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Luft im Mix

  • lisa f.
  • 10. Juli 2021 um 14:38
  • lisa f.
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    • 10. Juli 2021 um 14:38
    • #1

    Ich habe die Frage in der letzten Zeit immer wieder gestellt: wie erreicht man einen aufgeräumten Mix? Oder wie ich es meine Kollegen gefragt hatte: how do you achieve space in a mix? What‘s your favourite tool? Was ist Euer bevorzugtes Werkzeug um allen Intrumenten und Stimmen Platz zu geben? Wie schichtet ihr einen Mix?

    Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt und Ihr wißt was ich meine.

    Persönlich arbeite ich gerne mit Hallräumen, panning (v.a. IEM, FOH ist das nicht unbedingt meine erste Wahl), Kompression, und grade jetzt lerne ich mehr über Kompression Sidechaining und Multiband Kompressoren. Würde gerne mehr über Details oder spezifische Anwendungen erfahren :)

  • gert
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    • 10. Juli 2021 um 15:43
    • #2

    Nicht Mono mischen, aber trotzdem drauf achten das alle alles hören. Da gibt es viele die glauben das geht nicht. Aber mit gutem Systemdesign kann man das erreichen.

    Practice, Practice, Practice

  • steffenr
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    • 10. Juli 2021 um 17:17
    • #3

    Panning ist schon mal eine gute Idee, man muss es ja nicht bis zum Anschlag drehen...
    Der EQ kann auch helfen... Signale "entrümpeln"...

  • floger
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    • 10. Juli 2021 um 17:23
    • #4
    Zitat von gert

    Nicht Mono mischen, aber trotzdem drauf achten das alle alles hören. Da gibt es viele die glauben das geht nicht. Aber mit gutem Systemdesign kann man das erreichen.

    Kann man auch durch Delay und sanften EQ erreichen. Ich hab mir da mal eine Mono Sub Kompatible Subgrupe gebaut.

    Wenn man die Chance hat sollte man vorher das Arrangement aufräumen.
    Aber wenn wir dran sind ist es dazu ja meistens schon zu spät.

  • TomyN
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    • 10. Juli 2021 um 17:51
    • #5

    Nimm eine richtige Band :)
    Wenn man am Pult eine Band aufräumen muss, dann ist das (fast immer) nur die zweitbeste Möglichkeit.
    Ansonsten gibt's die Möglichkeiten:
    - L-R Staffelung ( Pan)

    - Frequenzstaffelung
    - Lautstärkestaffelung

    - Zeitliche Staffelung (mache ich live eigentlich fast nie)

    Damit diese Element funktionieren, muss man die Eingangssignale, je nach Qualität mehr oder weniger, vorkonditionieren (Dynamic, Low / High Cut etc.), aber auch die Richtigen Mikros an der richtigen Position gehört dazu.
    Meistens ist es eine Mischung aus allem. Manchmal hilft aber auch einfach eine Absenkung von 100 - 200 Hz im Gesamtmix.

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
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  • TomyN
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    • 10. Juli 2021 um 17:55
    • #6

    .. und der Grad zwischen 'Luftig' und 'Dünn' ist schmal und verläuft nicht für jeden an der gleichen Position.

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  • guma
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    • 10. Juli 2021 um 18:09
    • #7
    Zitat von TomyN

    Nimm eine richtige Band :)
    Wenn man am Pult eine Band aufräumen muss, dann ist das (fast immer) nur die zweitbeste Möglichkeit.

    dafür*

    Luftiger Mix kommt von luftigem Arrangement.

    lisa f.

    War nicht von Dir der Anspieltipp ‚London Grammar’? Bestes Beispiel für luftiges Arrangement, in dem Töne Platz haben.

    Manchmal hilft auch ‚weglassen‘, wenn die Frau vom Bassisten es erlaubt. ;)

  • Circumbendibus
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    • 10. Juli 2021 um 23:07
    • #8
    Zitat von guma

    Manchmal hilft auch ‚weglassen‘, wenn die Frau vom Bassisten es erlaubt. ;)

    Und genau diese ist bei meiner Altherrenkapelle leider immer(!) dabei ;(

    Ansonsten hilft natürlich platz im Arrangement. Und auch nicht jedes Instrument für sich einzeln total fett klingen zu lassen. Gitarren und auch manche Männerstimmen mulmen für meinen Geschmack z.B. gerne die Lowmids zu, was dann viel von der Klarheit nimmt. Nimmt man aber zu viel weg wirds dünn. Wie immer ist das ein Balanceakt.

  • wora
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    • 11. Juli 2021 um 01:23
    • #9

    wie die kollegen schon schrieben: die allerbeste lösung für dieses problem ist ein aufgeräumtes arrangement der durch die musikanten angelieferten tonsignale ;)

    was für unseren part sehr hilft ist, sich den song genau anzuhören: was braucht der song?

    ist es ne sehr ruhige nummer, dann darf vermutlich die keyboardspur und die fx returns etwas in den vordergrund, soll die nummer fetzen, dann darf auch mal das drumset und die funky gitarre weit vorne mitspielen, manchmal muss man auch den refrain anders betonen. jedes musikstück hat seinen eigenen charakter, den gilt es herauszuarbeiten. welches instrument spielt gerade die wichtige melodie oder die tragende struktur? oder welches instrument verdeckt mir gerade einen anderen part? und wer macht gerade ein solo? und soll man das überhaupt hören? frech*

    und dann kommt noch, vor allem bei kleineren konzertgrößen, das thema raumakustik und übersprechen der instrumente zum tragen. muss ich heute die snare über die pa schicken, oder hilft es , sie heute generell leiser zu halten, damit man nicht in versuchung kommt, alles andere immer lauter machen zu müssen?

    für mich gibt es da keine allgemeingültige regel, man muss immer auf den raum, die anlage, die tagesform der musiker und auf die einzelnen songs achten. also quasi "aktives mischen", damit kommt man am weitesten ;)

    in punkto sidechain kompression gibt es zusätzlich interessante ansatzmöglichkeiten zum aufräumen, da hatten wir hier mal einen schönen faden drüber...

    und effekte sind natürlich auch ein thema für sich. meiner meinung nach muss man die auch immer songabhängig betrachten.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • lisa f.
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    • 11. Juli 2021 um 10:26
    • #10

    Ach EQ - ja klar. Das mache ich ja ohne nachzudenken. Und natürlich habt Ihr recht, eine gute Band ist immer leichter zu mischen.

    wora, der Sidechsin thread is ein echtes highlight, ich habe ihn nun zweimal gelesen, und das hat mich inspiriert zu fragen, was gibt es sonst noch.

    Nachdem man Raumakustik und PA im Griff hat, und Signale EQd hat so dass sie zueinander passen, was gibt es dann?

    gert, was meinst Du mit gutem Systemdesign für Stereomischen? Ich weiß manche Leute ziehen Sidehang Signal vom der anderen Stereoseite (PA L = L, Side L = R), was meinst Du damit?

  • wora
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    • 11. Juli 2021 um 12:38
    • #11
    Zitat von lisa f.

    Nachdem man Raumakustik und PA im Griff hat, und Signale EQd hat so dass sie zueinander passen, was gibt es dann?

    wie gesagt: zuhören, was der song braucht - und dann entsprechend reagieren.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • guma
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    • 11. Juli 2021 um 16:41
    • #12

    Ich sag‘ noch mal was zum Arrangement-Thema, was ich wirklich essentiell für das Überleben als 'One Man Show', als 'freischaffender Berufsbandmischer' halte. Es gibt zwei Wege:

    Entweder Du hast passende 'social skills' und passt höllisch darauf auf, dass die von Dir gemischten Bands egal ob gerade berühmt oder nicht so berühmt genau das mit den Arrangements ihrer Stücke immer perfekt im Griff haben oder

    Du bist selbst als Musiker und Produzent so gut und investierst so viel in die Band, dass Du das richten kannst.

    Die zweite Variante ist unter uns extrem selten, daher versuche niemals mit schlechten Bands zu überleben auch wenn sie Dich gut bezahlen. ;)

  • Herr Nink
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    • 12. Juli 2021 um 09:13
    • #13

    Ein Aspekt der hier noch nicht genannt wurde (ich hoffe ich hab´s nicht überlesen). Die Auswahl der Mikrofone und deren Positionierung - Richtcharakteristik, Anbringung usw.

    Je besser es gelingt das "bleeding" klein zu halten, um so aufgeräumter klingt schon mal alles und die Mischpultmöglichkeiten werden viel deutlicher hörbar, einfacher und zielführender.

    just my 2 cents

  • floger
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    • 12. Juli 2021 um 09:40
    • #14

    Ja, dazu zahlt auch, dass man nicht benötigte Mikros runter zieht und mit Kompressoren auf Vocals und leisen Instrumenten vorsichtig ist. Sonst besteht der Mix nachher aus 50% Bühnenlärm.

  • lisa f.
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    • 12. Juli 2021 um 10:48
    • #15

    TomyN was meinst Du mit zeitlicher Staffelung?

    Klar, arrangements sind wichtig. Der Moment wenn man Fader hoch zieht und direkt einen soliden Mix hat ist schön.

    Vielleicht sollte ich meinen Threadtitel ändern in: wie kann ich einen guten Mix zu einem fantastischen Mix machen.

    Zu EQ: ich habe darüber nachgedacht, was ich eigentlich mache:

    1. ich höre mir das Instrument an und setze EQ, damit es gut klingt. (Natürlich mit dem Hintergedanken habe ich das richtige Mikrofon an der richtigen Stelle).

    2. Ich höre ich mir alles zusammen an, bei größeren Bands erst ein kleineren Gruppen, und höre dann ob irgend ein Instrument einem anderen in der Quere ist. Ich nehme dann bei einem Instrument etwas heraus um dem anderen Platz zu lassen. (Gitarre vs Keys vs Vocals, Bass vs Bassdrum vs Bass Synth, etc, und da kommt es natürlich sehr darauf an wie die Instrumente klingen und was für eine Band das sind, wer wichtiger ist in den Arrangements etc.)

    3. Stimmen und Soloinstrumente haben eine Vorrangstellung. Ich mache lieber ein anderes Instrument „dünner“, als diese Instrumente zu begrenzen.

    -> Wie geht Ihr da vor?

    floger: Interessanter hinweis mit nicht zuviel Kompression sonst zu viel Bühnenlärm: in welchen Parametern bewegst Du Dich da? Was ist die maximal Ratio / Reduction die Du so anstreben würdest? Wann denkst Du es ist zuviel Kompression?

  • guma
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    • 12. Juli 2021 um 11:32
    • #16
    Zitat von lisa f.

    Zu EQ: ich habe darüber nachgedacht ...

    1. ich höre mir das Instrument an und setze EQ, damit es gut klingt. (Natürlich mit dem Hintergedanken habe ich das richtige Mikrofon an der richtigen Stelle).

    Davor wolltest Du

    0,5. mit Hochpass, Tiefpass und Filtern des EQ alles aus dem Mikrofonsignal entfernen, was das Instrument nicht braucht. Das räumt auch ziemlich auf. ;)

  • Maschendrahtzaun
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    • 12. Juli 2021 um 11:32
    • #17
    Zitat von lisa f.

    TomyN was meinst Du mit zeitlicher Staffelung?

    Ich denke er meint damit die Laufzeiten. Bei einer klassischen Haupt + Stützmikrofonie kann man das auch schön hören, wie das Instrument in der Tiefe nach vorne bzw. hinten wandert, wenn man die Stütze zum Hauptmikrofon hin verzögert.

    Bei Band-Setups habe ich das aber auch noch nicht gemacht. Aber da gibt es ja auch im Prinzip wieder die Parallele zur Staffelung mit Reverbs, wenn man sich mal das Predelay anschaut.

  • floger
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    • 12. Juli 2021 um 12:24
    • #18
    Zitat von lisa f.

    floger: Interessanter hinweis mit nicht zuviel Kompression sonst zu viel Bühnenlärm: in welchen Parametern bewegst Du Dich da? Was ist die maximal Ratio / Reduction die Du so anstreben würdest? Wann denkst Du es ist zuviel Kompression?

    Gute Frage. Kommt halt wie so oft darauf an. Einfach mal mit dem Kopfhörer reinhören. Wenn sich der Mix deutlich ändert sobald man das Vocalmic hochzieht sollte man wohl handeln. ;)

  • TomyN
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    • 12. Juli 2021 um 13:02
    • #19

    Ich persönlich finde, dass Punkt 1. oft überbewehrtet wird. Ein Instrument muss, wenn es im Kontext mit anderen Instrumenten spielt (klassisches Beispiel: Akustikgitarre in einer Rockband), nicht alleine gut klingen. Ich versuche Punkt 1 so schnell wie möglich abzuhandeln.
    - Gain einstellen
    - Eingang 'technisch' okay (keine Störungen, klingt schon irgendwie sinnvoll d.h. MIkro + dessen Position ok).

    - Suche von einer oder zwei 'charakteristischen Frequenzen ( z.B. bei E-Gitarre: 1 * Bauch/Schub, 1 * Aggression/Funk) mit der Parametrik.

    Bei der zeitlichen Staffelung (die ja in gewisserweise mit einer 'akustischen räumlichen Tiefenstaffelung' ) einhergeht, bin ich auch noch sehr am Anfang. Gerade experimentiere ich im sehr 'textsensitiven' Bereich mit einem leichten Delay auf der Instrumenten-Subgruppe, hab da aber noch keine wirklich belastbaren Ergebnisse. Was ich die letzten Male gemacht habe, war ein simples Delay auf der Snare (und die Toms und die Kick) um sie zeitlich auf die Overheads zu ziehen. Dazu dann den Lowcut auf den Overheads recht tief gesetzt. Das hat wirklick hörbar einiges gebracht.

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
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  • Herr Nink
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    • 12. Juli 2021 um 13:50
    • #20

    TomyN

    Hast du schon mal mit der recorderman Technik rumgespielt? Dies dann mit dem ein oder anderen Mic ergänzen und time alignen... das bringt einiges an Routine zum Thema Mikrofone „aufeinander“ zu „ziehen“

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