was ist ein guter Monitorsound?
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Für Kompression habe ich ein schönes Beispiel.
Auf einem Festival, große Bühne, Band komplett auf Wedges. Keyboard für die Keyboarderin unbearbeitet. Für alle Anderen massiv komprimiert. Das passierte in dieser Extremform auf Ansage, im Kleinen versuche ich das aber schon lange so zu machen. Also im eigenen Weg ohne Kompression, um die Kontrolle über das eigene Instrument zu ermöglichen, auf allen anderen Wegen (in dem Fall dann leicht) komprimiert. Das ist allerdings eine Gratwanderung. Kommunikation ist da wichtig. Siehe unten.
Zum Thema, ob die Qualität der Monitormixe abgenommen hat: Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich so ist. Es fallen ja auch viele Bands raus, die entweder einen eigenen Monitormenschen dabei haben oder die Mixe gleich selbst fahren. Dann ist es für die übrigen Fälle auch immer eine Frage der Kommunikation. Was ist wohl die Essenz, was wird benötigt. Ein paar Basics sind klar, aber selbst auf die ist nicht immer Verlaß. Nächste Frage, sind die Ansprüche größer geworden? Über einen längeren Zeitraum betrachtet sicherlich. -
Wir haben hier eine Sessionband, alle auf IEM, mit je nach Show und Besetzung bis zu 14 Strecken. Ohne Monitormensch. Ohne Selbstmischen. Ich frag die das nächste mal, wie die das so erfahren.
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Wir haben hier eine Sessionband, alle auf IEM, mit je nach Show und Besetzung bis zu 14 Strecken. Ohne Monitormensch. Ohne Selbstmischen. Ich frag die das nächste mal, wie die das so erfahren.
Das ist sportlich. Die Strategie interessiert mich.
Mir fallen spontan "The Busters" ein. Eine Ska-Band. Die sind auf Wedges und haben eine der besten Routinen, den Soundcheck zu machen. Überaus diszipliniert und fokussiert. Wenn es hart auf hart kommt, können die bei fertigem Linecheck und fittem Monitormensch in 5 Minuten locker einen super Monitormix auf die Beine stellen. Am FOH ist dann auch alles easy, gab ja genug Zeit mit Signalen. -
Tower of Power können das komplett ohne Soundcheck. Bei denen ist das Intro so gespielt das jeder 10 Takte zum einstellen hat. Geht echt super.
Nile Rodgers macht das ähnlich.
Wie die Routine aussieht ist egal. Sie muss nur abgesprochen sein.
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Tower of Power können das komplett ohne Soundcheck. Bei denen ist das Intro so gespielt das jeder 10 Takte zum einstellen hat. Geht echt super.
Nile Rodgers macht das ähnlich.
Wie die Routine aussieht ist egal. Sie muss nur abgesprochen sein.
Das ist auch gut. Einen Soundcheck-Song haben auch die Arkells, das ging super auf Festivals.
Bei den Busters sehe ich die konsequente Anwendung von den Basics:
Die Band spielt ein paar Takte. Dann Stop. Der Reihe nach werden Monitorwünsche geäußert. Wenn dann beispielsweise der Gitarrist sagt, er braucht mehr Keyboards 1, dann spielt der Keyboarder 1 so lange, bis der Gitarrist zufrieden ist. Und so weiter. Wenn alle durch sind, wieder ein paar Takte zusammen.
Das haben nicht viele Bands drauf, komischerweise. -
Ich sehe das so: Wer als Musiker weiss was er will oder - noch viel wichtiger - braucht und dies kommunizieren kann hat (fast) überall gute Chancen auf einen ordentlichen Monitorsound. Für alle anderen ist es ein Glücksspiel, abhängig von der Erfahrung und dem Willen des Monitormenschen und dem Zeitfaktor.
Die schnellsten und zufriedensten Bands (bei klassischem Lautsprechermonitoring) haben sich entweder komplett auf wenige wichtige Instrumente beschränkt („den Rest höre ich sowieso“ - auf grossen Bühnen gerne über Sidefills) oder konnten recht genau sagen was sie in welcher Dosis brauchen (in % oder sogar dB).
Wenn ich nach 3x Nachfragen immer noch keine Antwort bekommen habe an welchem der 5 aufgestellten Mikrofone der Leadgesang steht, man dafür aber während des Mikrofonierens mit der Songabfolge und den dazugehörigen Sounds vom Sampler zugetextet wird, dann wird‘s vermutlich eher nicht so gut.
Und ganz ehrlich: Bei allem Gemecker - wann hat euch das letzte mal ein Musiker gesagt „Sorry, das habe ich schlecht kommuniziert/mir anders vorgestellt/etc.“
Da sind unsere Kompressordebatten völlig nebensächlich.
Oder anders gesagt: Ob man Kompression/Limiting braucht ist anwendungsbezogen. Gute Kommunikation braucht man immer.
(Edit: Leider wird „gut“ oft mit „viel“ verwechselt. Vor allem im Output.)
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Das ist sportlich. Die Strategie interessiert mich.
Mir fallen spontan "The Busters" ein. Eine Ska-Band. Die sind auf Wedges und haben eine der besten Routinen, den Soundcheck zu machen. Überaus diszipliniert und fokussiert. Wenn es hart auf hart kommt, können die bei fertigem Linecheck und fittem Monitormensch in 5 Minuten locker einen super Monitormix auf die Beine stellen. Am FOH ist dann auch alles easy, gab ja genug Zeit mit Signalen.Ich hab hier auch mal eine Ska-Punk-Band gehabt, Name vergessen, seit drölfzig Jahren im Geschäft. Die Band hat einen Song gespielt, der Sänger ist von Monitor zu Monitor gegangen und hat mir mit Handzeichen signalisiert, welches Instrument wie laut drauf sein sollte. Hat 3 Minuten gedauert. Die haben dann noch einen halben Song zusammen gespielt und waren durch. Hammer.
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So kenn' ich das auch von den http://www.glittertwins.de/ - gerne auch mal noch direkt mit zusätzlichen Ansagen wie "2.5kHz, -2db bitte"
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So kenn' ich das auch von den http://www.glittertwins.de/ - gerne auch mal noch direkt mit zusätzlichen Ansagen wie "2.5kHz, -2db bitte"
Das habe ich so bisher auch nur bei richtig richtig guten Covertruppen erlebt.
Ein Bandmitglied bemuttert seine Truppe jeweils einzeln beim Monitorcheck und nur dieses kommuniziert mit dem Pultmenschen. Mit glasklarer Ansage, was wie zu klingen hat.Da biste janz zügig durch, weil du vllt. nur 2x vom Pult hochguckst und ansonsten beidhändig schrauben kannst.
Die bestehen dann auch mit Recht auf ihre Wunschmikros und zeigen dir dann damit auch warum.
Der Rest des Abends ist dann meistens sehr erfolgreich und stressfrei. -
So kenn' ich das auch von den http://www.glittertwins.de/ - gerne auch mal noch direkt mit zusätzlichen Ansagen wie "2.5kHz, -2db bitte"
Das ist natürlich auch ein besonderes Beispiel, weil da mit Achim ein sehr erfahrener Tonmensch mit auf der Bühne steht.
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Die in meiner Erfahrung mit dem Monitorsound zufriedensten Musiker sind die, die sich mit eigenem Mischpult selbst ihren Mix bauen KÖNNEN, wissen was sie WOLLEN und es dann einfach MACHEN. Ergibt für mich auch Sinn, denn ich kann am Fader selbst viel genauer schieben als wenn ich jemandem anderes sage, was er denn schieben soll.
Auf der anderen Seite sind Musiker, die sich selbst einen Mix erstellen müssen, das aber fachlich-technisch nicht können, einem hohen Risiko eines schlechten Monitorsounds ausgesetzt. Die sind dann aber auch meist nicht in der Lage, ihre Wünsche so in Worte zu fassen, dass man einen wunschgemäßen Mix bauen kann. Hier hilft dann natürlich die Erfahrung des Technikers weiter, der erstmal einen guten Basismix bereitstellt.
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Mir fallen spontan "The Busters" ein. Eine Ska-Band. Die sind auf Wedges und haben eine der besten Routinen, den Soundcheck zu machen. Überaus diszipliniert und fokussiert. Wenn es hart auf hart kommt, können die bei fertigem Linecheck und fittem Monitormensch in 5 Minuten locker einen super Monitormix auf die Beine stellen. Am FOH ist dann auch alles easy, gab ja genug Zeit mit Signalen.
da ich diese band schon öfter mal in vertretung gemischt habe, kann ich das voll bestätigen.
generell machte das arbeiten mit denen sowieso immer spaß.
von ihnen hatte ich diese infos allerdings nicht, weil ich zu den Busters schon länger keinen kontakt mehr hatte (außer zum keyboarder stage right bei einer anderen band).
ja, ein von einem bandmitglied gut geführter monitor-soundcheck bietet wirklich große vorteile!
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