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Delayline - Mono oder Stereo

  • Loloverde
  • 6. März 2020 um 19:22
  • Loloverde
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    • 6. März 2020 um 19:22
    • #1

    Howdy

    Nachdem ich mich die letzten beiden Wochen etwas mit Delaylines auseinandergesetzt habe, will ich mal in die Runde fragen, wie ihr es so macht: Mono oder Stereo anfahren?

    Eigentlich fahre ich sie Mono an, damit beide Informationen beim Hörer ankommen.

    Bei mir sind die Lautsprecher aber an den Seitenwänden angebracht und dann fällt einem beim Hören von stark rechts/links gemischter Musik auf, daß die Ortung beim entfernten Kanal verloren geht.

    Also ich sitze rechts, die Gitarre ist nach links gemischt. Der Schall von der linken Box kommt natürlich später an. als das summierte Signal der Delayline. Ich höre die Gitarre aus dem Delaylautsprecher. Der Mono gemischte Gesang wird aber sauber von vorne geortet.

    Hört sich nach einem weiteren Kompromiss an, den man eingehen muß...

    Gruß

    Rainer

    http://www.thewhitelodge.de

  • felixgrampp
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    • 6. März 2020 um 19:51
    • #2

    Das ist mir ehrlich gesagt so noch nie aufgefallen. Entweder Orte ich die delayline oder nicht. Einzelne Instrumente spielen dabei keine Rolle.

    Zur Frage: 95% Mono (grob geschätzt)

  • ThoSchu
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    • 6. März 2020 um 20:00
    • #3
    Zitat von Loloverde

    die Ortung beim entfernten Kanal verloren geht.

    Das passiert doch auch schon ohne Delays...

  • tobias kammerer
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    • 6. März 2020 um 21:19
    • #4

    Ich auch zu 95% Mono. Aufgrund des Versuches mit dem Herrn Haas die Ortung nach vorne zu bringen fällt ja automatisch die Ortung der Delayline aus. Die wäre aber nötig um Stereo überhaupt einen Sinn zu geben.

  • wora
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    • 6. März 2020 um 22:04
    • #5

    sehe ich nicht ganz so: wenn du eine delayline in stereo hast, bleiben die zeitlichen verhältnisse zwischen L und R ja auch dort erhalten. theoretisch sollte sich dadurch also keine veränderung ergeben, ausser natürlich die hörposition relativ zu den boxen. aber wenn man auf einem festen platzt sitzt, bleibt diese ja fix.

    dagegen verstehe ich das argument, dass eine mono-delayline, wenn sie denn mehrere lautsprecher in L/R anordnung hat, an gewissen plätzen die ortung zu verschiedenen signalen verändert, wenn diese signale unterschiedlich auf die stereosumme gemischt sind. denn die delayline verändert dann die laufzeiten. damit erscheint es mir logisch, dass verschieden gemischte signale unterschiedlich wirken.

    wäre es denn möglich, das in der genannten situation einfach mal auszuprobieren?

    und ja: in aller regel fahre ich delaylines ebenfalls mono. aber nicht grundsätzlich.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Loloverde
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    • 7. März 2020 um 01:23
    • #6

    Nunja. an vielen Positionen, die relevant für die Delayline sind, hört man nur einen Lautsprecher. Auf der linken Seite hört man nichts von der rechten Delayline. Nur die rechte Haupt-PA. Die kommt halt nicht 9m zu spät, sondern ca 15m.

    Wenn ich wieder Zeit habe, mache ich mal einen Controller Preset mit Stereo für die Delaylines. Dann ist vielleicht die Information aus der gegenüber liegenden Seite leiser. Weil sie aber aus einer komplett anderen Richtung kommt, trotzdem gut hörbar.

    Mir ist dieser Effekt aufgefallen, nachdem ich die Lines für den Mono Moderator schön eingestellt habe, so daß die Ortung gut von vorne kam. Beim abspielen hart rechts/links gemischter Musik, springt aber die Ortung hin und her.

    Aber vielleicht bin ich nur zu pingelig.

    http://www.thewhitelodge.de

  • gert
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    • 7. März 2020 um 08:17
    • #7

    Also Delaylines die so von der Seite reinschießen gehen ja garnicht. Da ist der Fehler schon lange vor der Ortung gefallen.
    Das kann man mal bei nem Mini Corporate Job machen wo es nur darum geht das gesprochene Wort zu verstehen.
    Für Musik und für Ortung ist erstmal wichtig das Boxen richtig positioniert sind.
    Danach kann man über Stereo oder Mono erst nachdenken.

    Practice, Practice, Practice

  • Walgesang
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    • 7. März 2020 um 08:53
    • #8

    Wenn es irgendwie geht immer Stereo.

    Zum einen funktioniert die Ortung in der Breite für die Leute die hinten in der Mitte sitzen dann besser und zum anderen kann man sich die Ortung nach vorne kaputt machen wenn man Mono mischt.


    Beispiel: Eine Quelle mit viel Hochtoninhalt ist hart links gepannt, kommt aber aus beiden Delays.

    Das Publikum das rechts hinten sitzt hört jetzt die Delayline deutlich lauter als die Front und dementsprechend ist die Ortung auch bei der Delayline.

    Dabei ist zu beachten das die Ortung deutlich besser mit Hochtonfrequenzen funktioniert.

    Bei Flangereffekten springt die Ortung dann immer von vorne nach hinten und zurück.

    Ansonsten, einfach mal ausprobieren, ne Beschallung mit 2x Front + 2x Delay sollte einem im Berufsalltag mal über den Weg laufen.

  • mfk0815
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    • 7. März 2020 um 09:05
    • #9

    Da für mich Stereo (vor allem hartes Panning) in Livesituationen eigentlich nicht wirklich brauchbar ist, ich also auch das Hauptsystem im Wesentlichen Mono fahre, stellt sich mir die Frage bez. Delayline gleich gar nicht.

  • guma
    Moderator
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    • 7. März 2020 um 09:29
    • #10
    Zitat von gert

    Also Delaylines die so von der Seite reinschießen gehen ja garnicht. Da ist der Fehler schon lange vor der Ortung gefallen.
    Das kann man mal bei nem Mini Corporate Job machen wo es nur darum geht das gesprochene Wort zu verstehen.
    Für Musik und für Ortung ist erstmal wichtig das Boxen richtig positioniert sind.
    Danach kann man über Stereo oder Mono erst nachdenken.

    Genau so ist es. Die Wandposition ist die schlechteste, auch wenn die Box nach hinten gerichtet ist. Das Ziel ist ja immer, die delayte Box so aufzuhängen, dass die Laufzeit für möglichst viele Zuhörer passt. Dieser Korridor ist in der Seitenwandposition immer am kleinsten. Noch kleiner wird er dadurch, dass dafür meist relativ kleine, b.z.w. schlanke Boxen auf Wandhalterungen benutzt werden, die wirklich nur in den Höhen ein bisschen Richtwirkung haben aber sicher keinen definierten horizontalen Abstrahlwinkel über einen größeren Frequenzbereich. Um damit nicht auch nach vorne Richtung Hauptsystem zu schallen, also dorthin, wo der Fehler am größten wird, mußt Du den Hochpass für die Box so weit hoch ziehen, dass das allenfalls für den Konsonantenanteil von Sprache ein bisschen hilft.

    Du hast kein Mono-Stereo-Problem sondern ein "der Architekt hat aber gesagt"-Problem. :rolleyes:

  • felixgrampp
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    • 7. März 2020 um 10:55
    • #11

    danke an meine Vorredner! Delayline an der Seite ist natürlich mieserabel. Die wird normalerweise mehr oder weniger mittig geflogen. Wenn das Budget oder was auch immer das nicht hergibt, ist DAS der Kompromiss. Und auch wie mfk0815 schrubte: hartes panning (abgesehen von stereosignalen) kommt bei mir in der klassischen 2.x Beschallung auch nicht vor.

  • Loloverde
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    • 7. März 2020 um 11:22
    • #12

    Howdy

    Die Teile habe nicht ich festgeschraubt, versuche nur die vorgefundene Situation zu verbessern. Wenn ich erzähle, daß vorher zwei Lines auf einem Signal waren, gehts hier eh rund ;)

    Zur Verteidigung des Vorgängers muß ich sagen, daß der Aufbau des Hauses eine Hauruck-Aktion war, bei der viele Kompromisse eingegangen werden mußten.

    Beim Live mischen bin ich auch ein Mono-Mischer. Wobei meine Einstellung dazu gerade wieder etwas aufweicht. Wie breit ich mische (pun intended) hängt vom Saal und dem Musikmaterial ab.

    Aber hier im Haus gibt es viele Zuspieler, die ich nur ungern Mono abspielen will.

    Wenn wir jetzt Mono/Stereo abstimmen würden, wäre es 50:50.

    Gruß

    Rainer

    http://www.thewhitelodge.de

  • floger
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    • 7. März 2020 um 12:32
    • #13

    Wenn man hart links rechts gemischtes Material abspielt, muss man beide Seiten der PA auf beiden Seiten im Publikum gut hören. Ansonsten ist die Ortung der Delay line dein kleinstes Problem.

  • Loloverde
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    • 7. März 2020 um 13:11
    • #14
    Zitat von floger

    Wenn man hart links rechts gemischtes Material abspielt, muss man beide Seiten der PA auf beiden Seiten im Publikum gut hören. Ansonsten ist die Ortung der Delay line dein kleinstes Problem.

    Der Saal ist eher lang als breit. Das paßt schon.

    http://www.thewhitelodge.de

  • floger
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    • 7. März 2020 um 13:21
    • #15

    Dann dürfte das mit Mono Delay ja eigentlich kein Problem sein. Evtl einfach ein paar ms mehr einstellen. :/

  • Loloverde
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    • 7. März 2020 um 14:45
    • #16

    Irgendwann verschleift die Verzögerung aber den Impuls zu sehr. Das ist bei Sprache eher tolerierbar als bei perkussiven Signalen.

    Da bin ich auf jeden Fall pingelig. Die Snare muß knallen ;)

    http://www.thewhitelodge.de

  • wora
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    • 7. März 2020 um 23:40
    • #17
    Zitat von Loloverde

    Irgendwann verschleift die Verzögerung aber den Impuls zu sehr. Das ist bei Sprache eher tolerierbar als bei perkussiven Signalen.

    Da bin ich auf jeden Fall pingelig. Die Snare muß knallen ;)

    das trifft genau meine erfahrung, deshalb gibt es bei mir diese "+20ms nach Haas" schon sehr lange nicht mehr.

    und was die position der lautsprecher angeht:

    klar, an den aussenwänden ist definitiv keine wünschenswerte position - aber manchmal hat man keine wahl und dann muss es eben trotzdem irgendwie funktionieren. und in festistallationen gibt es eher selten die möglichkeiten, die lautsprecher genau dort zu platzieren, wo sie ideal wären :/

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von wora (7. März 2020 um 23:45)

  • simonstpauli
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    • 8. März 2020 um 13:11
    • #18

    Ich mache es so:

    Je nach Mix, Content und Raum sind Delaylines bei mir zu ca. 80% mono, 20% stereo.

    Stereo dann, wenn der Mix halbwegs monokompatibel ist und Stereo-Effekte im Content eine Rolle spielen. Also Stereo nicht zur Ortung, sondern als künstlerisches Mittel benutzt wird.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Loloverde
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    • 8. März 2020 um 13:53
    • #19
    Zitat von wora

    und was die position der lautsprecher angeht:

    klar, an den aussenwänden ist definitiv keine wünschenswerte position - aber manchmal hat man keine wahl und dann muss es eben trotzdem irgendwie funktionieren. und in festistallationen gibt es eher selten die möglichkeiten, die lautsprecher genau dort zu platzieren, wo sie ideal wären :/

    Witzigerweise habe ich beim ersten gedanklichen Umhängen der Anlage hier im Haus die optimalen Stellen gefunden.

    Was aber bedeuten würde, sie an Holz-Vollwandträgern ranzuschrauben. Und dieses statische Fass wollte ich noch nicht aufmachen.

    Darum versuche ich erstmal mit kleinen Mitteln (finanziell und organisatorisch) Verbesserungen durchzuführen.

    Bisher baute ich Delaylines bei Corporate und reiner Livemusik (die ich zu 90% Mono mische) auf. Dieses Springen der Ortung fällt mir darum erst jetzt bei den Stereo-Zuspielern unserer Künstler auf.

    http://www.thewhitelodge.de

  • tobias kammerer
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    • 8. März 2020 um 16:18
    • #20
    Zitat von wora

    das trifft genau meine erfahrung, deshalb gibt es bei mir diese "+20ms nach Haas" schon sehr lange nicht mehr.

    Aber den positiven Effekt der Ortungsverschiebung hört man auch schon mit 3ms und damit kann man oft sehr gut leben.

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