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System 500 Komponenten oder analoges Outboard Equipment im digitalen Zeitalter

  • Seven
  • 20. Juni 2024 um 20:16
  • audiobo
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    • 21. Juni 2024 um 16:11
    • #21
    Zitat von Seven

    Eben weil der Studiomensch eher das letzte Prozent (aufwändig) sucht

    Das halte ich für eine Romantisierung. Egal wie viel Zeit man hat, man findet immer etwas, dass einem noch nicht gefällt. Sonst bräuchte man keine Plugins wie Trackspacer sondern würde sich das klassisch automatisieren.

    Auch lässt sich mittlerweile kaum mehr eine qualitative Grenze zwischen analog oder digital ziehen, dafür gibt es zu viele richtig gute ITB-Mixe.

    Es ist einfach eine Frage des Workflows: Der eine hat noch seine Analogkonsole mit den angesammelten Schätzchen da stehen und mischt seine Einzelsignale in seine vorbereiteten Subgruppen mit jeweiligem (lang erarbeiteten) Lieblingsprocessing (Bluey für die Vocals, Blacky für Drums oder so) und dreht hier und da ein wenig zur Feinanpassung, der andere mischt im Zug im Laptop über KH schon mal vor und mietet sich am Ende in seinem Lieblingsabhörraum für ein paar Stunden ein.

    Das sagt aber in beiden Fällen nichts über die Qualität des Ergebnisses aus.

    Beide werden gebucht, weil sie im vorgegebenen Zeitrahmen ein zufrieden stellendes Ergebnis aufweisen können.

  • Marcel
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    • 21. Juni 2024 um 19:51
    • #22

    Moin,

    bei Live-Einsatz macht meiner Meinung nach analoges Outboard nur Sinn, wenn es das nicht in digitaler Form im Pult gibt. So wie ich mir ein Yamaha SPX 2000 geholt habe, weil mir der Snare Hall im SQ-6 für meine 80er Rockkapelle fehlte. Und sowas hören dann die Leute auch, es ist also nicht nur persönliche Befriedigung für den Techniker.

    Oder Jemand benötigt spezielle FXe die es eben nicht im Pult oder über digitale externe Lösungen gibt. TC Fireworx wär da vielleicht so ein Kandidat oder irgendwelche kranken Kompressoreinstellungen, keine Ahnung. Der Preis spielt da vielleicht bei Vielen auch noch eine Rolle. Ich schaffe mir jetzt kein Waves-System oder Ähnliches an, nur damit ich meinen SPX Hall wieder habe. So ein gebrauchtes SPX samt Case kostet einen Bruchteil davon.

    Dann gibts vielleicht auch noch die Fraktion die SonderFXe benötigt und keinen Bock auf externe digitale Lösungen hat (extra PC, Treiberprobleme usw.) und stattdessen einfach das Hardwareteil nutzt. Und wenn so ein FX mal ausfällt ist das vielleicht nicht ganz so dramatisch, wenn man aber zig Kompressoren usw. auch in Bussen oder im Master nutzt, wäre so ein Ausfall der digitalen Kette wahrscheinlich eher unschön - das Hardwarezeug hat ja meist eine Havarieschaltung, die die Ausgänge dann auf die Eingänge durchschaltet wenn die Kiste ausfällt.

    Und am Ende bleiben dann noch die, die unbedingt mal wieder direkt "an den Knöppen" drücken und drehen wollen.

    Im kleinen und normalen Beschalleralltag sehe ich solche Technikburgen sowieso nicht (mehr), das ist dann wohl wirklich was für "die Großen" die meist auch nicht selbst schleppen müssen und bei denen es auf 2x 12HE mehr in den Trucks auch nicht ankommt. Ich hätte grundsätzlich schon noch Bock auf analoges Zeug, hab aber bei meinen kleinen Gigs die ich betreue weder den Platz dafür, noch den Bock das alles zu schleppen.

    Ansonsten finde ich hört man den Unterschied live einfach viel zu wenig. Jedes Pult einer gewissen Preisklasse hat heute eigentlich ordentliche Preamps an Bord möchte ich meinen, den Rest kann man dann noch mit den zahlreichen Helferlein anpassen. Ein anderes Mikro macht da wohl deutlich mehr Klangunterschied, als ein analoger Preamp - wie gesagt, immer solange wir von normalen Herangehensweisen reden und nicht über SonderFXe, absichtlich übersteuerte Preamps und sowas.

    Was mich aber generell mal interessieren würde: Bei so viel Outboard in analoger Form, wie sieht es denn da mit der Latenz aus? Besonders im Bus und Master könnte das auch schnell eng werden könnte ich mir so vorstellen. Also wieder analoges Pult dazu? Spart schonmal die ein oder andere AD/DA Wandlung 8o

  • wora
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    • 21. Juni 2024 um 19:59
    • #23
    Zitat von audiobo

    dafür gibt es zu viele richtig gute ITB-Mixe

    darf ich fragen, das das bedeutet?

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • robert müller
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    • 21. Juni 2024 um 20:05
    • #24

    ITB=In the Box. Ein Mix, der direkt im Softwaremischpult der verwendeten DAW entsteht, ohne externe Gerätschaften oder externe Summierung.

  • WolfgangE
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    • 21. Juni 2024 um 22:07
    • #25

    Seit dem Umstieg von analogen Pulten auf Digitale ist pro Pultgeneration immer mehr analoges Outboard zuhause gelassen worden. Was aber immer noch, selbst an den besten Pulten die es heutzutage gibt, ein Manko ist bleibt ein guter Hall.

    Deshalb ist ein TC 6000 meistens mit dabei.

    Für mich ist die Auswahl des Pultes und der PA ein wesentlich grösserer Faktor der Klangbeeinflussung als ein paar externe analoge Inserts.

  • paho
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    • 22. Juni 2024 um 11:50
    • #26

    Bei der Midas HD96 kann man den TC dann auch noch zu Hause lassen da sowohl VSS4 Reverb wie MD4 Dynamics integriert sind.

  • robert müller
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    • 22. Juni 2024 um 12:38
    • #27

    Blöd, wenn man dann lieber Lexicon-Hall hat. ;)

  • WolfgangE
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    • 22. Juni 2024 um 13:18
    • #28
    Zitat von paho

    Bei der Midas HD96 kann man den TC dann auch noch zu Hause lassen da sowohl VSS4 Reverb wie MD4 Dynamics integriert sind.

    Da nehm ich lieber ein amtliches Pult und einen 6000er als eine Behringer Schüssel.

    Zitat von robert müller

    Blöd, wenn man dann lieber Lexicon-Hall hat. ;)

    Da geht dann das VI5000 raus. ;)

  • robert müller
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    • 22. Juni 2024 um 15:44
    • #29
    Zitat von WolfgangE

    Da nehm ich lieber ein amtliches Pult und einen 6000er als eine Behringer Schüssel.

    Ich glaub,man kann dem Midas HD96 mit Sicherheit auch einiges vorwerfen (wobei das sicher auch im Auge des Betrachters liegt bzw. auf den bevorzugten Workflow ankommt), aber bestimmt nicht, es wäre eine "Behringer-Schüssel".

    Zitat von WolfgangE

    Da geht dann das VI5000 raus. ;)

    Wäre das dann eine "Samsung-Schüssel"? iron

  • WolfgangE
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    • 22. Juni 2024 um 16:18
    • #30
    Zitat von robert müller

    Wäre das dann eine "Samsung-Schüssel"? iron

    Nein, denn das Pult wurde noch unter Soundcraft entwickelt (und gekauft).

  • Lampenschubser
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    • 22. Juni 2024 um 22:52
    • #31

    Jetzt wird’s aber Jammern auf hohen Nivau.

    Die VI5000 und die HD 96 sind doch beides phantastische Pulte

  • guma
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    • 23. Juni 2024 um 00:20
    • Hilfreichste Antwort
    • #32

    In der Vergangenheit (M7CL) habe ich ja noch allerhand externe Hardware angeschlossen, einfach weil das Pult das nicht konnte. Beim GLD habe ich noch umständlich einen externen Comp für die Realisierung eines side chain Betriebs angeschlossen, weil das Pult selbst kein side chaining konnte.

    Heute sehe ich das so, dass wir weitgehend da hin kommen, dass die Pulthersteller unsere Bedürfnisse so bedienen, dass das immer unnötiger wird und die Schwachstellen ausgemerzt wurden von den ‘On Board Plugins' in den aktuelleren Yamaha Pulten über den Reverb 4000 in den midas pros bis zu Ultra FX bei A&H.

    Ich bin waves echt dankbar dafür, dass das genug Druck auf die Hersteller erzeugt hat und andererseits froh, dass ich mich nicht von deren Vertriebskonzept abhängig gemacht habe. Gut, finde ich, dass Yamaha im DM7 das Anbinden von VST plugins sehr erleichtert hat. Grandios finde ich weiterhin die FX/plugin Ausstattung im Wing (der Distressor darin funzt z.B. wie erwähnt präzise wie meine Analogoriginale). Externe Geräte wie meine alten Lexicons (nein ein Vi kann weder ein Lexicon 200 noch ein pcm92) oder meinen alten H3000 liebe ich und schätze deren Unabhängigkeit von den Kompatibilitäts- und Update-Unwägbarkeiten bin aber leider genau so zu faul, die mitzuschleppen und anzuschließen, wie ich keinen Bock auf die zeitfressende plugin-IT-Baustellenpflege habe. Zusehens gebe ich meiner Frau recht, die mich vehement an die damit verplemperte Lebenszeit erinnert.

    Ich habe das größte Verständnis dafür, das jemand so ein einzelnes liebgewonnenes Hardwarerelikt mit sich rumschleppt, schon weil die Anbindung ans Pult einfach und Pflegeaufwand sehr überschaubar ist aber sich ganze Schränke mit Analoggedöns zu füllen, finde ich wie Marcus für live völlig abwegig. In den 80ern hatte ich mal so einen DBX Rahmen wie dieser 500er Kram, das wünsche ich auf keinen Fall zurück.

  • wora
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    • 23. Juni 2024 um 00:30
    • #33
    Zitat von guma

    Ich habe das größte Verständnis dafür, das jemand so ein einzelnes liebgewonnenes Hardwarerelikt mit sich rumschleppt, schon weil die Anbindung ans Pult einfach und Pflegeaufwand sehr überschaubar ist aber sich ganze Schränke mit Analoggedöns zu füllen, finde ich wie Marcus für live völlig abwegig.

    das möchte ich an dieser stelle auch genau so unterschreiben.

    die software in den pulten wird stetig besser, sodass man hier mittlerweile wirklich sehr gut funktionierende bearbeitungsmöglichkeiten bereits schon im pult hat.

    es wird sicherlich immer spezielle anwendungen geben, die die pulte nicht alle abbilden können. deshalb hin und wieder ein externes gerät zu nutzen ist sinnvoll. aber z.b. gut funktionierende kompressoren im pult durch gut funktionierende externe kompressoren zu ersetzen, ist suboptimal - denn man erzeugt damit wieder unnötige fehlerquellen.

    aber jede und jeder darf natürlich machen was er/sie für richtig hält, is klar.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • karel noon 23. Juni 2024 um 01:11

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • audiobo
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    • 23. Juni 2024 um 10:02
    • #34
    Zitat von guma

    Gut, finde ich, dass Yamaha im DM7 das Anbinden von VST plugins sehr erleichtert hat.

    Persönlich bin ich auch der Meinung, dass auch im gehobenen Preissegment eine einigermassen performante USB-Schnittstelle Pflicht sein sollte.

    Das ganze Gehampel mit irgendwelchen (teils auch noch teuren) Konverterböxli/Interfaces u.U. plus passender Pulterweiterungskarte, nur damit das Signal in der Realität am Ende oft doch nur über einen kleinen USB/Thunderbolt-Stecker am Laptop geschoben wird, ist doch nicht mehr zeitgemäss.

    Da sehe ich tatsächlich, gerade bei ständig wechselnden Pulten, mehr verlorenes Potential bzw. mehr Fehlerquellen als darin, den Überblick über den Softwarestand und die nötigen Updates zu behalten.

  • WolfgangE
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    • 23. Juni 2024 um 10:46
    • #35
    Zitat von guma

    Externe Geräte wie meine alten Lexicons (nein ein Vi kann weder ein Lexicon 200 noch ein pcm92)...

    Du weisst, das es einen Unterschied in den Lexicon Algorithmen zwischen der 1000 - 3000 und 5000 + 7000 gibt?

  • guma
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    • 23. Juni 2024 um 12:55
    • #36

    Ja ist bekannt!

    Das 200 geht logischerweise nicht in egal welcher Vi, weil das geliebte klanglich Eigentümliche dieses Apparats an der alten Technik in toto liegt, was sich eher mal in einem Freak Plugin findet und sich das Bedienkonzept so herrlich “analog” anfühlt.

    Für die Qualität einiger PCM92/96 Algos fehlt auch in den großen und neueren Vi Versionen die Rechenleistung. Da diese beiden Apparate am Ende der PCM Ära nicht mehr die Verbreitung wie ihre Vorgänger gefunden haben, kennen viele Kollegen deren Qualität und die klanglichen Unterschiede zu den Vorgängern nicht mehr. ;)

  • WolfgangE
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    • 23. Juni 2024 um 14:32
    • #37

    OK, für mich ist der typische Lexicon Sound das 480er.

    Als das 960er kam hab ich mich für das 6000er entschieden.

    Natürlich macht das VI5000/7000 nicht so viele Parameter wie ein 480er aber in den Grundeinstellungen kann ich es nur schwerlich vom 480er unterscheiden.

    Das 200er hat schon immer zu viel gerauscht und die PCM Serie kenn ich nicht.

  • Marcel
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    • 23. Juni 2024 um 16:03
    • #38

    Nochmal kurz weg von den Effekten: Wie würdet ihr so einen 500er Rahmen mit einer schönen Monokette an Gerätschaften denn live in ein Digitalmischpultsetup einbinden? Idealerweise müsste das Teil ja auf die Bühne noch vor den Preamp der Stagebox. Hat man das Teil aber am Foh betreibt man das dann im Insert des Pultes? Oder zieht parallel zum Cat Core noch analoge Strippen für dieses Signal, geht durch den 500er Rahmen und dann direkt in einen Pulteingang?

    Und auch nochmal Thema Latenz: Ich habe damit persönlich in solchen Größenordnungen keine Erfahrung, habe jedoch damals an meinem DM 1000 Setup auch noch analoge Technik in den Inserts gehabt. Die 31 Bänder EQs von Altair waren nicht das Problem, wenn ich aber z.b. den TC Triple C (Multibandkompressor) mit in der Summe hatte und besonders noch die "Look Ahead" Funktion aktiviert habe ergab das eine so deutlich Latenz, das ging live nicht mehr. Daher meine Frage: Würde das bei einem heutigen Digitalpult funktionieren dort analoge Kompressoren in Busse und / oder in die Summe zu inserten? Die Latenzen AD/DA sind ja mittlerweile recht gering, aber das würde mich trotzdem mal interessieren ob das Probleme gibt.

  • audiobo
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    • 23. Juni 2024 um 16:31
    • #39
    Zitat von Marcel

    Die Latenzen AD/DA sind ja mittlerweile recht gering,

    Latenz ist keine Frage der ADDAs, sondern der DSP-Struktur. Also eine nur sehr individuell zu beantwortende Frage.

    Nutze mal die Suchfunktion, die geht mittlerweile richtig gut.

  • guma
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    • 23. Juni 2024 um 16:44
    • #40
    Zitat von WolfgangE

    Das 200er hat schon immer zu viel gerauscht und die PCM Serie kenn ich nicht.

    Wenn der Eingang heiß genug gefahren wird, ist Rauschen für live kein Thema. Die In- und Outputlevel sind ja wie so vieles dierekt im Zugriff ;)

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    Wenn man das 92er nicht kennt, sollte man diesbezüglich auch keine Statements abgeben. ;)

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