Problem Helfer zu finden, die andere Sicht.

  • Ich seh die ganze Sache mit den Leihfirmen sehr kritisch. Arbeitnehmerüberlassung ist nur ein euphemistischer Begriff.

    Tatsächlich werden Leute durch die Gegend geschubst und ständig in neue soziale Umfelder geworfen. Das erzeugt enormen Stress.


    Warum sind Leihfirmen trotzdem so erfolgreich und beliebt bei Arbeitgebern?


    Es ist als Erstes ein Outsourcing der Personalabteilung.

    Wer auch immer die Bewerber bei Firma X filterte ist nun überflüssig. Das spart schon mal ne Menge Geld. Wo vorher, je nach Firmengröße, gehen wir mal vom Mittelstand aus, 4-6 qualifizierte Leute saßen braucht es heute noch eine Person die in der Lage ist ein Telefon zu bedienen und bei der Leihfirma anzurufen.


    2tens das durch die Hintertür eingeführte marktradikale, also unsoziale, amerikanische Prinzip des "Hyre&Fire". Gerade noch nen Job gehabt, Upps, mir ist ne teure Lampe runtergefallen. Tschüss.


    3tns die Abwesenheit unternehmerischer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Damit meine ich natürlich bevorzugt die soziale Verantwortung.


    Ein Betrieb kann nur extrem volatil in seinen Aufträgen sein wenn er Leiharbeiter beschäftigt.

    Unternehmerische Verantwortung wäre hier einer Zahl Mitarbeiter einen festen Job zu bieten. So das sie für die Zukunft planen können. Familie, Hausbau usw.

    Kann Firma X, die mit den festen Mitarbeitern, den Job nicht bedienen, kann sie Firma Y ansprechen die auch feste Leute hat die nicht ausgelastet sind.....


    Ist halt mehr Arbeit. Und weniger die Augen verschließen vor sozialen Missständen.

  • Ich seh die ganze Sache mit den Leihfirmen sehr kritisch. Arbeitnehmerüberlassung ist nur ein euphemistischer Begriff.

    Tatsächlich werden Leute durch die Gegend geschubst und ständig in neue soziale Umfelder geworfen. Das erzeugt enormen Stress.

    DAS ist für uns nun ja das kleinste Problem. Im Gegenzug entstehen (bzw. entstanden...) da oft und schnell Kontakte die zu ganz anderen Jobs, ggf. dann auch jenseits der ANÜ führen.

    Ein Betrieb kann nur extrem volatil in seinen Aufträgen sein wenn er Leiharbeiter beschäftigt.

    Unternehmerische Verantwortung wäre hier einer Zahl Mitarbeiter einen festen Job zu bieten. So das sie für die Zukunft planen können. Familie, Hausbau usw

    So funktioniert diese Branche leider nicht mehr seit die Spezialisierung auch hier massiv gegriffen hat. Sowohl auf der Firmen- als auch auf der Mitarbeiterebene. Die wenigsten Klein- und Mittelbetriebe haben konstant genug Aufträge um auch nur die Crew eines mittelgrossen Eintrailerjobs ständig in ihren jeweiligen Gewerken auszulasten. Und jemanden der z.B. als Lichtpultoperator fähig ist die andere Hälfte des Jahres Laster fahren, Bühnen bauen und Truss dengeln zu lassen geht auf die Dauer nicht gut. Haben diverse Firmen schon ausprobiert.



    Kann Firma X, die mit den festen Mitarbeitern, den Job nicht bedienen, kann sie Firma Y ansprechen die auch feste Leute hat die nicht ausgelastet sind.....

    An dieser Stelle geht das Scheunentor für die Rechtsanwälte der Konkurrenz Z (die gar nix bekommen hat) ganz weit auf. Stichwörter: Kartellrecht, illegale Preisabsprachen, ANÜ ohne Genehmigung...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

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  • Ist zwar nicht mehr "s kloine Handwerkerle" sondern eine mittelständische Firma, aber ein interessanter Ansatz um soziale Absicherung mit Flexibilität zu verbinden :


    https://www.ambion.de/mission300/

    Hm. Da wäre ich jetzt mal gar kein Fan von... Das ist ja kurz vor Anwendung des NV Bühne in der freien Wirtschaft, Beschäftigung von Befristung zu Befristung mit Angst vor'm Saisonende.


    Aber schön hip und kumpelhaft formuliert, dass man kein vernünftiges Arbeitsverhältnis zu normalen Bedingungen anbieten will.


    Zum Vergleich: Ich war Mitte der Neunziger auch einer der "klassischen" scheinselbständigen Freien, der 95% für eine Firma gearbeitet hat. Schon 1998 (!) war das aber für eine kleine PA-Bude überhaupt kein Problem, mich zu fairen Konditionen ganz normal anzustellen. So mit Stundenkonto, Urlaub, unbefristetem Arbeitsvertrag und allem, was dazugehört.


    Die Firma ist daran nicht eingegangen, im Gegenteil: Die haben inzwischen eine zweistellige Anzahl fest Angestellter. Und ich vermute mal mit korrekten Arbeitsverträgen.


    Mir ist unklar, warum das bei anderen nicht funktionieren soll?


    VG mit arbeitnehmerfreundlichen Tobias Zw.

  • Ich war Mitte der Neunziger auch einer der "klassischen" scheinselbständigen Freien, der 95% für eine Firma gearbeitet hat. Schon 1998 (!) war das aber für eine kleine PA-Bude überhaupt kein Problem, mich zu fairen Konditionen ganz normal anzustellen.

    Natürlich war das kein Problem, du hast schliesslich als scheinselbständiger Quasi-Arbeitnehmer zeigen können, dass du es wert bist. Ob das so viel besser ist...?

    Es steht ausserdem jedem frei bzgl. der Vertragslaufzeit zu verhandeln. Und wenn ein Arbeitgeber jemanden loswerden will schafft er das auch, auf die eine oder andere Weise.

    Aber wenn es funktioniert möchte man auf die Leute normalerweise auch nicht mehr verzichten.


    Was ich bei vielen Kollegen feststelle (gerade auch solche die bereits festangestellt waren) ist, dass sie keine Lust (mehr) auf 100% (oft endet es dann eh bei 120%) „friss-oder-stirb“-Anstellung bei einer Firma haben. Sei es weil sie sich nebenbei branchenfremd weiterbilden, um den Nachwuchs kümmern oder einfach nur das Leben geniessen wollen.


    Ab und zu schaue ich ja noch mal und sehe praktisch ausschliesslich solche 100%-Ausschreibungen.

    Insofern finde ich die Ansage mit den verschiedenen Umfangskategorien recht cool. Dass sie angepriesen werden wie Mobilfunkabos mag jetzt nicht unbedingt die souveränste Variante sein, aber wenn sie gerade die jüngeren „gelernten“ Fachkräfte damit ansprechen wollen, dann ist so eine Aufmachung heutzutage leider oft die beste Möglichkeit.

  • Zumindest scheint das Konzept für Ambion aufzugehen:


    https://www.event-partner.de/e…er-veranstaltungstechnik/


    Außerdem wäre ein Jahr mit 75% ein Grund in die gesetzliche Krankenversicherung zurück wechseln zu können, das mag für den einen oder anderen auch nicht uninteressant sein...

  • Hm. Da wäre ich jetzt mal gar kein Fan von... Das ist ja kurz vor Anwendung des NV Bühne in der freien Wirtschaft, Beschäftigung von Befristung zu Befristung mit Angst vor'm Saisonende.

    Zudem machen die sich so zur Zielscheibe der Politik. Stichwort Kettenbefristungen.

  • Zumindest scheint das Konzept für Ambion aufzugehen:


    https://www.event-partner.de/e…er-veranstaltungstechnik/


    Außerdem wäre ein Jahr mit 75% ein Grund in die gesetzliche Krankenversicherung zurück wechseln zu können, das mag für den einen oder anderen auch nicht uninteressant sein...

    Da gehts aber jetzt nicht um Helfer. Die werden auch bei Ambion per ANÜ gebucht...

  • In der Schweiz gibt es eine allgemeine Sozialversicherungspflicht in Verbindung mit einem relativ flexiblen Arbeitsrecht. Genau das bekommt die Politik in DE seit Jahrzehnten nicht hin, mit der Folge dass Firmen die "Festanstellungen" jenseits des unbefristeten 100%-Vertrags anbieten wollen solche rechtlichen Klimmzüge veranstalten müssen.