Hallo zusammen
Ich habe mir lange überlegt, ob ich überhaupt zu diesem Thema was schreiben will. Aber nachdem ich kurz hintereinander an zwei total unterschiedlichen Events dasselbe Phänomen erlebt hatte (als nicht wenig zahlender Zuhörer), würde ich mich über eine Stellungnahme der Tontechniker hier im Forum freuen, welche über die Kreisliga (zu der wir uns als Firma auch zählen) hinausgewachsen sind.
Phänomen 1:
10'000 Pax+-Halle eher im südlichen Deutschland angesiedelt. Bekannt als soundtechnisch eher schwierig. Band: 19 Männele, die alles geben. System: Ein Hang von 16 Elementen irgendwas und irgendwelche Bässe in der Liga, in welcher eigentlich alles gut klingt. Sound: Basedrum extrem tief abgestimmt - macht eigentlich nur Rums und nicht Kick. Bass ebenfalls tief abgestimmt und tonal bei der Basedrum. Hört man sozusagen nicht. Macht zwar alles zusammen irgendwie "Totalrums" - aber klingen ist anders. Wieso ist es nötig, immer die Base mit zwei Mikros abzunehmen, wenn dann doch nur das Lowend der Grenzfläche hörbar ist? Ausserdem und gerade bei der Truppe: Ist es heutzutage "out", bei Gesängen von mehr als einer Person auf der Gruppe eine Kompression zu legen - am besten Frequenzselektiv gerade dort, wo der Hang anfängt zu "schreien" (600 - 800 Hz)? Oder ist das wohl ein Phänomen von allen Hallen? Wieso ist - obwohl es tüchtige Klötze von LA-Elementen waren, praktisch keine Lowmid's zu hören?
Phänomen 2:
Manfred Mann's Earthband in einer 1000+-Lokation in Zürich. Die Jungs haben sowas von tight und exakt gespielt - der absolute Wahnsinn. Der Chef himself ist ja mittlerweile 75 Lenze alt und ich wünsche mir, dass ich dannzumal auch so fit bin, wie selbiger. Und seine Moog-Orgien sind nach wie vor unterreicht. PA: Hang von pro Seite 9 Elemente ich weiss nicht was. Sound obenraus war nach 1/3 des Konzertes sehr gut. Der Techniker musste sich wohl noch an die Lärmbestimmungen in der Schweiz rantasten. Aber untenraus: Genau dasselbe Phänomen - Basedrum extrem tief im Sound. Hat die ganzen Lowmids - wenn sie denn vorhanden waren - einfach zugetoastet. Der Bassist war praktisch nicht zu hören. Wenn er Töne bei Songbeginn angeslidet hat, dann vermutete man irgendwie, dass das wohl passiert - aber gehört hat man den Slide erst ab etwa 90 Hz runter. Und ja: Die Halle ist nun soundmässig wirklich nicht kompliziert.
Fazit: Ich denke, es wäre an der Zeit, sich mal ein bisschen Gedanken darüber zu machen, wie "bassige" Instrumente im Originalzustand ohne Doppel-21er "ich weiss nicht was" Sublows klingen und diese dann zu versuchen, so linear wie möglich lauter zu machen. Aber vielleicht bin ich einfach auch nur altmodisch und weiss einfach nicht mehr, wie es heutzutage klingen soll. Obwohl eigentlich beide Tonis in etwa in meinem Alter waren ![]()