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Warum werden so viele während der Show immer lauter?

  • K-Ulrich
  • 13. Juli 2008 um 22:41
  • K-Ulrich
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    614
    • 13. Juli 2008 um 22:41
    • #1

    Mal eine Frage in die Runde:
    Wenn man eine gewisse Lautstärkevorgabe bekommt und am Anfang feststellt, dass man gut damit klarkommt, warum werden dann soviele Soundleute trotzdem immer lauter, und man muss ihnen ständig auf den Füssen stehen ?
    Man braucht doch einfach nur die Fader lassen, wo sie sind, und seine Cues in dem vorgegebenen Bereich mischen.

    Und wenn ich eine Vorgabe bekomme, achte ich sogar selber darauf und muss nicht ständig vom Sys ermahnt werden.

    Wie haltet ihr es damit?

    mfg
    Kai

    Für mich zerrts, aber Sie sind ja der Künstler.

  • Campfire
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    1.356
    • 13. Juli 2008 um 22:52
    • #2

    Ärgert mich als Sitter auch immer....
    auch wenns der letzte Song ist, wenn der Veranstalter deswegen ne Anzeige bekommt hilft das wenig....

    als Bandtechniker versuche ich immer vorgegebene Limits einzuhalten, eher etwas störrisch reagiere ich wenn mitten während Gig/Soundcheck so nebenher etwas kommt wie zB. : Jetzt ist es nach XX, wegen den Anwohnern dürfen wir nicht mehr so laut, mach mal bitte etwas leiser (ja, OK, mach ich, wieviel darf ich denn?) und dann nur kommt: keine ahnung, etwas leiser halt... (und wenn sich dieses spiel dann immer wieder mal wiederholt obwohl man wirklich leiser macht.......

    was natürlich auch noch dazukommt: ich kenne auch Bands die von sich aus lauter werden im Verlauf des Sets, also ohne das Pult anzufassen wirds trotzdem lauter.....

    http://www.facebook.com/peter.trinkle

  • K-Ulrich
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    • 13. Juli 2008 um 22:55
    • #3
    Zitat von "Campfire"

    ...

    was natürlich auch noch dazukommt: ich kenne auch Bands die von sich aus lauter werden im Verlauf des Sets, also ohne das Pult anzufassen wirds trotzdem lauter.....

    Gut, das gibt es natürlich auch, aber das wollte ich hier mal aussen vor lassen.

    mfg

    Kai

    Für mich zerrts, aber Sie sind ja der Künstler.

  • andreas grossmann
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    286
    • 13. Juli 2008 um 23:24
    • #4

    Ich kenne leute die Mischen nach dem Prinzip, "Was ich nicht höre, muss ich lauter machen". Anstatt einfach mal das, was das nicht gehörte Instrument "verdeckt", leiser zu machen.

  • simonstpauli
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    • 13. Juli 2008 um 23:27
    • #5

    Gewöhnung.

    Das ist völlig normal, daß nach einer Weile der Impuls da ist, lauter machen zu wollen, weil man sich an die Lautstärke gewöhnt hat.

    Die menschliche Wahrnehmung basiert hauptsächlich auf Differenzen, wer sich in einer extrem leisen Umgebung befindet wird ein Husten als laut empfinden.
    Im Gegensatz dazu ist der Straßenlärm nach einem lauten Konzert zwar lauter, wird aber nicht so empfunden.
    Was laut ist wird also nach einer Weile "normal", zur Meßlatte für laut und leise. Man ermüdet und möchte lauter, damit eine Steigerung passiert.

    Dagegen hilft nur Disziplin und Hilfsmittel wie Pegelanzeigen (z.B. Levelcheck, das hilft mir persönlich ungemein) Bands mit einer Set-Dynamik sind mir auch sehr lieb vor dem Pult.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • JS-Sound
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    • 13. Juli 2008 um 23:31
    • #6

    Also ich werde bei manchen Bands auch im Verlauf der Sets / des Konzertes lauter, das dann durchaus auch beabsichtigt ist, da ich die Setliste der Band ja auch kenne... Allerdings weiß ich das in der Regel davor schon, und fange am Anfang entsprechend leiser an.

    Den Pegelmesser zur Kontrolle finde ich aber auch sehr nützlich, dass so etwas nicht aus dem Ruder läuft.

    MfG,
    Jürgen

  • K-Ulrich
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    • 13. Juli 2008 um 23:33
    • #7

    Ich finde eben, dass man diesem Impuls ganz gut wiederstehen kann.
    Ich habe gerade auf einem Festival vier Bands hintereinander gemischt und ich bin nicht ein db lauter geworden.

    Wobei der Reiz gross war, das war, als ob man mit einem Ferrari nicht schneller als 100km/h fährt.
    Aber es ging.

    mfg

    Kai

    Für mich zerrts, aber Sie sind ja der Künstler.

  • yamaha4711
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    • 13. Juli 2008 um 23:45
    • #8

    Tacho!

    Ich denke man sollte Unterscheiden:
    a) die Mischer, die nicht anders können weil wie z.T. die Musiker taub.
    b) die Mischer, die meinen, daß das so sein muß und die nur laut mischen können, weil sonst ihr Ego diskriminiert wird
    c) die Mischer, die versuchen einen guten Job zu machen, aber nicht genau wissen wie
    d) die Mischer, die versuchen einen guten Job zu machen und wissen wie und sich auch an vorgaben halten.

    Ein Hauptgrund ist auch - wie schon geschrieben wurde und den man unter keinen Umständen unterschätzen darf - daß sich das Gehör an die Lautstärke gewöhnt und unempfindlicher wird.
    Ein anderer Grund mag auch das hineinsteigern in die Sache sein. Im Laufe des Konzertes wird die Stimmung aufgebaut und damit steigt auch automatisch die Lautstärke.

    Ich denke ein Pegelmesser im Köfferchen ist ein muß.
    Andererseits hilft auch ein vorher eingetrimmter Limiter.

    Grüßle,
    michael

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • simonstpauli
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    • 13. Juli 2008 um 23:52
    • #9
    Zitat von "K-Ulrich"

    ...und ich bin nicht ein db lauter geworden...


    Hattest Du eine dB-Anzeige in welcher Form auch immer?

    Mach mal einen Blindtest ohne visuelle Kontrolle und schau Dir danach den Meßschrieb an. ;)

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Sebastian Giese
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    • 14. Juli 2008 um 00:03
    • #10
    Zitat von "simonstpauli"

    Gewöhnung.

    Das ist völlig normal, daß nach einer Weile der Impuls da ist, lauter machen zu wollen, weil man sich an die Lautstärke gewöhnt hat.

    Die menschliche Wahrnehmung basiert hauptsächlich auf Differenzen, wer sich in einer extrem leisen Umgebung befindet wird ein Husten als laut empfinden.
    Im Gegensatz dazu ist der Straßenlärm nach einem lauten Konzert zwar lauter, wird aber nicht so empfunden.
    Was laut ist wird also nach einer Weile "normal", zur Meßlatte für laut und leise. Man ermüdet und möchte lauter, damit eine Steigerung passiert.

    Dagegen hilft nur Disziplin und Hilfsmittel wie Pegelanzeigen (z.B. Levelcheck, das hilft mir persönlich ungemein) Bands mit einer Set-Dynamik sind mir auch sehr lieb vor dem Pult.

    = Hörschwellenverschiebung

  • timotimo
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    • 14. Juli 2008 um 08:40
    • #11

    Den Vorrednern kann ich nur zustimmen.

    Natürlich ist eine dramaturgische (und auch lautstärkemäßige) Steigerung während des Sets oftmals gut und angemessen. Aber da ich das weiss fang ich einfach leiser an, um am Ende noch Reserve zu haben.

    Hinzu kommen noch Techniker, die nicht differenziert mischen können, die z.B. aus 3-Mann-Git/Bass/Drums nur Matsch mischen. Die KÖNNEN dann nur laut, und wenn sich das Gehör dran gewöhnt hat oder das Publikum lauter wird, dann können sie nur noch lauter.

  • ADMIN
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    • 14. Juli 2008 um 08:49
    • #12

    1.) Ohne Messgerät geht gar nichts. Wenn ich im Auto keinen Tacho hätte, würde ich auch so gut wie jede Geschwindigkeitsbeschränkung missachten.

    2.) Nutzt die Moderationspausen und die Balladen, um pegelmäßig wieder ein wenig "abzurüsten".

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Wurst Werner
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    • 14. Juli 2008 um 08:53
    • #13

    Ich hab öfters das Problem, dass nicht ich lauter werde, sondern die Band 8)

    Grüße
    WW

    CEO @ SoundSurface

    Consultant Pro Audio @ IAD-Pro / WharfedalePro

    Waves Soft- & Hardware Dealer

  • foh
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    • 14. Juli 2008 um 09:26
    • #14

    Hy zusammen !

    ich hab die erfahrung auch gemacht !
    Grad wenn die Show gut wird und ich mich an die Lautstärke gewöhnt habe ! :)
    da wirds dann schonmal ein bisschen lauter !

    seitdem hab ich immer ein db-Meter am Pult liegen um mich da selbst zu kontrollieren ! Gerade bei der Rammstein-Tribute Band mit der ich da unterwegs bin ist das schon gefährlich ! *H*
    Da wirds schon gerne mal bissi lauter

    Hören is gut, db-Meter is besser, zumindest in dem Fall :)

    Haubssach der sound bassd

    P I A N O M A N N

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    Jürgen Hauke
    0172 81 96 236
    Info@Pianomann-Music.de

    Zur Zeit tätig bei: http://www.BOM.tohttp://www.Moskitos.com

  • K-Ulrich
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    • 14. Juli 2008 um 09:30
    • #15
    Zitat von "simonstpauli"


    Hattest Du eine dB-Anzeige in welcher Form auch immer?

    Mach mal einen Blindtest ohne visuelle Kontrolle und schau Dir danach den Meßschrieb an. ;)

    Jawohl, ich hatte ein SIM, sonst hätte ich diese Aussage nicht getroffen.

    Und noch mal zur Erinnerung, ich rede hier nicht von dramaturgischen Dingen, das mache ich natürlich auch, ich rede vom Nichteinhalten von Vorgaben.

    mfg
    Kai

    Für mich zerrts, aber Sie sind ja der Künstler.

  • simonstpauli
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    • 14. Juli 2008 um 11:40
    • #16

    Genau das meine ich, mit Tacho kann ein guter Tonmann Vorgaben einhalten, ohne wird es schwierig.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Teddytaste
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    • 14. Juli 2008 um 12:59
    • #17

    Ich erlebe es oft, das die Musikauswahl der Band so gestaltet wurde, das die "Hammer-nummern" ala "Highway to hell" oder "Jump" usw. erst zum Schluß des Sets kommen.
    Hierbei wird zum einen die Band deutlich kerniger und das Publikum auch....
    mir bleibt dann nix anderes übrig als lauter zu werden.

    Mittlerweile mische ich hin und wieder mit hearsafe (neuer titel 30sek ohne, dann stöpsel rein) um den Ermüdungserscheinungen entgegen zu wirken.

    Für jene die keinen Level-shark-meter oder ähnliches dabei haben:
    Die Master-LED-KETTE hilft auch schon beim beurteilen des Pegels,
    (kleiner Zettel am Anfang des Abends mit dem "Start-Wert" hilft)

    Ansonsten mag ich es wenn es Eier hat und kesselt, ist aber Bandabhängig.

    mit grünen Füßen
    peter

    peter birkholz

    pb-showtechnik.de

  • olli325
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    82
    • 14. Juli 2008 um 13:14
    • #18

    Hi,

    hatte auch am Samstag eine VA in einer Aussenanlage eines Hotels.

    Hier hatte ich nach dem Soundcheck auch eine angenehme Lautstärke. Nach dem 2. Set wurde die Band auf einmal Lauter...ohne mein zutun. Scheint wohl so, wenn die Musiker richtig "grooven" und gut zueinander gefunden haben, dass nicht nur der Sound besser wird, sonder auch die Lautstärke höher. :D

    Zum Glück hatte ich nen Master-Regler :)

    glg

    Olli

  • tufkaklto
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    • 14. Juli 2008 um 13:19
    • #19

    Ich glaube, das viele Techniker einfach vor haben, langsanm Lauter zu werden.

    Sich Anfangs gerne mal an die Vorgaben halten, damit Veranstalter und Sitter beruhigt sind, und dann doch bestimmt immer mehr gas zu geben.

    Die gehen ja Alle wieder, nur der Verleiher würde gerne den Job wieder machen.

    Amp und Boxen Brett _ Die Vuvuzela des Forums

    Ganz großer Fan des " Themen als gelesen markieren " Buttons

  • gurkendoktor
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    110
    • 14. Juli 2008 um 14:29
    • #20

    zwei varianten:

    1) ich kenne den laden und weiß um die beschränkung / kriege AM ANFANG gesagt: "achtung, hier sind ist pegelbeschränkung xy", oder "die bässe gehen nur bis… wegen ausbreitung in den nachbargebäuden, die topss können mehr, nicht, dass du dich wunderst"

    dann wird zum soundcheck ein schöner, runder sound gemacht, ggf die band diszipliniert (idealerweise), und alles möglichst mit etwas headroom zum limit. man spielt das an, was das lauteste stück von der setlist ist.

    zwischendurch wird immer mal ein auge auf den pegelmesser geworfen, der veranstalter geht rum und misst, drinnen ist es knapp, aber am fenster der anwohner ist alles schön – alle sind glücklich und haben ein lächeln im gesicht. dynamik ist trotzdem möglich.

    2) ich habe alles fertig, show geht los, 1.titel läuft, hektisch kommt irgendeiner an und meint "allesvielzulautwirdürfenhiernur95db", legt mir nen pegelmesser mit leeren batterien irgendwohin und schiebt alles auf mich ab.

    dann versuche ich in grober näherung an die 95 zu kommen (langsam), und wenns nicht klappt (zb weil die band von der bühne zu laut ist): pech.

    auch schon in so ner situation: masterfader um 10dB runtergenommen und auf den typen nebendran gezeigt, als sich alles umdrehte. wer sowas nicht vorher sagt (und es war genug zeit…), der hat halt gelitten. er bestand auf 90, wir waren bei 95-98 rum. ("billiger" pegelmesser ohne aufzeichnung)

    in dem fall ist das eine momentaufnahme, und ich mache nicht die dynamik der band kaputt. wenn die lauter werden, dann ist das halt so.

    2a) 75dB beim open air. wenn sich neben dem FOH-Tower jemand die nase putzt, kann ich nur noch raten, was gespielt wird. augen zu und durch. dummerweise kannte der kollege vorher nur "lauter" - also versuche ich noch drunter zu bleiben.

    der normale punkt, dass die band sich erstmal "finden" muss, sollte innerhalb der ersten 3 titel erledigt sein. die werden auch nicht wirklich lauter, es wird nur alles kompakter, weil es auf den punkt kommt. das wirkt natürlich viel kräftiger.

    alles andere ist ermessenssache, das publikum macht den prozess der anpassung ja mit. ich hab sogar schon erlebt, dass eine band so gemischt wurde, dass sie durch die "gehöranpassung" erst zu klingen anfing… tauber techniker?

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