Reichweite PA Anlage limitieren

  • Moin

    Was hilft denn alles damit man die Anlage nicht mehr in 3km entfernung hört?

    Schon klar Masterregler runter ziehen hilft am besten :D

    Ich dachte da an bestimmte EQ Einstellungen oder Limiter Einstellungen Ausrichtung der PA Anlage beachten (eher in Senke stellen als auf Anhöhe, die Ausrichtung spielt sicher auch ne Rolle)

    Habt ihr noch Ideen um laut zu spielen ohne Beschwerden zu bekommen?

  • Moin

    Was hilft denn alles damit man die Anlage nicht mehr in 3km entfernung hört?

    Schon klar Masterregler runter ziehen hilft am besten :D

    Ich dachte da an bestimmte EQ Einstellungen oder Limiter Einstellungen Ausrichtung der PA Anlage beachten (eher in Senke stellen als auf Anhöhe, die Ausrichtung spielt sicher auch ne Rolle)

    Habt ihr noch Ideen um laut zu spielen ohne Beschwerden zu bekommen?

    Raus finden welcher Frequenzbereich die Nachbarn besonders stört. Wenn es der Bass ist und der vom Wind zu denen getragen wird (was ich bei der Kilometerangabe mal vermute...) : Veranstaltungsort wechseln. Das ist mit vertretbarem Aufwand nicht in den Griff zu bekommen.

  • Grob über den Daumen (insbesondereLuftdämpfung unberücksichtigt) verliert man bei einem Kugelstrahler auf 3 km gegenüber 1m 70 dB.


    Die Aufgabenstellung "unhörbar" streng genommen würde bedeuten, der Pegel 1m Entfernung müsste unter 70 dB bleiben, dann wäre es in 3km Entfernung unterhalb der Hörschwelle.


    Jetzt gibt es in 3km Entfernung mutmaßlich auch Geräusche, von daher kann man selbst bei "Stille" an Immissionsort so bis 90, 100 dB Lmax gehen, ohne dass es wirklich zu hören ist. Diese 90 bis 100 dB Lmax sind in etwa ein laut aufgedrehter Ghettoblaster.


    Wir sind hier allerdings im PA-Forum, wir reden von mindestens 30 dB mehr. Also die 1000-fache Schallleistung. Da bleiben dann noch folgende Möglichkeiten:

    • Systeme nach oben und nach unten richten. Bringt vielleicht 10 dB im Mittenbereich
    • Gerichtete Bassabstrahlung. Bringt vielleicht 10 dB im Tieftonbereich, sofern man die Bühne auch noch geeignet ausrichten kann
    • Lärmhindernisse (Wald, Gebäude...), müssen nahe am Emmissions- oder Immssionsort sein, bringen dann maximal 10 dB.

    Wenn wir das alles tun, haben wir vielleicht 20 dB gewonnen. Wenn wir also nicht noch Glück mit der Windrichtung haben, wird man eine aufgedrehte PA outdoor betrieben im Abstand von 3km (und halbwegs Ruhe am Immissionsort) immer hören. Oft ist man schon froh, wenn man die 55 dB Beurteilungspegel Nachts für seltene Störereignisse in 3km Entfernung irgendwie hin bekommt...

  • Grob über den Daumen (insbesondereLuftdämpfung unberücksichtigt) verliert man bei einem Kugelstrahler auf 3 km gegenüber 1m 70 dB.

    Das Thema beschäftigt mich ab und an, da ich ungewollt "Mithörer" solcher Veranstaltungen bin. Üblicherweise nachts (zum einen störts da mehr, zum anderen trägt es da weiter).


    Zunächst, die Dämpfungsbeurteilung ist doch etwas zu optimistisch. Bei einer PA kann man nicht von einem Kugelstrahler in 1m Entfernung ausgehen (man müßte die abstrahlende Fläche berechnen, den Abstand auf die Halbkugeloberfläche in entsprechendem Abstand umrechnen, das wg der Richtwirkung wieder unpraktikabel...). Realistischere Ergebnisse, leider merklich geringere Dämpfungen, erhält man mittels Pegel in z.B. 50m zur PA und dann ab da Kugelabstrahlung annehmend. Dämpfung im 3km so aber nur noch 35dB gegenüber dem 50m Pegel (da ist meist noch gut was los). Uhps!


    Wirds kalt am Boden und gibts Rückenwind, hau ich hier einfach die Behauptung raus, dass mit 6dB je Entfernungsverdoppelung nicht mehr gerechnet werden kann, sondern das ist weniger. Es bildet sich aufgrund der kälteren Luft (und höheren Dichte) eine Art "Ausbreitungsscheibe" innerhalb der der Schall immer wieder zum Boden gebeugt wird, für tiefe Frequenzen schallhart (z.B. unser Wattenmeerschlick bzw. Wasser), reflektiert wird und sich weiter ausbeitet, dann aber wieder "eingefangen" wird usw. Wind in Ausbreitungsrichtung verursacht gleiches Verhalten. Hab bei mir schon Pegel gemessen, die eher auf nur 4dB pro Entfernungverdoppelung rückschließen ließen.


    Eigentlich sollte sich das Problem der Tiefenausbreitung aber technisch in den Griff bekommen lassen, kostet nur. Ich spinn hier mal was hin.


    Erster Schritt wie oben schon empfohlen, soweit irgendmöglich, Tiefen gerichtet abstrahlen. Dann z.B. am Ende der Hörerzone den Tiefenbereich phaseninvertiert und zeitrichtig verschoben aktiv erneut abstrahlen. Ebenfalls gerichtet, in Ausbreitungsrichtung (damit es im Hörbereich möglichst wenig Pegelverlust gibt). Der notwendige Pegel (bzw Leistung) für das "Inverssystem" wäre so zu berechnen, dass sich in größerer Distanz ein Gleichgewicht zwischen Basssystem der Haupt-PA und dem Inverssystem einstellt. Dürfte aber nur brauchbar sein mit leidlich gerichteter Abstrahlung (sonst gibt seitlich böse Pegel).


    Macht nur keiner, weils kostet, Aufwand bedeutet, Knowhow erfordet und nicht überall (durch Bebauung ungleichmäßige Ausbreitung) funktioniert. Erst wenn gesetzliche Auflagen wirklich greifen (oder die gestörten Anwohner erfolgreich gegenangehen) wird das kommen, denn mit "keiner Veranstaltung" ist kein Geld zu machen, mit einer Aufwendigen aber (hoffentlich) schon.


    Grüße

    Mattias


    Vergessen, wenn auch nicht ganz ernst, die einfachste Alternative: Veranstaltung tags, weil:


    - es stört eh weniger, Grenzwerte sind höher, andere machen auch Krach

    - Ausbreitungsbedingungen sind "lärmfreundlicher", unten warm, oben kalt, Schall geht nach oben

    - und wer sich mit dem Wettergott gutsteht, Gegenwind anfordern, wirkt genau wie unten warm, oben kalt

  • Christian Frick hat eine gute Lösung, um tieffrequente Emissionen in bestimmten räumlichen Bereichen effizient zu mindern.

    Wenn man dazu noch auf der Beschallungsfläche gezielt steuert, ist ein gutes Verhältnis zwischen Nutz- und Störschall möglich.


    In den höheren Frequenzen kann man viel durch PA-Ausrichtung erreichen.