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wie Dumping bekämpfen?

  • wora
  • 2. April 2008 um 22:18
  • LC2412
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    • 4. April 2008 um 09:28
    • #21

    Mechwerkandi: Ich versteh Dich nicht. Früher hat man sich auch Druckkammerlautsprecher angehört und möchte das heute nicht mehr.

    Erschreckend ist, dass einerseits manche von MTV DSDS etc. so verwöhnt sind, dass da 1000e Wackellichter und LAs rumhängen müssen, sonst isses von vorneherein schon nix, auf der anderen Seite viele (gerade, wenn sie besoffen sind) auch keinerlei Ansprüche mehr an Ton- und Lichttechnik haben.

    woras Einstellung finde ich da die richtige: Anbieten, was Sinn macht und was man wirklich braucht. Das geht nicht ohne Gespräche mit VA und Künstler, bringt denen aber manchmal viel Einblick in die Materie und einem selber manchmal das Aha-Erlebnis, dass man vielleicht zu hohe Ansprüche stellt.

    Was woras Denke gegen das über den Tisch ziehen anbelangt: Irgendeiner hatte da einen tollen Vorschlag: Angebot miete 11 für 10. 10x normaler Preis, dann gibts einmal umsonst. Kann jeder mit kalkulieren, man macht sich seinen eigenen Standard-Preis nicht kaputt und man klammert gleich die Leute aus, die mit dem "nur diesmal billig" eh nächstes Jahr einen anderen Verleiher holen wollen.

    Carsten

  • Seven
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    • 4. April 2008 um 09:48
    • #22

    Es kommt immer auch ein wenig auf das Zielpublikum an. Eine ordentliche Coverband (Tributeband der etwas besseren Sorte oder) bekommt auch mit 15 bis 20 € Eintritt eine Location voll. Andere Bands können sich wirklich von 5 € entfernen, wenn der Zuschauerzuspruch stimmen soll. Es ist halt so. Auch wenn das Bier und die Wurst am Abend teurer sind als vor Jahren, auch wenn der Sprit mehr kostet und auch wenn nun 16 Movinglights hängen, statt 4 6er Bars.

    Fairerweise sei gesagt das auch die Dumper teurer geworden sind. Ein mir allzugut bekannter und gut gebuchter Dumper hat gegen 2000 noch 1200 DM genommen und ist mittlerweile bei 900 €. Für einen Aufwand für den andere Läden hier mit Rabatt und gutem Willen auf 1500 € kommen.

    Die Frage ist nun wieso dieser Laden noch im Geschäft ist (und das nicht schlecht) und wieso nicht andere Firmen diese Shows übernehmen:

    1. Für das Geld rückt kein betriebswirtschaftlich kalkulierender Disponent Material raus.
    2. Das Budget für Technik&Band ist fix verbunden und wenn die Bands ihre X € haben möchten, geht das 1:1 vom Technik Budget ab.
    3. Veranstalter denken heute meist nur an die finanzielle Seite einer Veranstaltung, und das kurzfristig auf eine Veranstaltung. Veranstaltungen aufbauen und über Jahre erfolgreich wachsen lassen ist heute nicht mehr gefragt.
    4. Der technische Aufwand wird von 95% der Konzertbesucher nicht in dem Ausmaß erkannt und geschätzt wie er sich finanziell auf das Ergebnis auswirkt.

  • oops
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    • 4. April 2008 um 13:02
    • #23

    ich bin zu dem schluss gekommen, dass über diese ganze misere nachzudenken, ungefähr genauso erfolgversprechend ist, wie über die unendlichkeit des weltraums zu sinnieren...

    es ist halt wie es ist und vermutlich muss man damit leben lernen...

    ebenso ist die jammerkultur in unserem biz doch schon ziemlich ausgeprägt,- ich schliesse mich da nicht aus.... :lol:

  • Mechwerkandi
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    • 4. April 2008 um 13:12
    • #24
    Zitat von "LC2412"


    Mechwerkandi: Ich versteh Dich nicht.


    Das macht nix. Mein Weib versteht mich auch nicht.

    Zitat von "LC2412"


    Früher hat man sich auch Druckkammerlautsprecher angehört und möchte das heute nicht mehr.


    Druckkammerlautsprecher sind nach wie vor für bestimmmte Einsatzbereiche unersetzlich.

    Veranstalter schreiben keine raider und haben von der Technik an sich im allgemeinen null Ahnung.
    Die vermeindliche Notwendigkeit an technischer Ausstattung wird ihnen von Leuten vermittel, die so technikgeil sind, das es knallt.
    Die ganze Dumpingfragen sind, auch nach dem 100sten Fred, immer noch von der Branche selbstgemacht.

  • simonstpauli
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    • 4. April 2008 um 13:33
    • #25

    Hier eine kleine Anleitung "Dumping richtig gemacht":

    Auftraggeber: Mach einen Job billig, dann kriegst du 10 weitere
    Verleiher: Kein Problem, wir machen die ersten 10 Jobs zum normalen Preis und den jeweils 11. ohne Berechnung des Materials (das sind knapp 10% Abschlag auf das Gesamtvolumen)

    Damit entlarvt man jene, die ihr Wort nicht zu halten gedenken.

    Funktioniert nur bei wiederkehrenden in etwa gleich großen Jobs

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • wora
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    • 4. April 2008 um 13:48
    • #26

    diese idee ist sehr gut!
    mehr davon... 8)


    Zitat von "Mechwerkandi"

    ...Die ganze Dumpingfragen sind, auch nach dem 100sten Fred, immer noch von der Branche selbstgemacht.


    da es in diesem bereich nur diese branche gibt, ist das auch völlig logisch ;)

    dennoch habe ich selbst schon mehr als genug informationen erhalten, das es dumping im sinne von "nicht wirtschaftlich" tatsächlich in nicht unerheblichem maße gibt.


    Zitat von "Mechwerkandi"

    ...Die vermeindliche Notwendigkeit an technischer Ausstattung wird ihnen von Leuten vermittel, die so technikgeil sind, das es knallt.

    natürlich gibt es auch das andere extrem, die technikverliebten die nicht genug knöpfe um sich herum haben können. aber das ist eben das andere extrem, davon möchte ich gar nicht reden.

    es ist eben leider so, das nicht wenige verleihfirmen ohne heftiges sponsoring von externen quellen nicht überleben könnten.
    und somit machen sie es denen völlig unmöglich zu überleben, die keinen geldpool hinter sich haben, obwohl das vielleicht auch sehr gute dienstleister sein könnten.

    nochmal:
    mir geht es nicht um völlig ausgeflippte, sondern um die dienstleistung an sich:
    wir sind mit unserer technik und unserem sachverstand die schnittstelle zwischen künstler und publikum.
    genau deshalb gibt es uns überhaupt!

    aber viele kämpfen eher ums überleben anstatt um sinnvolle dienstleistungen. da sehe ich ein problem.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • simonstpauli
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    • 4. April 2008 um 14:47
    • #27
    Zitat von "wora"


    es ist eben leider so, das nicht wenige verleihfirmen ohne heftiges sponsoring von externen quellen nicht überleben könnten.


    Wie viele Millionen hat Herr Fielmann eigentlich bis jetzt in das Extreme-Dumping im "oberen" Bereich geblasen? Die letzte Summe lag bei 5 Mio glaube ich...

    Egal, ich merke wie mir bei dem Gedanken der Kamm schwillt. Wie da Hauptversammlungen zu Preisen angeboten wurden, die gerade mal das Personal und die Logistik tragen können - Das Material steht ja im Lager und kostet nix.

    Das finde ich viel schlimmer als HKS, die ein paar Jobs zu unterirdischen Kursen machen.

    Zitat von "Procon AG"


    22.12.2003

    Langfristiges Finanzierungskonzept verabschiedet
    Hamburg, 22.12.2003

    Vorstand und Aufsichtsrat haben sich heute gemeinsam mit den Banken der PROCON MultiMedia AG und dem wesentlichen Aktionär Günther Fielmann auf ein tragfähiges Finanzierungskonzept für die Gesellschaft geeinigt.

    PROCON MultiMedia AG
    Adhoc-Mitteilung
    22. Dezember 2003

    Langfristiges Finanzierungskonzept verabschiedet

    Vorstand und Aufsichtsrat haben sich heute gemeinsam mit den Banken der PROCON MultiMedia AG und dem wesentlichen Aktionär Günther Fielmann auf ein tragfähiges Finanzierungskonzept für die Gesellschaft geeinigt. Das Konzept beinhaltet die folgenden wesentlichen Bestandteile :

    Das Bankenkonsortium hat einem Forderungsverzicht von ca. 13,6 Mio. EUR zugestimmt. Dafür wurde ein Besserungsschein ausgesprochen, der dem Bankenkonsortium für den Zeitraum vom 1.1.2007 bis 31.12.2014 einen Anteil von 25% des jeweiligen Konzernergebnisses zusichert.

    Weitere 5,0 Mio. EUR werden in ein Wandeldarlehen umgeschuldet. Dieses Darlehen kann PROCON bis zum 31.12.2004 ablösen. Ansonsten werden aus dem bedingten Kapital 2.265.255 neue Aktien geschaffen, die dem Konsortium zufallen. Der Antrag zur Schaffung des notwendigen bedingten Kapitals soll der nächsten ordentlichen Hauptversammlung gestellt werden.

    Die Tilgung aller bestehenden Darlehensverträge wird zeitlich verlängert und die jährlichen Tilgungsraten dadurch verringert. Darüber hinaus hält das Bankenkonsortium der Gesellschaft bis zum 31.12.2007 einen Betriebsmittelkredit über 10,8 Mio. EUR offen.

    Herr Fielmann hat sich bereit erklärt, zur Entlastung der Liquidität für die Akquisition und Fortführung laufender Projekte Sachinvestitionen in einem Gesamtwert von 5,0 Mio. EUR zur Verfügung zu stellen.

    Grundlage des Konzeptes waren die in dem schwierigen konjunkturellen Umfeld als positiv beurteilte Marktstellung von PROCON sowie die bereits erreichten Restrukturierungserfolge der Gesellschaft, die als Basis einer langfristig positiven Entwicklung gesehen wurden.

    Alles anzeigen


    Andere zu Boden dumpen und dann sowas? Gehts noch? Hatten wir das am Bau nicht auch schon - mit Kanzler Schröder als Feuerwehr?

    EDIT: Meine Konsequenz daraus seit 2004 keine Geschäfte mit Procon mehr und ich kann es im Sinne der Gesundheit der Branche nur jedem empfehlen selbiges zu tun. Weil der Fisch Veranstaltungsbranche vom Kopf her zu stinken beginnt.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Campfire
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    • 4. April 2008 um 18:53
    • #28

    hier gehen für mich 2 verschiedene Dinge durcheinander:
    1. Dumping im eigentlichen Sinne: Für den der die Dinstleistung bringt unwirtschaftlich, d.h. der Rider kann theoretisch absolut erfüllt sein etc, auch qualifiziertes Personal könnte am start sein, nur der Preis ist zu niedrig....
    hier ist denke ich vor allem im kleineren Bereich zu berücksichtigen dass PA für viele auch ein Hobby ist, eben Teil der Freizeitgestaltung, so dass hier geringere Preise möglich sind....

    2. das im ersten Post genannte Problem: Der geringere Preis wird dadurch erreicht dass zuwenig/zu schlechtes Material oder zuwenig/gering qualifiziertes/gering Motiviertes Personal am Start ist.....
    Hier sehe ich die Ursache vor allem in zum einen geringeren Ansprüchen an die Technik/Ausführung/Optik/Sound einer Veranstaltung, bzw. einer anderen Prioritätensetzung, zum anderen liegt es an geringerem Einblick in die Unterschiede die es bei PA so gibt ("warum beschwert ihr euch, das Mischpult hat doch auch 24 Kanäle")

    http://www.facebook.com/peter.trinkle

  • kristian w.
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    • 5. April 2008 um 12:18
    • #29

    Keiner mag Dumping, ich auch nicht.
    Aber: Jeder verdient, was er verdient!

    Ich habe vor Monaten im Brett Sicherheit die Fotos reingestellt, wie es auf der Präsentation des Tiguans beim lokalen VW Händler ausgeschaut hat. 3. Klassige Anlage, haarsträubendes Rigging und eine hübsche Donauwelle auf dem Behringer EQ. (Die einen werden jetzt sagen:"Wenigstens hat er einen EQ". Mir ist kein EQ lieber als einen "hübsch" eingestellten.)

    Klar könnte ich das besser machen, wer hier könnte das nicht. Aber zu dem Preis kann und will ich das auch gar nicht. Ich habe noch einiges über diese Sache nachgedacht. Das einzige, was mich hier eigentlich stört, ist daß der Veranstalter keine Ahnung von Veranstaltungen hat. Wie auch, er verkauft normalerweise Autos. Hätte er Ahnung von sowas, dann hätte er sich sicher nicht an eine Firma gewendet, die ihr Material in der Garage des Vaters lagert, 3x fahren muß, weil er kein geeignetes KFZ hat und die Firma auf den Bruder läuft, weil sein Name in edikte.at aufscheint. Aber so sind doch alle glücklich, die Besucher merken das zu 98% nicht, der Veranstalter freut sich, der HKS macht den Job seines Lebens, vielleicht sogar noch schwarz, wer weiß.

    Gott sei Dank gibt es noch genug Auftraggeber, die eine ordentliche Arbeit mit ordentlichem Material zu schätzen wissen. Werden zwar auch weniger, aber dann muß man sich halt darum kümmern, daß die zu Wiederholungstäter werden. Wie das geht ist in jedem einzelnen Fall unterschiedlich und muß jeder selber wissen, er kennt seine Kunden am Besten. Aber langfristig führt das zum Erfolg, die anderen bleiben früher oder später auf der Strecke.

    Jeder hier weiß, was der Ruf eines Unternehmens in einer Branche bedeutet, die man nicht so ohne weiteres anhand von Zahlen vergleichen kann.

    Grüße, Faxe...

    Dj, Verleiher und manchmal auch Veranstalter.

    http://www.faxe.at

  • simonstpauli
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    • 5. April 2008 um 13:23
    • #30
    Zitat von "Kristian Wachter"

    ...langfristig führt das zum Erfolg, die anderen bleiben früher oder später auf der Strecke...


    Bis auf o.g. und andere, die den A**** voller Geld haben und die Marktmacht übernehmen wollen. Die können im Unterschied zu den "Kleinen" durchaus einen guten Job machen. Und wenn das Geld alle ist werfen erst die Banken dem schlechten Geld noch gutes hinterher, danach kommt der Staat, weil so viele Arbeitsplätze in Gefahr sind. Wie heisst das noch gleich? "Gewinne kapitalisieren, Verluste sozialisieren"

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • dienervt
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    • 5. April 2008 um 14:21
    • #31

    In einer Branche bei der die Auftragsvergabe rein über Beziehungen (böse gesagt auch Vetternwirtschaft) läuft, ist Dumping keineswegs ein wirkungsvoller Weg, Aufträge zu erhalten. Ich habe es oft erlebt, daß ein Mitbewerber den Zuschlag bekam, obwoh ich eine vergleichbare Leistung zu besseren Konditionen angeboten habe- eben weil der Veranstalter den anderen Verleiher persönlich kannte.
    Einem guten Beziehungsgeflecht ist mit Dumpingpreisen (bei guter Qualität) nicht beizukommen.

    Dumpingträchtige Veranstaltungen (sortiert nach "Schweregrad"):

    - Uni- und FH Feste (50 % Rabatt und Gratis- Personal gilt da schon als überteuert)
    - Nachwuchs Festivals (Bei deren Preisvorstellungen ist Behringer schon viel zu "edel")
    - Kirchliche Events
    - Vereinsfeste

    Viel Bass ist durch nichts zu ersetzen- außer durch noch mehr Bass. http://www.DienerVT.de

  • barley
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    • 5. April 2008 um 15:22
    • #32

    @ dienervt:

    deine Auflistung der dumpingträchtigen VAs kann ich voll bestätigen. Geschäfte mit diesen Kundengruppen bringen weder Freude noch nenneswerten Gewinn.
    Vereine und Kirche werden eigentlich nur bedient, weil es dort bei uns Überschneidungen mit anderen, zahlungskäftigeren Kundengruppen gibt.

    weniger ist oft mehr...

  • dasich
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    • 5. April 2008 um 15:55
    • #33
    Zitat von "barley"


    Vereine und Kirche werden eigentlich nur bedient, weil es dort bei uns Überschneidungen mit anderen, zahlungskäftigeren Kundengruppen gibt.

    genau DAS ist es ja, dort dumpst du, weil es sich an anderer Stelle für dich bezahlt macht.
    Sowas nennt sich Mischkalkulation.
    Deshalb lässt sich das überhaupt nicht vermeiden.
    Und immer von einem technischem Verständnis vom VA ausgehen, kann man auch nicht.
    Der eine kauft seine Brötchen beim Bäcker nebenan, der morgens um 4 in der Backstube steht,und den Bauern kennt, wo seine Zutaten herkommen, der nächste bei der riesen Kette, die alles tiefkühlt.
    Der Bäcker von nebenan, fragt sich auch wie das sein kann, genau wie wir uns dann fragen, wieso der VA das ganze Behringerzeug zulässt.
    Weil sich keiner Gedanken drüber macht, läuft doch.

    Wer ausschließlich unter Preis verleiht, wird irgendwann den Bach runter gehen.
    Das bereits finanzierte Material wird ja auch mal alt und dann müssen Neuanschaffungen her, spätestens dann steht der, der immer vernünftig kalkuliert hat, besser da.

    Und nur so, wie schon vorgeschlagen geht es. 10 x voll zahlen dann Verhandlungssache.

    Es grüßt der Stephan

  • Audiowerk
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    • 6. April 2008 um 21:57
    • #34

    Diese Billig-Geschichten mit Vereinen und der Kirche kann ich nur bestätigen, das kenne ich seit Jahren genau so. Unglaublich, was die einem für dreiste Angebote machen, wenn sie mal Boxen brauchen - glatt unchristlich muss man das nennen. Früher habe ich mich noch auf solche Kuhhandel eingelassen, aus good will und falsch verstandener karitativer Barmherzigkeit. Da wurde dann mit einfachstem Grundstock an Material eine eher aufwendige Veranstaltung beschallt, und die bunten Lampen, die nicht mehr im Budget drin waren, hatte dann einer im Jugendraum abgeschraubt und an ein Stativ gebastelt... dementsprechend fielen der Erfolg und das technische Ergebnis der Veranstaltungen aus.

    Das waren so die ersten Gigs meiner Laufbahn, in denen ich kapierte, dass *alles*, aber auch wirklich *alles*, was schief geht, nicht funktioniert etc., auf mich als Techniker hinter dem Pult zurückfällt. Natürlich - im Publikum weiß ja niemand, dass Zeug aus zehn Ecken zusammengeliehen wurde, dass der Job 100 Mark gekostet hat, aber ein Volumen von mindestens 600 Mark hätte aufweisen müssen usw... und für alles muss der Mann hinterm Pult mit seinem Gesicht geradestehen. Der ist schließlich der Fachmann, der sogenannte, der's grad verbockt!

    Es ist unbestritten, dass man auch mit wenig Aufwand eine Veranstaltung bedienen kann, ohne dass es allzu groß auffällt. Aber was ich seinerzeit in den Sektoren geboten bekam und teils auch selbst gesehen habe als Zuhörer, das geht wirklich auf keine Kuhhaut. Irgendwann habe ich dann vor Jahren den Entschluss gefasst, mich darauf nicht mehr einzulassen. Seitdem ist hier nichts mehr mit Lowbudget und "wir könnten doch da noch Lampen herholen", mit Benefiz und "ist für die Kirche" usw. Erstens mache ich mich betriebswirtschaftlich nicht länger zum Löffel, zweitens ist der ganze Kram massiv imageschädigend. Und insbesondere deshalb habe ich heute schon lange kein Problem mehr damit, klipp und klar zu sagen, entweder die Kohle kommt an die Sonne, und dann gibt es das technische Knowhow, das hier gebraucht wird, verbunden mit dem Material, das in Menge und technischer Hinsicht der Veranstaltung gerecht wird, oder die Kohle wird nicht bezahlt - dann kann der Frager seine Augen schließen und sieht dann, was er von mir kriegt.

    Viele Kollegen weiter oben haben es schon auf den Punkt gebracht, diese Dumperei und das Sich-überreden-lassen bringt (zumindest langfristig) nichts außer bösen Überraschungen. Und die geläuterten Veranstalter, die das "wer billig kauft...", irgendwann auch selbst kapiert haben, gibt es durchaus. Vor sechs Wochen hatte ich eine Anfrage für ein Konzert mit Leuten im Anzug und teurem Parfum, die richtig Eintrittsgeld bezahlen und das vor einem guten Jahr mit zwei RCF-Plastikboxen aktiv beschallt worden war. Ich hatte damals ein Angebot abgegeben, das auf Unverständnis traf, war vieeel zu teuer, und sooo viel Zeug brauchen wir doch gar nicht... dann hat das eben einer gemacht, der die RCF und ein Achtkanalpult im Keller stehen hatte. Der hat dann seine 50 Euro dafür bekommen. Auf der Homepage des Veranstalters sind heute noch böse und enttäuschte Reaktionen zu lesen... man fragte mich jedenfalls an, ob ich zum Kurs vom letzten Jahr bereit wäre, die VA in 2008 zu fahren.

    Bezahlt wurde unmittelbar nach der VA in bar, mit Lächeln und dem Hinweis, dass das nächste Kammerkonzert im Stadtmuseum für Juni zu erwarten sei.

    Okay, das hat man natürlich nicht immer so schön. Mancher Kunde geht verloren, das ist einfach so. Aber lieber so eine VA und allseits zufriedene Gesichter (meins eingeschlossen), als drei VA, die mit Hängen und Würgen für dreist kleines Geld durchgekloppt werden.

  • sebastian
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    • 7. April 2008 um 07:51
    • #35
    Zitat

    *alles*, aber auch wirklich *alles*, was schief geht, nicht funktioniert etc., auf mich als Techniker hinter dem Pult zurückfällt

    Das denke ich auch!

    In den aufgezählten Gruppen, kann ich aber keine ernsthaften Veranstalter sehen. Die Kirchengemeinden wollen auf ihrem jährlichen Gemeindefest keinen großen Reibach machen, dementsprechend gibt es eine Bühne von der Stadt für umsonst ohne Überdachung und die Technik kann doch auch mal eben...! Dann kommen noch die Local Heros und fordern Technik, die sich !in einvernehmlicher Klärung mit dem Veranstalter! dieser nicht leisten KONNTE und die NICHT gebraucht wird für eine erfolgreiche Produktion, und wieder ist man selber der Buhmann.

    Schlimm finde ich, dass sich selbst bei den Laien der Ton geändert hat. Bestes Beispiel unlängst aus der engeren Verwandtschaft: Info --> Produzieren eines Playbacks für ein Geburtstagslied- Ständchen

    Meinerseits Verweis an Kollegen, der es schnell und professionell macht und von mir behauptete 50 € nimmt.
    Antwort: Wäre zuviel, sind nur zu siebt (50 €/7 ~ 8 €).
    Nun kann ich schlecht nein sagen, aber finde es ohne zu stark oberlehrerhaft zu sein wichtig, dass solche Kunden wissen, was das bedeutet.
    Fragen vorweg:
    Gewünschte Tonart? Unbekannt!
    Ablauf/Anzahl der Strophen? Unbekannt!
    ...
    Ich: Dauert 3 Stunden, wenn ich eine Vorlage habe. Wenn es nichts kostensoll habe ich mich allerdings zivil als auch strafrechtlich strafbar gemacht.

    Antwort etwas pazig: Ja, wenn das so ein Aufwand, ich dachte du könntest mal eben aus dem Internet. Die anderen hatten das damals für ihre Tanzvorführung doch auch mal eben aus dem Internet.

    Hurra, das ist Deutschland. Know How ist in manchen Kreisen nichts mehr wert! Schlimmer noch, man wird als Idiot hingestellt. Also besser nicht diskutieren.

    Grüße
    sebastian

    P.S.
    Mit diesem Verständnis werden allerdings z.B. auch Rechtsanwälte täglich konfrontiert: "Wie das kostet Geld? Ich wollte doch nur eine Auskunft und sie haben doch hier sowieso ihre Kanzlei hier und sind doch sowieso da!"

  • Mechwerkandi
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    • 7. April 2008 um 08:34
    • #36
    Zitat von "starstage"


    Auf der Homepage des Veranstalters sind heute noch böse und enttäuschte Reaktionen zu lesen...

    Hast Du mal einen Linkk dahin?

  • Multicore
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    • 7. April 2008 um 11:36
    • #37
    Zitat von "sebastian"

    [quote
    Hurra, das ist Deutschland. Know How ist in manchen Kreisen nichts mehr wert!

    Da liegt m.E. ein großer Teil des Hasen im Pfeffer. Wenn ein DVD-Player, also ein technologisch durchaus anspruchsvolles Produkt, beim Satan Hansi für 29 Euro zu haben ist, ein LED-Strahler aus China praktisch grundsätzlich mit 20% Rabatt über den Tisch geht (ist ja keine Tiernahrung) und aktuell gerade Mindetlöhne (natürlich ohne Branchenbezug) von Achteuroirgendwas festgeschrieben wurden... dann hat der geneigte Endkunde schon mal eine andere Preisvorstellung für seine VA vor Augen.

    Lämpchen glimmt - Schaltung stimmt!
    Techniker rot - Schaltung tot!

  • test
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    • 7. April 2008 um 12:51
    • #38

    was auch ein wichtiger aspekt ist, das die veranstaltungen mit den engagiertesten helfern die billigsten sind. alle die in unserer branche anfangen, fangen im verein oder der kirche an. deswegen sind diese veranstaltungen 'einsteiger-baustellen'.
    die kunst besteht also darin möglichst schnell von dieser art va weg zu kommen. am besten ist ein kunde den keiner 'sieht'.
    ein festival sieht jeder und gräbt den veranstalter an. wenn ich aber für ibm regelmäßig die betriebsversammlung beschalle, sieht das kein außenstehender. diese baustellen sind die wirklich lukrativen

    http://www.crystal-hannover.de
    Beschallung, Beleuchtung, LED technik
    Trussing, Line Arrays

  • bertz
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    • 7. April 2008 um 13:06
    • #39

    ...bei der ganzen Diskussion halte ich es mit Darwin's "survival of the fittest".

    Wer wirklich und ganz in echt dumped, der wird irgendwann wirtschaftlich auf die Fresse fallen, weil er seine Techniker, Personal, Halle, etc. nicht mehr bezahlen kann.
    Dann kommt nach oben gesehen ein ganz schmaler Korridor, in dem man, sinnvoll kalkuliert, sein Geld verdienen kann.
    Und drüber sind dann sie, die zu teuer sind und deshalb wirtschaftlich auf die Fresse fallen.

    Am Ende überleben diejenigen, die sinnvoll und fair kalkulieren, ihr Personal gut und zeitnah bezahlen und mit ihren Kunden ein gutes Verhältnis installieren.

    Diejenigen, die ausgewogen kalkulieren (preiswert, fair), werden von ganz alleine gut dastehen.

    http://www.klanggeschaeft.de

  • billbo
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    • 8. April 2008 um 00:35
    • #40
    Zitat

    an die pessimisten:
    ich weiss, das dies ein schweres thema ist.


    Das alte, aber immer wieder beliebte Reizthema: warum hält sich der böse Veranstalter nicht an meinen Rider, sondern beauftragt stattdessen einen zweifelhaften Billiganbieter?
    Dabei ist die Antwort eigentlich ganz einfach: weil ihm meine Probleme wurscht sind.

    Im Geschäftsleben gilt eine einfache Grundregel: Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch.
    Das funktioniert überall, mehr oder weniger zufriedenstellend. Nur bei uns kenne ich den absurden Sonderfall, dass Einer einen Wunschzettel verfasst und dabei hofft, der Andere werde selbstverständlich gerne für die dadurch entstehenden Kosten aufkommen.

    Vor 15, 20 Jahren war das noch anders. Wenn ein Künstler auf Tour ging, hatte er grundsätzlich alles (Material/ Personal/ Catering) dabei, was er für das Gelingen seiner Show für nötig hielt. Vollproduktion; die Kosten dafür gingen von seiner Gage ab. In bestimmten Szenen/ ab einer bestimmten Größenordnung ist das auch heute noch gängige Praxis.
    Aus mancherlei (z.T. durchaus verständlichen) Gründen kamen Künstler/ deren Management/ deren Tourneeveranstalter beizeiten auf den Gedanken, derlei lästige Mühsal und Kosten mehr und mehr auf die örtlichen Veranstalter abzuwälzen. So ein Rider ist im Büro ja schnell mal geschrieben; und ein PDF verschickt sich viel einfacher als ein randvoller Vierzigtonner.

    Das englische 'Rider' wird hier für gewöhnlich mit dem liebenswerten deutschen Wort 'Bühnenanweisung' übersetzt; eigentlich bedeutet es aber Anhang, Zusatz(vereinbarung), Nachtrag.
    Nun sind (Konzert- ) Veranstalter in der Regel recht ausgeschlafene Menschen, die gewohnt sind, eigenverantwortlich zu denken, zu handeln, und insbesondere ihre Geschäfte abzuwickeln. Andernfalls sind sie nicht sehr lange Veranstalter. Anweisungen, gleich welcher Art, nehmen sie dabei äußerst ungern oder überhaupt nicht entgegen – und schon gar nicht vom technischen Hilfspersonal (mehr sind wir in diesem Zusammenhang nicht) irgendwelcher Künstler, deren Gage eh schon den größten Einzelposten auf der falschen Seite der Gesamtkalkulation ausmacht.
    Selbst die berüchtigte „Kulturamtstussi“ muss irgendwann Rechenschaft über die Verwendung ihres Etats ablegen.

    Wie so oft - Alles ein Frage des Blickwinkels.

    Ein Veranstalter möchte möglichst viele Eintrittskarten und möglichst viel Bier verkaufen – mehr nicht. Zu diesem Zweck engagiert er immer mal wieder das eine oder andere bekanntes Gesicht oder einen bekannten Namen und hofft, dass die in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten geringer sein werden als die erzielten Einnahmen. Selbst wenn er eigentlich ein umgänglicher, gastfreundlicher, kompromissbereiter Mensch ist, wird er sich dabei für Werkzeugbedarf, Sonderwünsche, Ernährungsgewohnheiten oder Profilneurosen seines Vertragspartners bzw. dessen Mitarbeiter wenig interessieren; erst recht dann nicht, wenn all dies ganz selbstverständlich zu seinen Lasten gehen soll.

    Übertragen wir das Rider – Wesen mal spaßeshalber auf irgendeinen sonstigen Bereich des wirtschaftlichen Zusammenlebens. Angenommen, ich bin nicht Veranstalter, sondern Mietshausbesitzer/ Verwalter. Ich möchte, dass möglichst viele solvente Mieter regelmäßig und zuverlässig Miete zahlen – mehr nicht. Zu diesem Zweck (Reparaturen, Verbesserungen, Werterhaltung) engagiere ich immer mal wieder den einen oder anderen Handwerker und hoffe, dass die in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten geringer sein werden als die (Miet)einnahmen. Selbst wenn ich ein umgänglicher, gastfreundlicher, kompromissbereiter Mensch wäre – ich würde ziemlich verständnislos dreinschauen, wenn mir mein Dachdeckermeister ein paar Tage vor dem vereinbarten Termin ein vielseitiges PDF schicken würde, aus dem hervor geht, welche Werkzeuge und Maschinen ich ihm zu stellen habe, welche Champagnermarke sein Vorarbeiter bevorzugt, wie viele seiner Gesellen Ovo – Lacto – Vegetarier sind, und wie viele Sterne die Einzelzimmer seiner Übernachtungsstätte mindestens vorweisen müssen.
    Eine seltsame Vorstellung – es sei denn, ich engagiere Sir Norman Foster und Oscar Niemeyer persönlich für den Ausbau meiner Dachgauben. Dann kann man ja drüber reden.

    So lange sich aber die geschäftlichen Gepflogenheiten in unserer Branche dergestalt merkwürdig darstellen, gibt es für das Problem auch keine zufriedenstellende Lösung.

    Möglichkeit 1: ich arbeite ausschließlich mit Künstlern, deren ‚Marktposition’ es ihnen erlaubt, mittels qualifizierten Personals und Managements jegliche Forderungen zur technischen Veranstaltungsdurchführung durchzusetzen. Hauptnachteil: ziemlich übersichtliche Kundenkartei.
    Möglichkeit 2: ich arbeite mit Künstlern, die bereit sind, für hochwertige technische Betreuung ihrer Darbietung einen Teil ihrer Gage zu opfern, und deswegen alles Wichtige selber mitzuschleppen. Hauptnachteil: ziemlich viel Arbeit. Sehr viel Arbeit. Überzeugungsarbeit und Muskelarbeit :D.
    Möglichkeit 3: ich schaffe mir ein dickes Fell an, lerne zu improvisieren, und erarbeite mir den Ruf, notfalls auch aus Sperrmüll noch was Erträgliches herauszuholen. Hauptnachteil: Sperrmüll wird zum Regelfall. Es geht schon mal was kaputt. Und nicht jeder örtliche PA – Fürst ist anschließend mein Freund.

    An Patentlösungen wird vermutlich noch länger gearbeitet werden müssen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

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  • Kombiseminar Sachkundiger für Anschlagmittel und Traversensysteme (AnschlägerPlus)

    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
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    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Dienstag, 6. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
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    Mittwoch, 7. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Donnerstag, 8. Oktober 2026, 13:00 – 14:00

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