Kalkulation Mehrtagesmietpreise für VA Technik auf Messen

  • Hallo,


    ich wollte mal anfragen, ob es einen ungefähren Anhaltspunkt gibt, wie die Mietpreise z.B. für Scheinwerfer/LED-Technik bei einem mehrtagigen Messeeinsatz angesetzt werden. Aus dem normalen Bühnenbetrieb gibt es ja die sogenannten Mehrtagesfaktoren, welche sich mit jeden weiteren Produktionstag minimieren. (z.B. 1 Tag/Faktor 1; 2 Tage/Faktor 1,5; 3 Tage/Faktor 2 usw.)


    Bei der Messe geht es zwar immer etwas feiner zu, aber dafür läuft die Technik auch überlichweise mind. 12h pro Tag dauerhaft durch. Natürlich sind die finanziellen Resourcen wiederum oft andere, als bei normalen Dryhire. Wie werden dann z.B. der Mietpreis im Dryhire für 5 Tage reiner Messeeinsatz z.B. für Scheinwerfer oder für Traversen überlicher Weise angesetzt?


    Vielen Dank für eure Infos und Tips.


    mfg
    andré

  • die Firmen, für die ich bis jetzt unterwegs war haben grundlegend keinen Unterschied gemacht zwischen Messe und RnR.


    Wenn was angepasst wurde dann war es eher wegen besonderen Mengen ode einer extra-langen Laufzeit - aber auch da sowohl für RnR als auch Messe-Einsatz - sprich also wie üblich.

  • Als gibt es keinen besonderen Abrechnungsmodus für die Messe, der z.B. aufgrund der langen Tageslaufzeiten oder der höheren Wertigkeit einen geringeren Rabattfaktor ansetzt?


    Wie sieht es mit den Off-Days aus, da ja gerade bei Messe die Technik schon gern mal 14 Tage eher zusammengeholt wird, damit man zeitigst mit dem Aufbau beginnen kann.


    Grüsse

  • naja, auch das dürfte jeweils individuell sein.


    Wir sind in der Branche halt keine Anwälte, die alles nach ges. def. Regelsätzen abrechnen.

  • Auf Messen gibt es zwei Ansätze: entweder übliche Rabatt-Faktoren über die gesamte Mietzeit (Offdays, Auf-/Abbautage etc. zahlen als halber Tag) oder auch gerne gemacht: jeder Messetag zählt 1:1 aber die Auf-/Abbautage sind umsonst. Also 4 Tage Messe = Faktor 4, egal wann Auf- und Abbau ist.
    Letztendlich zählt aber für den Kunden, was unten steht - das vergleicht er dann mit den anderen Angeboten...

  • Hi
    Wir berechnen das Normal, also mit dem normalen tagesfaktor. Rolltage je nach Kunden


    Was wir aber evtl nachberechnen, wenn Projektoren außerordenlich viele Stunden evtl sogar durchlaufen, da sie jemand vergessen hat auszumachen.
    Bei 4 Tagen mit evtl 2 tagen aufbau kommen schonmal durch so eine vergesslichkeit etliche Stunden zusammen.


    Gruß
    Daniel

  • wobei da manchmal besser ist, die Dinger durchlaufen zu lassen anstatt das einfach jemand Abends dem Projektor / Stand den Stecker rauszieht...

  • Hallo,


    vielleicht kann man das mal an einem einfachen Beispiel anschaulich machen:


    Wenn man z.B. 10 LED-Scheinwerfer (z.B. Einkaufswert 350€/Stück) für 5 Tage Messe (MI-SO) und jeweils 1 Woche eher (Aufbau) und 1 Woche danach (Abbau, Logistik etc.) fremdvermietet, was würde man beispielhaft für diese Zeit kalkulieren? Die Scheinwerfer dienen mit als Grundbeleuchtung und laufen den gesamten Messetag. (Nachts aus)


    Im Unterschied dazu:


    Gleiche Anzahl Scheinwerfer für 3 Tage Stadtbühne (FR-SO) und jeweils 1 Tag eher (Aufbau DO) und 1Tag danach (Abbau MO). Die Scheinwerfer leuchten von 18:00 - 24:00 Uhr auf der Bühne.


    Nur damit man es gedanklich mal nachvollziehen kann.


    Vielen Dank im voraus.


    mfg
    andré

  • Wie lange Geräte pro Tag verwendet werden, spielt im Vermietpreis keine große Rolle. Ob jetzt jemand 1 Stunde ins Funkmikro spricht oder 10 Stunden ist egal und auch dort, wo ein Verschleiß/Verbrauch mit der Nutzungsdauer einhergeht (Scheinwerfer etc.) macht man sich keine Gedanken mehr, das ist ja schon im Listenpreis mit einkalkuliert.


    Und: wer höhere Tagespreise hat, tut sich leichter, günstigere Mehrtagesfaktoren anzubieten. Für den Kunden zählt der Gesamtpreis. Wenn jemand anderes ein besseres Preis-Leistungsverhältnis anbietet, bist Du raus. Das ist die Kalkulation. Also, nicht alles an Faktoren aufhängen, es kommt viel mehr zusammen.


    "jaan2204" schrieb:


    Wenn man z.B. 10 LED-Scheinwerfer (z.B. Einkaufswert 350€/Stück) für 5 Tage Messe (MI-SO) und jeweils 1 Woche eher (Aufbau) und 1 Woche danach (Abbau, Logistik etc.) fremdvermietet, was würde man beispielhaft für diese Zeit kalkulieren? Die Scheinwerfer dienen mit als Grundbeleuchtung und laufen den gesamten Messetag. (Nachts aus)


    Tagesmietpreis x Faktor 5 (für die 5 Messetage)
    oder Faktor anders: Rolltage und Aufbautage zählen halb, Einsatztage ganz, danach nach passendem Faktor suchen. Also 5 Tage + 14 Tage (davon die Hälfte) = 12 Tage "errechnet" - macht Faktor 4,5 (oder 5,0 oder 5,5) je nachdem, was man halt so hat.


    "jaan2204" schrieb:


    Im Unterschied dazu:
    Gleiche Anzahl Scheinwerfer für 3 Tage Stadtbühne (FR-SO) und jeweils 1 Tag eher (Aufbau DO) und 1Tag danach (Abbau MO). Die Scheinwerfer leuchten von 18:00 - 24:00 Uhr auf der Bühne.


    Abholung am Tag vorher ist normal, Rückgabe am Tag danach auch - das wird nicht berechnet und je nach "Kollegialität" und Materialverfügbarkeit können es auch 1-2 Tage mehr sein.
    Macht dann 3 Einsatztage = Faktor 2,3 oder 2,4 oder 2,5 etc.


    "fremdvermietet" bedeutet dann ja auch, daß man an einem Kollegen vermietet, vermutlich auch mit entsprechendem Kollegenrabatt. Wer hier viel Rabatt einräumt, der rechnet die Tage vielleicht strenger. Wer dem Kollegen nur wenig Rabatt gibt, der ist dann bei den Tagen toleranter... etc.


    Es gibt kein richtig oder falsch... ;-)

  • Vielen dank, dass lässt sich sehr gut nachvollziehen. OFF-Topic zu dem Thema: Wo liegt eigentlich aktuell ein gerechtfertigter Tagesmietpreis einer LED Lampe. Irgendwo habe ich noch ca. 3% des Kaufwertes zur Orientierung im Hinterkopf, was in diesen Beispiel einen duchschnittlichen Tagesmietpreis von 10,50 Euro bei einer 350Euro LED-Lampe machen würde. Was sagt das Warenwirtschaftssystem dazu?


    Grüsse
    André

  • Ist auch da nicht unbedingt Pauschal zu sagen. Wie Wartungsintensiv ist die Lampe, wie hoch ist die Ausfallquote, Was kostet mich das Zubehör (denke da bei Outdoorspots mal an die Anschlussleitungen und Pachleitungen, die leider auch oft kaputt gehen...)und zu letzt auch die Frage, was kann ich in meiner Region überhaupt aufrufen. Denn was nützt einem der best kalkulierte Preis, wenn die Lampe keiner haben will zu dem Kurs.

  • "björn hünting" schrieb:

    und zu letzt auch die Frage, was kann ich in meiner Region überhaupt aufrufen. Denn was nützt einem der best kalkulierte Preis, wenn die Lampe keiner haben will zu dem Kurs.


    richtig. Das ist der Dreh- und Angelpunkt, jetzt nicht unbedingt bei einer LED-Kanne, aber im Allgemeinen.
    Wenn in der Region ein Gerät X für 50,- EUR (+/- Schwankungsbreite) zu haben ist, dann wäre ich blöd, mein Gerät für 30,- EUR anzubieten, nur weil es irgendwelchen Prozentanteilen vom Neuwert entspricht. Nebenbei gibt es ja auch verschiedene Einkaufsquellen und -konditionen, somit schwankt dann auch die Basis der Berechnung, was den Kunden ja mal gar nicht interessiert.


    In Großstädten und im Süden Deutschlands wird man höhere Mietpreise haben, im Osten / Norden und auf dem Lande sind sie geringer. Einmal kann man in manchen Gegenden einfach mehr aufrufen, andererseits hat man dort auch wesentlich höhere Fixkosten (Lagermiete, Lagerpersonal etc.), die müssen einfach auch irgendwo gedeckt werden.


    Die Mietpreise interessieren darüber hinaus eher nur den Dryhirekunden oder preisempfindliche Kleinkunden. Die anderen Jobs haben einfach einen Gesamtpreis (mit dem ganzen Service, Betreuung etc.). Da schaut der Kunde nicht auf die einzelnen Mietpreise (sofern man die überhaupt einzeln im Angebot angibt), sondern auf den Preis der unter dem Strich steht. (Im Idealfall schauen sie auf das Preis-Leistungsverhältnis)