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Heutige Schulbildung

  • Romberg
  • 26. März 2008 um 07:14
  • Jeremy
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    • 26. März 2008 um 15:38
    • #21

    Das Problem beim momentanen Wandel der Ausdrucksweise vom halbwegs vernünftigen Satz hin zur "krassen" Jugendsprache liegt meiner Einschätzung nach auch darin, dass vielen der Unterschied zwischen dem auf Papier gedruckten bzw. geschriebenen und dem in ein Chat-Fenster reingehackten Wort nicht klar ist. Man ist ja immer noch der Ansicht, dass man nur das, "was man schwarz auf weiß besitzt, getrost nach Hause tragen kann". Und schon gibt man sich, wenn überhaupt, nur dann halbwegs Mühe, wenn das Ergebnis des eigenen Geschreibsels letztlich auf Papier landet, nicht jedoch bei einem vermeintlich flüchtigem Medium wie der ganzen Chat-Web2.0-Community-Foren-Angelegenheit.

    Leider haben Internet-Dienste wie Google, Yasni, MyFace und dergleichen die Situation auf den Kopf gestellt. Ich hätte weniger Sorgen, mich einem Blatt Papier anzuvertrauen, das dann in irgendeinem Aktenordner landet, wo es im Lauf der Zeit vergessen wird und zu Staub zerfällt, als das gleiche ins Internet zu schreiben. Wenn es ein Medium gibt, das nicht flüchtig ist, dann dieses hier. Und irgendwann mal bekommt man alles, was man jemals ins Netz gestellt hat, wieder aufgetischt, und das Ergebnis davon wird dramatischer ausfallen, als wenn man sich die sprichwörtlichen alten Fotos mit den großen Koteletten und den blumenbestickten Schlaghosen anschaut.

    Vielleicht ist ja diese Warnung in den Wind geschrieben, aber: Es mag ja jedem Einzelnen, der sein Gegenüber gewohnheitsmäßig als "Alda" oder in der Gruppe als "Leutz" bezeichnet, bei dem etwas nicht "funktioniert", sondern "funzt", der sich nicht mit "Material", sondern bloß mit "Mat" abgibt, völlig egal sein, was das für einen Eindruck macht. Schade ist bloß, dass es vielen Leuten, die über das weitere Fortkommen der Generation "cool&krass" ein gewaltiges Wörtchen mitzureden haben, eben nicht egal ist.

    --
    Jeremy

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

  • christian jentschke
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    • 26. März 2008 um 15:48
    • #22

    "Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."
    (Aristoteles 384-322 v. Christus)

    "Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."
    (Sokrates 470-399 v. Christus)


    Einfach mal drüber nachdenken...

  • F.A.Bi.A.N.
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    • 26. März 2008 um 15:52
    • #23

  • Reini
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    • 26. März 2008 um 17:00
    • #24
    Zitat von "Jeremy"

    Das Problem beim momentanen Wandel der Ausdrucksweise vom halbwegs vernünftigen Satz hin zur "krassen" Jugendsprache ...

    bei uns nennt mann die Sprache "Kanackendeutsch" :oops:

    Zitat von "Tobias Zw."

    Zugegebenermaßen bin ich eine unsoziale Ratte, aber ich bin ganz entschieden der Ansicht, dass man seine Ansprüche nicht am Angebot ausrichten muss, sondern umgekehrt. Wenn ich nicht lange genug tauchen kann, kann ich kein Kampfschwimmer werden - aus offensichtlichen Gründen. Warum muss denn dann jeder das Abitur bekommen? Das einzige, was daraus längerfristig resultiert, ist, dass die Bildungsabschlüsse inflationär abgewertet werden und ihren Stellenwert verlieren. Schon heute ist das Abitur die Mittlere Reife von gestern und (wahrscheinlich) der Hauptschulabschluss von morgen.


    in den letzten Jahren/Jahrzente ist der Wandel, dass
    Das Gymy mutierte in den letzten Jahre zur besseren Realschule
    Die Realschule mutierte zur etwas besseren Haupschule
    Die Hauptschule wurde zur Sonderschule
    Die Sonderschule bekommt dann noch all den Rest.....

    Mein Sportkollege hat ein Handwerksgeschäft. Die Lehrlingsuche hat er für sich neu definiert. Der Lehrling, so sagt er, braucht nicht unbedingt einen Schulabschluß, ganz im Gegenteil, für Ihn sind ganz entscheidente Faktoren, dass der zukünftige Lehrling eine gutes Äusseres=Auftreten hat, sprich den Kundschaft gegenüber die Höflichkeitsflosskeln aus dem EffEff beherrscht, das der neue Lehrling DEUTSCH kann und zwar in Wort und Schrift; zu guter letzt soll der Lehrstellenbewerber 1 Woche mit auf die Baustelle zum vorarbeiten. Lernbereitschaft etc. muss ich jetzt nicht noch niederschreiben.

    Ich für mich, hatte mir gedacht, dass dies evtl. auch ein guter Weg sein kann um neue Fachkräfte heranzuziehen. Den ein oder anderen wird es schon geben, der einfach keinen Bock auf die Schule hatte (so wie ich z.B.) und lieber zum arbeiten ging/geht; oder einer der einfach wärend der Schulzeit in der Masse unterging, weil seine Fähigkeiten nicht gefordert wurden........
    und früher gab es auch schon "inschennjöre" :wink:

    http://www.hifi-reini.de/News.htm

  • Reini
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    • 26. März 2008 um 17:15
    • #25

    ....ein weiteres Problem sehe ich darin, dass Handwerksbetriebe, Kleinbetriebe und der Mittelstand in Deutschland nicht die notwendige Aufmerksamkeit von stattlicher Seite bekommen, welche Großkonzerne genießen.

    Dass es unsere Banken den Kleinbetrieben unheimlich schwer machen, wenn nicht teilweise sogar aussichtlos.....

    Also muss wiederum Jeder schauen wo er bleibt... das hat zur Folge, dass gewisse Bevölkerungsschicht/Leute einfach auf der Strecke bleiben, welche vor (ich sag jetzt mal einfach frei raus) etwa 25 Jahren noch in irgendeiner weise mitgzogen wurden. Nun sind wir wieder soweit, wie hier schon erwähnt, dass diese Bevölkerungsschicht, keine Ziele hat........ warum sollen die sich auch anstrengen, wenn ich keine Perspektive habe....
    Auch schon hier erwähnt wurde, dass es "Vielen" Vieles viel zu einfach gemacht wird.........

    http://www.hifi-reini.de/News.htm

  • mringhoff
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    • 26. März 2008 um 18:07
    • #26
    Zitat von "Christian Jentschke"

    "(...)(Aristoteles 384-322 v. Christus)
    (...)(Sokrates 470-399 v. Christus)
    Einfach mal drüber nachdenken...

    Klare Sache: Griechenland hatte seine Hochkultur vor laaaanger Zeit...

    Und bei den alten Römern war es nicht anders:
    Irgendwann kam der Luxus und die folgenden Generationen hatten keine Lust mehr auf die Tugenden, sondern eher auf Genuss. Dann kam der Untergang...

    Tja, nun ist halt mal Deutschland dran.... :)

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  • unknown_artist
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    • 26. März 2008 um 18:18
    • #27
    Zitat von "Chris Romberg"


    Rechne mir aus 119euro die MwSt raus = 87,63€
    Wieviele Bundesländer hat Deutschland? = 12
    Wie heißen die Bundeslander? Dänemark,Polen,Tschechien, Belgien, Lichtenstein, Niederlande......
    Wie hoch ist die derzeitige MwSt.? 16%


    Solche Sachen werden an Schulen auch nicht bevorzugt beigebracht, Faktenwissen tritt in den Hintergrund. Bestes Beispiel ist der Geschichtsunterricht, früher mehr Auswendiglernen von Daten, heute vielmehr das kritische Auseinandersetzen mit Quellen, um selbst Zusammenhänge beurteilen zu können.
    Und um es noch mal ganz klar zu sagen, die Leute mit einer allgemeinen Hochschulreife sind dafür ausgebildet worden um ein Studium zu beginnen, und da sind andere Fähigkeiten gefordert.
    An einem beruflichen Gymnasium sollte soetwas allerdings anders aussehen...
    Die Mehrwertsteuer hätte dir allerdings jeder mit Abi rausrechnen können den ich kenne, aber da gibt es ja bekanntlich regionale Unterschiede.


    Zitat

    Das Gymy mutierte in den letzten Jahre zur besseren Realschule


    Unsinn, erkundige dich mal was für Aufgaben im NRW Zentralabi drankamen, und dann zeig mir den Realschüler, der das nur ansatzweise lösen kann.
    Habe dir grade mal was rausgesucht, ähnlich sah die Analysis-Aufgabe bei uns damals auch aus...
    http://www.mathabi.de/LkInf/aufgli2.htm

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • christian jentschke
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    • 26. März 2008 um 18:20
    • #28
    Zitat

    Klare Sache: Griechenland hatte seine Hochkultur vor laaaanger Zeit...

    Und bei den alten Römern war es nicht anders:
    Irgendwann kam der Luxus und die folgenden Generationen hatten keine Lust mehr auf die Tugenden, sondern eher auf Genuss. Dann kam der Untergang...

    Tja, nun ist halt mal Deutschland dran.... :)

    Ich hatte eigentlich eher gehofft, mit diesen Zitaten deutlich machen zu können, dass sich das Gejammer über die nachfolgende Generation wie ein roter Faden durch sämtliche Zeitalter und Kulturkreise zieht. Deswegen sollte man den ein oder anderen Stammtischspruch hier vielleicht doch eher steckenlassen uns sich lieber an seine eigene Jugend erinnern. Vielleicht würde ich das ganze auch nicht so entspannt sehen, wenn ich selber ausbilden müsste, aber der Untergang des Abendlandes ist meiner Meinung nach noch nicht ganz so nah, wie manche Autoren hier befürchten...

  • mringhoff
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    • 26. März 2008 um 18:29
    • #29
    Zitat von "Reini"

    ....Nun sind wir wieder soweit, wie hier schon erwähnt, dass diese Bevölkerungsschicht, keine Ziele hat........ warum sollen die sich auch anstrengen, wenn ich keine Perspektive habe....
    Auch schon hier erwähnt wurde, dass es "Vielen" Vieles viel zu einfach gemacht wird.........


    Das ist ein Teufelskreis.
    Einerseits will man Leute eine Perspektive geben, indem man sie eine Abschluss machen lässt, andererseits sinkt halt hiermit das Niveau...

    Insgesamt ist das ein gesellschaftliches Problem.
    Die Schule wird bei vielen Leuten mehr als Kampfstätte gesehen. Und zwar Lehrer gegen Schüler. Und Schüler untereinander. Man hat seine Freundescliquen, und da gelten oft gute Noten und Lernwille als uncool und man wird als Streber verachtet.
    Nur wenige lernen dort für das sprichwörtliche Leben, sondern einfach nur auf die nächste Prüfung. Ist ja auch naheliegend. Das notenbezogene Durchmogeln bis zum Abschluss wird auch einfacher, seitdem die Schüler erkannt haben, daß Rechtsanwälte und Eltern hier mithelfen.
    Ein Lehrer hat inzwischen lange nicht mehr den Respekt, den er noch vor 20-30 Jahren hatte.

    Im Ausland erlebt man oft das Gegenteil.
    Gute Leistung wird auch von den Schülern selbst anerkannt, man motiviert sich gegenseitig und man weiß, daß es enorm wichtig ist, eine gute Bildung zu haben.
    In manchen Ländern "darf" man zur Schule gehen. Das hat dann einen ganz anderen Wert.

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  • mringhoff
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    • 26. März 2008 um 18:37
    • #30
    Zitat von "Christian Jentschke"


    Ich hatte eigentlich eher gehofft, mit diesen Zitaten deutlich machen zu können, dass sich das Gejammer über die nachfolgende Generation wie ein roter Faden durch sämtliche Zeitalter und Kulturkreise zieht.


    Ich weiß, daher auch meine Anmerkung :)
    Wer das genauer liest, wird merken, daß diese Kritik an die Nachfolgegeneration erst dann auftritt, wenn der Kulturkreis den Zenith überschritten hat. Also offenbar nicht unbegründet...

    Zitat von "Christian Jentschke"

    ...aber der Untergang des Abendlandes ist meiner Meinung nach noch nicht ganz so nah, wie manche Autoren hier befürchten...


    Nun, das auch wieder nicht :)
    Aber wer nun einfach über ein paar Jahrzehnte reflektiert, dem fallen einfach Entwicklungstendenzen auf. Beispielsweise als fehlendes Grundwissen bei den Einstellungsgesprächen oder ganz offiziell als Pisastudie....

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  • Reini
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    • 26. März 2008 um 18:59
    • #31
    Zitat von "unknown_artist"


    Unsinn, erkundige dich mal was für Aufgaben im NRW Zentralabi drankamen, und dann zeig mir den Realschüler, der das nur ansatzweise lösen kann.
    Habe dir grade mal was rausgesucht, ähnlich sah die Analysis-Aufgabe bei uns damals auch aus...
    http://www.mathabi.de/LkInf/aufgli2.htm

    Wenn ich sehe, wer da so alles auf's Gymy geht, dann frage ich mich manchmal wie die da durchkommen........

    http://www.hifi-reini.de/News.htm

  • benjamin bruns
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    • 26. März 2008 um 19:06
    • #32
    Zitat von "Reini"

    bei uns nennt mann die Sprache "Kanackendeutsch" :oops:

    Um das kurz mal ins Bewusstsein zu rufen und nicht um Dich, Reini, "anzumachen":

    Das Wort Kanake steht der Wortbedeutung nach für "Mensch" aus dem polynesischen.
    Für mich hat dieses Wort durch dieses Wissen viel Reiz verloren. Beschäftigt habe ich mich damit, weil auch in meinem örtlichen Umfeld dieses "Kanackendeutsch" und insbesondere das Wort Kanake als Beleidigung genutzt wird/wurde.

    Nur mal so als Seiteneinwurf.

    Und kurz zum Thema.
    Die Handwerker und auch Schüler (sowohl ganz junge als auch schon ältere) die ich so kenne sind zum größten Teil intelligente Jungs und Mädels. Die meisten von Ihnen sind schlau genug sowohl eine Ausbildung zu finden als auch diese zu schaffen. Manche mit Rechtschreibproblemen, andere mit Mathematischen Schwächen. Wieder andere ohne besondere Schwächen oder auch keiner herausragenden schulischen Fähigkeit.
    Auch mit einem Hauptschulabschluß ohne die Mittlere Reife kann man was werden (sogar Meister).
    Leider kann ich es nicht aus Sicht eines Prüfungsauschußes beurteilen aber ich denke das hier doch zu schwarz gemalt wurde.

    Was für mich am stärksten ins negative Rutscht ist die soziale Bildung vieler Kinder und Jugendlicher (siehe "Kanackendeutsch"). Und die Gründe und Auswirkungen sind wirklich sehr vielfältig und komplex.
    Eine Auswirkung die ich mit als stärkste beobachte ist das verschwinden jeglicher Motivation etwas erreichen zu wollen. Ziellosigkeit würde ich es mal nennen.

    Gruß
    Ben

    Benjamin Bruns
    32832 Augustdorf

  • jimmy_punk
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    • 26. März 2008 um 19:33
    • #33

    gude,

    nun, ich will an dieser Stelle garnicht wirklich tief in die Diskussion einsteigen, sondern nur ein kleines Beispiel liefern, dass das Problem wirklich auf beiden Seiten existiert.
    Klar ist es dramatisch, wenn 119€ - MwSt. = 87Euro-irgendwas ist. Das erlebe ich derzeit nahezu jeden Tag.
    Ich bin Azubi für Systeminformatik bei dem fünftgrössten Automobilzulieferer weltweit, habe schon 8 Semester Mathestudium hinter mir und ein absolut durchschnittliches Abitur (kein Geheimnis: 2,7). Mein Studium ist vorbei, weil ich mein Vordiplom nicht bestanden habe - ihr dürft darüber denken was ihr wollt, und Azubi bin ich weil ich keine Lust mehr auf theoretischste Vorlesungen hatte.

    Das kleine Beispiel: als Azubi bin ich verpflichtet die Ausbildungsnachweise regelmässig zu führen. Wissen alle, die ausbilden oder ausbilden dürfen. In der Berufsschule, wo man den einen oder anderen Azubi aus anderen Betrieben trifft erfährt man dann solche Dinge wie:

      - wir schreiben unser "Berichtsheft" an Ende jeder Woche (jeden Monats) mit Hilfe der Ausbilder

      - jeder kann sein Berichtsheft führen wie er will

    um nur zwei Beispiele zu nennen.
    Klar ist es ein großer Aufwand an Zeit und Nerven, aber in meinem Betrieb werden die Ausbildungsnachweise am Ende eines jeden Monats abgegeben und unsere Ausbilder korrigieren sie auf alle erdenklichen Mängel. Da wird auch schonmal die Seite neu geschrieben, wenn zu wenig oder keine technischen Angaben gemacht wurden, oder wenn Fachbegriffe flappsig umschrieben werden.
    Und wenn ich ne stärkere Rechtschreibschwäche zeige, dann schreibe ich auch schonmal die nächsten 3 Monate von Hand.
    Unsere Ausbilder argumentieren, dass dies ihr Weg ist uns das Fachvokabular noch näher zu legen, was wir in der Gesellenprüfung brauchen. Fakt ist, dass das auch ein wenig zur Disziplin erzieht, denn ich kann nicht am Ende des Monats mal eben die letzten 4 Wochen aus dem Kopf mit technischen Details (Widerstandswerte, Stromverstärkungsfaktoren und Leitungstypen etc) rekapitulieren.

    Grüße,
    Henrik

  • skyworker
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    • 26. März 2008 um 20:40
    • #34

    Also... ich sag dann auch mal was...

    Erst mal zu dem Link mit den Matheabi - wie zu lesen ist, geht es da um den LK. Das muss man nicht können, es hilft aber weiter, je nachdem, was man studieren will. Für Ethik und Sozialwissenschaften ehr weniger ;)

    Weiter - ein Kollege (Pädagoge, ein guter!) hat unsere Gesellschaft mal als "Optionsmodell" bezeichnet. Jeder hat mehrere Optionen, das Eine oder das Andere zu tun. Gefällt mir dies nicht, nehm ich das - so sinngemäß. Hab ich keinen Bock zu lernen, tu ichs eben nicht. Konsequenz? Erst mal keine, da man in diesem Land für die Schule und nicht fürs Leben lernt. Ich behaupte zusätzlich, dass 90% der Abiturienten und Realschüler erst mal lernen müssten, zu lernen. Wenn ich sehe, dass an Gymnasien innerhalb des Unterrichts Kurse "Wie lerne ich" angeboten werden, geht mir die Galle hoch!
    Als ich vor vielen Jahren mein Abitur gemacht habe, gab es noch samstags Schule, etwa 35 Wochenstunden und man wählte Kurse. Heute hat man im Schnitt 28 Wochenstunden, vier Tage und wählt nicht, sondern wählt ab... Mathe und Deutsch hat man damals noch bis zum Abi mitführen müssen - Defizite in diesen Fächern waren ein echtes Problem und konnten das Abitur kosten. Heute kommt man mit etwas Glück fast einfacher mit Kunst, Sport, Religion und Musik zur allgemeinen Hochschulreife. Wer braucht da schon Mathe oder Deutsch?! Von Fremdsprachen erst mal gar keine Rede. Und Allgemeinbildung?! Grundwissen in sowas wie Politik oder Sozialwissenschaften? Völlige Fehlanzeige! Fragt mal einen Abiturienten aus 2007, wer den Bundeskanzler von Mecklenburg - Vorpommern wählt und wo der Bundespräsident von Bayern seinen Amtssitz hat? Deutsche Teilung? Zwei Staaten? Völlge Leere!

    In meinen Augen gibt es zwei Kernprobleme: Mangelnde Bereitschaft, etwas zu leisten - warum auch, wenn ichs nicht mache, machts irgendwann jemand anders für mich und - ganz ehrlich - auch mangelnde Konsequenz. In der Grundschule erklären dir 9-jährige, dass sie dich anzeigen, wenn du sie am Arm packst, auf dem Weg nach Hause rotzen dir diese Plagen 3 x vor die Füße. Der ältere Bruder hängt 30% seiner Schulzeit in der Mittel- und Oberstufe ab, weil der Lehrkörper marode ist, Stunden ausfallen und nicht vertreten werden und ein Großteil der Lehrer keinen Bock auf nix mehr hat. Beklagt wird dann die Bildungsmisere, man könne so nicht mehr arbeiten und sucht mit Verzweiflung nach einem Schuldigen. Statt mal die eigene Position zu überprüfen - was aber im schlimmsten Fall unangenehm werden könnte...

    Ich reg mich ein kleines bisschen auf.... aber solange es 9Live, Barbara Salesch, Oliver Geißen und die Bildzeitung gibt, kann uns nix passieren!

    Oda Leutz, checkt ihr das nich?

    SKY - der bei diesem Thema unsachlich wird aber trotzdem noch weitere Seiten drüber schreiben könnte.

    Kein Applaus für Scheiße!

  • test
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    • 26. März 2008 um 21:04
    • #35

    schauen wir uns das rom um 2-300 nach christus an dann wissen wir was auf uns zu kommt :roll:

    http://www.crystal-hannover.de
    Beschallung, Beleuchtung, LED technik
    Trussing, Line Arrays

  • kai brenneke
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    • 26. März 2008 um 21:21
    • #36
    Zitat von "skyworker"


    Als ich vor vielen Jahren mein Abitur gemacht habe, gab es noch samstags Schule, etwa 35 Wochenstunden und man wählte Kurse. Heute hat man im Schnitt 28 Wochenstunden, vier Tage und wählt nicht, sondern wählt ab... Mathe und Deutsch hat man damals noch bis zum Abi mitführen müssen

    SKY - der bei diesem Thema unsachlich wird aber trotzdem noch weitere Seiten drüber schreiben könnte.

    Hallo, da mich dieser Teil als Abiturient 2008 direkt betrifft, möchte ich mal eben eingreifen.
    Erstmal: Bitte unterscheiden, es gibt in Deutschland nicht "die Schule" oder "das Abitur", sondern Unterschiede von Bundesland zu Bundesland ("Landesfürsten" wurden ja schon erwähnt, aber das ist eine andere Diskussion). Und ich weiß jetzt nicht direkt, wie es in der Nähe des Rheins, also deiner Heimat ist, aber mir hier im schönen Niedersachsen kommt die Galle hoch, wenn ich sowas lese wie dort oben, oder von der "Abwertung" des Abiturs - nach der Umstellung auf a) Zentralabitur und b) Profilabitur (gerade letzteres schränkt die freie Auswahl im schulischen Werdegang doch sehr ein) hier ist nichts mehr rosig und einfach. Durchfallqouten von bis zu 50% beim Eintritt in die Oberstufe (also nach der 12. Klasse zurzeit noch) zeigen es.

    Zu den Zahlen von Sky:

    Zitat von "skyworker"


    Heute hat man im Schnitt 28 Wochenstunden, vier Tage


    Falsch, man hat 5 Tage, und per Gesetz in der Oberstufe nicht weniger als 32 Stunden/Woche, gemittelt über die 12. und 13. Klasse. Wobei aufgrund der nur halbfreien Profilwahlen fast jeder mehr hat, 34-36 sind guter Schnitt. Und: Die nachfolgenden Jahrgänge mit Abitur nach 12 Jahren triffts noch härter, 32 Wochenstunden schon ab Jahrgang 6 (also mit spätestens 12 Jahren).


    Zitat von "skyworker"


    Heute wählt (man) nicht, sondern wählt ab


    Teilweise richtig - abwählen konnte man schon immer, die Jahrgänge vor uns noch extremer. Heutzutage wählt man ein Profil, und damit sind die meisten Fächer vorgegeben, leider auch einige, die man nicht möchte, aber nur so kommt man an eventuelle Wunsch-Leistungskurse.

    Zitat von "skyworker"


    Mathe und Deutsch hat man damals noch bis zum Abi mitführen müssen


    Auch hier muss ich dich enttäuschen - das ist auch heute noch so. Und nicht nur diese beiden, sondern auch eine Fremdsprache. Und einen bestimmten Mix aus A/B/C-Feld-Fächern. Es ist also genug zu arbeiten übergeblieben.


    Auch wenn ich es in der Einleitung schon erwähnte - ich komme aus Niedersachsen, und beurteile daher unser System, aber diese Pauschalabwertungen kann ich nicht hören. Auch wenn ich, als 19-Jähriger ja sozusagen "direkt im Geschehen" natürlich auch gewisse "Unarten" unter Altersgenossen beobachte.

    Falls noch jemand zweifelt - er möge mich gerne zu einem fiktiven Bewerbungsgespräch einladen und das Verhalten eines Teils der Jugend testen. Heißer Tipp: Mathe ist mein schlechtestes Fach/einzigster Unterkurs. Aber wenn man den ein oder anderen Ferienjob im Dienstleistungsbereich hinter sich hat, sollte man solche anwendungsorientierten Aufgaben, wie mit der Märchensteuer, lösen können. (Falls jemand tatsächlich noch einen Ausbildungsplatz in/um Hannover/Hildesheim hat, würde ich mich um so mehr freuen - bin nach der Freistellung vom Wehrdienst nun auf der Suche :wink: )

    Grüße, Kai ( Dessen Eltern noch "Bitte" und "Danke" gelehrt haben.
    Der laut amtlicher Statistiken auf das drittschwerste öffentliche Gymnasium in Niedersachsen geht, dass sich aber gleichzeitig in einer der statistisch kriminellsten Kleinstädte Niedersachsens befindet.)

    Nachtrag: Ich fand ein fehlendes Wort. Und möchte darauf hinweisen, das mein Nickname noch aus meiner Computerspielerzeit kommt - man beachte das Anmeldedatum und rechne mit meiner jetzigen Altersangabe zurück 8)

    Einmal editiert, zuletzt von kai brenneke (26. März 2008 um 21:23)

  • bemi
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    1.755
    • 26. März 2008 um 21:23
    • #37
    Zitat

    Wer braucht da schon Mathe oder Deutsch?! Von Fremdsprachen erst mal gar keine Rede.

    bloss um das klarzustellen: afaik werden diese drei Faecher (Deutsch, Mathe, 1 Fremdsprache) Pflicht-Abifaecher (oder sind es schon), zumindest in Bayern.

    Bei Allgaeuern wird Deutsch hoffentlich gleich als Fremdspache mit anerkannt ;)

    Als ich mich schon vor laengerer Zeit uebrigens mit einem meiner Lehrer unterhalten habe, berichtete dieser mir, dass er die Pruefungen, die er bei uns geschrieben hat, nicht mehr bringen kann, weil der Schnitt einfach viel zu schlecht waere. Die Schule, auf der ich die Unter- und Mittelstufe besucht habe und die mein Junior ab naechstem Jahr besucht, hat inzwischen fast dreimal soviele Schueler wie zu meiner Zeit (die so grob 15 Jahre zurueckliegt). Das kann imo nicht gut gehen.

    Wenn jemand einfach eine Lernschwaeche hat, trotzdem fleissig arbeitet, dann braucht der eine Chance; wenn es jedoch stinkfaule und rotzfreche Affen ausnutzen, gehoeren die gestraft (wie auch immer - Loesung habe ich leider auch keine).


    ciao
    bemi


    EDIT: s/als/wie

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
    https://bemiton.wordpress.com/

    Einmal editiert, zuletzt von bemi (27. März 2008 um 07:38)

  • gurkendoktor
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    • 26. März 2008 um 23:20
    • #38

    erstens: diese "sprache" wird teilweise auch kanak sprak genannt, siehe
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kanak_Sprak

    zweitens: ich hatte zu meiner schulzeit insgesamt auch "nur" 12 jahre zeit fürs abi, mit 3 leistungskursen. trotzdem war "nebenher" noch genug zeit für allen möglichen zeitvertreib. ich bin tatsächlich auch froh darüber, man hat noch genug möglichkeiten, zeit zu verschenken.

    drittens: "lehrlinge" sollen heutzutage möglichst schon alles können und als billige arbeitskraft mithelfen. vor allem in kleinen firmen kommt das oft vor. der gegensatz dazu sind lern- und arbeitsunwillige jugendliche mit entsprechender schulischer vergangenheit.

    das ist der große nachteil (auch am "praktikantendenken"): ein lehrling/praktikant nimmt keine arbeit ab, er macht erst mal welche. dass man natürlich irgendwelchen typen erstmal die grundzüge des gesellschaftlichen miteinander und elementares allgemeinwissen vermitteln muss, kann nicht angehen, aber hier ist nicht nur die schule gefragt, sondern vor allem die eltern. die machen es sich nämlich auch recht bequem, und schieben den schwarzen peter "erziehung" gern zu den lehrern. die dürfen aber gar nicht erziehen, sonst sind ebendiese eltern die ersten, die sich beschweren.

    (im übrigen weiß ich, dass der lehrling "auszubildende/r" genannt werden sollte, aber das ist zu lang, und "azubi" klingt einfach doof)

  • simonstpauli
    Profi
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    6.590
    • 27. März 2008 um 00:42
    • #39

    1. Problem erkennen
    2. Problem zerlegen
    3. Teilprobleme lösen

    Das sollte jeder Abiturient im Schlaf können.

    Meine Chemie-Lehrerin hat mich gehasst, weil ich die meisten Aufgaben anders als im Lehrbuch gelöst habe und sie sich mit meinem Lösungsweg befassen musste. Der dann auch noch wasserdicht war. *g* Im Idealfall freut sich ein Pädagoge über solche Lösungen...

    Egal.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Reini
    Beiträge
    3.225
    • 27. März 2008 um 01:29
    • #40
    Zitat von "Chris Romberg"

    Es ist einfach schrecklich. Teilweise üben wir mit den Leuten Rechtschreibung und Grundrechenarten.

    dass finde ich echt Hammerhart auf der einen Seite, auf der anderen Seite, müssen Deine Leute etwas haben/können, damit Du diese zusätzlichen Aufgaben auf Dich nimmst......

    Zitat von "Benjamin Bruns"


    Um das kurz mal ins Bewusstsein zu rufen und nicht um Dich, Reini, "anzumachen"


    kein Problem, da ich mir lange überlegt habe, ob ich dieses Wort wirklich benutzen soll

    http://www.hifi-reini.de/News.htm

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