Fragen an einen Casebauer

  • Wie man aus dem Titel schon ableiten kann, benötige ich Hilfe beim Casebau bzw der Materialbestellung.


    Ausgangslage 30mm Kantenschutz

    Ecken etc 1,5mm

    9,4mm Holz

    Vorweg, Casemaker ist mir zu teuer und 9,4mm ist auch gesetzt, da ich die Platten schon habe.


    Welche verschiedenen Niet-Längen benötige ich bei 4,8mm Nieten in dieser Konstellation.

    Ich benötige ja mindestens zwei Längen.

    (Zb Kantenschutz durch Holz oder die Positionen der Schließprofile die nur einseitig gebohrt werden)

    Ich habe in meinen Vorhandenen Cases geguckt, die sind alle unterschiedlich. In Manchen ist es super bündig, bei anderen stehen die bis drinnen durch, bei wieder Anderen sind sogar noch Unterlegscheiben zum Kontern.


    Am liebsten wäre mir die bündige Variante. Da kann man innen mit der Hand drüber streichen und berührt nur die Holzlöcher ohne Metall, da die Nieten im Holz “aufpilzen“


    Welchen Typ Niete nimmt man, Alu/Alu oder Alu/Stahl ?


    Weiter bin ich noch auf der Suche nach der idealen Länge der Stauchkopfnägel um die Stücke anfangs zu verbinden (mit Druckluftnagler).

    Im Netzt habe ich 2cm gefunden aber dort steht nicht welche Holzstärke verwendet wurde. Ist es ausreichend wenn die nur 1,1cm im Gegenstück stecken ?


    Alles weitere konnte ich mir hier und im Netz schon zusammensuchen.

    Videos, Tipps und Tricks, gibt es auf Youtube ja genug.



    Wenn der Thread hier falsch ist bitte verschieben, die Anderen waren halt auch hier ;-)

  • DJheini

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Doch gibt es.

    Angeblich weniger Kraftaufwand beim nieten.

    Die Firma bei der ich mal gearbeitet habe, hat damit Cases repariert.

    Argument dort war: Stahl schafft unsere Zange nicht bzw dann überlebt die länger.


    Ich will mir ja ne hochwertige Luftdruckzange bestellen daher wäre mir das Argument erstmal egal.

  • Kommt sehr darauf an, ob du Ziercases (für den gelegentlichen Transport im persönlichen Lifestylekombi) oder Männercases (für den täglichen Stagehand-/ 40tonner- Einsatz) bauen willst.

    Gut geeignet als Universalniet für standard 9,5mm Platten: sogenannte 'Multi-Blindniete Alu/ Stahl‘ 4,8x20. Haben einen großen Klemmbereich und passen deshalb fast überall. Zumindest an Schlüsselstellen (Griffe schwerer Kisten und so was) gerne auch plus Konterscheibe.

    Für Sacklöcher (wirklich nur für Schließprofil oder mechanisch ähnlich wenig beanspruchte Stellen) gerillte Blindniete Alu/ Stahl verwenden. Länge selbsterklärend – Materialdicke halt.

    (Bin kein Casebauer, hab aber im Laufe der Zeit sicherlich trotzdem ein paar zehntausend Niete geköpft.)

  • Zumindest an Schlüsselstellen (Griffe schwerer Kisten und so was) gerne auch plus Konterscheibe.

    in dem Fall dann die geschlossene Verstärkungsplatte, oder? Zumindest an den Stirnseiten. Mit dem Blechrahmen den ich immer wieder bei günstigen Cases sehe drückts dir mit der Zeit die Griffe immer weiter raus, irgendwann sind sie so verzogen das sie nicht mehr komplett einklappen und alle fluchen nur über das Mistcase...


    Zurück zum Thema: Ohne Casemaker hält meiner Erfahrung nach nicht gut wenn die Kiste nur mit dem Druckluftnagler zusammengeheftet wurde. Solche Cases platzen regelrecht wenn sie mal von der Rampe fallen und an der richtigen Stelle ein paar Nieten nebeneinander ausreissen. Wenn man alles auf Gehrung sägt, satt verleimt und die Profile und Ecken nur als Stossschutz dienen müssen geht's wohl (sagt mein Casebauer, der sich diese Arbeit nicht gern antut. Dauert zu lange.)


    Ansonsten +1 für 20mm Nieten mit Stahldorn. Alles ausser den Nieten die nur(!) das Schliessprofil tragen muss durchs Holz und ggf. auch das innere Metall *durch*. Das gilt insbesondere für Ecken, Verschlüsse und tragende Beschläge (Griffe, Scharniere). Klassiker sind bei Butterfly-Unterschalen die oberen beiden Nieten (die im Schliessprofil). Wenn die in Sacklöchern stecken weil jemand meinte das "schön" machen zu müssen hast du sehr viel Spass beim Ausbohren wenn der Verschluss hinüber ist und gewechselt

    werden muss.


    P.S.: Eine Nietzange die nur Aludorne aushält taugt nix. So teuer ist selbst eine Gesipa PH2 nicht, die Dinger gibts immer wieder mal gebraucht für relativ vernünftiges Geld. Nur von den Elektrodingern (Accubird) empfehle ich dringend die Finger zu lassen.

    Handnietzangen sind für alles ausser Kleinreparaturen nicht zu gebrauchen, da fällt dir entweder die Hand ab und/oder die Zange ist hin bevor die erste Transflex fertig ist.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • Handnietzangen sind für alles ausser Kleinreparaturen nicht zu gebrauchen, da fällt dir entweder die Hand ab und/oder die Zange ist hin bevor die erste Transflex fertig ist.

    Die Minuten, in denen mir eine im Überschwang jugendlicher Kräfte abgebrochene Handnietzange mal außer ungläubigem Staunen auch ein paar blaubunte Fingernägel bescherte, brachten mich endgültig zur Überzeugung, dass ein pneumatisches Nietgerät auch für Gelegenheits-Casebastler eine sehr sinnvolle Investition sein kann. ^^

  • Vielen Dank für die Antworten.

    Druckluftnietenzange ist vorhanden, Kappsäge für Profile auch gekauft.


    Also soweit ich in diversen Videos gesehen habe wird nur noch genagelt wenn kein Casemaker benutzt wird.

    Werde ich auch weg lassen, das schmiert nur rum und drückt sich beim Nageln ja zu 90% wieder raus. Denke das nicht mehr geleimt wird hat auch etwas damit zutun, dass die Platten alle Gegenzugfolien haben mittlerweile, wodurch man ja Holz auf PVC Folie Leimen müsste.


    Wir haben teilweise Transflex seit 10 Jahren im Tourbetrieb, die fahren mindestens 100 Shows im Jahr mit 40t, sehen jedes mal neue Handcrews und bekommen auch mal nen Regenschauer ab. Die sind auch nur getackert und mit Kantenschutz... Top !

    Dann haben wir mal Produktionsbedingt und weil der Casebauer nicht schnell genug gewesen wäre, bei Amptown ein 12 oder 14er Transflexpaket bestellt, die schimmeln nach jedem Openair rum weil wir nicht drauf geachtet haben dass da Teppich an den Seiten verbaut ist... Lange Rede, ich kann auch über genagelte Kisten wirklich nichts schlechtes sagen.


    Rampen, Bühnenkanten oder Staplersturz kann immer passieren. Selbst wenn das Case halbwegs heile bleibt würd ich z.B. nen gestürzten Motor auch nicht mehr aufhängen wollen.


    Ich will Ja auch nur Kleinigkeiten als Beschäftigungstherapie selber bauen... eher Sonderlösung für den Eigenbedarf. Standardkisten lohnt sich nicht die kann man günstiger kaufen.

  • Bei den Nieten mußt du den Klemmbereich beachten.

    Der steht irgendwo auf der Schachtel.

    Bei zu kurz ist klar. Da zerrt man die Dinger durchs Holz.

    Sind die Nieten zu lang; wirds zwar fest, aber der Dorn reißt nicht richtig ab und es bleibt ein Rest stehen.

    Das ist sehr nervig.


    An deiner Stelle würde ich als Anfänger Casemaker nehmen. Es erleichtert die Montage extrem.

    Getackert werden die Kisten in der Regel, damit man sie leichter bzw. schneller exakt zusammenbauen kann.

    Vor allem, wenn man einfaches Kantenprofil nimmt.

    Viel halten die Nägel in dem dünnen Holz eh nicht, vor allem zur Seite hin.

    Ein Schlag mit der Hand, da ist das Sperrholz samt Nägel ausgebrochen.

    Bei dem dünnen Holz muß man außerdem gut zielen.

    Und den Nagler sehr gade halten.

    Das ist eine Kunst...

  • P.S.: Eine Nietzange die nur Aludorne aushält taugt nix. So teuer ist selbst eine Gesipa PH2 nicht, die Dinger gibts immer wieder mal gebraucht für relativ vernünftiges Geld. Nur von den Elektrodingern (Accubird) empfehle ich dringend die Finger zu lassen.

    Handnietzangen sind für alles ausser Kleinreparaturen nicht zu gebrauchen, da fällt dir entweder die Hand ab und/oder die Zange ist hin bevor die erste Transflex fertig ist.

    ...mein erstes Selbstgebautes (aus Zeiten, wo das Wort Transflex noch nicht erfunden war) hat mich 3 (DREI!!!) Baumarktnietzangen gekostet, obwohl es nur ca. halb so viel Volumen wie ne Transflex hatte...



    Ich weiß nicht, wie man auf die Idee kommt, daß ein Niet "im Holz" aufpilzen sollte. Niete (korrekter Plural zum Singular "Niet"), bei denen das Zugende sich ins Holz drückt, kann man tatsächlich als Nieten (Plural zum Singular "die Niete") bezeichnen - die taugen nix.

    Der Niet soll auf ganzer Bohrungstiefe so gestaucht werden, daß er eine ausreichende Reibung erreicht; das durch die Kugel aufgeweitete Stück soll bündig auf der Materialoberfläche anliegen.


    Die Dinger heissen nicht umsonst "Blindniete", weil sie eigentlich zum Einsatz bei nicht erreichbarer Innenseite gedacht waren. Für sowas wie Casebau mit auftretenden Verletzungskanten im Case würde man normale Niete einsetzen - wenn man heute noch nieten könnte. Ist aber leider ein fast vergessenes Handwerk...