Zitat von "georgenomex"Es wäre schön wenn du das Zerfallsspektrum etwas erläutern könntest, da ich (und sicherlicht viele andere) das jetzt nicht unmittelbar beurteilen können...
ok...
1.) das hier ist die darstellung im pdf. sie gibt in drei dimensionen datenbezüge an.
- y-achse: pegel in db spl
- x-achse: frequenz in hz
- z-achse: zeit in ms
das sieht im konkreten beispielen der AZ-box so aus:
zu "beginn" der darstellung (also zum zeitpunkt null) erkennt man noch den frequenzgang, wie er auch seperat dargestellt wird.
da der lautsprecher als mechanisch-verlustbehaftetes system prinzipiell nicht gleichförmig und störungsfrei ein- und ausschwingen kann, wird mit dem zerfallsspektrum dargestellt, in welchen frequenzbereichen und mit welcher dauer bzw. intensität die störungen des ausschwingverhaltens auftreten. klanglich wirken sie sich als verfärbung, als dröhnen, aber auch als "verwaschenheit" aus.
man kann diese effekte an ausläufern ablesen, die sich vom frequenzgang am oberen bildrand absetzen. angeregt wurde der lautsprecher mit einem kurzen impuls - schwingt ein frequenzbereich länger nach, hat man es also mit einem unerwünschten effekt zu tun.
betrachtet man jetzt wieder die obige messung, lassen sich einige kleine nachschwinger im hochtonbereich (>2khz) ausmachen. auch im bereich von ca. 1,6khz zeigt sich augenscheinlich eine kleine störung.
aber unterhalb von 6...700hz beginnt sich der wasserfall tendenziell immer weiter zu verlängern. beinahe wirkt es so, als käme der lautsprecher gar nicht mehr zur ruhe.
tatsächlich ist es ziemlich schwierig, anhand des herkömmlichen wasserfallsspektrums (mit einer anzeige in millisekunden) resonanzen zu beurteilen. die lösung dafür liegt im (bekannten?) zusammenhang aus frequenz und periodendauer: natürlich schwingt ein lautsprecher bei tiefen frequenzen immer "langsamer" aus als bei hohen, da alleine der schwingungsdurchgang tiefer frequenzen eben diese zeit in anspruch nimmt (eine vollständige schwingung wird als periode bezeichnet).
dazu ein rechenbeispiel, in dem frequenzen und deren periodendauer gegenübergestellt werden:
f = 5000hz --> 0,2ms
f = 1000hz --> 1ms
f = 100hz --> 10ms
daher jetzt das selbe zerfallsspektrum noch einmal. diesmal ist auf der z-achse aber nicht die zeit in ms, sondern in perioden zur frequenz dargestellt.
diese erleichtert das ablesen ungemein, weil man so nicht mehr im hinterkopf "rechnen" muss, um ein kurzes nachschwingen im superhochtonbereich zu einem augenscheinlich "viel größeren" nachschwingen im tiefmittelton gewichten muss.
jetzt aber endlich zur beurteilung der messungen:
es lassen sich 3 kleinere resonanzen ablesen. bei ~1,6khz (wie im testbericht erwähnt) sowie zwei weitere im hochtonbereich (ca. 5khz und 14khz).
insgesamt sind die störungen kaum der rede wert und für einen PA-lautsprecher mit kompressionstreiber auf wirklich hohem niveau. nach meinem dafürhalten bestätigt sich das auch in den klanglichen qualitäten der box - aber das ist schon wieder eine subjektive ebene...
nach gegen- bzw. übungsbeispielen kann man sich hier umsehen:
http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?p=540543#540543
(...besonders der b&c de700 zeigt exorbitant starke resonanzen im hochtonbereich!).
abschließend noch ein paar themenverwandte links:
- http://www.sengpielaudio.com/Rechner-periodendauer.htm
- http://www.fesb.hr/~mateljan/arta/papers/im-aaaa2007.pdf