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Mischen um jeden Preis ?

  • guma
  • 4. Dezember 2011 um 09:46
  • Jens Droessler
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    • 8. Dezember 2011 um 17:30
    • #81

    Wer sagt, wie eine Gitarre klingen sollte? Der Kontext. Wir werden uns ja wohl darauf einigen können, dass bei einer AC/DC-Coverband ein Jazzgitarrensound aus dem Amp nicht rder Rchtige ist, oder?

    Ansonsten würde ich aber auch noch sagen, dass man ZU lange dabei sein kann.

  • mringhoff
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    • 8. Dezember 2011 um 17:50
    • #82
    Zitat von "gert"

    Dadurch geht die Gage hoch und man macht Arbeit die einem Spass macht und die man kann.
    Das ist ein steiniger Weg ohne Frage. Aber dennoch einer der sich lohnt.
    Die Eierlegende Wollmilchsau wird immer mehr Arbeiten müssen und bleibt vom Erfolgserlebnis bis auf wenige Ausnahmen gänzlich befreit!

    Ich denke es gibt Vor- und Nachteile bei den Spezialisten und auch bei den Allroundern, so hat alles seine zwei Seiten.
    Wichtig ist der Spaß, den Du angesprochen hat. Der eine fühlt sich als Spezialist gut aufgehoben, der andere als Generalist.
    Solange es jeden Spaß macht (und das nötige Kleingeld bringt), hat alles seine Daseinsberechtigung.

    Mir persönlich gefällt einfach die Abwechslung im Job. Heute Firmenpräsentation, morgen Theater, übermorgen ein Kulturfest....
    Das Streben ist dabei es überall optimal hinzubekommen. Natürlich sage ich nicht, daß es perfekt ist, aber wie sagte guma so schön: Wenn es "den Anforderungen gerecht wird", passt alles.
    Und wer als Allrounder nicht auch einigermaßen gut ist bzw. mischen "kann", der ist über kurz oder lang auch bald weg vom Fenster....

    Die Allrounder findet man natürlich selten auf den großen Festivals oder bei bekannten Bands, dafür auf den zahlenmäßig viel häufiger stattfindenden Alltagsjobs. Wie gesagt, unsere Branche ist weit aufgestellt...

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  • guma
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    • 8. Dezember 2011 um 18:46
    • #83

    Ok wir sind jetzt bei der persönlichen Zufriedenheit angelangt. Da hat bestimmt jeder seine eigenen Kriterien. Mir ging es allerdings im weitesten Sinne um Publikumszufriedenheit.

    Vieleicht noch mal ein anderer Blickwinkel:
    Die illusionäre Verkennung besteht darin, das hier stillschweigend davon ausgegangen wird, dass wir alle, jeder in seiner Nische und auf seinem Level meistens einen guten Job machen. Das ist natürlich Quatsch. Ebenso ist es nicht so, dass sich alle Nieten von alleine erledigen. Im Gegenteil: Je "geschäftstüchtiger", je serviler,je charmanter, je was weis ich, was noch alles, einer ist, je länger hält er sich. Und wenn ich da die letzten 30 Jahre zurückblicke, verstehe ich beim einen oder anderen bis heute nicht, wie der sich in dem Gewerbe halten konnte.

    Schlechte Bäcker verkaufen an einem geeigneten Standort weiter Brötchen, schlechte Chirugen sind kaum aus ihrem Arbeitsvertrag zu feuern, auch wenn sie eigentlich genug Leichen in ihrem Keller haben und schlechte Autowerkstätten finden auch ewig wieder einen Dummen, bevor sie wirklich schließen müssen.

    Fakt ist, dass sich unter uns massenhaft unbegabte oder einfach schlechte Mischer tummeln, die von Publikum immer wieder ertragen werden müssen und wenn die es bis zu einem bestimmten Erträglichkeitslevel geschaft haben und dann von sich glauben, dass sie alles mischen können, und darüber hinaus keine Zweifel oder Selbstkritik aufbringen, würde ich es sehr schön finden, wenn man da ein wenig Druck in eine qualitätsorientierte Richtung aufbringen könnte. Solange es Beschäftigungen ohne klassischen deutschen Arbeitsvertrag sind, werde ich mir erlauben, wo ich beratend Einfluß nehmen kann, auf genreorientierte Lösungen für ein gutes Ergebnis zu drängen. Eigentlich eine logische und publikumsgerechte Situation, dass es so wenige Mischer in Festanstellung gibt.

  • mringhoff
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    • 8. Dezember 2011 um 19:11
    • #84
    Zitat von "guma"

    ...würde ich es sehr schön finden, wenn man da ein wenig Druck in eine qualitätsorientierte Richtung aufbringen könnte.


    Das wäre schön, wenn diese Arbeit dann auch fruchten würde...
    Das im Prinzip gleiche Thema gibts im Cash&Co-Brett aus der Sicht der Vermieter: Wie gelingt es uns weg von den "Nieten" (die gerne auch über den günstigen Preis genommen werden) hin zu Qualität zu kommen? Und zwar nicht nur bei uns, sondern im Bewusstsein des Kundens. Letztendlich ist der Auftraggeber der Entscheider, welchen Anbieter er nimmt. Im Gegensatz zur Technik - wo Qualität an diversen "handfesten" Dingen sichtbar wird - kann ich mir vorstellen, daß die Qualität eines Mischers noch viel ungenauer für einen Auftraggeber definierbar ist. Über den Klang gehen dann ja noch zusätzlich diverse Geschmäcker auseinander.
    Wenn man hier als Unbeteiligter dem Veranstalter erzählt, daß er sich einen schlechten Mischer eingekauft hat, kann ich mir gut vorstellen, daß nicht jeder diesen Rat auch gerne hören möchte. Kommt natürlich auch auf den Bekanntheitsgrad des "Beraters" an... :)
    Ich stelle mir das etwas schwer vor.

    Nebenbei gibt es auch andere Kriterien eines guten Mischers als die des guten Sounds. Vielleicht kann er gut mit den Künstlern umgehen, ist sozial kompetent, kollegial und teamorientiert.
    Was nützt mir ein Soundgott am Pult, mit dem ich sonst nichts anfangen kann? Der womöglich immer alles besser weiß, den Veranstalter (und meinen Kunden) vielleicht noch dumm anquatscht und mir den Folgeauftrag verhagelt etc.?
    Nein, dann lieber noch einen mittelmäßigen Tontechniker, der den Veranstalter charmant (servil) um den Finger wickelt, so daß dieser vom Gesamteindruck einfach begeistert ist.
    Am besten wäre natürlich einer, der beides gut kann :)

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  • billbo
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    • 8. Dezember 2011 um 19:56
    • #85

    Noch sehr viel schöner kann es natürlich sein, einen oberarroganten Soundgott als jemanden zu entlarven, der in Wirklichkeit selbst nichts auf der Pfanne hat und lediglich vom Nymbus der Starkapelle lebt, mit der er, weil's der Zufall so wollte, irgendwann mal nach oben gespült wurde.
    Arroganz ist gar nicht mal selten ein anderes Wort für Unsicherheit.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • LC2412
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    • 8. Dezember 2011 um 20:21
    • #86
    Zitat von "billbo"

    Arroganz ist gar nicht mal selten ein anderes Wort für Unsicherheit.
    Mit freundlichem Gruß
    BillBo


    Den schreibe ich mir in mein goldenes Sprüchebuch, so knapp und gut ist der!

  • guma
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    • 8. Dezember 2011 um 21:37
    • #87
    Zitat von "billbo"


    Arroganz ist gar nicht mal selten ein anderes Wort für Unsicherheit.


    ...ist die am zuverlässigsten wiederkehrende Erfahrung mit "Kollegen" in meinem Beschallerleben und erlebe ich allerdings häufiger bei Jungmischern im "aus dem gröbsten raus"-Stadium, wobei das vielleicht schon ein Phänomen ist, das in einem bestimmten Lebensabschnitt gehäuft vorkommt, denn vor 25 Jahren warens eigentlich die gleichen Typen. 8). Das wiederum passt exzellent zu "ich kann alles mischen". :D

  • Jens Droessler
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    • 8. Dezember 2011 um 22:03
    • #88

    Wieso? Ich KANN alles mischen, du auch... nur nicht alles gleich gut, und ich WILL auch gar nicht alles mischen. Oft gehts aber nicht anders, und das Erstaunliche ist, dass es seltenst Beschwerden gibt. Die Frage ist doch, ob ein erfahrener Mischer, der ein Vorstellungsvermögen davon hat, was eine Genre ausmacht, aber nicht unbedingt da zuhause ist, einen besseren Job macht als einer der hier genannten arroganten Möchtegerns, der das öfters macht (aber es besser vielleicht nicht sollte).

  • gert
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    • 8. Dezember 2011 um 22:08
    • #89
    Zitat von "billbo"

    Noch sehr viel schöner kann es natürlich sein, einen oberarroganten Soundgott als jemanden zu entlarven, der in Wirklichkeit selbst nichts auf der Pfanne hat und lediglich vom Nymbus der Starkapelle lebt, mit der er, weil's der Zufall so wollte, irgendwann mal nach oben gespült wurde.

    Das ist mir mittlerweile zu anstrengend. So als Systemmann gucke ich dann gerne weg und lasse die Kollegen machen wie sie möchten.


    Zitat von "guma"

    . Das wiederum passt exzellent zu "ich kann alles mischen".


    Das stimmt guma, und solange wir das akzeptieren der eigenen Unzulänglichkeiten als Arroganz oder Schwäche sehen hab wir auch nicht viel Hoffnung auf Besserung.


    Zitat von "Jens Droessler"

    Wieso? Ich KANN alles mischen, du auch... nur nicht alles gleich gut, und ich WILL auch gar nicht alles mischen.


    Das ist vielleicht die beste Art den Alltag zu beschreiben.

    Practice, Practice, Practice

  • Jens Droessler
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    • 8. Dezember 2011 um 22:32
    • #90
    Zitat von "gert"

    Das ist mir mittlerweile zu anstrengend. So als Systemmann gucke ich dann gerne weg und lasse die Kollegen machen wie sie möchten.


    Ganz genau. Immer machen lassen. Schlimmstenfalls Ohrenstopfen rein. Wir werden nicht bezahlt, um uns mit den Technikern der Band ein Duell zu liefern, oder? Bei "Jungmischern" versuche ich ab und an mal noch ein paar Tipps zu geben, aber selbst die wollens selten hören. Hatte da mal eine, da konnte man kein Wort vom Gesang verstehen, muffig, kaum Höhen drauf und ich sag "Dreh doch mal bei 2, 3kHz breitbandig was drauf, dann versteht man den Gesang besser", da kommt als Antwort "Ich mag das so!" "Ähhhh, okaaaayyyy" Mehr Konversation gabs dann nicht mehr...

    Ich hab schon zuviele bekannte Künstler und Bands mit miesem Sound gehört, als dass ich stehen lassen könnte, dass sich der Markt von allein bereinigt. Ich behaupte nicht, dass mein Sound allen gefällt, aber in diesen Fällen gehts wirklich um Sound, der völlig daneben lag, also nicht die Gitarren mal einen Tick zu leise und die Snare mit zuwenig Druck, sondern voll daneben. Selbst wenn die PA Mist gewesen wäre (was sie in keinem der Fälle war), sollte ein fähiger Techniker ein Mindestmaß an Qualität liefern können, oder? Und eine "shit in, shit out"-Problematik kann ich mir bei solch etablierten, routinierten Künstlern auch nicht vorstellen...

  • wora
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    • 9. Dezember 2011 um 09:55
    • #91
    Zitat von "Karel Noon"

    Und was ist mit: ich habe aus Grund a) und oder b) mit dem Job angefangen, mache ihn aufgrund des sich dadurch einstellenden Erfolges auch um c) zu erreichen? :D


    genau.
    angefangen haben wir so gut wie alle aus grund a), weil wir begeistert waren von unserer musik und das einfach schön laut und möglichst gut umsetzen wollten.
    im laufe der zeit verlor sich aber bei vielen das streben nach einem aus künstelrischer sicht möglichst guten ergebnis.
    ich kenne kollegen, denen ist der künstler oder das künstlerische ergebnis mittlerweile völlig egal, hauptsache der veranstalter ist zufrieden, weil der ja die kohle bezahlt.
    diese, ich nenne sie mal provokant "geldhörigkeit", ist einerseits natürlich völlig verständlich, weil wir ja davon leben müssen.
    andererseits führt diese denkweise aber auch dazu, das wir pultplätze am hallenende oder gar sogar unter der bühne vorfinden, von wo aus man kein wirklich gutes ergebnis produzieren kann. aber hauptsacher der veranstalter ist zufrieden... dadurch wissen viele veranstalter aber gar nicht, was wir überhaupt zur ausübung unserer tätigkeit brauchen. woher auch, wenn es gar nicht kommuniziert wird?
    vor jahren hatte ich schon angst, das man in zukunft nur noch bescheuerte mischplätze bekommen könnte. zum glück hat sich diese befürchtung nicht bestätigt, weil es immer noch kollegen gibt, die mit den ohren hören und auch mal in der lage sind eine forderung durchsetzen können, statt ausschliesslich mit dem geldbeutel zu denken.
    ich bin überzeugt das man alles, publikum-, künstler- und veranstalterzufriedenheit unter einen hut bringen kann, wenn man denn möchte. es gibt genug beispiele, wo das klappt.

    was den angesprochnen fall der gewachsenen clubs angeht, in denen immer die selben mischer arbeiten und dem sound ihren ganz persönlichen geschmacksstempel aufdrücken:
    ich kenne diese clubs auch, allerdings gehe ich dort sehr selten auf konzerte. ich bin manchmal froh, wenn ich den krach nicht hören muss ;)
    aber ich habe dort schon sehr gute und auch schon ganz schlechte sounds gehört, allerdings waren das immer fremdmischer... es ist also die frage, ob es manchmal nicht sogar besser wäre, wenn der clubmischer das machen würde ;)
    wo also soll und will man die grenze ziehen?

    für mich persönlich hab ich das schon lange abgehandelt: ich versuche immer, ein möglichst gutes ergebnis für künstler und publikum zu erzielen. dafür muss ich mich manchmal auch mit technikern und veranstaltern anlegen. das ist halt einfach so. mit meinen kunden komme ich genau deshhalb sehr gut klar und das publikum ist in der regel auch sehr zufrieden. ergo mache ich meinen job richtig.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • mringhoff
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    • 9. Dezember 2011 um 10:08
    • #92
    Zitat von "wora"


    ich kenne kollegen, denen ist der künstler oder das künstlerische ergebnis mittlerweile völlig egal, hauptsache der veranstalter ist zufrieden, weil der ja die kohle bezahlt.


    Diese einseitige Sichtweise finde ich auf Dauer auch betriebswirtschaftlich gefährlich. Es muss nämlich nicht nur der Veranstalter zufrieden sein, sondern auch das Publikum, den darunter befinden sich immer ein paar theoretische künftige Auftraggeber.
    Wer ein ungenügendes Soundergebnis abliefert, nur weil der aktuelle Auftraggeber es so gewünscht hat, der spielt mit seinem Ruf...

    Einen vernünftigen Mischplatz zu erkämpfen ist manchmal nicht leicht, aber wenn man vernünftig argumentiert, etwas kompromissbereit ist und kompetent rüberkommt, darf man mit seiner Technik dort stehen, wo man es für gut befindet. Ich kenne allerdings auch den ein oder anderen, der hier ziemlich "agenturhörig" ist. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, daß viele Projektleiter/Verantwortliche/Firmenchefs etc., die mit dem Veranstalter kommunizieren und den Technikplatz wie vom Kunden gewünscht an der unmöglichsten Stelle aufbauen lassen, meist selber noch nie wirklich ernsthaft an einem (Ton-)Mischpult standen...

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  • guma
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    • 9. Dezember 2011 um 10:35
    • #93
    Zitat von "Jens Droessler"

    Ich hab schon zuviele bekannte Künstler und Bands mit miesem Sound gehört, als dass ich stehen lassen könnte, dass sich der Markt von allein bereinigt. Ich behaupte nicht, dass mein Sound allen gefällt, aber in diesen Fällen gehts wirklich um Sound, der völlig daneben lag, also nicht die Gitarren mal einen Tick zu leise und die Snare mit zuwenig Druck, sondern voll daneben. Selbst wenn die PA Mist gewesen wäre (was sie in keinem der Fälle war), sollte ein fähiger Techniker ein Mindestmaß an Qualität liefern können, oder? Und eine "shit in, shit out"-Problematik kann ich mir bei solch etablierten, routinierten Künstlern auch nicht vorstellen...

    Ja so ist es. Es geht defininitiv nicht um Geschmacksfragen und nicht um Kinkerlitzchen. Wir können ja mal einen einfachen Katalog aufstellen für "Mindestanforderungen" für einen sachgemäßen Mix. Natürlich schließen wir hierfür mal äussere Unabänderlichkeiten aus wie Konzerte in akutisch unmöglichen b.z.w. unwürdigen Umgebungen, die das Mischen an sich einfach nicht zulassen. Die sind ja auch in der Verantwortlichkeit des Veranstalters und nicht des Mischers.

    Hierzu gehört für mich:

    - Kann man die beteiligten Instrumente hören ? ( Dummies natürlich ausgeschlossen )
    - Kann man Soli als solche wahrnehmen ?
    - Steht der money-channel, also bei moderner Unterhaltungsmusik meist der Gesang, deutlich vor dem Rest ?
    - Ist der Klang der Instrumente im einzelnen wie auch der Gesammtsound so, wie er auf Tonträgern zu hören ist, wiederzuerkennen ( wobei 'wiedererkennbar' logischerweise nicht bedeutet, dass es klingen muß oder kann wie auf der CD ).

    Das sind doch eigentlich einfache Forderungen. Trotzdem werden sie einfach zu häufig nicht erfüllt.

  • wora
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    • 9. Dezember 2011 um 12:09
    • #94

    wir bräuchten also mal einen mischer-TÜV :D

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • tufkamar
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    • 9. Dezember 2011 um 12:28
    • #95
    Zitat von "wora"

    wir bräuchten also mal einen mischer-TÜV :D


    Gibt's doch schon - oder was sind das sonst für Gestalten, die sich immer in FOH-Nähe herumtreiben, unauffällig interessiert schauen, meist schwarze Westen mit mehr oder weniger dezentem Firmenlogo tragen und _keinen_ Backstage-Pass um den Hals hängen haben?

  • skyworker
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    • 9. Dezember 2011 um 12:34
    • #96

    Nö - aber vielleicht mal eine fundierte Ausbildung? Irgendwo hier war mal zu lesen, dass die Fachkraft VT nicht gleich den Gott am Pult einschließt - eine sehr richtige und wichtige Beobachtung. Die aber noch nicht von allen Beteiligten inhaliert wurde. Auf die Gefahr hin, dass ich mich nun in die Nesseln setze, aber auch die beliebte Ausbildung bei einem privaten Träger hilft da augenscheinlich nicht wirklich weiter... auf Grund des "Bezahlmodells" kommt da jeder mit Zertifikat raus, dort nicht zu bestehen ist mit einem dauerhaften und lethalen Aussetzen vitaler Körperfunktionen gleichzusetzen. Und dann gibt es da noch die Kollegen, die irgendwie reingerutscht sind, ein Setup vom Kollegen bekommen, der die Band sonst mischt, damit das bestellte Digitalpult laden und plötzlich mischen können... Das geht gut, so lange es keine Abweichungen gibt - wehe, wenn dann mal nicht alles so auf der Bühne ist, wie es der Preset gerne hätte... ich hab da schon Schauerlichstes gehört. Gott behüte, dass auch wirklich das bestellte Pult da ist - und nicht etwa ein anderes... für das man keinen Preset hat...

    Führt aber zu der Frage, wie man so etwas hochsensibles wie Geschmack vermitteln oder gar lehren kann?

    Jemand eine Idee?

    SKY

    Kein Applaus für Scheiße!

  • tufkamar
    Gast
    • 9. Dezember 2011 um 12:38
    • #97

    Geschmack lehren? Dürfte nicht funktionieren...

    Köche bekommen es ja auch nicht hin...

    Entweder man hat halt ein gewisses Gespür dafür - oder eben nicht. Und denen, die es nicht haben kann man leider nicht verbieten, sich an ein Mischpult zu stellen und es zu benutzen.

  • wora
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    • 9. Dezember 2011 um 12:47
    • #98

    ...

    da es in der realität immer wieder zu teilweise gröbsten mischpult-fehlbedienungen kommt, wäre es vielleicht schon wünschenswert, wenn man so eine art "schallereignissortierer-berechtigungsnachweis", mit zusatzschein "für popmusik" oder "für hartmetall"oder sonstwas hätte.
    aber ich denke das ist nicht realisierbar, ausserdem stellt sich die frage: "braucht ma döös?"
    es würde also eher auf eine art ehrenkodex hinauslaufen.

    edit: upps, hier wird aber geschrieben... kaum hab ich hier auf der autobahn mal wieder empfang, waren schon wieder neue antworten da...
    gruss aus dem tourbus

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • audiobo
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    • 9. Dezember 2011 um 12:54
    • #99
    Zitat von "wora"

    wir bräuchten also mal einen mischer-TÜV :D

    Verbraucherschutz für Konzertgänger? ;)

    Zitat von "skyworker"

    Nö - aber vielleicht mal eine fundierte Ausbildung?

    So was wie ein SAE-Diplom... :D

    Ganz ehrlich das ist doch alles Käse - in einem Bereich, in dem mit internationalen Acts zu tun hat wäre so etwas gar nicht möglich - oder wollt ihr einem mitreisenden Techniker verbieten seine Band zu mischen, weil er keinen deutschen Schein XY hat?
    Und wo wir beim Thema Kunst sind - darf ein Maler demnächst nur noch malen wenn er sich beim Pinselschwung an bestimmte Richtlinien hält? Und wo bleibt der Band-Tüv, der ab einer Timingabweichung Z die Musiker von der Bühne verbannt?

    Es gibt nur eine potenzielle Möglichkeit dass sich so etwas bereinigt: schlechte Kritiken, Regressforderungen und die Androhung, Location/Band in Zukunft zu meiden seitens der Gäste. D.h. dem Veranstalter muss ein schlechter Sound mehr Verlust einbringen als er sich mit dem billigeren Personal an Ausgaben spart - dies aber auch wissentlich. Wenn die Leute einfach nur wegbleiben registriert er seinen Fehler womöglich gar nicht. Bleibt die Frage wie man die Leute dazu animiert auch mal öffentlich auf die Kacke zu hauen.
    Wenn einem das Essen in einem Restaurant nicht schmeckt geht man ja auch nicht wieder da essen. Oder lässt das Essen sogar zurückgehen wenn es ganz schlimm ist. Aber bei Konzerten scheinen die Leute seltsamerweise eine gewisse Leidensfähigkeit zu besitzen.

  • audiobo
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    • 9. Dezember 2011 um 13:09
    • #100

    Wenn schon eine Zertifizierung, dann für Veranstaltungen und Locations. Diese dann auch direkt bundesweit und ganz fett aufgezogen, dass es für den einfachen Konzertgänger tatsächlich ein relevantes Gütesiegel darstellt. Nur dann hat man u.U. auch eine Handhabe gegen Tournulpen, da man als VA und Clubbetreiber auf die gebotene Qualität achten muss.

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