches Flexibilität und Vertrauen auf beiden Seiten voraussetzt – und solches lässt sich nicht verordnen, das muss sich über viele Jahre entwickeln.
    Für die, die durchgehalten, sich hochgearbeitet und einen Namen gemacht haben, funktioniert das System sehr ordentlich. Für das Heer der namenlosen Fachkräfte natürlich (noch) nicht. Aber 'Fachkraft VT' kann maximal die Grundschule des Berufslebens sein; ausreichend allenfalls für 40 Jahre Kabel wickeln, Kisten schieben, Gerüststangen sortieren, Umsonstunddraußenjobs abarbeiten oder Konferenzbestuhlung auf Reihenbestuhlung umbauen. Wer mehr will muss auch mehr machen. Sich spezialisieren, nach Marktlücken suchen, geschäftlich aktiv werden, in 18Std.- Knüppelschichten zeigen was er drauf hat, bereit sein dorthin auszuwandern, wo die Musik spielt – es gibt so viele mögliche Wege wie Marktteilnehmer.
    Das Prinzip ist überall das gleiche, ob bei den Böhsen Onkelz oder bei der Volkswagen- AG; und auch keineswegs auf unser Berufsfeld beschränkt: jammern und/ oder nach gesetzlichen Regelungen rufen nützt auf Dauer nichts. Ausdauer/ Eigeninitiative schon.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    Nachtrag: im Handwerk gab/ gibt es die schöne Tradition des 'auf die Walz Gehens'. Also ziemlich genau das Gegenteil dessen, was hier gefordert wird. Das hat jahrhundertelang prima funktioniert. Zufall? :wink:

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • thieloliver
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    • 26. August 2015 um 17:43
    • #5.498

    Gerade im Handwerk gabs ganz klare und über Jahrhunderte entwickelte Regeln wer, wo und nach welcher Zeit und vor Allem mit welcher Qualifikation ein Geschäft aufmacht.
    Ich persönlich komme nach 29Jahren in dem Job gut klar und habe genug zu tun.
    Allerdings habe ich in den Neunzigern mit wesentlich weniger Investitionsaufwand gerade im Dorffest/Coverkapellengeschäft ordentlichst Geld verdient. Das ist komplett vorbei. Der Markt ist völlig zerstört. Das wäre im vernünftig regulierten Handwerk sicher nicht passiert...

  • billbo
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    • 26. August 2015 um 21:50
    • #5.499

    Diese Erfahrung teilen wir durchaus. In den 90ern (und erst recht dem Jahrzehnt davor) war es recht einfach, mit ein bisschen Standardmaterial, Bastelei und persönlichem Einsatz gutes Geld zu verdienen. Wir fanden das toll – die alteingesessenen Festplatzbeschaller aus dem Umfeld Rundfunk/ 100V/ Radio + Fernsehhandwerk, die wir damit aus dem Markt fegten, weniger.
    Heute, in Zeiten des totalen Materialoverkills, wo der Aufwand für Betreiben/ Lagern/ Entsorgen nicht selten höher ist als der für die Anschaffung, ist das Geldverdienen mit Material eben nicht mehr so einfach. Das Leben ist ein ständiger Lernprozess - ich musste mir z. B. irgendwann eingestehen, dass bei mir Ehrgeiz und geschäftlicher Biss nicht ausreichten, um auf Dauer erfolgreich ein komplexes Unternehmen führen zu können. Weil ich das rechtzeitig erkannt und mich auf meine Stärken und bestimmte Marktnischen konzentriert habe, geht’s mir heute trotzdem gut. Und ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch solche oder ähnliche Erfahrungen in seinem (Berufs-)Leben machen muss. Davor schützen auf Dauer keine noch so gut gemeinten Regulierungsversuche.

    Hab' die Tage ein schönes Gespräch mit einem Backlinekollegen gehabt. Der ist keine Fachkraft für irgendwas, besitzt keine Scheine für irgendwas, keine PSA, außer seinem persönlichen Werkzeugkoffer kein eigenes Material, nicht mal einen eigenen PKW (dafür einen Trecker :D). Aber der ist ausgebucht bis Herbst 2016 und reist mit Lufthansa Senator Card (danke für die Einladung in die Businesslounge 8) ) – einfach weil er bekannt dafür ist, zuverlässig und selbständig auch unter teils widrigen Bedingungen einen super Job abzuliefern.

    Geht also auch heute noch.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • wora
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    • 26. August 2015 um 23:28
    • #5.500
    Zitat von "billbo"

    ...wir haben zweifelsohne ein (gewaltiges) Überangebot an Technik. Aber haben wir tatsächlich auch ein Überangebot an (wirklich qualifiziertem) Personal? Haben wir m. E. nicht!...

    doch. na ja... eigentlich nicht, aber trotzdem doch. 8)
    das problem dabei kann ich erklären:
    in der letzten zeit habe ich doch einige angebote für veranstaltungen geschrieben, bei denen ich an die eigene grenze des geldverdienens gehen musste. und obwohl ich wirklich günstig angeboten habe, gab es firmen, die noch deutlich günstiger waren als ich, und zwar für die (auf dem papier) gleiche leistung.
    ein paar dieser veranstaltungen habe ich mir dann angesehen und musste feststellen, dass dort tatsächlich keineswegs schlechteres oder viel weniger material am start war, nein, das war meist wirklich in ordnung.
    aber: dafür war ganz offenbar nur schlecht ausgebildetes personal am start. was ich da schon an pfusch gesehen und gehört habe, geht auf keine kuhhaut. der sound war oft unterdurchschnittlich bis sehr bescheiden, die "lichtshow" war manchmal so ne art blinkender lampenladen. und der bühnenservice für die musiker war, wie nicht anders zu erwarten, ebenfalls unterdurchschnittlich.
    das problem: der kunde war meist trotzdem zufrieden, weil er gar nicht wusste dass man einige sachen durch fachmännisches vorgehen hätte viel besser machen können. denn es gab ja keinen A/B vergleich! :wink:
    und genau da liegt meines erachtens das problem: wenn der job mal weg ist, dann bleibt er meist auch weg. die geschichten von völligem versagen einer VA firma sind leider sehr selten, meistens geht es ja irgendwie. und selbst wenn es den ganzen abend über immer wieder pfeift: die leute werden immer unkritischer - die schlecht klingende VA ist eben mittlerweile sozusagen zum standard geworden!
    die schlecht bezahlten aufträge kommen IMHO doch auch davon, dass heute zu viele leute auf dem markt sind, die sich den kuchen teilen müssen. sie müssen schlecht bezahlte jobs annehmen, ob sie wollen oder nicht. so gesehen finde ich es schon hilfreich, wenn hier auch mal vorschläge kommen, wie man diese "manpower-schwemme" ein bisschen eindämmen könnte.

    unsereiner wird sich seine jobs natürlich trotzdem noch sichern, irgendwie. wir haben uns unsere guten namen schliesslich schon erarbeitet und ich für meinen teil werde auch in zukunft alles dafür tun, die qualität meiner arbeit gemäßß meines guten rufes ganz oben zu halten. trotzdem werde z.b. ich in kürze etwas ändern, und zwar gravierend. dann können mich die stadtfest-fuzzis mal kreuzweise ;)
    aber wir müssen auch mal ein bisschen an den nachwuchs denken. die brauchen ja auch mal ne chance. natürlich, auch dort wird sich der eine oder andere hervortun und nach oben arbeiten, aber die zeiten haben sich definitiv deutlich verschlechtert, was das auskömmliche arbeiten angeht.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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