Studie über Aerosol-Ausbreitung in Veranstaltungsräumen

  • Die Angegebenen Werte sind Situationsbedingt, heißt, daß das z.B. für den Aufenthalt im Theater zu berechnen ist - was davor oder danach war ist ebenfalls situationsbedingt, und ist gesonders zu berechnen.


    Komplette Publikation: https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/12578


    falls weitere Forschungen / Studien gerne gesehen sind, empfehle ich noch den Blog: https://blogs.tu-berlin.de/hri_sars-cov-2/

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

  • Die Studie basiert auf der 'Gesamtbelastung':

    - Verweildauer (Längere Zeit -> Höhere Wahrscheinlichkeit)

    - Körperliche Aktivität ( Mehr Anstrengung -> Mehr Aerosolausstoß)

    - Leistung der Be/Entlüftung (weniger Entlüftung -> Höhere Wahrscheinlichkeit)


    Man findet oft den Hinweis nicht ausreichend evidenzbasiert, d.h. das sind rein theoretische Werte auf Grund der obigen Faktoren. Wenn z.B. die Belüftung im Kino besser ist oder man keine Stunde zum Einkaufen braucht, dann sieht es wieder anders aus.

  • Das ist doch schon mal erhellender. Die Studie stützt sich maßgeblich auf die in dieser Studie erläuterten Berechnungsmodelle und betrachtet Situationen in denen genau eine infizierte Person in einem Raum ist. Völlig unklar ist aber, welche Parameter dafür genutzt wurden.

    Die Ausgangskontamination, die Verweildauer, die Raumluftdurchmischung, der Raumluftaustausch, das Raumvolumen, die Halbwertszeit der Partikel, etc. spielen eine Rolle.

    Obwohl das jetzt in den Medien als der heilige Gral der Infektionsrisikoeinschätzung gehypt wird, habe ich so meine Zweifel an der Aussagekraft.

    Interessanter finde ich die als Berechnungsgrundlage herangezogene PIRA-Studie. Die dort aufgeführten Modelle lassen sich gezielt auf Veranstaltungsorte übertragen und damit hätte man eine gute Ausgangsbasis für die Abschätzung des Infektionsrisikos.

  • Hallo zusammen!


    Ich habe grade im "Offenen Brett" nach Erfahrungen und Gedanken zur Desinfizierung der Raumluft durch UV-C Licht in Lüftungsanlagen gefragt.


    Kennt sich jemand damit aus?


    Könnt Ihr einschätzen oder sagen, wie sinnvoll eine Nachrüstung eine Lüftungsanlage ist?


    Habe meine Idee bereits der Stadt für unsere beiden Häuser vorgetragen.


    Danke Euch!


    Matthias

  • Aktueller Nachtrag der Landesregierung Baden-Württemberg:

    https://www.baden-wuerttemberg…legt-zweiten-bericht-vor/


    Dort steht:

    Zitat

    Lüftungsanlagen entscheidend

    Die Sitzabstände zwischen Zuschauern und der Sitzplatzanordnung liegen – unter Annahme einer 7-Tages-Inzidenz von weniger als 35 je 100.000 Einwohner – in den untersuchten Innenräumen mehrheitlich bei einem Meter zwischen den Zuschauern. Bei Annahme einer üblichen Sitzbreite von 50 Zentimetern würde dies bedeuten, dass jeder zweite Platz in einer Zuschauerreihe besetzt werden kann. Bei einer Sitzplatzanordnung im Schachbrettmuster, die aus den Untersuchungsergebnissen im Konzerthaus Dortmund von den Autoren abgeleitet wurde, wird in alle Richtungen – seitlich mit 1,10 Metern, nach vorne mit 1,40 Metern, diagonal mit 0,89 Metern – der sonst geltende Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen unterschritten.

    Da der Lüftungseinfluss in den ausgewerteten Studien nur teilweise berücksichtigt wurde, folgt der Expertenkreis den in den Studien vorgeschlagenen Mindestabständen der Sitzplätze nicht generell: Sofern eine Lüftung von unten gewährleistet ist und die Aerosolströme der Personen im Zuschauerraum nach oben abgeleitet werden, kann sich der Mindestabstand auch verringern. Entscheidend ist also die Lüftungsanlage. Deshalb regt der Expertenkreis an, die Erkenntnisse aus den bisher bekannten Studien bezüglich ihrer Übertragbarkeit auf andere Räumlichkeiten in weiteren Untersuchungen zu überprüfen. Hierbei sollen zusätzlich raumlufttechnische Kriterien, vor allem die Art der Luftausbringung in den Saal, der Einfluss der Zuschauerzahl und damit der Wärmelasten auf mögliche Auftriebsströmungen sowie die Lüftungseffektivität Eingang in die Bewertung finden. Für den Fall einer Öffnung hebt der Expertenkreis in seiner Stellungnahme mehrere Maßnahmen besonders hervor, darunter auch das durchgängige Tragen einer FFP2-Maske. Zudem sollten die Säle nach dem Prinzip der Quelllüftung betrieben werden. Der Betrieb von raumlufttechnischen Anlagen sollte durchgängig mit Außenluftzufuhr erfolgen. Für Freiluftveranstaltungen gelten die AHA-Regeln. Wo Abstände nicht eingehalten werden können, empfiehlt der Expertenkreis das korrekte Tragen einer möglichst wirksamen Maske.


    ...ist jetzt zwar Wissenschaftlich nachgewiesen, aber so lange die Inzidenz nicht unter 35 kommt, wird's wohl keine Veranstaltungen Indoor geben...

    Zu mindest wäre eine Sitzplatzausnutzung von 50% möglich...


    ...von Outdoor im Sommer 2021 wird weiterhin nicht geredet... - das führt mich zu einem IDN: Unplanbarkeit in der aktuellen Lage... (Verträge, etc.)

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  • Zu mindest wäre eine Sitzplatzausnutzung von 50% möglich...

    aber wohl auch nur, wenn die lüftungsrichtung stimmt. also zuluft von unten und abluft nach oben.

    aber in wie vielen hallen ist das so gelöst?


    deshalb gebe ich mich da keiner illusion hin. veranstaltungen mit nennenswerter besucheranzahl wird es ab sommer im freien geben können, ab herbst wohl auch wieder in hallen.

    vorher wird was eher nix, weil es nur in wenigen ausnahmefällen zu realisieren wäre.

    aber schön, dass man drüber nachdenkt. vielleicht werden zukünftige hallen jetzt etwas anders geplant.

  • In Barcelona hat man am Wochenende schon mal ein bisschen vorgelegt:

    https://www.msn.com/de-de/unte…-BB1f2B87?ocid=uxbndlbing

    hab' ich auch gesehen - jedoch mit etwas mehr bürokratischem Aufwand - die Teilnehmer werden die nächsten 2 Wochen medizinisch und sozial überwacht - kostet halt auch wieder Geld... - so lange es der Wissenschaft dient und dadurch mehr Veranstaltungen wieder statt finden können, ist es in meinen Augen Gerechtfertigt.



    btw.: "Love of Lesbian" sind das nicht die u18-fähigen Rockbitches - so was wie Tatu ? :D:D:D

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  • aber wohl auch nur, wenn die lüftungsrichtung stimmt. also zuluft von unten und abluft nach oben.

    aber in wie vielen hallen ist das so gelöst?

    Wäre auch mein Einwand dazu. Bei uns ist es schonmal genau umgekehrt. Aufwand um das zu ändern wohl grob geschätzt 6 bis gar 7-stellig.

    Und selbst bei Luft von unten sollte von meinem groben Verständnis der Luftströmungen noch entscheidend sein, über welche Flächen angesaugt bzw. eingeblasen wird. Ist das relativ zentral gehalten sehe ich da wenig Spielraum.

    Unabhängig davon kann unsere Anlage bei Außentemperaturen unter 5°C garnicht mit 100% Außenluft fahren, das schaffen die Heizregister nicht zuverlässig und gehen dann in den Schutzbetrieb

  • Interessanter finde ich die als Berechnungsgrundlage herangezogene PIRA-Studie. Die dort aufgeführten Modelle lassen sich gezielt auf Veranstaltungsorte übertragen und damit hätte man eine gute Ausgangsbasis für die Abschätzung des Infektionsrisikos.

    Jetzt gibt es das Ganze auch als kleinen Onlinerechner:

    https://hri-pira.github.io/


    Edit: Die Raumgröße ist derzeit etwas limitert.

  • Wäre auch mein Einwand dazu. Bei uns ist es schonmal genau umgekehrt. Aufwand um das zu ändern wohl grob geschätzt 6 bis gar 7-stellig.

    Und selbst bei Luft von unten sollte von meinem groben Verständnis der Luftströmungen noch entscheidend sein, über welche Flächen angesaugt bzw. eingeblasen wird. Ist das relativ zentral gehalten sehe ich da wenig Spielraum.

    Unabhängig davon kann unsere Anlage bei Außentemperaturen unter 5°C garnicht mit 100% Außenluft fahren, das schaffen die Heizregister nicht zuverlässig und gehen dann in den Schutzbetrieb

    Luftrichtung von unten nach oben gibt es eigentlich fast nur bei Räumen mit aufsteigenden Sitzreihen, wie Theater-. Konzert, und Kino-Säle. Da wird die Zuluft dann in der Stufe, zwischen den Sitzen eingeblasen und unter der Decke die Abluft abgeführt.

    "Löcher im Boden" gibt es eigentlich nur in Serverräumen, wo die Kühlluft durch die Racks strömt.


    Wer wie Marian Humann offensichtlich nur reine Umluftanlagen mit

    physiologisch notwendigem Außenluftanteil zur Verfügung hat und das auch noch ohne WärmeRückGewinnungs-Register (die WRG ist quasi die warme Umluft...) kann nur dem Heizkessel Beine machen und zusehen, ob er ihm mehr Temperatur entlockt (bringt etwas mehr Heizregister-Leistung), die Lüftung umbauen lassen (das sind dann schnell 5 stellige Summen) oder die Halle im Winter dicht machen ?(


    Der ganze Technik-Zinnober bringt natürlich wirtschaftlich nur etwas, wenn überhaupt wieder eine Öffnungs-Perspektive da ist - momentan herrscht ja noch allgemeines Chaos scham*