Hi,
noch nen Senf dazu, ne ideale (gerade) Line macht schlicht Beugung am Einfachspalt, wobei dann die Wellenlänge zur Spaltlänge von Relevanz ist. Ein sehr langer Spalt (zur Wellenlänge, eingangsseitig mit kohärenter Welle erregt) erzeugt kurz vor dem Spalt (Austrittsseite) einen Amplitudenverlauf, der an seinen Rändern Welligkeiten aufweißt, die vom Gibbschen Phänomen her bekannt sind (der Spalt "digitalisiert" die eintretende Welle). Über zunehmende Distanz wandern diese "Wellen" zur Mitte hin, bis bei hinreichend großer Distanz nur noch in der Mitte ein Maximum vorliegt. Dabei treten natürlich Nebenmaxima auf.
In der Literatur findet man leider solche "Pegelschnitte" kaum, sind mir erstmals in einen dicken Physikwälzer untergekommen (was an AD/DA erinnerte).
Wer sich sowas vor Augen führen möchte, der kann einen AD/DA-Wandlungsprozess (Digipult etc) mal mit Rechteck (rel. niedrige Frequenz) anfahren, man wird die Überschwinger (Pre-Postringing) sehen. Je höher die Frequenz, umso weiter wandern die Überschwinger zur "Rechteckmitte" hin, bis irgendwann nur noch dort das Maximum liegt. So ähnlich siehts bei ner Line aus, nur die Nebenmaxima können bei dieser Demontration natürlich nicht dargestellt werden.
Physikalisch ist dabei jedes Molekühl (im mathematischen Modell unendlich klein angenommen) eine Punktquelle. Somit sind wir wieder bei destruktiven und konstruktiven Interferenzen, obwohl scheinbar im erstem Moment da nix interferiert (alle Teilchen im Spalt treten im Gleichtakt hindurch). Wichtig ist, dieses Interferieren nicht mit dem durch Lautsprecher aufgrund Ihrer unumgänglichen Abstände (selbst wave-guides haben von Array-Element zu Array-Element ein Lücke) zusätzlich verursachten Interferenzen zu verwechseln. Die Lösung letzterer ist ein wesentlicher Punkt in der Qualitäte des LA.
Grüße
Mattias