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Dumping beim Personal

  • tufkaklto
  • 14. Juni 2010 um 21:54
  • tufkaklto
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    • 14. Juni 2010 um 21:54
    • #1

    Ausgelöst durch diesen Tread dachte ich mal, das man so etwas auch mal offen diskutieren sollte.
    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=10&t=79854&p=663026#p663026

    Aber auf Wunsch auch zu Recht nicht im Biete Brett, um einen Tread nicht zu versauen ( das machen Einige sowieso schon zu oft mit interessanten Themen , da muß man sich dann auch mal selber an der Nase nehmen, wenn man das nicht will )

    Also, ich finde solche Tagessätze ( im konkreten für Rigger ) einfach jenseits von Gut und Böse.

    Das ist Lohndumping ( meine Meinung ) unterstes Niveau.

    Einerseits von denen, die sowas anbieten, und andererseits von denen, die den Job auch machen.

    ich weiß ja nicht, eventuell ist das ja Normalgage in Deutschland für Rigger ( was ich aber nicht glaube, ich kenn genug, die nehmen ganz viel mehr als das und haben Arbeit ohne Ende )

    Aber kann man ernsthaft um diese Gage einen guten und erfahrenen Rigger finden, der von seinem Job was versteht ??

    Überlegt Euch mal ernsthaft, was da netto überbleibt!!!!

    Ganz ehrlich für die Kohle würde ich meinen Arsch nicht aus dem haus bewegen , um auf einen Job zu fahren.
    Und zwar nicht, weil ich das arrogant sehe, sondern weil ich bei solchen Gagen nicht von dem Job leben könnte.

    Wie seht Ihr das ??

    Zitat:
    If you pay peanuts, you get monkeys....... :D

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  • simonstpauli
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    • 14. Juni 2010 um 22:08
    • #2

    Ich bin sprachlos. Das ist ja mehr als deutlich unter dem normalen Satz.

    Schon bei normal bezahlten Riggern suche ich regelmäßig das Weite, einen Abriss mit derart bezahlten Kräften möchte ich nur aus einer anderen Postleitzahl heraus erleben.

    Was ich mich jetzt noch frage: wer hat es denn aufgebaut und wie war die Bezahlung in diesem Fall?

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • nojunk
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    • 14. Juni 2010 um 22:50
    • #3
    Zitat von "klauston"

    Überlegt Euch mal ernsthaft, was da netto überbleibt!!!!

    das hatte ich vor kurzen nächtens mit einem bekannten "kollegen" besprochen - er war richtigt :shock: bzgl meiner schnellen hochrechnung seiner "gage" :lol:

    Zitat

    Ganz ehrlich, für die Kohle würde ich meinen Arsch nicht aus dem haus bewegen, um auf einen Job zu fahren.
    Und zwar nicht, weil ich das arrogant sehe, sondern weil ich bei solchen Gagen nicht von dem Job leben könnte.

    eines meiner hauptargumente, erzeugt aber immer wieder staunen bei den "kollegen" :D

    Zitat

    Zitat:
    If you pay peanuts, you get monkeys....... :D

    altbekannt und immer wieder bestätigt :lol: - leider :cry:

    No, it's not too loud. You're just too old!
    winners have parties - and loosers have meetings
    Technik haben viele - WIR können sie auch bedienen :)

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  • skyworker
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    • 15. Juni 2010 um 00:34
    • #4

    Ich hol dann mal ein wenig aus...

    Unlängst hatte ich mit Glen Roggemann von AED das Thema und der hatte eine sehr interessante Ansicht: wenn ich mein Haus neu streichen lassen muss und einen Maler beauftrage, dann bekommt der ca. 50 Euro pro Stunde. Am Ende des Tages ist das Haus sauber und fachmännisch renoviert. Nun könnte ich - um Geld zu sparen - einen x-beliebigen Techniker aus unserer Branche genauso gut dafür buchen. Er würde 25 Euro pro Stunde nehmen, vielleicht etwas länger brauchen und nicht ganz so fachmännisch arbeiten, wie der Maler. Aber er könnte Farbe und Pinsel kaufen, Abdeckfolie besorgen und so weiter. Trotzdem - es wäre billiger.

    Nun überlegen wir ganz kurz, wie es umgekehrt wäre: Ich möchte ein Konzert veranstalten. Wäre der Maler in der Lage, das zu tun, was wir tun? Würde er überhaupt wissen, welches Material er braucht? Wie es zur Location kommt? Wie man sowas ordentlich läd, eine - Gott bewahre - Bühne baut, verkabelt und das Equipment ordentlich installiert. Selbst wenn all das klappen würde - was passiert wohl, wenn der Mann am Mischpult steht und jetzt eine Band abmischen soll?

    Was zu der Frage führt, warum das so ist? Warum "Rigger" für 150 Euro am Tag arbeiten - ein Maler hat bei dem Einkommen gerade mal die Frühstückspause erreicht - warum die Jobs nicht ordentlich bezahlt werden und wer eigentlich den Druck ausübt? Der Auftraggeber, der nicht mehr bezahlen will? Irgendwelche Agenturen, die sich selbst zwischenschalten und die dabei die Margen drücken, den Apparat immer weiter aufblähen, bis am Ende für keinen mehr was Lohnendes rausspringt? Oder etwa wir selbst, weil die wenigsten in der Branche rechnen können oder wissen, wie viel netto vom brutto bleibt. Oder weil manch einer meint, einfach jeden Job ums verrecken machen zu müssen?

    Manchmal frage ich mich, warum um alles in der Welt diese Branche und die Leute, die sie wirklich ausmachen, so wenig Selbstwertgefühl haben?

    Ende der Philosophie… SKY

    Kein Applaus für Scheiße!

  • Nuno
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    • 15. Juni 2010 um 00:43
    • #5

    Hi,
    kenne Dumping-Löhne aus anderen bereichen ziemlich gut...

    Die Sache ist halt oft: Lieber einen schlecht bezahlten Job an dem Tag machen und etwas Geld machen, als zu Hause zu sitzen und nichts zu verdienen.

    OK, ist zwar radikal aber ich denke das ist der Hauptgrund, weswegen es überall Dumping-Löhne gibt. Obwohl bei diesem Angebot wohl selbst ein Logistiker, welcher Stühle stellt mehr Geld bekommt...

  • tufkaklto
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    • 15. Juni 2010 um 09:06
    • #6
    Zitat von "Nuno"

    Hi,


    Die Sache ist halt oft: Lieber einen schlecht bezahlten Job an dem Tag machen und etwas Geld machen, als zu Hause zu sitzen und nichts zu verdienen.

    .


    Das hat einen Aspekt, an den viele nicht denken:

    Damit bekommt man seine Gagen nicht weiter hoch.

    und man muß doppelt so viel für das selbe Geld arbeiten wie andere Kollegen.
    Man hat deutlich mehr Ausgaben ( denn es kostet ja auch was, auf Jobs zu fahren, Mal ein Kiosk zwischendurch usw )

    Und man hat deutlich weniger Freizeit für Familie oder Freundin oder Hobbys usw....

    Und mit dem annehmen der Gage signalisiert man, nicht mehr Wert zu sein..... :shock:

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  • Mechwerkandi
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    • 15. Juni 2010 um 09:45
    • #7
    Zitat von "klauston"


    Damit bekommt man seine Gagen nicht weiter hoch.


    Mit daheim sitzenbleiben aber auch nicht... :wink:

    Das ist doch wie immer:
    Die Branche ist vollgestopft mit unqualifizierten, bildungsfernen Quereinsteigern.
    Da gibt es immer einen, der noch billiger ist.

    Diejenigen, die sich fachlich kompetent darstellen und eine entsprechenden Qualifikation und Erfahrung mitbringen (bsp. Industriekletterer), die verdienen auch ihr Geld.

    Gib den Leuten kein Geld.
    Gib ihnen Ansehen unter ihresgleichen...

    Das ist übrigens noch steigerungsfähig, arbeitet in der Filmbranche und nennt sich "Requisiteur".
    Da sitzt du 25 Stunden am Tag auf einem abgewrackten 7,5to mit Ladebordwand und fährst Möbel, Kulissen und andere Requisiten von einem Drehort zum anderen, hilfsweise zum Lager und wieder zurück.
    Kommst du mal 10 min zu spät, weil du dir unterwegs noch eine Pommes-Schranke 'reingewürgt hast, ist garantiert DIE Einstellung futsch, weil sich eine Wolke vor die Sonne geschoben hat, der Kameramann hysterische Ausfallerscheinungen zeigt, die Hauptdarstellerin rumzickt und der Regisseur deswegen gerademal wieder einen Wutanfall hat.

    Der normale Requsiteur ist etwa Mitte 20, ist ein gesundheitliches Wrack und sieht aus wie ein Zombie. Er hat keine Krankenversicherung, die könnte er gar nicht bezahlen, die braucht er aber auch nicht, weil er ohnehin keine Zeit hat, mal zum Arzt zu gehen.
    Er hat keine Familie, keine Freunde, seine einziger Dauerbegleiter ist seine schwarze 1000-Taschen-Weste, die er braucht, um die ganzen Pillen zu transportieren, von denen er sich ernährt.
    Aber: Er kann jedem erzählen, er arbeitet "beim Film".
    Unbezahlbar...

  • tufkaklto
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    • 15. Juni 2010 um 09:54
    • #8

    Nun, ich bin im Konkreten mit Requisiteuren befreundet, die sind über 40, hochbezahlt und haben Familie........

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  • skyworker
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    • 15. Juni 2010 um 11:04
    • #9

    Einerseits - andererseits... ich glaube nicht, dass es viel bringt, sich jetzt an Einzelfällen hochzuziehen. Es gibt solche und solche Requisiteure. Dummerweise entzündet sich so eine Diskussion aber eben auch genau an diesen Einzelfällen - siehe die Rigging-Anfrage vom RiP.

    Dumm ist halt immer genau der Punkt, den Andi anspricht: "Ich bin beim Film" oder "Ich hab RiP gerigged" oder solche Sprüche machen sich am Tresen halt gut. Die alten Säcke jetzt mal ganz ehrlich bitte – wir waren doch früher auch nicht anders. Nur war die Branche da eine andere – und wir mussten vielleicht ein Studium und nicht ein Leben finanzieren.

    Dumm ist weiterhin, dass viele Auftraggeber genau diesen Mechanismus kennen – und ihn natürlich zu ihrem Vorteil ausnutzen.

    Ganz besonders dumm ist noch, dass die Branche seit ein paar Jahren eine wahre Schwemme an „Fachkräften“ hervorbringt, welche vom Markt schon lange nicht mehr aufgenommen werden kann. „Über Bedarf ausbilden“ war eine Tugend der 80er und 90er, mit der die Industrie für jede Menge Facharbeiter gesorgt hat. Die waren aber noch recht universell einsetzbar, da gab es den Schlosser, den Elektriker, den Tischler oder oder. Heute wird weiter über Bedarf ausgebildet – aber die Berufsbilder sind so speziell, dass der „Energieanlagenelektroniker Fachrichtung MSR-Technik Industrie 2010“ nicht mal eben wie der „Elektriker 1980“ auf dem Bau schlitze klopfen kann, wenn sein Ausbildungsbetrieb ihn nicht übernimmt. Genau so bildet heute jede noch so kleine Garagenbude pro Jahr mindestens zwei FkfVt aus, die dann „als fester Freier“ nach der Ausbildung für die Firma arbeiten dürfen… aber nur, wenn der Job noch durch ihre Azubi-Nachfolger noch ein bisschen billiger gemacht werden könnte.

    Und dann kommt noch irgendein Verband mit Kursen aus Wolkenkuckucksheim – und führt all das hier ad absurdum.

    SKY

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  • Loloverde
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    • 15. Juni 2010 um 15:41
    • #10

    Hallo

    Vor allem schockt mich an dieser Announce, daß es ein großer Gig ist bei dem auch beim Veranstalter etwas Geld liegen bleibt (fast ausverkauft). Jeder von uns hat schon die üblichen Schülerbands und Kumpels für weniger Geld gemacht, aber das sollte eigentlich Bundesliga sein.

    Gruß
    Rainer

    http://www.thewhitelodge.de

  • tufkaklto
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    • 15. Juni 2010 um 15:46
    • #11

    Ich wär mal vorsichtig.

    Muß nicht sein, das die Rigger für die großen Bühnen angedacht sind.

    Es gibt auf solchen Festivals genügend andere Dinge, wo man Rigger benötigen könnte, die nichts mit den Großen Firmen zu tun haben.....

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  • tufkadib
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    • 15. Juni 2010 um 20:43
    • #12
    Zitat von "skyworker"


    Dumm ist halt immer genau der Punkt, den Andi anspricht: "Ich bin beim Film" oder "Ich hab RiP gerigged" oder solche Sprüche machen sich am Tresen halt gut.


    Ruhm und Ehre füllen aber weder den Magen noch bezahlen sie die Lichtrechnung.

    MfG
    DirkB

  • skyworker
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    • 15. Juni 2010 um 21:45
    • #13

    Das hab ich ja auch nicht behauptet...

    ^^

    SKY

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  • skyper
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    • 16. Juni 2010 um 02:00
    • #14
    Zitat von "klauston"

    Ich wär mal vorsichtig.

    Muß nicht sein, das die Rigger für die großen Bühnen angedacht sind.

    Es gibt auf solchen Festivals genügend andere Dinge, wo man Rigger benötigen könnte, die nichts mit den Großen Firmen zu tun haben.....

    Bingo.

    Montag früh waren die Produktionen schon draussen,
    und in der Nachtschicht hat definitiv niemand für diesen Betrag seinen Gurt angezogen.

    Da ging es viel wahrscheinlicher um gehobene Helfertätigkeiten mit Absturzgefährdung,
    wie z.B. Banner von Layhertowern pflücken, Notausgangsschilder zu demontieren und solchen Schnickschnack.
    PSA muss ja auch nicht immer "Werkzeug" sein,
    sondern kann auch mal reine "Sicherheit" bedeuten.

    Trust it - tilt it! Der universlle Neigeadapter für AV-Geräte auf Traverse: http://www.trusstilt.de
    Analog über Cat Lösungen und Anschlussfelder für Ampracks: http://www.cat-core.deNächster Messeauftritt: 6.-8.10.26 in Hamburg: https://leatcon
    PA-Forums-Treffen: täglich 13:00 bei mir am Stand A2/F06

  • daniel heide
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    • 16. Juni 2010 um 15:00
    • #15

    Da ich grade nicht viel Zeit habe, nur ein kurzer schlauer Satz aus der aktuellen PP:

    "Man darf daher mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass Event-Agenturen ernsthaft an der Qualifikation von Veranstaltungstechnikern zweifeln, wenn zum Beispiel für deren Tätigkeit lediglich 25 Euro pro Stunde veranschlagt werden!" (Mister Master)

    Tja

    Zitat von "klauston"


    Das hat einen Aspekt, an den viele nicht denken:

    Damit bekommt man seine Gagen nicht weiter hoch.

    und mit annehme der Gage signalisiert man, nicht mehr Wert zu sein..... :shock:

    Zwei tolle Zitate zu dem Thema ;)
    Gruß Daniel

    Später vielleicht mit eigenem Text zum Thema

    Daniel Heide
    Lange Reihe 4
    99755 Hohenstein

    Lass dir von Keinem imponieren der sagt: "Das mache ich schon seit 20 Jahren so!" Man kann etwas auch 20 Jahre lang falsch machen.
    Bildung ist meistens kostenlos, manchmal auch umsonst!

  • david anhäuser
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    • 16. Juni 2010 um 15:44
    • #16

    ja so ist das alle.... :lol:

    Ich kenn auch ein paar Firmen bei uns in der Region,
    die Verkaufen dem Kunden Helfer die für 6,50- std schwarz dem Kunden als Techniker.

    Aber mal ehrlich wenn Kunden so sich zufrieden stellen lassen wird dieser Post wohl nicht viel ändern.

    Es sei denn es gibt mal wieder sschwer verletzte auf des Kunden Baustelle :wink: :lol:

    Besten gruß aus dem Münsterland

    David

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    • 17. Juni 2010 um 16:18
    • #17

    1.) Auf einem Markt bilden sich die Preise nach Angebot und Nachfrage. Und ja, wir haben nicht nur zu viel Material im Markt...

    2.) Die Gewerkschaften wollen 7,50 Euro als Mindestlohn durchsetzen. Das wären auf 8 Stunde 60,- Euro, auf 10 Stunden 75,- Euro. (Und die Gewerkschaften wollen das nicht deswegen durchsetzen, weil alle schon mehr bekommen. Es gibt Tariflöhne unter 5,- Euro, es gibt Schauspieler, die sich für 25,- Euro Tagesgage auf die Bühne stellen (Proben natürlich unbezahlt))

    Der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist bei sehr geringen Einkommen dann auch nicht mehr so groß. Und wenn's ganz wenig wird, dann gibt's aufstockendes ALG II.

    3.) Je mehr man sein Handwerk beherrscht, desto leichter kann man seine Gagenvorstellungen durchsetzen. Ein Profi am FOH ist nicht durch zwei billige zu ersetzen.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • urmelii
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    • 18. Juni 2010 um 08:57
    • #18

    hi ihrs,

    150.-€ brutto sind in der tat nichts.

    ABER

    ich z.b. als frischer freiberufler bin leider noch zu oft damit beschaeftigt meine wochen so voll zu kriegen wie ich sie gerne haette. also gehen fuer die anfangszeit auch 150.-€. das ich solchen "kunden" nicht treu bleibe ist denke ich mal sowohl den kunden als auch mir klar. ich denke mal meine situation ist nicht so ungewoehnlich in unserer welt und ueber "guenstige" jobs kann man auch kontakte zu besser bezahlten knuepfen.

    es mag zwar wahnsinnige geben die es fuer ein "ich war dabei" machen. aber die sind meiner meinung nach deutlich in der minderheit.

    ich bin neidisch auf alle die sagen koennen dafuer gehe ich nicht arbeiten. aber wer ist denn wirklich mit 250.-€ plus eingestiegen.

    ausserdem, ein "richtiger" maler mag 30-60€ die stunde kosten. der gebrochen deutsch sprechende nachbar macht mir meine wand auch fuer 7,50€ die stunde und es "fast" gut.

    nach meinem dafuer halten ist 150.-€ fuer ein fachkraft zu wenig fuer einen helfer mit breitem ruecken ok. mehr kriegt man als hilfsbarkeeper etc auch nicht.

    so far

    greetz

    frohes fest!

  • Jueof
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    529
    • 18. Juni 2010 um 09:11
    • #19

    150 sind in nordhessen/thüringen schon fast normal und zwar mit einem deutlichem gefälle gen osten. Froh ist wer nach getaner arbeit nicht auch noch kämpfen muß es zu bekommen :shock: Irgendwie finden die aber auch immer wieder personal :roll:

  • skyworker
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    • 18. Juni 2010 um 09:37
    • #20

    Morgen Gemeinde - um mal beim schönen Beispiel des Riggers zu bleiben:

    Wer - auch zu Beginn seiner "Karriere" - solche 150 Euro Jobs macht, der möge sich bitte folgendes überlegen: Gerade dieser Job birgt gewissen Verschleiß. Die PSA ist teuer (sicherlich geht niemand ohne, oder?) und bedarf eines regelmäßigen Austausches, wer „Rigger“ sein möchte, der ist auch gut beraten, sich gewisse Fachkenntnisse anzuschaffen – und solche Kurse kosten Geld. Dazu kommt der nicht zu unterschätzende, körperliche Verschleiß. Der Job ist ein ewiges auf und ab, man kommt als erster in die Halle und geht als letzter raus, man wird (oh ja!!!) nicht jünger. Nun mögen die hochgeschätzten Kollegen aus den anderen Gewerken kommen und das auch für sich reklamieren – aber Hand aufs Herz, wer am Pult schraubt, der bildet sich womöglich auch fort und hat mal kurze Nächte, aber sonst? Als PSA taugen da zur Not auch ein paar Elacin und Badelatschen ^^
    Das soll jetzt nicht heißen, dass die Pultschrauber auch mal für 150 Euro Tageskurs schaffen sollen! Es dient nur der Anschauung.
    Wer nun mit 150 Euro Tagesgage anfängt, der verfällt schnell in den Irrsinn, die knappen Kurse durch die schiere Menge zu kompensieren, also Jobs, Jobs, Jobs. Geschlafen wird auf der Autobahn – weil Hotel gibt’s keines. Alternativ pennt man zwischendurch auch mal im Catering – das hat der Veranstalter nämlich aus egoökonomischen Gründen auch gleich nicht bestellt.
    Zusätzlich festigt man sich so auch noch einen ganz speziellen Ruf, der in der Branche vorauseilt: ruf den und den an, der macht die irrsinnigsten Jobs für kleine Mark…
    Wer mal in der Messebauerszene schaut, der bekommt unter Umständen sogar noch krassere Beispiele. Ich kannte mal einen Schreiner, der ein 12-Tonnen Gespann alleine und nur mit Tank- und Pinkelpausen von Frankfurt nach Cannes gefahren hat. Vor dem Einchecken ins Hotel hat er dann noch eine kleine 12-Stunden Schicht angesetzt…

    Wo das hinführt? Das möge jeder selbst entscheiden.

    SKY

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