Bernd, das Hauptproblem einer reinen Touchscreen-Oberfläche sehe ich in dem Umstand, daß man hinsehen muß, also gleichzeitig von der Bühne weg. Monitor mischen geht so schon mal schlecht, auch FOH ist es teilweise ein Jobkiller. Ein gutes taktiles Feedback ist meines Erachtens ein fester Bestandteil einer Bedienoberfläche. Das ist ja schon bei "klassischen" Oberflächen teilweise ein großes Problem.
Sicherlich gibt es Jobs, bei denen eine Editor-Lösung reicht, aber selbst mit 30" würden mir die Faderschlitze fehlen.
Gut möglich daß das in 5 oder 10 Jahren anders ist wenn die Hardware und vor Allem auch die Software soweit sind.
Ich habe mal bei einem Job mit 3 benutzen Kanälen versucht, per Editor zu "mischen", am Ende habe ich das Surface holen lassen. Bei klassischem Klavier war mir die Editor-Bedienung nicht feinfühlig genug. Nach einer halben Stunde habe ich es nochmal mit einem PL-10 probiert, das ging ganz gut. Das sah mit Sicherheit komisch aus, 30cm vor dem Pult eine Fernsteuerung zu bedienen.
Zurück zur Editor-Lösung, wenn ich eine baue, dann mit Kabel und den zweiten Rechner (dann gerne mal ein 12" Netbook) per WLAN. So habe ich immer ein Backup, so wie man das bei drahtlosen Mikrofonen macht (oder machen sollte). WLAN ist keine bevorzugte Verbindung wenn ich davon abhängig bin, daß es jederzeit funktioniert. Nach Murphy kommen Latenzen oder Verbindungsabbrüche genau dann vor, wenn es auf der Bühne koppelt.
Also: Rechner am Kabel für die Hauptarbeit, Rechner am WLAN für Korrekturen im Saal oder auf der Empore (wo man normalerweise sein Pult nicht mitnehmen kann)