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Erdung von Traversen ... wo ist die Grenze

  • Stephan Graeske
  • 4. September 2008 um 20:37
  • Stephan Graeske
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    • 4. September 2008 um 20:37
    • #1

    Guten Abend,

    inzwischen hat sich ja herumgesprochen, dass Traversensysteme einen Potentialausgleich benötigen. Ich hatte letztens ein interessantes Gespräch, bei dem ich mir meine eigene Meinung gebildet habe. Dennoch möchte ich das Thema mal zur Diskussion stellen:

    Wo ist die Grenze, ab der man Potentialausgleich an eine Metallkonstruktion anbringt? Ground-Support klar ... Trusstempel hm ... Stative nein (z.B. Manfrotto Wind Up mit 6er Bar) - aber warum nicht bei Stativen? Wo würdet Ihr die Grenze sehen ... nicht aus praktischer Sicht sondern aus sicherheitstechnischer Sicht?

    Ich bin gespannt :D

    Viele Grüße

    Stephan

    Veranstaltungstechnik, Konferenztechnik, Medientechnik in Bergisch Gladbach bei Köln mieten: http://www.graeske.de

  • skyper
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    • 4. September 2008 um 22:51
    • #2

    meine Theorie sagt:

    sobald was elektrisches dranhängt (Schutzklasse 2 mal ausgenommen), muss auch ein Potentialausgleich statfinden. Punkt.

    Meine Praxiserfahrung sagt:
    geerdet wird nur recht selten.
    Einzelsteher noch eher als komplette Rigs, meist aber auch nur, wenn da jemand von der Halle explizit drauf besteht.
    Musiker genießen sowiso Narrenfreiheit, da brauchen wir uns keinen Illusionen hingeben.

    Wenn mal ein Rig geerdet wird, dann zum uninteressantesten Zeitpunkt, nämlich wenn der Zauber eigentlich vorbei ist,
    sprich das Rig schon längst auf Endhöhe gefahren ist.

    Meist sind erst dann die Dimmercities richtig verstromt (oder überhaupt erst gebaut),
    und ein geeigneter Anschlußpunkt für einen PE überhaupt zugänglich.
    (wenn es denn überhaupt eine Erdungsschraube gibt, die geeignet ist das Erdungskabel sicher aufzunehmen...
    Da fällt das theoretische Konstrukt aber ja bereits in 95% aller Fälle schon wieder zusammen.
    Falscher bzw. kein Kabelschuh, falscher Stehbolzendurchmesser, keine Flügelmutter/Schraubgriff etc. wäre auch nicht das erste Mal).

    Bis der Systemmann sich über diese Unzulänglichkeiten überhaupt aufregen kann, sind die Rigger aber schon längstens im Dach.
    Ein madiger Motor oder ein abgefaultes Kabel, und die Diskussion ist bereits beendet.
    Fazit: die reell stattfindende Erdungsheimerei ist in meinen persönlichen Augen tatsächlich zum großen Prozentsatz für die Tonne.
    (oder fürs Gewissen. Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint")

    Jeder Rigger wird Dir bestätigen, dass man als erstes morgens irgendeinen 32er aus einer Ecke zerrt, und Motoren durchfährt,
    während schon das erste Alu gedengelt wird. Dann wird der ganze Krempel Stück für Stück angeschlagen und
    auf Arbeitshöhe gefahren, damit die Kollegen vom Licht da schon mal Lampions dranbinden können.
    (bzw. die Kollegen von den Gewerken "Laut" und "grün" da ebenfalls Gewicht ins Dach bringen wollen)

    Den ersten Fehler hat man dabei schon gemacht.
    Z.B. wenn der Russische Generaldienstleister für Hängezeuge auf der Messe in Moskau die große grüne Taste drückt,
    steht erst mal das komplette Rig unter Saft. Merci vielmals.
    Und dabei hatten wir noch nicht eine einzige Lampe gehängt, geschweigedenn irgendwelchen
    Technikstrom am Start um irgendeine Form von Potentialausgleich anzubringen.
    Da schlägt die Praxis die Theorie zum ersten Mal.

    Die zweite Runde wird eingeläutet, wenn man den einzigen verfügbaren Strom (richtig, den 63er vom Nachbarstand... ) zum Testen stibitzt.
    Leider hat der keinen RCD, und wird über einen ebenfalls one RCD bestückten Split auf 32A runteradaptiert.
    Dann flugs aus einem 48er Schrank einen Dimmereinschub gemopst (richtig, der hat natürlich auch keinen RCD...)
    und dann schnell vor dem hochfahren die einzelnen Lakas und Lampen durchtesten. Schon wieder läuft man Gefahr,
    1000 m² Messerig unter Strom zu setzen. Ist aber die einzige Möglichkeit, weil das Zeug dem Messebauer schnellstmöglich
    aus den Füßen kommen muß, und man sonst das hundertfache an Zeit für die Fehlersuche/Behebung benötigt.

    Runde drei läutet der Hallenmeister ein, der kurz vor Aufbauende mal in Erscheinung tritt, und beiläufig was von
    "da muss aber noch eine Erdung hin" in den Raum sabbelt. Da steht der Kollege aber schon seit Stunden mit einem Bein im Knast.

    Die vorletzte Runde klingelt schließlich dann, wenn man das erste Mal das System komplett aufstecken kann weil die Messe endlich Strom liefert,
    und dabei feststellt, dass man zwar ein Erdungskabel gelegt hat, aber an keiner Verteilung eine geeignete Erdungsschraube dran ist.

    Final wird der ganze Mist dann irgendwann auch nochmal runtergelassen - wenn da noch einer an einen Potentialausgleich denkt - RESPEKT!!!


    Letztlich muss man dann doch darauf vertrauen, dass sich ein eventueller Fehlerstrom doch den Weg durch ein Laka richtung Erdmittelpunkt sucht.

    Meiner Erfahrung nach hapert es an mehreren Stellen:
    a) wird nicht ab der ersten Sekunde Alu in der Halle geerdet.
    b) weil nix da ist, woran man erden könnte.
    c) und oft nix da ist, womit man erden könnte, wenn man es denn wollte
    d) selbst wenn alles möglich wäre macht man es auch nicht - weil dazu im Geiste keine Zeit ist.

    e) Es gibt durchaus auch komplexere Aufbauten, da ufert der Aufwand ins bodenlose aus.
    Wenn man mal zwanzig Einzeltraversen hängen hat müsste man ja zunächst jede einzeln vom Controller aus erden,
    dann eine Erdung aus dem Dach heraus über das System vornehmen, und schließlich sicherstellen,
    dass erst danach Saft auf irgendwas gegeben wird. Meistens ist man ja schon froh, wenn man irgendwo Strom zum Lampentesten findet.
    Koordiniere das mal mit dem Produktionsleiter, dem Headrigger, dem Systemmann, der Crew von der Nachtschicht,
    den anderen Gewerken, dem Messebauer und erkläre danach dem Kunden den Mehraufwand...

    (Kurz gesprochen: es wird floppen...)


    Hoffentlich stelle ich hier nur eine Einzelmeinung und Verkettung unglücklister Umstände dar -
    tatsächlich habe ich aber genau diese Problematiken rund um den Globus erleben dürfen
    (auch im ach so gesitteten und zivilisierten Festlandeuropa...).
    Vielleicht kann ja jemand positiveres berichten, ich bezweifle es aber ernsthaft.

    So schön theoretische Betrachtungen auch sein mögen :D

    Trust it - tilt it! Der universlle Neigeadapter für AV-Geräte auf Traverse: http://www.trusstilt.de
    Analog über Cat Lösungen und Anschlussfelder für Ampracks: http://www.cat-core.deNächster Messeauftritt: 6.-8.10.26 in Hamburg: https://leatcon
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  • fabio hermann
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    • 4. September 2008 um 23:16
    • #3

    Direkt die nächsten Frage wenn wir eh beim Thema sind:
    Erdet ihr Traversen an den nur Lautsprechner hängen keine Verbindung zu irgendwelchen Scheinwerfern / Stromkiabeln / etc besteht, sondern nur ein paar Speakons hochgehen?
    Theoretisch müsste man erden, ich geh jetzt einfach mal davon aus nicht total daneben zu liegen, aber wie Sinnvoll ist die zusätzlich Arbeit / wieviel Nutzen bringt es und wer von euch würde es machen / hat es schon einmal gemacht?

    http://www.sound-light-bonn.net/

  • skyper
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    • 5. September 2008 um 02:12
    • #4

    wenn man jetzt päpstlicher als der Papst wäre könnte man behaupten, dass es notwendig wäre die Traverse solange zu erden,
    wie Saft auf den Motoren ist. In Russland würde ich mir das inzwischen tatsächlich überlegen...

    Ansonsten
    a) bist Du gegenüber "Erde" mit Deinem Endstufenausgang potentialfrei, d.h. solange Du nicht zwei Signalführende Adern kurzschließt
    bekommst Du auch keine geballert.
    (ist quasi wie ein Halogen-Seilsystem zu Hause, da kannst Du auch gefahrlos eine blanke Ader berühren, ohne vom Sockel zu stürzen)

    b) sind Deine Lautsprecher vermutlich aus Plastik oder Holz, demnach besteht keine Gefahr direkt spannungsführende Teile zu berühren

    c) würde ich mir den Streß diskussionslos schenken.
    Wozu willst Du ein nacktes Stück Traverse mit ein paar Lautsprechern dran erden??? (solange es nicht als Blitzableiter fungieren könnte)
    Das Bütec unter Deiner Front-PA wirst Du ja auch nicht in den Potentialausgleich einbeziehen,
    obwohl es einen Metallrahmen hat, und viele Boxen mit Speakonkabeln draufstehen. (und dazu noch in Griffweite ist)

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  • fabio hermann
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    • 6. September 2008 um 02:21
    • #5

    Ich kann Skyper natrürlich in allen Punkten nur zustimmen, und ich werde es zukünftig weiterhin genauso handhaben wir zuvor, allerdings muss ich hinzufügern, dass ich Butecs je nach Situation sehr wohl erden würde.

    So und jetzt werde ich ins Bett gehen, ich bin müde und das Freibier nach Feierabend tut sein übriges dazu.

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  • marcoboy
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    • 6. September 2008 um 15:41
    • #6

    Der der letzten PLS wurden die Stände auch erst am zweiten Tag mit einen PE versehen :roll:

    Aus der Praxis, die meisten Riggs sind aus Faulheit nicht geerdet. Machmal scheitert es am Verteiler mal am Kabel oder einfach nur Vergessen.

  • niggles
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    • 7. September 2008 um 15:16
    • #7

    Auch bei uns in der Firma ein heiß diskutiertes Thema... Theoretisch und rechtlich müssen auch Bütecs und Windups geerdet werden. Einmal unter einem Aktivbass an der Kante des Podestes das Netzkabel einklemmt und das kann es schon gewesen sein. Und den 2kW-Handdimmer für die Rednerbeleuchtung gibts im schlimmsten Fall auch mit a) abgerissenem PE und b) Gehäuseschluß. Zwischen Metalltürrahmen und Stativ kann sich dann die nächstbeste Servicekraft auf der Firmenfeier im Nobelhotel ihren Herzkasper holen - Mahlzeit. Merke: PRCD's als Zwischenstecker oder in Verteilerleisten retten Leben, gerade dann wenn Erdung nicht praktikabel ist.

    Zitat von "Skyper"

    Den ersten Fehler hat man dabei schon gemacht.
    Z.B. wenn der Russische Generaldienstleister für Hängezeuge auf der Messe in Moskau die große grüne Taste drückt,
    steht erst mal das komplette Rig unter Saft. Merci vielmals.
    Und dabei hatten wir noch nicht eine einzige Lampe gehängt, geschweigedenn irgendwelchen
    Technikstrom am Start um irgendeine Form von Potentialausgleich anzubringen.
    Da schlägt die Praxis die Theorie zum ersten Mal.


    Da helfen nur klassische Arbeitsschutzregeln und deren konsequente Durchsetzung: Flossen weg von sich bewegenden Rigs! Immer wieder mal vor dem Anfassen mit dem Lügenstift auf Spannungsfreiheit prüfen! Isolierende Sicherheitsschuhe tragen!


    Zitat

    Die zweite Runde wird eingeläutet, wenn man den einzigen verfügbaren Strom (richtig, den 63er vom Nachbarstand... ) zum Testen stibitzt.
    Leider hat der keinen RCD, und wird über einen ebenfalls one RCD bestückten Split auf 32A runteradaptiert.
    Dann flugs aus einem 48er Schrank einen Dimmereinschub gemopst (richtig, der hat natürlich auch keinen RCD...)
    und dann schnell vor dem hochfahren die einzelnen Lakas und Lampen durchtesten. Schon wieder läuft man Gefahr,
    1000 m² Messerig unter Strom zu setzen. Ist aber die einzige Möglichkeit, weil das Zeug dem Messebauer schnellstmöglich
    aus den Füßen kommen muß, und man sonst das hundertfache an Zeit für die Fehlersuche/Behebung benötigt.


    Deshalb gibt es in allen größeren Dimmerracks einen batteriebetriebenen Lakatester und auf Kleinbaustellen ein entsprechendes Gerät im Toolcase. Natürlich ist das kein vollwertiger Ersatz, aber bei sorgfältiger Arbeit sollten sich die Verkabelungsfehler nach der Splitbox ja in Grenzen halten.
    Der Anschluß von Geräten ohne FI im Endstromkreis ist allerdings ein absolutes no-go; egal wo. Notfalls ziehe ich mir dann zum heißen Lampentesten den 6xT13>Soca-Einspeiser aus dem Toolcase, hänge den schon erwähnten PRCD-Zwischenstecker davor und speise selbigen "irgendwoher" - wie das in der Praxis aussieht bitte selber ausmalen. Hier ist wohl keine Diskussion über die Zulässigkeit gewisser Adapter nötig - aber allein der Einsatz der Fehlerstrom-Schutzmaßnahme trägt deutlich zur Gefahrenreduzierung bei.
    Und irgendwann wird dann doch noch geerdet...:?

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • yetiszaf
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    • 7. September 2008 um 22:58
    • #8

    Zu der Aktion mit dem Rigg erden: Ich baue derzeit Motorsplitboxen von 3-Pol auf 4-Pol-Stecker um - bei denen ist bis jetzt und wird auch zukünftig die Schelle geerdet, dem entsprechend hängt das Rigg sobald die Splitbox drin ist über das Motorcore am PE.
    Bei den Motoren selbst liegt das Gehäuse auch auf PE, von daher sollte man sich da unter halbwegs normalen Umständen nichts holen.

    Dass ein Motorcontroller natürlich einen RCD haben muß und PE durchgängig belegt zu sein hat ist natürlich Vorraussetzung, aber irgendwas ist ja immer.

    ... alles alberne

  • niggles
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    • 7. September 2008 um 23:28
    • #9
    Zitat von "Yetiszaf"

    Zu der Aktion mit dem Rigg erden: Ich baue derzeit Motorsplitboxen von 3-Pol auf 4-Pol-Stecker um - bei denen ist bis jetzt und wird auch zukünftig die Schelle geerdet, dem entsprechend hängt das Rigg sobald die Splitbox drin ist über das Motorcore am PE.


    Und wenn das Rig dann oben ist? Wird der Controller abgezogen, damit keiner Unfug damit macht. In diesem Moment haut es den Videokollegen mit der RGBHV-Strippe zum Projektor in der Hand (gut, daß bei uns nur noch Rear-Twist- und Push-Pull-BNC verbaut wird...) rückwärts über sein Regiegeländer, weil die Dimmer mangels Verteiler noch nicht steckten und der Videostrom provisorisch aus irgendeiner falsch verdrahteten Saalsteckdose kommt :shock:
    FI setzen, erst messen, dann anfassen! In der Praxis ist immer genau dann wenn man es am dringendsten braucht keine Erdung an Traversen, also kann man sich niemals darauf verlassen. Leider.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • yetiszaf
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    • 8. September 2008 um 00:40
    • #10
    Zitat von "niggles"


    Und wenn das Rig dann oben ist? Wird der Controller abgezogen, damit keiner Unfug damit macht. In diesem Moment haut es den Videokollegen mit der RGBHV-Strippe zum Projektor in der Hand (gut, daß bei uns nur noch Rear-Twist- und Push-Pull-BNC verbaut wird...) rückwärts über sein Regiegeländer, weil die Dimmer mangels Verteiler noch nicht steckten und der Videostrom provisorisch aus irgendeiner falsch verdrahteten Saalsteckdose kommt :shock:
    FI setzen, erst messen, dann anfassen! In der Praxis ist immer genau dann wenn man es am dringendsten braucht keine Erdung an Traversen, also kann man sich niemals darauf verlassen. Leider.

    Immerhin hab ich damit sicherlich eine Erdung solange ich mit den Motoren den Kram hochfahre. Und bevor das nicht oben ist bringt eine Erdung mangels niederohmiger Verbindung zwischen Tower und Rigg eh nix.

    Sollte es den Videomann so erwischen ist das - so leid mir das tut - seine Schuld. Den Strom den er zu dem Zeitpunkt auf die Pfoten bekommt hat dann auch definitiv er ins Rigg reingebracht, also hätte auch er kucken müssen, dass das alles seine Richtigkeit hat. Vielleicht lernt der dann auch mal, dass es durchaus einen Grund haben kann, warum er (aus Sicherheitsgründen) noch keinen Strom vom Elektriker bekommen hat.

    Abgesehen davon ... Wenn es den bei Video über die RGBHV-Leitung zu einem Fehlerstrom kommt ist irgendwas deutlich faul. Wenn ich mich recht entsinne sollte die Signalleitung zur Vermeidung von Brummen nicht an der Gehäusemasse hängen.

    ... alles alberne

  • niggles
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    • 8. September 2008 um 00:59
    • #11
    Zitat von "Yetiszaf"

    Sollte es den Videomann so erwischen ist das - so leid mir das tut - seine Schuld. Den Strom den er zu dem Zeitpunkt auf die Pfoten bekommt hat dann auch definitiv er ins Rigg reingebracht, also hätte auch er kucken müssen, dass das alles seine Richtigkeit hat. Vielleicht lernt der dann auch mal, dass es durchaus einen Grund haben kann, warum er (aus Sicherheitsgründen) noch keinen Strom vom Elektriker bekommen hat.


    Sehr richtig. Leider machen Menschen aber immer wieder diesen und andere Fehler. Wenn man sich jetzt auch noch darauf verläßt daß "sowieso alles geerdet ist" tut es halt irgendwann weh. Also müssen Arbeitsweisen angepaßt und Schutzmaßnahmen ergriffen werden, damit sich die verschiedenen Gewerke bei immer komplexeren Aufbauten nicht gegenseitig unter Strom setzen. Auch wenn das vielleicht dem einen oder anderen "unsterblichen" Kollegen mal ganz tut täte :D


    Zitat

    Abgesehen davon ... Wenn es den bei Video über die RGBHV-Leitung zu einem Fehlerstrom kommt ist irgendwas deutlich faul. Wenn ich mich recht entsinne sollte die Signalleitung zur Vermeidung von Brummen nicht an der Gehäusemasse hängen.

    Die Abschirmwirkung bei HF ist am besten wenn beide Seiten der Leitung auf gleichem Potential liegen. Wie das in der Praxis umgesetzt wird ist von Hersteller zu Hersteller und von Gerät zu Gerät verschieden. Von totaler Isolierung über Entkopplungskondensatoren bis hin zum niederohmigen, metallischen Kontakt hatte ich schon alles vor mir...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

    Einmal editiert, zuletzt von niggles (8. September 2008 um 01:05)

  • skyper
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    • 8. September 2008 um 01:04
    • #12

    a) schön dass hier mal eine angeregte Diskussion stattfindet (auch wenn sich der Threadstarter bisher vornehm zurückhält...)
    b) schön dass es hier Kollegen gibt, die sich echt Gedanken um das korrekte Vorgehen machen
    (ich maße mir mal an dass ich auch einigermaßen Ahnung meiner Tätigkeit habe, aber ...)
    c) ...schade, dass aus meiner Sicht die Praxis doch meist eine andere ist...

    Ich stelle hier mal noch ein paar Gedanken zur Diskussion, vielleicht hilft sie ja die Situation in einzelnen Fällen zu verbessern.

    Ein Laka-Tester wird nie einen "Loadcheck" ersetzen können.
    (ich erlebe durchaus, dass Lakas noch vor dem Einbau tatsächlich einzeln gecheckt werden).
    Trotzdem findet man damit keine Verkabelungsfehler und defekte Leuchtmittel bei doppelter Kanalbelegung.
    Ferner versagt der Tester bei Tageslichtern, Neon, LED und Movinglights komplett.
    Auch ist der Test mit dem Adapter auf Laka zwar prinzipiell der richtige Ansatz, kostet bei entsprechender Anzahl an Strippen aber richtig viel Zeit.
    Außerdem gibt es Dinge, die man nicht so ohne weiteres einfach so testen kann - ein 8-Light sollte man nur testen wenn der Scroller auch Strom hat,
    Movinglights machen nur Sinn wenn der Booster auch Saft hat etc. )

    Der besagte "Trick" mit dem Phasenprüfer ist zwar ein durchaus sinnvoller Ansatz, schützt mich aber nur in der Sekunde, in der ich prüfe.
    Drückt jemand nur einen Augenblick später den Controller mit dem madingen Motor, hänge ich "guten Gewissens" wieder direkt am Netz.
    (und das Rig fährt ja nicht von Anfang an komplett, sondern alle xx Motoren wollen erst mal durchgefahren, angeschlagen und gelevelt sein)
    Ferner vertraue ich auch meinen Sicherheitsschuhen nicht wirklich. Blöde Zufälle gibt es immer.

    Ich kenne es durchaus, dass das Rig und die Lampen zuerst gebaut und ins Dach gezogen werden, und die Dimmer/Verteilungen
    u.U. erst Tage später eingebaut werden können. Dann wird meist auch erst der eigentliche Strom durch die Halle bereitgestellt.
    Bis dahin muss man sich dann doch wieder mit der oben beschriebenen Methode der Teststrombeschaffung begnügen.
    Dann kann es im ungünstigen Fall eben auch mal nur ohne RCD möglich sein.
    (oder man hat mal eine größere Anzahl Einzeltraversen, dann artet die Erdungsgeschichte zumindest in der Auf-/Abbauphase sowiso aus...)

    Ferner ist es nicht immer möglich das eigene, für alle Eventualitäten gepackte Toolcase dabeizuhaben.
    Bei kleinen Jobs übernimmt keiner die überproportionalen Frachtkosten, bei größeren Jobs muss das Ding teils mehrere Wochen vorher
    auf die Strasse/See. (ist zumindest bei mir so, da ich überregional tätig bin - irgendwo fehlt es dann eben)
    Mit gerade mal 20 Kilo Freigepäck im Flieger kann man da auch keine allzugroßen alternativen Sprünge machen,
    insbesondere da Kletterzeug meist nicht mehr kostenlos als Sportgepäck aufgegeben werden kann.

    Ob nun die kleine Garagenbude oder der Großverleiher das bessere Equipment hat will ich mal nicht sagen - schwarze Schafe gibt es überall.
    (Man soll ja hier auf der Messe in Nürnberg z.B. schon Dutzendweise Motoren einer großen Dry-Hire-Bude nicht aufbauen lassen haben,
    weil der TÜV ein halbes Jahr abgelaufen war...). Da kann man jetzt nicht mal pauschal über Garagenverleiher & Bauerntanz schimpfen,
    obwohl da der E-Check vermutlich noch seltener stattfindet als bei den "amtlichen"...


    yetiszaf:
    Man könnte die Tower und das Rig auch separat, also sternförmig erden. Ganz unmöglich wäre es also nicht. Es machen nur die wenigsten...

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  • ADMIN
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    • 8. September 2008 um 09:23
    • #13
    Zitat von "Skyper"

    Ferner vertraue ich auch meinen Sicherheitsschuhen nicht wirklich. Blöde Zufälle gibt es immer.

    Gut isolierende Schuhe haben nicht nur den Vorteil, dass man problemlos an eine spannungsführende Ader langen kann, sondern auch den Nachteil, dass man bei flüchtigem Arbeiten mit dem Phasenprüfer schon mal fälschlicherweise Spannungsfreiheit unterstellt. Da kann es dann schnell zu Situationen kommen, die schon auf dem Boden gefährlich genug sind.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • michael quatmann
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    • 8. September 2008 um 18:11
    • #14
    Zitat von "ADMIN"

    Gut isolierende Schuhe haben nicht nur den Vorteil, dass man problemlos an eine spannungsführende Ader langen kann, sondern auch den Nachteil, dass man bei flüchtigem Arbeiten mit dem Phasenprüfer schon mal fälschlicherweise Spannungsfreiheit unterstellt. Da kann es dann schnell zu Situationen kommen, die schon auf dem Boden gefährlich genug sind.

    Ein Phasenprüfer ist auch nicht dafür gedacht geschweige denn dafür geeignet Spannungsfreiheit fest zu stellen. Das MUSS immer mit einem geeignetem Messgerät gemacht werden.


    Edith hat Rechtschreibfehler entfernt

    Gebt mir Steine! Ich besitze kein Behringer-Gerät mehr :D

    Einmal editiert, zuletzt von michael quatmann (8. September 2008 um 22:47)

  • dechnikusch
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    • 8. September 2008 um 22:35
    • #15

    erdung von traversen - wo ist die grenze ?


    2 wünsche von mir an das nächste christkind :


    1.) ein genormter erdungssteckverbinder für max. einpoligem querschnitt 35-quadrat-kupfer
    und zugsicherer kabelaufnahme-zugentlastung für hochflexible leiter
    ähnlich den etablierten einzelpolverbindungen für grosse dimmercities ala powerlink u.a.
    ähnlich wie bei einer schweissleitungs-erdung

    der Steckverbinder sollte zwar ohne werkzeug zu stecken und zu lösen sein,
    aber von laien und hilfskräften nicht bedient werden können ( irgendetwas mit eingebautem sperrmechanismus )

    vielleicht fällt der firma neutrik ( stichwort powercon ) oder auch anderen ein genialer steckverbinder ein,
    der nur durch geschultes fachpersonal gesteckt werden kann,
    der alle elektrischen anforderungen für die erdung von traversen
    und allgemein allen anforderungen für potentialausgleich in fliegenden bauten erfüllt.

    das kann doch nicht so schwer sein...


    2.) verpflichtend für alle hallen- und veranstaltungsbetreiber ein potentialausgleichskasten ( schiene )
    in direkter bühnennähe mit genügend anschlussmöglichkeiten
    für alle towers / geflogenen traversen / bühnenunterbauten usw.
    (nach punkt 1.) und auch mehreren erdungsbolzen m8 / m10 / u.a.

    dieser potentialausgleichskasten hat von anbeginn der bühnenarbeiten bis ende abbau
    zur verfügung aller technikdienstleister ( ton / licht / video / was weiss ich noch ) zu stehen.

    dieser durch den va-stätten-betreiber zu stellenden potentialausgleich hat regelmässig
    durch ein für diese spezielle messungen befähigtes ( zertifiziertes ) elektrounternehmen
    geprüft zu werden, wie ja auch die schutzmaßnahmen rcd u.a. mit gültiger prüfplakette...


    dies sollte, wenn es noch in diesem jahrhundert irgendwie eintritt,
    etwas mehr sicherheit auf unsere bühnen bringen...

    ich bitte
    um die weiterdiskussion in konstruktiven bahnen

    stecker - drucker - schrauber - horcher - schieber - ...

  • Markus Verza
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    • 8. September 2008 um 23:43
    • #16
    Zitat von "dechnikusch"

    erdung von traversen - wo ist die grenze ?


    2 wünsche von mir an das nächste christkind :


    1.) ein genormter erdungssteckverbinder ............

    gibt es doch schon. Kommt aus dem Medizin Bereich. Die Firma Connex baut daraus ein Erdungssystem.
    Gahren+Battermann hat dieses z.B. eingeführt.

  • nojunk
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    • 9. September 2008 um 08:12
    • #17
    Zitat von "dechnikusch"

    2 wünsche von mir an das nächste christkind :


    2.) verpflichtend für alle hallen- und veranstaltungsbetreiber ein potentialausgleichskasten ( schiene ) in direkter bühnennähe mit genügend anschlussmöglichkeiten für alle towers / geflogenen traversen / bühnenunterbauten usw. (nach punkt 1.) und auch mehreren erdungsbolzen m8 / m10 / u.a.

    dieser potentialausgleichskasten hat von anbeginn der bühnenarbeiten bis ende abbau zur verfügung aller technikdienstleister ( ton / licht / video / was weiss ich noch ) zu stehen.

    dieser durch den va-stätten-betreiber zu stellenden potentialausgleich hat regelmässig durch ein für diese spezielle messungen befähigtes ( zertifiziertes ) elektrounternehmen geprüft zu werden, wie ja auch die schutzmaßnahmen rcd u.a. mit gültiger prüfplakette...

    dies sollte, wenn es noch in diesem jahrhundert irgendwie eintritt, etwas mehr sicherheit auf unsere bühnen bringen...

    ich bitte
    um die weiterdiskussion in konstruktiven bahnen

    Alles anzeigen


    deinen wunschzettel kann ich nur unterschreiben - weihnachten kommt ja bald (hoffentlich!) :)

    No, it's not too loud. You're just too old!
    winners have parties - and loosers have meetings
    Technik haben viele - WIR können sie auch bedienen :)

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