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Mischen um jeden Preis ?

  • guma
  • 4. Dezember 2011 um 09:46
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    • 5. Dezember 2011 um 12:17
    • #21

    guma, Du sprichst mir aus der Seele. Ehrlich gesagt, ich will gar nicht alles mischen können. Manche Musikrichtung gefällt mir einfach nicht. Und da ich sie zu wenig höre, bekomme ich Entwicklungen im Stil und Stilveränderungen einfach nicht mit, wäre also immer hinterher. Es gibt, wie bei den restlichen Handwerksberufen auch, sicherlich Sachen, die man eigentlich nicht jeden Tag macht, es aber immerhin hinbekommt und aber eben auch Sachen, die man besser einfach jemand anderen machen lässt.

  • rockline
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    • 5. Dezember 2011 um 12:42
    • #22

    Es geht doch in der Praxis überhaupt nicht darum wer was wie gut kann, sondern meistens um den Spieltrieb der Leute. Jeder der halbwegs weiß warum da ein paar Knöppe mit Lämpis sind möchte da herumstehen und "mischen".
    Alles weitere müsste die Soundpolizei regeln. Die gibt's in der Branche aber nicht offiziell.

  • wora
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    • 5. Dezember 2011 um 13:30
    • #23

    bleib mir bloss weg mit der "soundpolizei". ;)
    wir wissen doch alle, das man beim mischen seinen eigenen geschmack mit einbringt. das lässt sich überhaupt nicht vermeiden.
    also lässt sich im prinzip auch an jedem mischergebnis etwas bemängeln. die einen hätten gerne eine nuance mehr gitarre gehört, die anderen mehr stimme... und beides muss nicht schlechter sein!
    letzendlich entscheidet zum schluss der kunde, ob die mehrheit der gäste zufrieden war - und dann hat man eine reelle chance, weitere aufträge zu bekommen.

    die andere methode an aufträge zu kommen geht dann über den preis.
    ich kenne einen club, der bezahlt seinen freien technikern satte 100,- netto, ohne weitere zuschläge. es heisst dort immer, das die stadt nicht mehr bezahlt und basta. aber wenn wir alle an einem strick ziehen würden und sagen:"nein, für hungerlöhne sind wir nicht zu haben", dann wäre das etwas anderes... aber dem ist eben nicht so, es findet sich immer einer der's macht. muss man sich da wundern, wenn es kritik gibt?? nein.
    man könnte hier mal wieder dutzende beispiele nennen, wo es den veranstaltern ganz offensichtlich nicht um ein bestmögliches ergebnis geht. aber wer will ihnen denn vorschreiben, wie sie das zu handhaben hätten?

    als ich noch jung war, habe ich tatsächlich jobs abgelehnt, weil ich mir das mischen der einen oder anderen band noch nicht zutraute.
    heute mische ich so gut wie jede stilrichtung, immer zur zufriedenheit meiner kunden. ob klassik, jazz, latino, funk, blues oder heavy metal, ich kann alles mischen, sogar hiphop... das hat aber auch etwas damit zu tun, das ich einen sehr offenen musikgeschmack habe. ich denke das gehört zwingend dazu!
    ich sage immer:" wenn´s groovt, mische ich gerne, egal was."
    wenn es dageg nicht groovt, dann mag ich auch meine "lieblingsmusik" nicht mehr hören...
    aber eine musikrichtung, die ich partout nicht ausstehen kann, die kann ich auch nicht gut mischen.
    leider gibt es in der tat kollegen, die lieben nur heavy metal und dann klingt auch die bläsercombo danach. hier erkennt man dann sehr deutlich, das es der falsche mann ist. ich war auch schon mal auf einem jon lord konzert und der mischer kannte ganz offensichtlich die dort gespielten stücke aus der gemini-suite nicht. für mich war das fast schon schmerzhaft... aber ich mache da niemandem einen vorwurf, schliesslich kennt mich jon lord nicht. ;)

    so komme ich zum schluss das es zwar wünschenswert wäre, immer und überall die bestmöglichem mischerkollegen einzusetzen, es aber schlussendlich am tagesgeschäft scheitert. welcher club oder welcher veranstalter macht sich schon die mühe bereits im vorfeld zu klären, welcher mischer einen passenden geschmack hat? die haben meist schon genug mit den sonderwünschen der agenturen und künstler zu tun... schade eigentlich.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • guma
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    • 5. Dezember 2011 um 17:53
    • #24
    Zitat von "wora"

    ... ich war auch schon mal auf einem jon lord konzert und der mischer kannte ganz offensichtlich die dort gespielten stücke aus der gemini-suite nicht. für mich war das fast schon schmerzhaft... aber ich mache da niemandem einen vorwurf, schliesslich kennt mich jon lord nicht. ;-)....

    Ich finde schon das Du, respektive die Kundschaft ein Recht hast, Jon Lord so zu hören, wie Jon Lord klingt, klingen möchte oder zumindest irgendwie weitläufig artverwandt mit dem klingt, was Du vom Tonträger kennst und keinesfalls nach Mischer XY, bei dem die Kick immer so klingt, wie sie immer klingt, der nicht genau weiß, welches das wichtigste Soloinstrument der Band ist, der sich nicht die Mühe gemacht hat, wenigstens das wichtigste Werk des Künstlers vor seinem Mix-Job etwas intensiver anzuhören u.s.w.

    ... und ich spreche von Hörerlebnissen, die sich weit jenseits von dem Rahmen bewegen, den Geschmack, Ansichtssache oder mischkünstlerische Freiheit erlauben.

  • djobi
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    • 5. Dezember 2011 um 21:11
    • #25
    Zitat

    so komme ich zum schluss das es zwar wünschenswert wäre, immer und überall die bestmöglichem mischerkollegen einzusetzen, es aber schlussendlich am tagesgeschäft scheitert. welcher club oder welcher veranstalter macht sich schon die mühe bereits im vorfeld zu klären, welcher mischer einen passenden geschmack hat?

    Naja, das ist ja auch etwas weit her geholt: Wie will ein Veranstalter denn beurteilen, welcher Mischer für welche Band geeignet ist?
    Die meisten sind doch froh, wenn Sie jemanden finden, der günstig ist.
    Daneben dürften die wenigsten Veranstalter sämtliche Feinheiten eines guten Mixes beurteilen könnnen.

    Und aus Dienstleister-Sicht ist man ja auch froh, wenn man regelmäßig von einem Veranstalter gebucht wird. Da macht man neben Rock- und Punkbands halt auch mal 2-3 Hip Hop "Events" - Hauptsache man hält sich seinen Kunden warm.

    Ich habe viel mit wechselnden Band zu tun - und wage zu behaupten, das ein idealer Sound für eine Band nur mit einem festen Techniker zu erreichen ist. Natürlich unter der Prämisse, daß dieser feste Techniker auch "gut" ist.

    Wenn ich eine Band nicht kenne, kann ich vorher vielleicht mal den Rider lesen, die Homepage besuchen und mir bei Youtube 2-3 Songs anhören - aber das wars doch schon auch. Wie will ich mich denn sonst darauf vorbereiten?

    Aber damit decke ich ja nicht alles ab: ob es z.B. bestimmte Halleinstellungen bei bestimmten Stücken sind, oder exotische Instrumente mit einem bestimmten Klang. Daneben Vorlieben der einzelnen Musiker im Monitormix oder der spezielle, bandeigene Klang - selbst wenn die Musikrichtigung bekannt ist und womöglich sogar vom örtlichen Techniker geliebt wird. Irgendwo bringt jeder Techniker doch auch seinen persönlichen Geschmack in den Klang ein.

    Biete: Zeitrafferaufnahmen, z.B. vom Konzert oder Bühnenaufbau
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  • david kammerer
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    • 5. Dezember 2011 um 21:36
    • #26

    Hallo,

    Zitat von "Karel Noon"

    ...aber Musik die man nicht mag oder nicht respektiert sollte man tunlichst vermeiden..


    Für mich auch ein ganz wichtiger Punkt: Ein guter Tontechniker sollte für mein Verständnis jede Musik respektieren (sofern sie denn ordentlich vorgetragen wird). Ich bin sogar fast geneigt zu sagen, daß ich das von einem guten Tontechniker erwarte (dafür werde ich aber bestimmt wieder gesteinigt... :D ) Wenn er das nicht tut, muß ich leider auch wieder sagen: Job verfehlt!

    Zitat von "wora"

    ...das hat aber auch etwas damit zu tun, das ich einen sehr offenen musikgeschmack habe. ich denke das gehört zwingend dazu!

    Das denke ich auch. Und auch ich habe das glück daß ich mich an sehr vielen Musikrichtungen erfreuen kann. Von Klassik über Jazz, Volksmusik, bis Pop Rock Funk....auch wenn ich einige davon privat so gut wie nie anhöre.

    Zitat von "wora"

    ...ich kann alles mischen, sogar hiphop...

    Zitat von "guma"

    " ich kann alles mischen - Irrtumsschleife"


    ohje wora, wie kommst du aus diesem Irrtum wieder heraus? :D:D
    Nix füa unguat!
    Viele Grüße
    David Kammerer

  • karel noon
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    • 5. Dezember 2011 um 22:07
    • #27

    Eine "kammerer" Antwort... Wie schön.... :roll:

    Aber um mal den Zwiespalt zu "ich kann alles mischen" und der irrtumsschleife, kann ich von mir sagen: ich kann auch alles irgendwie mischen, manches aber deutlich besser als anderes, und darum geht es denke ich, das man versuchen sollte darin dann noch besser zu, anstatt bei noch mehr Sachen nur "Mittelmaß" zu sein. Mit den Jahren werden das automatisch mehr Genres, aber da komm ich dann auch zu der Kritik an meinem Statement: warum mußcich als Mischer jede Musik akzeptieren? Muß ein Schreiner auch zwingend Türen Fenster und Särge gleich gut machen und machen wollen?

    Warum hab ich meinen Job verfehlt wenn ich den mum habe zu sagen "Sorry, den Job kann jemand anders besser als ich, oder würde ihn zumindest mit mehr leidenschaft machen." ? Bin ich dann nicht eher genau richtig da wo ich bin? Als ehrlicher Dienstleister gegenüber meinem Kunden und damit auch dessen Kunden, dem Publikum, der nicht aus überzogener Selbsteinschätzung alles macht.

    Es mag die paar Ausnahmen geben, die "fast" alles mischen können, aber die Schätze ich mal auf Ü45 mit mindestens 40 Jahren berufserfahrung :wink:

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

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  • zegi
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    • 5. Dezember 2011 um 23:00
    • #28

    (ich gehöre leider "mischtechnisch" zu den absoluten Greenhörnern, das vorneweg). Wir wurden in unserer absoluten Anfangszeit für einen Gig einer indischen Band gebucht. Bestellt wurden:

    PA
    Mischpult
    4 Gesangsmikrofone

    Wir hatten dann noch zwei Monitore dabei, weil wir dachten, die könnten für die Band noch nützlich sein (die Halle war recht gross).

    Abgesehen davon, dass so ziemlich nix ablief wie im Vorfeld besprochen, fanden wir uns plötzlich am FOH wieder, wo wir die Band abmischen sollten. Dummerweise wollte die Band auch noch ein Delay für die Stimme (bis dahin dachten wir, dass Delays nur für die Lautsprecherverzögerung gut wären :D ) und unser Chaos war perfekt.

    Als dann alle Instrumente abgenommen waren und die Band loslegte versuchten wir im völligen Blindflug (die Musik war uns gänzlich unbekannt) den Sound so zu biegen, wie es für uns erträglich war. Es kam zum Punkt, wo wir ganz zufrieden waren und das Gefühl hatten, wir hättens jetzt raus.

    Just da kam ein Inder zu uns und belehrte uns eines Besseren. Wir bogen solange am Mix, bis er zufrieden war. Für uns klang es schrecklich. Nervig, bissig, laut, quääkig...

    Band, Gäste und Veranstalter waren happy mit dem Sound und wir verstanden die Welt nicht mehr.

    Darum würde ich als Greenhorn doch sagen, dass es schwierig ist, den Sound gut hinzubekommen, wenn man ihn nicht kennt (oder nicht mag). Hätte eine Rockband gespielt hätten wir sicher auch unsere Probleme gehabt, jedoch hätten wir wenigstens gewusst, wie es etwa hätte tönen müssen...

    Der Ton macht die Musik.

  • guma
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    • 5. Dezember 2011 um 23:06
    • #29
    Zitat von "Karel Noon"

    Eine "kammerer" Antwort... Wie schön.... :roll:


    Ja, gell ... :D:D

    Zitat von "Karel Noon"

    Muß ein Schreiner auch zwingend Türen Fenster und Särge gleich gut machen und machen wollen?


    Eben so war mein Beispiel mit den Chirurgen zu verstehen. Ist ja nicht so schwer, in anderen Lebensbereichen das wieder zu finden, was ich mal als 'Evolution eines Berufsbildes' bezeichnen würde. Geht man mit der Chirurgie auf der Zeitachse noch ein bisschen weiter zurück, landet man bei den Barbieren. Man ist dann evolutionsmäßig dort, wo sich die 'Fachkraft für Veranstaltungstechnik' am Ende der Ausbildung befindet: Töpfer, Lichtler, Bühnenbauer und Videot. :-D. Ist schon gut mit der Grundausbildung, aber Töpfern alleine ist, wenn man 's wirklich wissen will, anspruchsvoll genug.

    Zitat von "Karel Noon"

    ...Es mag die paar Ausnahmen geben, die "fast" alles mischen können, aber die Schätze ich mal auf Ü45 mit mindestens 40 Jahren berufserfahrung :wink:

    ... Und dann verhält es sich aus meiner Erfahrung so: Will ein alter Knacker wie ich erfolgreich eine gute junge Band regelmäßig mischen, ist er sehr gut beraten, nicht auf die Idee zu kommen, den Jungens mal zeigen zu wollen, wo s' soundmäßig lang geht, sondern die Zeit und Aufmerksamkeit zu investieren, sich deren Sound anzuhören, nach neuen oder ungewohnten Sounds zu suchen, zu verstehen, was daran möglicherweise Autentizität beinhaltet, statt, wie schon oft gehört, "seinen" Sound drüberzubügeln.

  • wora
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    • 6. Dezember 2011 um 00:48
    • #30
    Zitat von "guma"

    Ich finde schon das Du, respektive die Kundschaft ein Recht hast, Jon Lord so zu hören, wie Jon Lord klingt, klingen möchte oder zumindest irgendwie weitläufig artverwandt mit dem klingt, was Du vom Tonträger kennst und keinesfalls nach Mischer XY, bei dem die Kick immer so klingt, wie sie immer klingt, der nicht genau weiß, welches das wichtigste Soloinstrument der Band ist, der sich nicht die Mühe gemacht hat, wenigstens das wichtigste Werk des Künstlers vor seinem Mix-Job etwas intensiver anzuhören u.s.w.

    ... und ich spreche von Hörerlebnissen, die sich weit jenseits von dem Rahmen bewegen, den Geschmack, Ansichtssache oder mischkünstlerische Freiheit erlauben.

    ok, hier muss ich eingestehen, das ich mich da tatsächlich etwas zu zurückhaltend ausgedrückt habe.
    vor ort im konzert war ich schon ein bisschen verärgert über den jungen kollegen an seinem DM2000, der die stücke ganz offensichtlich überhaupt nicht kannte. ich weiss auch noch das auch die PA (JBL Vertec) ein bisschen seltsam klang, an meinem platz hörte es sich nicht gut an - im zweiten set saß ich dann EINEN platz weiter in der mitte, und da war es wesentlich besser :shock: !
    die eintrittskarte hatte schliesslich auch einige euro gekostet, dann darf man auch mal sauer sein!

    zegi:
    indische musik ist in der tat ein bisschen anders. hier muss man sehr auf die natursounds der instumente eingehen.
    seit vielen jahren mische ich einmal im jahr ein konzert für die deutsch-indische gesellschaft. da kommen immer ein paar stars aus indien, die hier natürlich niemand kennt. aber das sind meistens tolle musiker und sehr gute tänzerinnen.
    man muss sich auf die eigenheiten der instrumente und auf die hörgewohnheiten der musiker einlassen. auch an das kastendenken dieser leute muss man sich erst gewöhnen. anscheinend sind tontechniker in indien eher aus den unteren kasten, weshalb es sein kann das man erstmal sehr zurückhaltend behandelt wird. nach dem konzert sieht das dann aber meist ganz anders aus ;)
    ich möchte diese musik auch nicht jeden tag mischen, aber ab und zu finde ich das wirklich in ordnung.

    ich bin auch der überzeugung, das man sich vor dem mischen einer unbekannten band mit dieser beschäftigen muss. ich erlebe immer wieder erstaunte musiker, wenn ich vor dem ersten gig nach einer CD frage, um vorbereitet zu sein.
    also weit verbreitet scheint diese vorgehensweise echt nicht zu sein...

    was ich übrigens gar nicht mischen kann, ist "volksmusik"... dazu fehlt mir einfach das talent :D:D:D

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • LC2412
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    • 6. Dezember 2011 um 07:14
    • #31
    Zitat von "wora"


    was ich übrigens gar nicht mischen kann, ist "volksmusik"... dazu fehlt mir einfach das talent :D:D:D

    IMHO geht der "Spruch des Tages" heute an Dich - made my day.
    Danke,
    Carsten

  • bemi
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    • 6. Dezember 2011 um 09:39
    • #32

    Hi,


    also ich wage mal zu sagen, dass jeder anständige Tech in der Lage sein sollte ein Klangereignis möglichst neutral zu übertragen.

    Aber meistens will man das ja gar nicht. Ein Covermischer wird die Kick für meine Ohren immer zu laut machen, ein Blasmusikmischer - wie ich - muss wissen wann er die Kick für Soloschläge anschieben muss, bei einer BigBand versuche ich zumindest in den Vocals passende Effekte zu schieben und der Inder will es kratzig und quäkig. Und genau das ist alles nicht mehr neutral und genau das will ein Tonmeister und kann ein Mischer einer anderen Stilrichtung oft nicht.

    Ich selber mische fast ausschliesslich Blasmusik und neutrale Geschichten (gerne Industrie). Bei letzterem ist m.E. neutraleres Mischen angesagt. Eine Coverband in der Messehalle vor Schlipsträgern geht nämlich eher neutral als im Coversound (und das können dann oft die mitgebrachten Mischer nicht). Auch darf und muss z.B. eine Blasmusik im Zelt anders klingen als im Konzertsaal. Im ersteren Fall wieder mehr verbogen, rockiger, mit mehr Wumms, im zweiten Fall neutraler, braver, sauberer.

    Es ist also nicht nur erforderlich auf die Band sondern auch auf das Umfeld einzugehen. Deshalb sind auch manchmal zwei Mischer, einer von der Band und einer vom Veranstalter, sinnvoll. Geht aber nur wenn beide offen sind.


    VG bemi

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
    https://bemiton.wordpress.com/

  • tufkaklto
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    • 6. Dezember 2011 um 10:15
    • #33

    Ich denke, man muß auch unterscheiden zwischen Bandtechniker, Verleihtechniker und Clubtechniker

    Ich kann sicher unterschiedliche Richtungen nicht gleich gut mischen, aber für einen Verleih ist es wichtig, das er auch Techniker rausschicken kann und sich darauf verlassen, das die vor Ort immer durchaus gute Ergebnisse hervorbringen.
    Und ich finde,das müßte ein guter Techniker können.

    Was immer noch nicht heißt, das man alles gleich gut kann.

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  • Kracky
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    • 6. Dezember 2011 um 11:02
    • #34

    Da hast du recht, ich denke vieles am Ton entscheiden doch schon die Musiker und die Instrumente mal selbst. Wenn wir dann mal von der neutralen Grundstellung und der passenden Mikrofonierung ausgehe liegt es doch stark an mir das Ergebnis zu verkurbeln. Ich denke eben wenn ich dem nicht viel beimessen kann mache ich am besten so wenig wie möglich. Wenn dann aber Ansagen kommen wie das muss böhmischer klingen, da steht man dann schnell mal mit offenem Mund da und das hatte ich schon, 9 Uhr morgens zur unchristlichen Zeit.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

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  • gert
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    • 6. Dezember 2011 um 11:04
    • #35

    Es gibt keinen Ersatz dafür das man sich mit der Musik die man mischt auskennt!
    Da hilft kein Hallgeraet und kein EQ und auch kein technisches Fachwissen.
    Im Idealfall wird man als Bandmischer für seinen Geschmack angeheuert. Denn ich glaube nicht das man auf Dauer nach Anweisung mischen kann. Für einen Gig geht das mal. Bei mir ist es so das mich das ganze Hiphop und, was man heute R&B nennt, so aggressiv macht das ich ich dort nicht mal Catering machen könnte! Das ist aber ne andere Sache.

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  • Kracky
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    • 6. Dezember 2011 um 11:30
    • #36
    Zitat von "gert"

    Es gibt keinen Ersatz dafür das man sich mit der Musik die man mischt auskennt!
    Da hilft kein Hallgeraet und kein EQ und auch kein technisches Fachwissen.
    Im Idealfall wird man als Bandmischer für seinen Geschmack angeheuert. Denn ich glaube nicht das man auf Dauer nach Anweisung mischen kann. Für einen Gig geht das mal. Bei mir ist es so das mich das ganze Hiphop und, was man heute R&B nennt, so aggressiv macht das ich ich dort nicht mal Catering machen könnte! Das ist aber ne andere Sache.

    Aber genau das ist es was ich meinte wenn ich sag, es regelt sich von alleine. Mit deiner Einstellung zu HipHop und R&B ist es auszuschließen das du in Kreisen verkehrst wo du damit in Berührung kommst. Es ist also so schlicht anzunehmen das du dort auch nie gebucht werden würdest. Sowas passiert höchstens über Agenturen oder eben bei solchen Kulturprojekten.
    Sicher macht jeder hier am liebsten seins, aber ich denke wir alle haben unsere Erfahrungen auch schon gemacht. Die einen sind dadurch schlau geworden, die anderen die ich dann aber nicht zum Kreis der fähigsten zählen möchte machen einfach alles, Augen zu und durch, Hauptsache die Kohle stimmt.
    Ich selbst habe es da ähnlich wie Gert, es gibt Richtungen mit denen vermeide ich jeden Kontakt wenn es sich irgendwie machen lässt. Bin einfach ein Kind von Punk, Rock und Heavy Metall aber ich halte mich für Chor- bzw. Gesangsstimmenfähig. Das Böhmische habe ich abgelegt, und mit Black, HipHop und R&B kann ich ebenfalls gar nicht wobei ich auch zugeben muss wenn es im Bereich Heavy zu extrem wird mit den Scream Sounds kannst du mich auch nimmer haben. Ich mags einfach nicht wenn sie das Mirko zu halten und reinrotzen.

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  • gert
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    • 6. Dezember 2011 um 11:45
    • #37

    Ganz genau, das habe ich ja im richtigen Leben rausgefunden. Bin ja nicht irgendwann aufgewacht und war Hip Hop Hasser :D:D

    Die Anrufe kommen schon manchmal, aber da ich um meine Limitierung weiss sage ich dann lieber ab.

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  • karel noon
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    • 6. Dezember 2011 um 12:24
    • #38

    Da waren wieder ein paar sehr richtige aussagen dabei,
    Zuerst mal die Unterscheidung der verschiedenen Techniker: Club, Band, Verleih

    Als bandtechniker ist die Spezialisierung leichter, da macht sollte man es wie Gert machen, ich mache das auch so, unliebsame Musik wird abgelehnt, oder an einen Kollegen weiter gegeben der das besser kann.

    Als verleihtechniker gibt es ja noch zwei Arten, die festangestellten, und die freien, die freien können ähnlich verfahren wie bandtechniker, sofern vorher klar ist was kommt.
    Als fester ist das schon komplizierter, aber auch da ist es so das sich viele Firmen spezialisieren auf ein Genre Ode eine Branche.

    Als clubtechniker der ja auch im Ausgangspost genannt wurde ist es deutlich schwieriger, aber auch Clubs spezialisieren sich, und als haustechniker braucht man auch mal einen freien Tag, und dafür einen sub. Unmöglich ist es also nicht.

    Wenn man wirklich keine Ahnung hat, dann hilft wirklich nur das eigene Gehör, passende Musik zum einstellen der Anlage, dann das Ohr an die Instrumente, und dann so originalgetreu übertragen wie möglich. Auch mal den Schneid haben dem Musiker zu sagen " das Instrument kenne ich noch nicht, wo kommt da der Sound raus, wie soll es klingen.

    Eine weitere Spezialisierung unseres Jobs, einhergehend mitkomplizierterer Technik könnte uns außerdem nebenbei einen Vorsprung vor preisdumpenden Hobbyisten gewähren, auch in anderen berufen (auch Handwerksberufe, nicht nur Ärzte ) gibt es eben eine deutliche Grenze zwischen Profi und Amateur, bis hin zur Situation das ein Amateur bestimmte Berufe gar nicht gegen Geld oder gar umsonst ausüben darf.

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    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

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    • 6. Dezember 2011 um 13:35
    • #39
    Zitat von "bemi"

    ...und der Inder will es kratzig und quäkig...


    einspruch ;)
    ich mische da gar nicht kratzig und quäkig, ich nehme sogar ausgesprochen hochwertige mikrofone und versuche, so wenig wie möglich zu verändern. eine tabla darf ruhig wie eine tabla klingen, eine sitar wie eine sitar... und ihr "radio" ( ;) ) auf der bühne darf seinen schwebenden klang im saal genau so verbreiten, wie er aus dem kistchen kommt.
    es sollte halt nur nicht nach coverband oder heavy metal klingen...
    dieses jahr bekam ich z.b. ein lob eines älteren sängers, der das AE3300 als "angenehm warm und druckvoll klingend" bezeichnete.
    es muss also auch für inder nicht zwingend quäkig klingen :D

    bezüglich hiphop möchte ich noch anmerken, das die meisten dieser "künstler" absolute pappnasen sind. aber auch dort gibt es sehr talentierte leute, mit denen das durchaus auch mal spass machen kann. so hatte ich mal gelegenheit, einen der sänger von "rappers delight" zu mischen. und das war wirklich erstklassig!
    aber klar ist: wenn man eine musik ekelig findet, dann kann man das auch nicht gut mischen, weil man sich vor dem soundcheck schon auf den feierabend freut. mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • bemi
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    • 6. Dezember 2011 um 13:50
    • #40
    Zitat von "wora"


    einspruch ;)

    ich meinte den Inder, der oben schon mal irgendwo genannt wurde und es eben angeblich kratzig und quäkig haben wollte, oder so ähnlich ;)

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
    https://bemiton.wordpress.com/

Anstehende Termine

  • Kombiseminar Sachkundiger für Anschlagmittel und Traversensysteme (AnschlägerPlus)

    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • Sachkunde für Fliegende Bauten

    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • Virtueller Stammtisch im Chat

    Dienstag, 29. September 2026, 21:00 – 23:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Dienstag, 6. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Mittwoch, 7. Oktober 2026, 13:00 – 14:00

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