Weil danach gefragt wurde, schreibe ich hier mal was dazu.
Man ist ja als Techniker durchaus manchmal experimetierfreudig. Und neulich dachte ich: wenn ich meine "Multicore-Verbindung" von der Bühne zum FOH mit LWL ausführen würde, dann hätte ich damit ja jeglichen Stress mit anderen Stromversorgungen ausgeschlossen. Eine Lichtverbindung kann ja nicht brummen, weil hier kein Strom fließt.
Also hab ich mich erstmal nach Medienconvertern umgesehen. Die wandeln das Signal von Kupfer auf LWL. Und sowas gibt es mittlerweile sogar erstaunlich günstig. Davon also zwei Stück:
- einen am dLive-Mixrack: kurzes Netzwerkkabel vom ACE-Netzwerkport auf den Medienkonverter, von dort dann auf LWL
- den zweiten am dLive FOH-Pult (Surface): von LWL zurück auf CAT Kabel und in den ACE-Port.
Dazu hab ich dann einen Glasfaserring mit LC-Steckern gekauft. Das Kabel ist stahlummantelt, sollte also nicht bei der kleinsten Unsanftheit kaputt gehen. Aber "robust" würde ich es jetzt auch nicht gerade nennen. Das Kabel ist vom französischen Hersteller Elfcam und kostet nicht wirklich viel. Ich hab mich da erstmal für 70m entschieden, das genügt mir für die angedachten Jobs vollkommen. Und dazu hab ich noch eine 310er Schill Trommel bestellt. Das aufwickeln des Glasfaserkabels ging dann wirklich sehr einfach (auch auf den Gigs). Damit hatte ich für unter 200,- eine 70m Glasfaserleitung auf Trommel.
Ich habe diese Lösung nun bei zwei Gigs ausprobiert - und es spielte sofort ohne zu mucken.
Parallel hatte ich noch eine herkömmliche CAT Leitung gelegt... ich bin ja zwar experimentierfreudig, aber nicht stress-süchtig. Damit hätte ich ganz schnell eine Backup Lösung gehabt. Aber beim nächsten Gig werde ich die Backup-Leitung schon im Transporter lassen...
(By the way: den Strom für mein Pult habe ich dann vom Lichtkollegen bekommen)
Also:
meine dLive ist nun über Glasfaser verbunden - und zwar ohne in die nicht ganz billigen GigaACE Karten zu investieren.
Diese Lösung ist aber natürlich nix für Touring oder harte Partyvolk Situationen.
Wie stabil und zuverlässig das Kabel wirklich ist, wird sich noch zeigen müssen. Aber ich denke da an meine ersten Erfahrungen beim Umstieg von recht robusten Analog-Multicores auf CAT Leitung... diesen dünnen Kabeln hat man ja auch erstmal nicht so richtig vertraut, aber diese Skepsis war auch relativ schnell verschwunden.
Trotzdem: diese LWL Leitung ist wirklich noch dünner als meine Netzwerkkabel. Da sollte man schon ein bisschen vorsichtig mit umgehen.