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"wir machen das immer so...."

  • wora
  • 18. Dezember 2011 um 12:24
  • wora
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    • 25. Dezember 2011 um 20:14
    • #101

    ganz in ernst:
    die meisten vielversprechenden talente die ich kennengelernt hatte waren studenten, die während ihres studiums nebenher tontechnik machten.
    keiner von denen ist dabei geblieben, weil man in unserem gewerbe einfach zu wenig geld verdient... was übrig bleibt sind zu einem hohen prozentsatz die jungs, welche entweder vom papi mit viel geld ausgestattet wurden und irgendwie wegen zu grossen lagerbeständen dabei geblieben sind, oder die welche keine andere perspektive sahen. die ausnahme bestätigt natürlich die regel - und diese ausnahmen sind in der regel die wirklich guten leute.
    das ist zumindest meine beobachtung.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • guma
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    • 25. Dezember 2011 um 20:20
    • #102

    Diese Beobachtung teile ich zu 100%...und sie hat erstaunlicherweise rein garnichts mit Fachausbildung zu tun. :wink:

  • wora
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    • 25. Dezember 2011 um 22:04
    • #103

    der vorschlag mit der fachausbildung kam nicht von mir, aber ich denke es ist eine logische forderung - zumindest in deutschland, wo man bald für jeden mist einen schein braucht ;)

    es muss doch aber die möglichkeit geben auch diesen jungs mal beizubringen, wie man vernünftig mit technik umgeht, und zwar im interesse des publikums. wie könnte man denn eine weitere verbreitung von grundlagenwissen erreichen?
    mehr weiterbildungskurse anbieten?

    ich befürchte dann aber eines:
    genau diese jungs sagen; "den kurs brauchen wir nicht, wir machen das schon immer so..." :D:D:D

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von wora (25. Dezember 2011 um 22:05)

  • bemi
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    • 25. Dezember 2011 um 22:05
    • #104

    die letztbeschriebenen (im inzwischen vor-vorigen post von wora!) sind die, die den Job deshalb machen weil sie ihn lieben, weil sie ihre Berufung darin sehen, weil sie selber auf der ewigen Suche nach dem Optimum sind, die sich persönlich genervt fühlen wenn ein Job nicht 100%ig funktioniert. Alles, _obwohl_ sie woanders wirtschaftlich besser wegkommen würden und eine ruhigere Kugel schieben könnten.

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
    https://bemiton.wordpress.com/

  • Jens Droessler
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    • 25. Dezember 2011 um 23:29
    • #105

    Tja, da hast du wohl Recht. Ich habe auch Elektrotechnik studiert, konnte aber meine Augen nicht vor all dem Elend in der Veranstaltungtechnik verschließen ;) Es ist immer die Frage "Können wir das nicht besser?" und "Kann man denn nicht noch..."

    Zur Ausbildung: Ich denke, eine reine Tontechniker-Ausbildung würden schon die Betriebe nicht mitmachen. Personal, was im Endeffekt dann nur zum Mischen und PA-Planen qualifiziert ist? Das drei Jahre lang im Prinzip nur daneben stehen kann, weil der Kunde Profiergebnisse erwartet? Und wie wird die Prüfung aussehen? Die letzten 10% von dem, was am Mischpult passiert, sind im höchsten Maße subjektiv. Das kann man schlecht in Noten ausdrücken. Und die anderen 90% sind das Mindestmaß.
    Ich würde eher sagen, die Fachkraft muss spezieller ausfallen. Den jetzigen Lehrinhalt auf zwei oder zweieinhalb Jahre verkürzen und dann ein Jahr "Wahlkurs", Tontechnik, Lichttechnik, Rigging etc. steht zur Auswahl und danach ist man dann Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Gebiet Ton, oder Gebiet Licht, oder eben Rigging. Wer mehrere Bereiche abdecken will oder muss, muss eben weitere "Wahlkurse" dranhängen, vielleicht halbzeitlich, dafür länger (wie es bei Technikerschule in anderen Berufen auch ist, Vollzeit x Jahre, halbzeitlich (x * 2) Jahre).

  • tufkaklto
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    • 26. Dezember 2011 um 01:08
    • #106

    Das sehe ich so als echten Nachteil an einer Veranstaltungstechniker Ausbildung.
    Man kann dort gar nicht ins Detail gehen.
    Und nach 3 Jahren werden Unmengen an halb ausgebildeten "Fachkräften" auf die Techniker losgelassen, die von Allem etwas können und bei vielen Firmen leider nur als bessere Stagehands gehalten und behandelt werden.

    Das finde ich schade.
    Wenn man 3 Jahre zB eine richtige Tonausbildung macht, dann würde man zumindest in dem Bereich mehr können.
    Das ist mit ein Grund, warum ich mir gar nicht sicher bin, das die Ausbildung zum Veranstaltungstechniker, wie sie im Moment gerade ist, auch wirklich gut für unsere Branche ist.

    ich denke, da muß noch viel Wasser den Berg runterlaufen und einiges an Feinschliff ( Und Grobschliff ) an dieser Ausbildung passieren.

    Das theoretische Wissen, welches man eigentlich benötigt, um komplexe Systeme an den Start zu bekommen oder um zuverlässig spielende Audionetzwerke aufzubauen ( nur um mal Beispiele zu nennen ) ist viel zu groß, um das nebenbei zu erlernen.

    "wir machen das immer so " kann auch einfach nur die Aussage sein, die auf ein Defizit hinweist, was die ausführenden Personen haben.
    Andererseits kann es auch mal vorkommen, das man es immer so macht, weil es eigentlich großartig funktioniert.
    Also die Standardaussage muß ja nicht unbedingt negativ sein, sie kann es aber sein.

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  • dechnikusch
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    • 26. Dezember 2011 um 01:16
    • #107

    auch meine meinung, und in ösiland ist es noch schwieriger, zu klein...
    der beiser und u.a. machen ja auch nix wirklich spezielles in der richtung, zu kurz, zu teuer..
    und die innung schläft :roll:

    aber vielleicht sollten wir das thema eigenständig in einem neuen faden "ausbildung" besprechen

    stecker - drucker - schrauber - horcher - schieber - ...

  • tufkaklto
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    • 26. Dezember 2011 um 01:21
    • #108

    Unsere Innung schläft nicht, die sind mit ihren eigenen Anliegen beschäftigt.
    Der Eine macht eine Pleite nach der Anderen und der Andere kommt aus dem Vertrieb und hat mit dem gemeinen Beschäler gar nichts am Hut.
    Und ein Dritter ist nur dabei, weil er sich Kunden erhofft.
    Dann sind noch ein paar Mitläufer, von denen man auch nichts hört.
    Ohne Worte.
    Und da soll sich was bessern??

    Nächste Wahl in der Innung ist übrigens 2015, bis dahin wird sich sicher nichts ändern......

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  • Kracky
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    • 26. Dezember 2011 um 02:34
    • #109

    Da sind wir doch am allgemeinen Scheideweg, der Lauf der Zeiten fordert einen Bildungsweg und die eigentliche Grundsubstanz ist nicht in der Lage diesen zu erstellen. Wo sind den die Grundlagen? Gibt es ausser den aus irgendwelchen Gründen ernannten Ausbildungsbetrieben einen Maßstab? Immer mehr Betriebe drängen nach den nun geltenden Vorschriften auf den Markt, hoffen darauf durch ihre Legitimation sich einen Wirtschaftszweig zu eigen zu machen und ausser Papier haben diese nichts vor zu weisen. Niemanden interessiert ob diejenigen einen guten Job machen, niemanden interessiert ob hier die Qualität und die Ambition stimmt, wir sind schlicht wieder Menschen Ausgeliefert die eben ein Stück Papier ihr eigen nennen können das aber im allgemeinen einfach nicht objektiv die wirkliche Leistungsfähigkeit des einzelnen Widerspiegelt. Genau das ist doch das Problem unserer Gesellschaft, ein Stück Papier zählt weit aus mehr wie die eigen Leistung, niemand macht sich mehr die Mühe den Aspiranten zu testen wenn schon das Papier sagt es könnte schwer werden. Alle wollen nur noch den Primus und wenn dieser nicht unmittelbar greifbar ist auch aus dem Ausland, niemand ist mehr bereit Talente auf eigene Kosten zu fördern oder man fordert eben den fertig ausgebildeten Fachmann was in sich und der Voraussetzung einfach streitig ist weil niemand 100% voraus sagen kann auf was man als nächstes trifft.
    Wir haben das schon immer so gemacht kann nur der sagen der sich auch ein entsprechendes Fell bzw. die entsprechende Ahnung angeeignet hat, dieses durch ein Stück Paper zu kompensieren passt einfach nicht.

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    André Ruhnau
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  • bemi
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    • 26. Dezember 2011 um 08:53
    • #110

    nunja, es gibt ja nicht nur Ausbildung im klassischen Sinne.


    Ordentliche Systeme werden ordentlich vertrieben. Und ordentliche Vertriebe bieten ordentliche Schulungen und Workshops. Da muss man als User einfach hingehen, vielleicht seinen Chef auch drauf hinweisen. Persönlich gehe ich auch zu Schulungen und Workshops von Firmen, die ich nicht in meinem Portfolio habe, einfach um eine andere Ansicht der Materie zu bekommen und v.a. um Leute, fähige Kollegen zu treffen und kennenzulernen.

    Liebe Firmen, schickt Eure Leute nach der Ausbildung auch noch auf Schulung und organisiert interne Geschichten. Die Innung oder der Staat können viel nicht leisten. Ausbildung und Studium sind immer nur Fundamente ... Persönliches Interesse und Engagement sind gefragt.

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
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  • tufkaklto
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    • 26. Dezember 2011 um 09:41
    • #111

    Ich kenne auch Firmen, da kommen gute Leute raus, wenn sie als Azubi durch sind.
    Gibt es auch.
    Die die ich kenn, kommen aber alle von größeren Firmen, werden dort eingeschult und sind dafür wirklich gut.

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  • Bobson
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    • 26. Dezember 2011 um 21:50
    • #112

    Ganz ehrlich, es ist nicht möglich und auch nicht im sinne die Lehrlinge auf eine absolute Profistufe zu bringen im Bereich Licht, Ton, Video, Riggen, Bühne, etc.
    Aber was möglich ist, den Leuten die Sicherheitsgrundlagen im Bereich Elektrotechnik und im Bereich der Veranstaltungstechnik beizubringen und die Grundlagen der oben genannten Fächer.
    Die Ausbildung ist auf jeden Fall ein Weg zu einem gewissen Standard der sicher nicht schlechter werden kann. Meiner meinung nach sicher auch die beste, um hier nicht die Namen Privater Anbieter zu nennen.
    Und ob sich jemand spezialisiert sieht man schon früh bei einem Lehrling, und ich habe das Gafühl das junge Techniker die nicht 100% dahinter sind sowieso keine Chance haben.

    VG

  • yamaha4711
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    • 27. Dezember 2011 um 10:27
    • #113

    Tacho!

    Betrachten wir doch einfach mal die Lehr- und Lernsituation, das soziale Umfeld und die grundlegende Motivation der Lernenden.

    Die Lehr- und Lernsituation ist mangelhaft, da es zum einen an Fachlehrern fehlt bzw. die Fachlehrer aus anderen Bereichen abrekrutiert werden. Das ist sowohl in der Regelschule als auch in den Berufsschulen so. Zumindest kann ich das für die Regelschule so unterschreiben, gerade in den Fächern Physik und Chemie.
    Dazu kommt noch die von mir so bezeichnete Weichspülpädagogik. Es dürfen heute nicht mehr die Ansprüche an die Schüler gestellt werden wie vor 20 Jahren, nicht ohne dass ein paar Eltern sturm laufen und das Niveau als übertrieben hoch ansehen. Ebenso wettern die Schüler und verweigern zum Teil Klassenarbeiten. Als paradebeispiel nehmen wir mal das Rechnen mit Logaritmen. Dies ist z.B. aus den Lehrplänen für Haupt- und Realschule ganz und gar verschwunden. Es fehlen also schon mal die Grundlagen, welche nicht mehr gelehrt werden.

    Das soziale Umfeld wandelt sich auch, so wie sich auch die Schere zwischen arm und reich aufspaltet. Wir haben heute immer mehr sozial schwache Familien, in welchen es nur noch selten auf Werterhalt und soziale Kompetenzen der Kinder geht. Warum denn auch? Nicht unerheblich trägt da auch das Trash-TV dazu bei, denn hier wird ja gezeigt wie es in den Wohnzimmern in diesem Lande zugeht.
    Oftmals arten dann solche Dinge darin aus, dass der Lehrer statt der Schüler am Pranger steht und wehe die Klassenarbeit fällt schlechter aus als erwartet, dann können so manche Eltern auch mit dem Rechtsanwalt daher kommen, um die Noten positiv zu beeinflussen.

    Daraus ergibt sich dann auch die Motivation etwas zu ändern und sich auf den Hosenboden hinzusetzen. In vielen Klassenverbänden erscheint es einfacher sich den Lehrenden als Entertainer vorzustellen, anstatt selbstständig etwas dazu beizutragen. Ich höre nur sehr selten intelligente Fragen, die vor allem nur dann möglich sind, wenn man sich mit der Sache beschäfftigt.
    Gerade bei Berufsschülern, bei denen man davon ausgehen sollte, dass sie sich etwas aussuchen was in ihrem Interessengebiet liegt und daher der Lernprozess intrinsisch motiviert sein sollte, kann man feststellen dass sobald man Energie aufwenden muss und man gefordert wird viele das Handtuch werfen, resignieren und es schleifen lassen.

    Andererseits ist das alles nicht viel Schlimmer als vor 20 Jahren, denn die Mechanismen sind dieselben. Als ich vor mehr als 20 Jahren meine Berufsausbildung machte war es ähnlich. Es gab Leute, die hatten die Muse sich mit der Materie zu beschäftigen und waren gute Schüler, andere konnten sich nicht für die Sache begeistern oder lehnten es mit den Worten "wozu brauche ich das denn" ab.
    Allgemein kann man aber beobachten, dass das Allgemeinwissen immer weiter abrutscht, so dass man gewisse Dinge nicht mehr voraussetzen kann und darf. Das bremst natürlich und man muss oftmals bei Adam und Eva anfangen.
    Es ist heute nicht mehr notwendig auch nur näherungsweise zu verstehen wie und warum eine Sache funktioniert, sondern es zählt mehr sich das neueste Spielzeug anzuschaffen, welches dann irgendwie funktioniert, da es die Werbung ja so vorgibt.

    Grüßle,
    michael

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • Kracky
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    • 27. Dezember 2011 um 11:05
    • #114

    Das ist doch das Ergebnis der Schulpolitik, zuerst schaffen wir die Sonderschulen ab weil diese als Schulbildung nicht taugt um anerkannt zu werden, dann drücken wir alle und jeden in die Hauptschule um fest zu stellen wir müssen das Niveau senken damit die Durchfallquoten nicht zu hoch ausfallen, aber eigentlich könnten wir doch gleich das Durchfallen und Sitzenbleiben weg lassen, die nächste tolle Idee. Nun haben wir aber die Situation das der Hauptschulabschluss nimmer akzeptiert ist also schaffen wir diese doch ab, senken das Niveau der Real- und Gesamtschulen um Akzeptanz zu schaffen. Wen bitte wundert es da noch das langsam ohne Gymnasium Abschluss nichts mehr geht und selbst der ist vom Niveau nur noch ein besserer Realschulabschluss weil man auch hier anpassen musste.
    Genau da muss man Michael recht geben, wir haben eine Weichspülpädagogik die meiner Meinung nach den Betreffenden mehr schadet als alles was schon war. Gesellschaft Sagrotan sage ich da immer gerne.

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  • bemi
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    • 27. Dezember 2011 um 11:06
    • #115

    Hi,

    Zitat von "yamaha4711"


    Dazu kommt noch die von mir so bezeichnete Weichspülpädagogik. Es dürfen heute nicht mehr die Ansprüche an die Schüler gestellt werden wie vor 20 Jahren, nicht ohne dass ein paar Eltern sturm laufen und das Niveau als übertrieben hoch ansehen. Ebenso wettern die Schüler und verweigern zum Teil Klassenarbeiten. Als paradebeispiel nehmen wir mal das Rechnen mit Logaritmen. Dies ist z.B. aus den Lehrplänen für Haupt- und Realschule ganz und gar verschwunden. Es fehlen also schon mal die Grundlagen, welche nicht mehr gelehrt werden.

    +1

    Einerseits werden die Lerninhalte verweichlicht, andererseits die Anforderungen in Berufen immer höher (also höhere Abschlüsse vorausgesetzt). Wir haben eine Bildungsinflation.

    Einer meiner Lehrer hat mir bestätigt, dass er - setzte er die Ansprüche aus meiner Schulzeit an - nur noch schlechte Noten hätte und an ihm gezweifelt würde. Andererseits erlebe ich bei den jungen Lehrern meiner Kinder bereits, dass die m.E. auch unfähiger sind als die meinen es waren (natürlich "dürfen" die auch nichts mehr, haben sofort die Rechtsanwälte der Eltern am Hals). Interessanterweise kümmern sich aber wohl auch die Eltern nicht mehr; Kinder und Jugendliche hängen viel zu viel vor Glotzen tum als auf Bäumen zu klettern. Sie wissen nur theoretisch, dass es schmerzt, wenn man hinfällt.

    Achja, wo war das topic? ;)


    VG bemi

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  • tufkaklto
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    • 27. Dezember 2011 um 11:25
    • #116

    Aber nun sind wir erwachsene Menschen und es steht jedem frei, sich ordentlich weiterzubilden.
    Wer will, der kann sich auch informieren, wie man Dinge richtig zu handhaben hat und sich auch mit der jeweiligen Physik auseinandersetzen.

    Ausreden mit dem Schulsystem gelten noch für 17 Jährige, nicht aber für 25jährige und aufwärts.....

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  • yamaha4711
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    • 27. Dezember 2011 um 11:45
    • #117

    @klauston
    Da muss ich dir leider widersprechen.
    Es ist richtig, dass es jedem frei steht sich zu informieren, nur gelingt das heute nur noch selten, da viele junge Menschen nicht mehr in der Lage sind Informationen ob ihreres Wahrheitsgehaltes zu beurteilen bzw. überhaupt Informationen in der von dir geforderten Weise zu verarbeiten.

    Gerade wenn es um Physik geht scheuen sehr viele zurück bzw. können damit überhaupt nichts anfangen. Wenn ich Schüler/Studenten sagen höre, dass sie z.B. in der Regelschule (Realschule/Gymnasium) noch nie Physik gehabt haben, dann glaube ich das nicht und doch kann es der Wahrheit entsprechen, da man entweder dem Unterricht fern blieb oder nur körperlich anwesend war. Die naturwissenschaftlichen Fächer sind nicht mehr repräsentativ im Schulwesen und werden aufgrund des Fachlehrermangels eben Stiefmütterlich behandelt, obwohl gerade dies doch sehr zum Verständnis unserer technisierten Welt beitragen kann.

    In BW ist man im übrigen bis zum 18. Lebensjahr schulpflichtig, d.h. man muss entweder eine Vollzeitschule oder eben die Berufsschule besuchen. Alles andere ist dann mehr oder minder freiwillig.

    Ein Ausbildungsbetrieb kann heute nicht mehr erwarten, dass die Personen die sich dort bewerben eine vernüftige Grundbildung, insbesondere in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Technik haben. Dies liegt vor allem auch daran, dass nicht mehr klassisch unterrichtet wird, sondern vielmehr die unterschiedlichen Aspekte verquickt werden und als Leistungsnachweis eine "Rede- und Laberkompetenz" gefördert wird.

    Grüßle,
    michael

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • Kracky
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    • 27. Dezember 2011 um 12:40
    • #118
    Zitat von "yamaha4711"

    Ein Ausbildungsbetrieb kann heute nicht mehr erwarten, dass die Personen die sich dort bewerben eine vernüftige Grundbildung, insbesondere in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Technik haben. Dies liegt vor allem auch daran, dass nicht mehr klassisch unterrichtet wird, sondern vielmehr die unterschiedlichen Aspekte verquickt werden und als Leistungsnachweis eine "Rede- und Laberkompetenz" gefördert wird.

    Grüßle,
    michael

    Das kann ich als Zuständiger für unsere Auszubildenden nur bestätigen, wer schon einmal gesehen hat wie Momentan geprüft wird der glaubt an nichts mehr. Da ist Handwerklich so gut wie nichts mehr gefordert dafür müssen die Aspiranten zu einem vordefinierten Thema ohne größere Aufsicht die Fertigungsschritte abarbeiten und dann einen Vortrag darüber ausarbeiten und werden dann im Abschluss zu Ihrer Arbeit mündlich befragt, das war es.

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  • Audiowerk
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    • 27. Dezember 2011 um 13:43
    • #119

    Was ihr über die schulischen Ausbildungsgänge feststellt, trifft größtenteils zu. Nicht jedoch gilt das Gesagte für das deutsche Gymnasium. Was hier seit zwei, drei Jahren an Druck und inhaltlichem Niveau an den Tag gelegt wird, ist mit dem abituriellen Ausbildungsgang der letzten dreißig Jahre nicht zu vergleichen. Was Schüler der neunten Klasse Gymnasium heute in Englisch und Mathematik in Klassenarbeiten schriftlich nachweisen müssen, hat in den Achtzigern und Neunzigern in Klasse 11 seinen Platz im Lehrplan gehabt. Diese Schüler haben ja ein Jahr weniger Ausbildungszeit und treten von Klasse 9 in Klasse 11. Manche von euch wissen ja, dass ich da berufsbedingt ein bisschen das Ohr am Puls der Zeit habe, und es ist geradezu erschreckend zu sehen, wie gute Schüler, ihre Familien, die Ehen daheim etc. daran kaputtgehen. Das habe ich keineswegs übertrieben dargestellt; hier in der Gegend explodiert die Zahl der Abgänger vom Gymnasium nach unten. Kinder, die irgendwann zerbrechen und wo im Einvernehmen mit Eltern, dem Kind und den Lehrern gesagt wird: beenden wir's. Ist besser so für alle.

    Schaut man nun auf die andere Seite, und auch das wurde schon angesprochen: wir haben in NRW (wie auch an anderen Orten) die Hauptschule faktisch abgeschafft, indem Löhrmann / Kraft die Bestandsgarantie aus dem Gesetz getilgt haben. Jetzt ist aber offenbar nur wenigen Leuten klar, dass damit *zwei* Schulen abgeschafft wurden: die höchst erfolgreiche Realschule gibt es damit natürlich auch nicht mehr. Dort landen nämlich jene Hauptschüler und solche, die gerade daran arbeiten, es zu werden. Die Abschaffung einer Schulform bewirkt leider nicht die Abschaffung der Schüler darin - die gibt es immer noch. Folge: die Institution, die diese Kinder aufnimmt und künftig aufnehmen wird, wird keine Realschule mehr sein. Das sind dann die sog. Sekundarschulen, Mittelschulen, Oberschulen usw.

    Und um es mal ganz klar zu sagen: eklatante Unterschiede in sozio-emotionaler Reife, eklatante Unterschiede in intellektueller Begabung und (durch Sozialisation geprägte) unterschiedliche Fähigkeiten, etwas (Kogntivies) leisten zu können und zu wollen führen nicht zu einer erfrischenden Heterogenität und Bereicherung einer Schulklasse, von der alle so megatoll profitieren. Das ist die größte Lüge, die hinter dem Inklusionsstreben in mehreren Bundesländern steht und die seit über zehn Jahren lautstark in Politik, Lehre (Lehrerausbildung) etc. propagiert wird. Es ist heute schon nahezu unmöglich, dreißig bis fünfunddreißig Schüler (das sind die üblichen Klassengrößen in allen Schulformen hier in der Gegend, egal ob Hauptschule, Realschule, Gesamtschule oder Grundschule (!)), deren Voraussetzungen unterschiedlicher nicht sein könnten, nach Ende der gemeinsamen Ausbildungszeit auf ein gemeinsames Mindestniveau zu bringen (und das ist in NRW vorgeschrieben, man schaue mal in die Ausbildungsrichtlinien unter "verbindliche Kompetenzerwartungen"). Wir haben Schüler aus Mittelschichtelternhäusern, aus asozialsten Verhältnissen, aus Kinderheimen, aus elitären Elternhäusern, aus Elternhäusern, in denen unglaubliche Armut herrscht... alleine das ist, weil sich nach wie vor *ein* Lehrer pro Zimmer darum kümmern muss, schon (fast) unmöglich bzw. meist unmöglich, da jedem Kind gerecht zu werden.

    Wenn in Zukunft jetzt auch noch z. B. die Sonderschulklientel (bzw. "Förderschule" --> Begriffseuphemismus) hinzukommt, dann kriegen Lehrer und Schüler noch mehr Spaß an der ganzen Sache. Bei "Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf" denkt mancher vielleicht an ein liebes mongoloides Kindchen oder an eines im Rolli oder eines, was nur mit zwei Hörgeräten halbwegs was verstehen kann. Das sind ja auch die Fälle, von denen die wohlfeile Frau Löhrmann stets spricht, wenn sie anklagt, dass man solche Kinder "abschiebt" und "aussondert". Nun, dass sich so etwas mit etwas Aufwand integrieren ließe (bei angemessen kleinen Klassenstärken <= 20SuS), das ist unbestritten. Wovon aber niemand spricht, das sind die Leute, die die Sonderschulen der Ausrichtung LB/E bevölkern, namentlich die (früher so bezeichneten) Lernbehinderten und Erziehungsschwierigen. Da sitzen nämlich schon lange keine Kinder mehr wie 1970: dumm aber lieb. Wer heute mal so eine Klasse gesehen hat, mit sechs oder acht Schülern darin (gerne bevorzugt in einem Ballungsraum wie Berlin oder Duisburg-Süd), der ist um einen tiefsitzenden Schreck im Leben reicher. Wir haben aktuell an diesen Schulen keine förderbedürftigen Kinder mehr, sondern nur noch Psychos, die hochgradig aggressiv sind, multiple psychische Störungen haben (vorrangig vertreten sind Autismus, paranoide Störungen und Wahnvorstellungen, Schizophrenie - um nur mal ein paar Diagnosen ins Feld zu führen), die unter starken Psychopharmaka stehen, die ihnen teils unter Zwang eingeflößt werden müssen, damit sie sich und andere nicht gefährden; viele Suizidgefährdete sind dabei und der Großteil von ihnen geht paradoxerweise noch lieber zur Schule als zu Hause sitzen zu müssen, wo die Quelle in Form von Gewalt und Suff, kurz: Verwahrlosung auf allerhöchstem Niveau sich befindet, die die Kinder zu dem gemacht hat, was sie sind. Und wir haben demnächst alles in einem großen Topf und rühren ein paar Mal kräftig drin rum, und dann wird schon alles gut werden, denn die Schwachen können ja von den Starken lernen...

    Wenn Klaus nun etwas von 17- und 25-jährigen schreibt, so hat er teils damit Recht. Der angesprochene Unterschied zwischen einem Jugendlichen und einem Erwachsenen ist zweifellos da und den kann man offenbar auch erwarten. Nun zeigt aber die Erfahrung, und ich denke, das ist den meisten auch klar, dass junge Erwachsene, die eine so katastrophale Vorgeschichte haben, sich eben *nicht* einfach so an den Haaren aus dem Sumpf ziehen können. "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" bewahrheitet sich dabei einfach allzu oft (nicht immer). Und das kann man diesen Menschen nicht zum Vorwurf machen. Deren Start ins Leben war so verpfuscht, dass es fast aussichtslos und unmöglich erscheint, die Defizite in allen Bereichen der menschlichen Sozialisation (um gesellschaftsfähig zu werden) wieder aufzuholen. Diese Menschen hatten von vorneherein keine Chance und sind eine verlorene Generation, wenn ihnen nicht auf irgendeine Weise besonderes Glück im Leben zuteil wird (und das sind Einzelfälle). Daran vermag auch die Schule meist nichts zu ändern, so gern die Politik das auch hätte. Einfaches Rechenbeispiel: wenn ein Kind von acht bis eins in der Schule ist, entspricht das circa einem Fünftel vom Tag. Die anderen vier Fünftel des Tages verbringt es zu Hause bzw. in der Zuständigkeit der Eltern. Na, wer hat da den größten Einfluss und die größten Möglichkeiten??

  • tufkaklto
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    • 27. Dezember 2011 um 14:03
    • #120
    Zitat von &quot;Audiowerk&quot;

    Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" bewahrheitet sich dabei einfach allzu oft (nicht immer). Und das kann man diesen Menschen nicht zum Vorwurf machen. Deren Start ins Leben war so verpfuscht, dass es fast aussichtslos und unmöglich erscheint, die Defizite in allen Bereichen der menschlichen Sozialisation (um gesellschaftsfähig zu werden) wieder aufzuholen. Diese Menschen hatten von vorneherein keine Chance und sind eine verlorene Generation, wenn ihnen nicht auf irgendeine Weise besonderes Glück im Leben zuteil wird (und das sind Einzelfälle

    Das unterschreibe ich so nicht.
    Ich war in der Schule auch in Mathematik extrem schlecht und ich hatte mich auf den tag gefreut, mit dem Scheiß nie wieder was zu tun zu haben.
    Vor Einigen Jahren hatte ich aber begriffen, das man nur weiterkommt, wenn man sich weiterbildet.
    Das gilt ja nicht nur für mich.
    Das muß jeder für sich selbst wissen, Ob er das tun will.
    Nun, inzwischen mache ich den Meister so nebenbei und muß mich mit einer Mathematik herumschlagen, von der ich vor 30 Jahren gehopft hatte, sie nie wieder anwenden zu müßen.
    Und es geht auch und es macht sogar Spaß, das zu lernen und den Kopf fit zu halten.
    Ich bin nicht der Schlauste und nicht der Beste beim lernen, aber wenn ich das schaffe, dann kann das jeder Andere auch, der den Finger aus dem Arsch nimmt und ernsthaft was machen will.

    Nichts zu tun ist keine Ausrede!!!!

    Das wollte ich damit sagen, als ich meinte mit 25 gelten diese Ausreden nicht mehr
    Denn die dienen nur dazu, um Unwillen zu entschuldigen.

    Und in unserem beruf gilt das, was auch in all den anderen normalen Berufen gilt:
    Nur mit Know How kommt man weiter.
    Denn ich kann Euch garantieren, diese Ausrede " Wir machen das immer schon so " ist nicht etwas Branchenspezifisches und nur auf unseren Bereich beschränkt !!!!!!!

    Amp und Boxen Brett _ Die Vuvuzela des Forums

    Ganz großer Fan des " Themen als gelesen markieren " Buttons

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  • Sachkunde für Fliegende Bauten

    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • Virtueller Stammtisch im Chat

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  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Mittwoch, 7. Oktober 2026, 13:00 – 14:00

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