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Sind Techno Club Anlagen in Mono oder Stereo?

  • danielc
  • 11. Februar 2021 um 15:14
  • danielc
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    4
    • 11. Februar 2021 um 15:14
    • #1

    Hallo liebes PA-Forum,

    ich produziere seit geraumer Zeit elektronische Musik.

    In der Producer Community wird immer davor gewarnt, dass der Mix sich auch ja gut in Mono anhören muss, da anscheinend die meisten Clubs den Track nur in Mono wiedergeben bzw. nur Mono PAs haben.

    Leider hatte ich selbst noch keine Gigs und habe sonst keine Ahnung , wie ein klassischer PA-Aufbau in einem Club funktioniert.

    Daher meine Fragen an euch:

    1) Was sind eure Erfahrungen mit Club Anlagen. Sind diese wirklich nur 100% Mono? (Für mich im Jahr 2021 irgendwie schwer vorzustellen ...)

    2) Wie kann ich mir einen PA-Aufbau in einem Club vorstellen...Aus welchen Bestandteilen (Subwoofer, Obertöner etc.) setzt sich das in der Regel zusammen...Explain me like I'm five ;)

    Vielen herzlichen Dank für Eure Antworten.

    PS: Ich hoffe ich bin im richtigen Sub-Forum 8o

  • schotte
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    • 11. Februar 2021 um 18:09
    • #2

    Hallo und willkommen,

    1. Mono Wiedergabe / Mono PA's / Club / Disco / Konzert Systeme sind komplett unüblich bis auf sehr wenige Ausnahmen. Diese Ausnahmen sind dann wohl eher der 'draußen Fraktion' zu zu ordnen die 'Free Techno Mono Boxen Wände' betreiben ähnlich der 'Reggae Sound System' Fraktion ... ;) auf Mono Kompatibilität sollte man genau deswegen generell beim Produzieren achten !

    2. Hier ist aber weder " Ferienbetreung " und auch kein " betreutes Clubing (Wohnen) " ... darfst du überhaupt schon in Clubs ?? :(

    corn* Schotte

    2 Mal editiert, zuletzt von schotte (11. Februar 2021 um 18:28)

  • Loloverde
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    • 11. Februar 2021 um 18:32
    • #3

    Howdy

    Auch wenn die Haupt-PA Stereo ist, können Nearfills, Delays, Sidefills Mono sein.

    Also immer gut, auf Monokompatibilität zu achten.

    Gruß

    Rainer

    http://www.thewhitelodge.de

  • julian-k
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    • 11. Februar 2021 um 19:08
    • #4

    Wir haben Tanzflächen immer grundsätzlich Stereo gebaut, Alles drum rum, Fills, Ränge, Bar, Kotz/Scheiß/Sex/Drogenkonsum-Räume (auch Toiletten genannt) Mono.

    Was ist ist, was nicht ist ist möglich

    http://www.unicque.de - Unicque Lighting Augsburg

  • danielc
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    4
    • 11. Februar 2021 um 21:00
    • #5

    Sehr interessant soweit. Danke euch. Gerne dürfen andere natürlich noch Ihre Erfahrungen teilen.

    Und schotte ich bin Ü30...Also ja ich darf in Clubs ^^ ^^

  • Online
    zegi
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    • 11. Februar 2021 um 21:19
    • #6

    Ich will nicht für mich beanspruchen, dass ich einen repräsentativen Überblick über die Clubbeschallungen habe, aber ich kenne einige Clubs, die nicht einfach eine rechteckige Grundfläche haben und noch mehr Clubs, die viele Zonen beschallen. Es ist dort schlicht nicht möglich, "stereo" zu beschallen, weil es kein definiertes Links/Rechts gibt.

    Von 100% der Clubbesucher weltweit, die sich zum Zeitpunkt X in einem Club befinden, wird sicher ein grosser Teil jeweils nur mit "mono" beschallt und auch stereo funktioniert nur auf einer begrenzten Fläche. Hier noch zum Thema: https://bobmccarthy.wordpress.com/2011/03/09/the…ors-new-stereo/

    Es ergibt Sinn, Musik so zu produzieren, dass sie auch in mono "funktioniert".

    Der Ton macht die Musik.

  • yamaha4711
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    • 11. Februar 2021 um 21:35
    • #7
    Zitat von zegi

    Clubs, die nicht einfach eine rechteckige Grundfläche haben und noch mehr Clubs, die viele Zonen beschallen.

    Eben drum.

    Zitat von zegi

    Es ist dort schlicht nicht möglich, "stereo" zu beschallen, weil es kein definiertes Links/Rechts gibt.

    Mehr ist nicht zu sagen. Dasselbe gilt auch für OpenAir bei entsprechender Größe. Deswegen sollte man auch kein extremes Pannning machen (hat nix mit Panik zu tun, die kommt von selbst).

    Stereo macht prinzipiell auch nur dann Sinn, wenn man sich als Zuhörer an einer dafür definierten Position quasi statisch aufhält (Stereodreieck).

    Ein Mix in Stereo sollte deswegem, ausser man möchte es eben anders, monokompatibel sein. Dies lässt sich mit sogenannten Phasenkorrelationsmessern prüfen und entsprechend justieren:

    https://steinberg.help/wavelab_pro/v9…asescope_r.html

    https://de.wikipedia.org/wiki/Korrelationsgradmesser

    Dies könnte für das Mischen bzw. Produzieren interessant sein:

    https://thomwettstein.com/phasenlage-kor…-phase-shifter/

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • danielc
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    • 12. Februar 2021 um 15:53
    • #8

    Danke euch. Eure Argumente bzgl. der Raumarchitektur und der Stereoinkompatibilität machen Sinn. Etwas verwundern tut es mich dennoch....
    Mein letzter Track ist professionell abgemischt und gemastert worden - der ist zu 100% Mono-Kompatibel. Dennoch klingt der Track auf Mono natürlich nur halb so gut.

    Wieso klingen dann Tracks im Club immer so geil (selbst auf einer Mono Anlage)? Liegt das tatsächlich nur an der Lautstärke:?:

  • floger
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    • 12. Februar 2021 um 16:54
    • #9

    Badewannen-EQ, Lautsärke, das Gefühl im Magen, Alkohol, Stimmung,...

    Hör dir mal einen Stereomitschnitt eines durchsnittlich guten Konzerts alleine nüchtern in Zimmerlautsärke an. Das klingt immer irgendwie langweilig.

  • Online
    zegi
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    • 12. Februar 2021 um 18:26
    • #10

    Im Club hörst du den Sound in einer ganz anderen Lautstärke und der Raumanteil macht es gefühlt "grösser". .

    Der Ton macht die Musik.

  • Online
    MBelle
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    • 13. Februar 2021 um 07:10
    • #11

    Ich denke, das ganze hat auch viel mit Gewohnheit und Erwartungshaltung zu tun.

    Wenn Du den Track den ganzen Tag im optimalen Stereo-Dreieck oder sogar auf Kopfhörern in Stereo hörst und dann plötzlich auf Mono umschaltest, fallen die Unterschiede natürlich extrem auf.

    Gegenbeispiel:

    Mono und Stereo Version eines Tracks auf ein Handy laden, dieses irgendwo auf einen Tisch legen und durch den Raum gehen. Sofern die Mono-Version halbwegs Monokompatibel ist, werden da die Unterschiede deutlich kleiner sein.

    Bei der Monokompatibilität geht es ja auch überhaupt nicht darum, dass die Songs in Mono genauso klingen wie in Stereo. Das ist quasi unmöglich und würde Stereo überflüssig machen.

    Es geht vielmehr darum, dass alle wichtigen Informationen auch in Mono übertragen werden und nichts durch irgendwelches "Phasenprocessing" oder übertriebenes MS-Mastering ausgelöscht wird.

    Zum Thema Boxen in Clubs:

    Wie schon gesagt hat die Situation in Clubs ja mit dem "klinischen Gegenbeispiel" eines perfekten Stereodreiecks im Wohnzimmer/Studio oder sogar Kopfhörern (Auslöschung aller Raumeinflüsse) nicht viel gemein.
    Es gibt viel Schall aus vielen Lautsprecher, welche zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlicher Klangfarbe bei Hörer eintreffen. Diesen Schall könnte man auch als eine Art Early Reflections sehen, welche sich mit den "echten" Early Reflections des Raumes kombinieren.

    Grade diese Early Reflections aus verschiedensten Richtungen sorgen dann auch dafür, dass du nicht mehr den subjektiven Eindruck eines einzelnen Mono-Signals aus einem einzelnen Lautsprecher hast.

    Psychoakustisch kann das Ohr akustische Ereignisse in den ersten Millisekunden (frequenzabhängig zwischen 10 und etwa 50 ms ) nicht zeitlich separieren. Sie verschmelzen zu einem Klangereignis mit erhöhten "akustischer Dichte" und "Lebendigkeit", verglichen mit dem Direktschall.

    vergleiche hierzu Sengpiel Haas-Effekt:

    https://www.google.com/url?sa=t&rct=j…9N3ZrSVjpRIibDq


    Beim Stereodreieck zu Hause oder auf Kopfhörern hast Du genau zwei ursprüngliche Quellen, die genau zeitgleich bei Dir eintreffen. Daher sind o.g. Effekte nur kaum vorhanden.

    Ich denke nicht, dass ein Großteil der Disco-Anlagen grundsätzlich Mono aufgebaut sind (ausgenommen Fills/Tresen etc.).

    Grade bei 4-Punkt Beschallung gibt es ja auch mehrere Ansätze (alles Mono, Stereo parallel, Stereo überkreuz etc.), welche die ursprüngliche Stereo-Intention eines Tracks noch weiter verschleiern.

    2 Mal editiert, zuletzt von MBelle (13. Februar 2021 um 11:07)

  • marcoboy
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    • 14. Februar 2021 um 07:40
    • #12

    Es gibt noch andere Aspekte zur Monokompatibilität. Im Rundfunk wird R+L Zusammen Summiert -> Mono. Wenn du dein Mix auf eine Platte pressen möchtest muss der Mix auch gewisse Anforderungen erfüllen.

    Fazit: Ein guter Mix Erfüllt die Anforderungen im Rundfunk und lässt sich auch auf Platte Pressen. Alles andere ist ein schlechter Mix. Bisher haben das die Künstler die Millionen mit ihrer Musik verdient haben ganz gut gekonnt.

    Es gab aber durchaus schon Fehlleistungen, die auf großen Ablagen irgendwie komisch klangen. Solche Geschichten wie <200Hz Phasenunterschiede etc...

  • treibsand
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    • 15. Februar 2021 um 09:14
    • #13

    Nur der Vollständigkeit halber und weil ich damit schon echt schräge Erfahrungen machen musste:

    im Sub-Bereich machen viele ganz komische Sachen; Mono summierte Subs, Arrays, Mono-Subs des R -Signals (machmal auch L).

    Und je nach Club ist Sub eben auch anders definiert. Der eine kommt mit einer 3-Wege Hauptanlage hin, andere basteln da 4-5 Wege rein - es gibt ja auch keine allgemeingültige Definition, was/wie/wie groß ein "Club" ist...

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • danielc
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    • 15. Februar 2021 um 09:15
    • #14

    Toll. Danke an alle! :)

  • Jürgen Klingel
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    • 15. Februar 2021 um 10:32
    • #15

    PA an einer Tanzfläche ist gerne 4-Punkt-Beschallung mit Stereo-Überkreuz - so hat man, egal wo man steht, eigentlich immer Rechts/Links-Schallanteile auf den Ohren und der Sound hat eine gewisse "Räumlichkeit".

    Fills in den anderen Bereichen, wo evtl. auch weniger Pegel gefahren wird, sind dann eher eine Mono-Summe.

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • steffenr
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    • 15. Februar 2021 um 13:55
    • #16
    Zitat von marcoboy

    Fazit: Ein guter Mix Erfüllt die Anforderungen im Rundfunk und lässt sich auch auf Platte Pressen. Alles andere ist ein schlechter Mix. Bisher haben das die Künstler die Millionen mit ihrer Musik verdient haben ganz gut gekonnt.

    das ist heute nicht mehr so... wird immer mehr ignoriert
    oder es wird für mehrere Plattformen produziert (Club Edit, Radio Edit)

    Der generellen Meinung mit der Hauptbeschallung in Stereo den Rest gerne Mono-Summiert schließe ich mich an... es hängt halt davon ab wie der "Club" aus sieht...

    Unser "Glubb" ist Rot-Schwarz ;)

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