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Bühnenmolton B1 vs. Trevira CS => Brandschutz

  • Hanseat
  • 5. Mai 2020 um 13:43
  • Hanseat
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    • 5. Mai 2020 um 13:43
    • #1

    Moin,

    auf unserer Schul-Bühne sind einige der Kulissenvorhänge nicht mehr intakt und sollen ausgetauscht werden. Bisherige Ausführung der Vorhänge in B1-Molton (ca. 300g/m²). Nun kommt die Ausschreibungs-Firma und bietet Trevira CS an (bzw. Columbus Trend 1910 schwarz - ist aber meines Wissens nichts anderes). Auch schick, aber nicht ganz so licht- und schallschluckend wie Molton - und außerdem deutlich teurer.

    Angeblich soll es in anderen Schulen Ärger mit der Feuerwehr wegen der Molton-Vorhänge gegeben haben und daher nur noch Trevira CS verarbeitet werden dürfen. Eine belastbare Quelle habe ich dazu noch nicht gefunden, werde bei der Behörde nachhaken.

    Nun aber die Frage an die Fachleute: Ich weiß, dass der B1-Molton seine Schwerentflammbarkeit nach dem Waschen verliert und Trevira CS dauerhaft schwer entflammbar bleibt. Aber gibt es tatsächlich relevante Änderungen an den Vorschriften für Bühnenvorhänge, die eine Ausführung in B1-Molton als ungeeignet erscheinen lassen? Würde mich sehr interessieren!

    Und wie oft wäscht man Bühnen-Vorhänge? Wegen eines Wasserschadens (mit Schimmelbefall der Raumluft) sind die Vorhänge letztes Jahr abgenommen, gereinigt und neu imprägniert worden, daher sollte ist das aktuell sowieso kein Thema, aber sonst kann ich mich nicht erinnern, dass die Teile mal gewaschen worden wären.

  • niggles
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    • 5. Mai 2020 um 14:07
    • #2
    Zitat von Hanseat

    Und wie oft wäscht man Bühnen-Vorhänge?

    Wenn sie noch aus normaler Textilfaser (Baumwolle/Mischgewebe) sind: Nie.

    Zitat von Hanseat

    Wegen eines Wasserschadens (mit Schimmelbefall der Raumluft) sind die Vorhänge letztes Jahr abgenommen, gereinigt und neu imprägniert worden, daher sollte ist das aktuell sowieso kein Thema, aber sonst kann ich mich nicht erinnern, dass die Teile mal gewaschen worden wären.

    Eine nachträgliche B1-Neuimprägnierung von Stoffen die gewaschen wurden genügt den Brandschutzvorschriften schon länger nicht mehr. Die Stoffe müssen maschinell imprägniert und die Brandeigenschaften durch regelmässige Brandschachttests von Proben überprüft werden.

    Wer hat die Vorhänge gewaschen und in welcher Form haben die euch die Brandeigenschaften schriftlich bestätigt? Da passt was nicht.

    Die Feuerwehren wissen das auch und bestehen in der Tat mancherorts bereits auf der Anschaffung von Materialien die ihre Schwerentflammbarkeit beim Reinigen nicht verlieren.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

    3 Mal editiert, zuletzt von niggles (5. Mai 2020 um 14:30)

  • Hanseat
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    • 5. Mai 2020 um 14:37
    • #3
    Zitat von niggles

    Eine nachträgliche B1-Neuimprägnierung von Stoffen die gewaschen wurden genügt den Brandschutzvorschriften schon länger nicht mehr. Die Stoffe müssen maschinell imprägniert und die Brandeigenschaften durch regelmässige Brandschachttests von Proben überprüft werden.

    Wer hat die Vorhänge gewaschen und in welcher Form haben die euch die Brandeigenschaften schriftlich bestätigt? Da passt was nicht.

    Die Feuerwehren wissen das auch und bestehen in der Tat mancherorts bereits auf der Anschaffung von Materialien die ihre Schwerentflammbarkeit beim Reinigen nicht verlieren.

    Was dir Reinigung angeht müsste ich nachfragen. Ich weiß nur, dass es ziemlich teuer war (alle Bühnenvorhänge meines Wissens rund 4.000€). Beaufsichtigt wurden die Arbeiten (mehr oder weniger) von "Schulbau Hamburg", ich gehe eigentlich davon aus, dass da alle notwendigen Maßnahmen fachgerecht ergriffen wurden.

    Wenn Molton sonst aber ausreicht, dann wäre das ja eine günstigere und hinsichtlich Licht- und Schallabsorption vergleichsweise bessere Lösung.

    Was die Feuerwehr konkret sagt, das weiß ich nicht. Kommen die nicht sowieso regelmäßig zur Kontrolle in die Schulen? Dann hätten sie bei uns ja schon lange meckern müssen - die Vorhänge hängen ja schon über Jahre auf der Bühne.

  • maccaldres
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    • 5. Mai 2020 um 16:10
    • #4

    Den Molton über Jahre hinweg einfach nicht zu waschen ist auch keine Alternative, denn der Staub der sich auf der offenen/flusigen Oberfläche absetzt ist nämlich nicht imprägniert und gilt sogar als leicht entflammbar.

    Trevira ist hier die logische Weiterentwicklung

    Meister für Veranstaltungstechnik

    AUDIODEMON - Audioengineering & Tourservice

  • secluded
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    • 5. Mai 2020 um 17:03
    • #5

    ...oder bei Gerriets nach dem Satin CS fragen - die habe ich hier im Theater hängen und bin sehr zufrieden damit.

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, "Jungfrau von Orleans" )

  • julian-k
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    • 5. Mai 2020 um 18:56
    • #6

    Trevira CS ist erst mal nichts anderes als ein Garn aus welchem man alles mögliche von der Unterhose bis zum Jagdbomber machen kann.

    Trevira CS würde ich Molton immer vorziehen, da der Vorhang glatt, einfach zu reinigen, waschbar, robuster, schöner, langlebiger, und sonst noch was alles ist.

    Gibt es auch in unterschiedlichsten Qualitäten wie Molton und ist bei 300g genau so Lichtdicht wie Molton.

    Dadurch dass der Trevira ziemlich dicht gewebt und eben glatt ist, dürfte er auf einer Bühne sogar noch den Vorteil haben den Schall zu reflektieren, was gerade bei Sprachtheater auf einer Schulbühne ein Vorteil sein dürfte.

    (Wobei sich das Reflektionsverhalten wohl ähnlich wie das Dämpfungsverhalten beim Molton gestalten dürfte, nämlich Richtung 0.)

    Was ist ist, was nicht ist ist möglich

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    2 Mal editiert, zuletzt von julian-k (5. Mai 2020 um 19:05)

  • marce
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    • 6. Mai 2020 um 09:48
    • #7

    ... aber oft will man ja gerade nicht, daß da was reflektiert wird...

  • julian-k
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    • 6. Mai 2020 um 13:34
    • #8
    Zitat von marce

    ... aber oft will man ja gerade nicht, daß da was reflektiert wird.

    Wie ich bereits geschrieben habe, ist das eine 0815 Theorie die genau wie die Dämpfung bei Molton, sofern da nicht hunderte Kubikmeter im Raum hintereinander hängen, wohl zu vernachlässigen oder eben überhaupt nicht vorhanden.

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  • marce
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    • 6. Mai 2020 um 13:48
    • #9

    Dämpfung - unterhalb Hochton klar, da passiert nicht viel.

    Aber Reflexion - da bringt Molton einiges. Außer natürlich, das massiv bessere Verhalten sämtlicher "Gartenzelt-Stadtfest"-Bühnen, die man (nicht nur wegen der Optik) erst mal innen mit Molton abgehangen hat war nur eingebildet über die Jahre hinweg...

  • Hanseat
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    • 6. Mai 2020 um 15:21
    • #10
    Zitat von julian knödler

    Wie ich bereits geschrieben habe, ist das eine 0815 Theorie die genau wie die Dämpfung bei Molton, sofern da nicht hunderte Kubikmeter im Raum hintereinander hängen, wohl zu vernachlässigen oder eben überhaupt nicht vorhanden.

    Ohne Frequenzbezug kann jeder behaupten was wer will. Natürlich passiert unterhalb der hohen Mitten sicher nichts mehr, aber gerade im höheren Frequenzbereich kann ein absorbierender Vorhang hervorragende Effekte liefern, die sich gleichermaßen in entsprechenden Messwerten wie auch in der Praxis zeigen lassen.

    Zitat von julian knödler

    Gibt es auch in unterschiedlichsten Qualitäten wie Molton und ist bei 300g genau so Lichtdicht wie Molton.

    Dadurch dass der Trevira ziemlich dicht gewebt und eben glatt ist, dürfte er auf einer Bühne sogar noch den Vorteil haben den Schall zu reflektieren, was gerade bei Sprachtheater auf einer Schulbühne ein Vorteil sein dürfte.

    (Wobei sich das Reflektionsverhalten wohl ähnlich wie das Dämpfungsverhalten beim Molton gestalten dürfte, nämlich Richtung 0.)

    Das ist ja das Schöne an einem Vorhang - man kann ihn aufziehen, wenn man die Absoprtion nicht benötigt (Sprechtheater) und zuziehen, wenn man sie haben möchte (Bigband mit Mikrofonierung).

    An der Lichtdichtigkeit von Trevira CS habe ich keine Zweifel, der Stoff wird aber als leicht glänzend beschrieben und das kann ich mir bei großen Flächen schon als etwas störend vorstellen. Molton ist da unkomliziert.

  • T-event
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    • 6. Mai 2020 um 19:27
    • #11
    Zitat von Hanseat

    An der Lichtdichtigkeit von Trevira CS habe ich keine Zweifel, der Stoff wird aber als leicht glänzend beschrieben und das kann ich mir bei großen Flächen schon als etwas störend vorstellen. Molton ist da unkomliziert.

    Kommt bestimmt auf das konkrete Material an, wir haben Podestkasch aus Trevira CS (oder ähnliche Bezeichnung) und der ist auch bei "Anleuchtung" definitiv "matt" genug.

  • julian-k
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    • 7. Mai 2020 um 03:05
    • #12
    Zitat von Hanseat

    der Stoff wird aber als leicht glänzend beschrieben und das kann ich mir bei großen Flächen schon als etwas störend vorstellen. Molton ist da unkomliziert.

    Ja, Anfangs ist er das sicher, "leicht glänzend" aber heute in jedem Theater Quasi Standard und da reflektiert überhaupt nichts.

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  • Hanseat
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    • 7. Mai 2020 um 09:38
    • #13

    Vielen Dank euch beiden. Wenn Trevira CS sich auf der Bühne hinsichtlich der Lichtabsoprtion unproblematisch verrhält, dann ist das eine beruhigende Info.

    Letztendlich geht es nun natürlich auch wieder ums Geld. Vorausgesetzt, dass B1-Bühnenmolton genauso verwendet werden darf wie Trevira CS (das muss ich noch bei der Schulbehörde klären), dann spart das beim Stoff je nach Angebot mind. 50% der Kosten ein - das ist also nicht ganz unerheblich. Wenn Trevira CS allerdings deutlich sinnvoller ist, dann sollten wir angesichts der Nutzungszeit auch nicht an der falschen Stelle sparen.

  • HenrySalayne
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    • 7. Mai 2020 um 11:16
    • #14

    Der "leichte Glanz" liegt vermutlich daran, dass es sich um Kunstfaser handelt, bei der sich keine feinen Fasern aus dem Garn aufstellen und für eine diffuse Oberfläche sorgen. Daher wird einfallendes Licht nicht gleichmäßig in alle Richtungen gestreut, sondern je nach Einfallswinkel reflektiert der Stoff mehr oder weniger Licht ("glänzende Oberfläche"). Dafür sind allerdings auch die Farben intensiver und sollten auch grundsätzlich gegen Sonneneinstrahlung oder Auswaschung mehr entgegenzusetzen haben.

    Es ist ja nicht unbedingt der Preis entscheidend, sondern der Preis über die Lebensdauer. Wenn euch die Firma so einen Stoff anbietet, können sie euch bestimmt eine Probe zukommen lassen. Dann kannst du dir das einfach mal selbst anschauen.

    Hinweis: Alle Fehler in diesem Beitrag sind KI-generiert.

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