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Akustische Impedanz wichtig ?

  • inity
  • 20. Mai 2010 um 19:45
  • inity
    Beiträge
    235
    • 20. Mai 2010 um 19:45
    • #1

    Hallo,

    nachdem ich fröhlich hin und her simuliert habe bin ich dann doch stutzig geworden. Nehmen wir an die Frequenzgänge von 2 Konstrukten sind identisch, auch in der simulierten Lautstärke. Im Diagramm in Hornresp unter Akustische Impedanz aber zeigen sich erhebliche Unterschiede. Leider bin ich auch nach intensivem einlesen nicht schlauer geworden was nun vorzuziehen ist, eine hohe oder niedrige akustische Impedanz in den Bereichen wo mann Leistung haben will, sprich Schalldruck.

    Klingen beide Lautsprecher gleich, da ja gleich laut nach der Simulation, oder hat das Konstrukt mit der höheren Akust. Impedanz die Nase vorn ?

    Vielen Dank !

  • mike j.
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    Beiträge
    2.924
    • 21. Mai 2010 um 12:07
    • #2

    Gaaanz einfach erklärt:

    Die elektrische Impedanz ist im Grunde der Widerstandverlauf mit der Frequenz der Schwingspule. Dieser wird beeinflusst durch die Spulenbeschaffenheit (Durchmesser, Wickelhöhe,...) und dem mechanischen Umfeld (Box, mechanische Eigenschaften des Treibers,...).

    Ist die elektrische Impedanz hoch, so braucht man viel Leistung, um dem Treiber einen bestimmten Schalldruck zu entlocken (unter idealisierung einiger Komponenten).

    Die akustische Impedanz ist im Grunde das gleiche, betrifft aber nicht die elektrische Komponente sondern die Luft und die Luftschwingungen, die vom Treiber abgegeben werden. Hätte man eine akustische Impedanz von 0 würde der Treiber nahezu unendlich weit spielen. (Gleiches elektrische Impedanz: Impedanz = 0, wenig Spannung => maximaler Pegel).

    Niedrige Impedanzen sind meist gut. Bei Hörnern jedoch benötigt man bestimmte akustische Impedanzen (abhängig von der Hornbeschaffenheit), dass das System das tut was man gerne hätte. Vergleiche dazu "Reactance Annulling" in Verbindung mit Horn.

    Zitat

    Klingen beide Lautsprecher gleich, da ja gleich laut nach der Simulation, oder hat das Konstrukt mit der höheren Akust. Impedanz die Nase vorn ?

    Die Lautsprecher klingen bestimmt nicht gleich, da der Klang nicht nur durch die Frequenzkurve bestimmt wird. Nimm einfach nur das Beispiel her: Bau die Box 2x auf, mit dem gleichen Treiber, gleiche Abstimmung, gleiches Volumina. Einmal baust mehr oder weniger einen Würfel und die zweite Box baust so, dass du wenig parallele Flächen hast und dämmst das noch mit Noppenschaumstoff oder ähnlichem aus - die beiden Boxen werden unterschiedlich klingen. Der Würfel wahrscheinlich schlechter.

    DU beeinflusst alleine durch die Bauweise die Verzerrung und die Oberwellen, die JEDES System erzeugt. Übertragungskurve sowie Abstrahlverhalten und elektrische Impedanz werden dabei nahezu gleich bleiben. Abzulesen ist das in einem Wasserfalldiagramm.
    Dabei sieht du von links nach rechts die Frequenz, von unten nach oben den Pegel und in die 3. Dimension nach vorne die Zeit, was das System nach einer bestimmten Zeit t nach dem erregen von sich gibt.

    Es ist ein etwas komplizierteres Thema zum erklären, korrigiert mich wenn ich wo unverständlich oder falsch liege.

  • SRAM
    Profi
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    6
    Beiträge
    5.548
    • 21. Mai 2010 um 21:29
    • #3

    Die Akustische Impedanz ist wie das analogon elektrische Impedanz in einen realteil (resistance) und einen imaginärteil (reactance) aufgegliedert.

    Am meisten Leistung gibt ein Lautsprecher ab, wenn der Realteil möglichst groß und der Imaginärteil möglichst gering ist. Erreicht der normierte Realteil eins, so ist der Lautsprecher optimal an die umgebende Luft angekoppelt. Bei einem hohen Imaginärteil wird viel Luft hin- und herverschoben ohne Schall abzustrahlen.

    Gruß SRAM

    I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my
    dream. That's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a
    straight razor, and surviving.

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 21. Mai 2010 um 23:19
    • #4
    Zitat von "SRAM"

    Bei einem hohen Imaginärteil wird viel Luft hin- und herverschoben ohne Schall abzustrahlen.


    Das könnte man dann auch als akustische Induktivität bezeichnen.
    Eine akustische Kapazität ist eine Luftfeder, z.B die Rückkammer eines Lautsprechergehäuses. Vereinfacht vorgestellt: eine Luftpumpe die man an einem Ende zuhält. Sie lässt sich leicht mit geringer Amplitude schnell bewegen. Langhubige langsame Bewegungen sind schwer.
    Analog die Induktivität - stell dir ein großes Stück Wellpappe vor die du in der Hand hältst - für zunehmend höherfrequente Schwingbewegungen wird es immer anstrengender sie zu bewegen.

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • inity
    Beiträge
    235
    • 26. Mai 2010 um 13:15
    • #5

    Uploaded with ImageShack.us

    Danke für die Antworten, es ist mir jetzt auf jeden Fall schon mal das Prinzip der Simulation klar geworden, jedoch kann ich das Ergebnis nicht ganz interpretieren. Hier sieht mann einen Realteil von über 3 bei 37hz, einen Imaginärteil von -1 bei 37hz. Das ganze ist ein Horn. Ein wenig stutzig macht mich der Graph bei 50hz. Real- und Imaginärteil schneiden sich hier. Wie ist das zu interpretieren, bzw. ist das Horn laut Simu vom Standpunkt der Ak. Impedanz überhaupt sinnvoll ? Der Einsatzbereich soll zwischen ca. 30hz und 65hz liegen. 50hz sind mir sehr wichtig...

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 26. Mai 2010 um 14:04
    • #6

    Sieht aus als ob da eine Viertelwellenresonanz vorhanden ist. Länge des Hornverlaufs dürfte ca 2,5-2,6 m sein. Liege ich da richtig?
    Wenn du den nutzbaren Maximalpegel eher im Bereich 50Hz haben möchtest -> 1,7m Hornlänge.
    Sieht im Großstack natürlich anders aus - Da wird das alles erheblich glatter werden.

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • inity
    Beiträge
    235
    • 26. Mai 2010 um 15:47
    • #7

    Wow, ja da bist du schon sehr nah dran, hätte erwähnen müssen dass es sich bereits um ein 4er Stack handelt, sorry. Die Hornlänge ist insgesamt 2,85 Meter, kann ich dann davon ausgehen dass bei 37hz die Post abgeht ? Bitte keine Diskussion dass bei Konserve in dem Bereich nix vorhanden ist.. subharmonic synth und kräftige amps machens möglich.

    Habe die Resonanzfrequenzen bei 32hz und 64hz, dort ist der Blindanteil sogar höher als der Realwert !!! Wie kommt das ?

    Ändern sich die Werte beim Einsatz eines EQs ?? Die maximale Auslenkung ist bei 41hz mit 12,3mm bei 1800 Watt t für einen

    NLW9600 21"er. Von daher dachte ich eben dass das Horn ziemlich gut an die Membran ankoppelt weil ich nicht mal xmax

    erreiche, sprich einigermaßen effizient arbeitet. Sram meinte ja, wenn der Realteil 1 erreicht ist es gut bei einem Horn, der

    Realteil erreicht hier ja über 3 Stellenweise. Dort wo ich noch equen wollte, sprich auf den Resonanzfrequenzen, plötzlich umgekehrt...


    Ist das 4er Stack annehmbar von der Akustischen Impedanz her ?

  • Stefan Rechenbauer
    Beiträge
    179
    • 28. Mai 2010 um 05:37
    • #8
    Zitat von "Inity"

    Habe die Resonanzfrequenzen bei 32hz und 64hz, dort ist der Blindanteil sogar höher als der Realwert !!! Wie kommt das?


    Rechne mal Real- und Imaginaerimpedanz in Amplitude und Phase um, dann erscheint es vielleicht ein wenig klarer. Der hohe Imaginaeranteil drueckt die starke Energiespeicherung, i.e. die stark verzoegerte Abgabe von Leistung an den Arbeitswiderstand (Realteil der Impedanz) aus. Ein optimales Horn hat eine normierte akustische Halsimpedanz identisch zur normierten akustischen Mundimpedanz - Keele's Paper 'Optimal Horn Mouth Size' beschreibt die Hintergruende. Jedes Auftreten von zusaetzlichen Resonanzen deutet auf eine Fehlanpassung zwischen Hals und Mund hin.

    Achtung auch: Hornresp gibt einen falschen Faktor fuer die Normierung an. Eine akustische Impedanz von 1 heisst immer Za = rho*c = 415 kgm-2s-1. Der Text sollte also heissen 'Multiply by 415'.

    Ob der Treiber 'optimal' an das Horn angepasst ist, laesst sich mit Hornresp nur schwer zu beurteilen (geht eigentlich nur ueber manuelle Vergleiche der Effizienz bei bestimmten Frequenzen). Optimale Leistungsanpassung wuerde bedeuten, dass im relevanten Frequenzbereich die Impedanz des Hornhalses identisch mit der Quellimpedanz des Treibers im Rueckgehaeuse ist - diese Infos fehlen aber in Hornresp. Numerische Optimierung mit z.B. Matlab ist ganz einfach; die freien Parameter beider Systeme werden solange geaendert, bis die geringste Abweichung der Impedanzen erzielt ist (Randbedingungen wie maximale Laenge, Mundflaeche, Halsflaeche, etc. beachten). Nach Leistungstheorem ergibt sich dann der hoechstmoegliche Wirkungsgrad. Den Leistungsfrequenzgang korrigiert man dann per Filterung.

    Gruss: Stefan

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