> OT: Ist es üblich; das da Dixis im Innenraum stehn? Ist mir noch nie aufgefallen. Schon seltsamer Anblick von oben...
ja, war bei den Hosen-Konzerten auch so. Da standen aber auch noch zig weitere Bier- und Cateringstände im Innenraum.
> OT: Ist es üblich; das da Dixis im Innenraum stehn? Ist mir noch nie aufgefallen. Schon seltsamer Anblick von oben...
ja, war bei den Hosen-Konzerten auch so. Da standen aber auch noch zig weitere Bier- und Cateringstände im Innenraum.
Zitat"The Wall" habe ich dort zweimal gesehen, zuletzt im September (just am 70. von Waters) und es war beide Male vollkommen in Ordnung. So komplett unbespielbar sollte die Location also nicht sein.
Das ist recht einfach zu erklären: Pink Floyd sind die Erfinder des Arena-/ Stadionrocks. Tempo und Arrangement dieser Musik sind komplett darauf ausgelegt, auch unter miesen akustischen Bedingungen noch zufriedenstellend zu funktionieren; darin gibt es daher nicht einen einzigen Ton zuviel oder zufällig.
Hier dagegen trifft locker – flockig überarrangierter Partyrock auf Bauwerke für Sportveranstaltungen. Die sind akustisch extra darauf ausgelegt, laut und lärmig zu erscheinen; das sorgt bei den Sportfans fürs Wirgefühl und letztlich dafür, dass sie wiederkommen. Wer dort statt Spektakel audiophile (Rock)Konzertgenüsse erwartet hat das nicht verstanden.
Bleibt abzuwarten, was auf Dauer beim zahlenden Publikum besser funktioniert: die Lernfähigkeit oder die Leidensfähigkeit.
Mit freundlichem Gruß
BillBo
Na ja, "The Wall" war ja ursprünglich ein Werk eben gegen Arena-Shows. Daher auch das Bild von der Mauer zwischen Künstler und Publikum...
Dass das mit dem Sound nicht immer klappt, habe ich 2002 in der berüchtigten Schleyer-Halle erleben müssen. Die erste Hälfte des dortigen Waters-Konzertes war unter aller Sau, erst nach der Pause ging es so einigermaßen. Auch Gilmour 2006 in der Alten Oper in Frankfurt war eher durchwachsen. Von der ersten "Wall"-Show in Düsseldorf war ich aber ziemlich begeistert (2011?). Da stand die Bühne parallel zur Seitenlinie. Letztes Jahr dann parallel zur Torlinie und da fand ich den Sound etwas weniger gut.
ZitatDiese "neuartigen" Arenen mit ihrer baulich bedingten, praktisch hausgemachten schlechten Akustik verlangen vermutlich erheblich mehr Sachverstand als ein gewöhnliches großes Stadion
Die Nummern sind mir zu groß um wirklich mitreden zu können. Ich übertrage das mal auf eine Turnhalle mit beschriebener Aktustik:
Wenn man ein Klangideal vor "Augen" hat und das nicht hinkommt, stellt sich die Frage nach "Schadensbegrenzung" mit dem Ziel am Ende zu sagen "das muss so". Wenn man hier in einen Zwiespalt beim Arbeiten gerät, kann nichts Produktives rauskommen.
Zudem kommt noch der "industrielle Druck" dazu wie z.B. im Automotivbereich. Es ist halt ein Job, man ist der Fachmann, bekommt was aufdiktiert, hat geringe Freiheiten- auch zeitlich. Man kann viel fordern, wird dadurch immer mehr zum Blödian und wenn' s am Ende falsch war knallt' s richtig.
Gruß
sebastian
ZitatDas ist recht einfach zu erklären: Pink Floyd sind die Erfinder des Arena-/ Stadionrocks. Tempo und Arrangement dieser Musik sind komplett darauf ausgelegt, auch unter miesen akustischen Bedingungen noch zufriedenstellend zu funktionieren; darin gibt es daher nicht einen einzigen Ton zuviel oder zufällig.
Absolut richtig. Langsame Nummern gingen noch, aber sobald die Kick etwas schneller gespielt wurde, war es eine totale Katastrophe im Bassbereich. Man hörte richtig wie sich die stehenden Wellen aufbauten und in totalem Matsch endeten.
In vielen Räumen gibt es einen Ort (eine Ecke oder so), wo der Sound speziell im Bassbereich schlecht klingt; wummrig und dröhnig. Ist es von daher nicht einfach logisch, dass dasselbe Phänomen halt auch in XXL auftritt?
Ja, klar, darum geht es ja. Darf man diese Plätze dann für teures Geld verkaufen?
Vielleicht irre ich mich; aber meines Wissens nach wurden solche Plätze in den Stadien früher auch nicht explizit verkauft. Es stand den Leuten aber wohl frei, sich dort niederzulassen. Und sei es nur zum ausruhen.
Mir sind die Sachen auch zu groß, forsche aber gerne nach Gründen.
Vermutlich wird der Mischer nichmal was dafür können und sitzt als armes Schwein im Rampenlicht.
Auf seiner Idealposition wirds schon klingen, auch die Bassverteilung im Sound, so 2m über dem Boden. Schraubt er wild rum, wirds dann in der Mitte Mist werden...
Wahrscheinlich nicht...Gibt es dafür nicht einen Systemoperator?
Ich habe in der Größe bislang nur einmal mischen dürfen. Das war auch in einer Sporthalle bei der Vorband von Silbermond.
Die PA klang fantastisch!
Zitat von "klauston".Und ich hab selbst schon oft so gearbeitet, das bei grenzen des Materials Abstriche bei den billigsten Plätzen gemacht werden.
Dann hätten wir die Tage bei den Stones eigentlich einen guten Sound haben müssen - die Sitzplätze im Letzigrund (Zürich) kosteten immerhin laut Liste knapp 360,- Sfr/ Stück. Dafür gab es dann wieder die Clair-Schädelspalter-Säge die schon (u.a.) vor einigen Jahren dafür sorgte, dass ich damals nie wieder auf ein Grosskonzert gehen wollte.
Laut Medienberichten waren dort 48000 Besucher versammelt, auf die Ticketpreise umgerechnet (dabei gehe ich mal von 2/3 Stehplätzen aus) macht das satte 11 Millionen Sfr an Umsatz (laut einem "Insider" stecken sich die Stones 6 Millionen davon in die eigene Tasche). Dafür sollte man schon einiges an Sound erwarten dürfen, zumal die offene Bauweise im Letzigrund recht vorteilhaft scheint.
Und die max. 30 min spielende Vorband klang natürlich richtig beschissen, so nach dem Motto "hier habt ihr 6 Kanäle, keine Delays und Soundcheckverbot selbstredend, macht irgendwas draus. Aber wehe es klingt besser als ein Proberaumkonzert mit einer großen Bettdecke über dem Sänger. "
Dafür hatten die Videowalls gerade mal 1 Frame Latenz.
Meine Frau war ziemlich enttäuscht.
Und meine ganz ehrliche Meinung dazu: Arschlöcher, wer auch immer das letzten Endes zu verantworten hat - und das sind bestimmt nicht die Tonleute vor Ort.
Jepp.
Aber die Stones haben schon immer irgendwie scheisse geklungen :lol:
Seltsamerweise hört man über die großen Festivals so gut wie keine Klagen.
Sind da die Veranstalter selbst kritischer und haun mit der Faust auf'n Tisch.? Oder will man die dicken Headliner wie etwa Metallica (guck grade nebenbei RaR auf einplus
) nicht verschrecken.?
Heute & morgen ist der Udo in Leipzig. Mal sehn; was von dort berichtet wird. Habe leider keine Zeit.
Früher fanden die großen Konzerte jedenfalls neben dem (alten) Stadion (Ränge faßten seinerzeit zu Fußballspielen 100000 Zuschauer) auf der Festwiese statt. Sicher nicht nur um den Rasen zu schonen. Das letzte; was ich dort vor paar Jahren erlebte, war Depeche Mode vor gut 70000 Leuten. Trotz Regen, Wind, teurem Bier und überlaufenden Dixis mit ordentlichem Sound aus braunen? Kisten. Oder Turbo?
Was hats eigentlich mit den Clair "Schädelspaltern" auf sich?
Kenne ich nur vom Namen her...
Zitat von "madmax"Seltsamerweise hört man über die großen Festivals so gut wie keine Klagen.
Sind da die Veranstalter selbst kritischer und haun mit der Faust auf'n Tisch.? Oder will man die dicken Headliner wie etwa Metallica (guck grade nebenbei RaR auf einplus) nicht verschrecken.?
Ich glaube, man will vor allem die Agenturen nicht verschrecken. Bei uns wird grad nen größeres kleines Festival aufgezogen, was langfristig funktionieren soll. Der Organisator möchte alles für die Bands perfekt haben, dass die Agenturen ihn an die bekannteren Künstler ran lassen. Ich nehme an, bei diversen Großfestivals wird das ähnlich laufen. Bloß nicht mit den Agenturen verscherzen. Wenn die keine Kritikpunkte haben, lassen sie sich eher drauf ein die "Diven" aufzutreten.
Weiterhin hat man Open Air meist nicht solche Probleme mit der Hallenakustik ![]()
Zitat von "Marian Humann"...Weiterhin hat man Open Air meist nicht solche Probleme mit der Hallenakustik
Genau genommen überhaupt keine Probleme mit Raumakustik.
Zitat von "madmax"...
Heute & morgen ist der Udo in Leipzig. Mal sehn; was von dort berichtet wird. Habe leider keine Zeit.
...
Ich könnte da ein Feedback bekommen, mal sehen.
Unter dem Strich ist es ein Stadion-Gig von Udo Lindenberg. Kann man hingehen, muß man wissen.
Meine letze Stadion-Hörerfahrung war ACDC im Berliner Olympia-Stadion. (Fußball)Stadien sind definitiv NICHT zum Beschallen gebaut worden, sondern sie sollen die Choreo-Energie der Ultra-Kurven in den Kuchenblock und ins Fernsehen transportieren. Nur so funktioniert das Gesamtkonzept Fußball auch finanziell-akustisch. Dichte Atmosphäre nennt man das im Marketing-Deutsch (und Bengalos sind ja inzwischen verpönt)
Das Olympia-Stadion ist ein gutes Beispiel dafür (mit einem leicht anderen Hintergrund). Also hatte ich Karten für den Innenraum besorgt und mich on Axis der PA gestellt. Also im Prinzip identisch mit dem FOH-Platz, nur auf der anderen Seite. Ich fand es super, Mix enthielt vor Allem Angus, dann eine Weile nix, dann Vocals, bißchen Kick und der Rest war halt da. Nicht allzu laut, gut gelöst. Ob ich auf einem Seitenrang hätte sitzen wollen wage ich zu bezweifeln.
Zitat von "klauston"Aber die Stones haben schon immer irgendwie scheisse geklungen :lol:
Der Mix war glaube ich sogar ok. Aber mit dem Komplementär zur C4-Senke verlaufenden Frequenzgang den diese PA auf Entfernung >40m scheinbar produziert (ich wär schon fast froh wenns eher zu leise wäre) tut halt einfach weh. Da wird einfach ein Gesamtkonzept für die Tour verkauft, Hauptsache überall laut, schneller Auf- und Abbau möglich, keine lokalen Zumietung notwendig.
Ich war auch im Letzigrund, allerdings am Boden, ca. 10 m vor dem FOH. Ich fand den Sound überraschen gut, ebenso die Performance der Stones.
Die Band ist sicher nicht einfach zu mischen, ich hatte den Eindruck, dass der Mischer sich oft auch als "Arrangeur" betätigen musste, aber wie gesagt, unten vor dem FOH klang es meiner Meinung nach wirklich gut und auch die Lautstärke war sehr angenehm.
Dass es in Stadien auf der Tribüne anders und schlechter klingt, ist oft leider so. Die Fußballfans sollen ja einen "Hexenklessel" erzeugen mit dem Lärm, den sie machen, und da die Stadien eigentlich dafür gebaut worden sind, muss man, wenn man einen vernünftigen Sound will, eben die Tribüne vermeiden.
Aber vom FOH Techniker kann man meiner Meinung nach nicht mehr verlangen, als dass er da, wo er hört, was er macht, einen möglichst guten Sound macht. Im Stadion kann er ja schlecht mal eine Runde machen, um zu checken, wie es an anderen Plätzen klingt ![]()
Andy
Könnte er wenn er sich die Zeit und seinen Job ernst nimmt. Oder er vertraut blind dem Systemoperator.
madmax bei den Festivals ist es meist so das dort Firmen tätig sind die lange Erfahrung damit haben wie sie dort ihre Bühnen beschallen.
Zitat von "madmax"
Heute & morgen ist der Udo in Leipzig. Mal sehn; was von dort berichtet wird. Habe leider keine Zeit.
Früher fanden die großen Konzerte jedenfalls neben dem (alten) Stadion (Ränge faßten seinerzeit zu Fußballspielen 100000 Zuschauer) auf der Festwiese statt. Sicher nicht nur um den Rasen zu schonen. Das letzte; was ich dort vor paar Jahren erlebte, war Depeche Mode vor gut 70000 Leuten. Trotz Regen, Wind, teurem Bier und überlaufenden Dixis mit ordentlichem Sound aus braunen? Kisten. Oder Turbo?Was hats eigentlich mit den Clair "Schädelspaltern" auf sich?
Kenne ich nur vom Namen her...
Bei den Clair's sägt sich wohl das Mittenbrett ins Gehirn....
Bei Mode war doch aber eitel Sonnenschein und das im Übermaß. Oder meinen wir beide unterschiedliche Termine?? Mein letztes Mode Konzert war wohl noch länger her in Leipzig aber mit einem absolut sauberen Sound. Gut, Vorband war mies bzw. sollte so mies klingen (Vorredner hat von den Vorbandbedingungen berichtet :lol: ) und als Dave da war ging die Sonne auf. Ob es in dem benachbarten Stadion genauso akustisch wertvoll gewesen wäre will ich bezweifeln. Nicht umsonst wurde die "Wiese" bespielt. Allerdings war ich bei Mode direkt am FOH und hatte somit Idealbedingungen.
Ich werde mal jemanden befragen der bei Lindenberg war und wie er den Sound fand.
Ich weiß auch das wir oftmals eine übersteigerte Bewertung anlegen. Der heutige Klanggeschmack liegt auf Tinituserzeugendem Höhengezischel und überlautem Brei bei 60 Hz. Ich halte oft mit meiner Meinung hinterm Berg weil zuoft ist man dann der "Ewignörgelnde" und "Wasdunurhast". Macht die Gesamtstimmung schnell kaputt.
Tobias ....fandest Du "The Wall" so toll das Du 2x die Show gesehen hast? Ich war in der 02 Arena Berlin dabei und fand's sehr ernüchternd.
Grüße der Andy
Zitat von "Andy F."...
Aber vom FOH Techniker kann man meiner Meinung nach nicht mehr verlangen, als dass er da, wo er hört, was er macht, einen möglichst guten Sound macht. Im Stadion kann er ja schlecht mal eine Runde machen, um zu checken, wie es an anderen Plätzen klingt
...
Nee, ist auch gar nicht sein Job. Dafür gibt es ja den Systemer.
EDIT+
Der hat dafür zu sorgen, daß es möglichst überall gleich klingt und auch die Pegelunterschiede nicht zu drastisch sind. Allerdings gibt es durchaus mal "billige" Plätze, was den Sound betrifft. Was das dann für einen Eintrittspreis bedeutet liegt kaum in der Hand des Systemers.
Wenn es allerdings überall gleich mies klingt, hat der Systemer wieder einen guten Job gemacht. Dann gehört das vielleicht auch künstlerisch so.