DAW für LIvestream, welche Software passt?

  • Hallöchen in die Runde,


    Im letzten Thread Mehr Hall im Livestream? wurde ja ausführlich zum Themas Livestream Audio diskutiert.

    Daher mal die Frage ins Forum ob es Erfahrungen mit DAWs in solchen Szenarien gibt. Mittlerweile streamen ja diverse Kirchen und Gemeinden aber auch Theater und Bands etc. live.

    Wir haben unser Setup (GLD 80 mit stereo Aux "Submix" für Livestream) nun um Dante erweitert und haben den Saalmix vom Streaming somit getrennt. Der Streaming Ton läuft über einen Mac Mini (Virtual Soundcard + Logix Pro X) und dann über ein Dante Interface in den Atem Mini zum Stream...


    Nun wird das alles bei uns von "ambitionierten Laien" mit unterschiedlichen Kenntnissen bedient. Mit der Allen Heath Lösung (Live am Pult, Stream über die GLD Software) kamen alle inzwischen gut zurecht. Nun muss Logic Pro erlernt werden...


    Da ich damit vorher auch nicht gearbeitet hatte, muss ich sagen, das die Software natürlich eher für Recording und Post Production entwickelt ist und im Livebetrieb hier schon einige gewohnte Features fehlen oder anders sind. Dafür bietet es natürlich unendlich viele neue Möglichkeiten (inkl. "Autotune" :) ).


    Gibt es hier Erfahrungswerte mit Softwaren dieser Art? Gibt es welche, die speziell für Live Anwendungen optimiert sind?


    Dankeschön, LG Matze

    Und ich werde dem Getöne deiner Lieder ein Ende machen, und der
    Klang deiner Lauten wird nicht mehr gehört werden. Hesekiel 26,13

  • matzem was vermisst Du in Logic denn? Du kannst Dir ja im Prinzip sehr leicht einen kompletten Channelstrip bauen, alle Kanäle im Mixer selektieren und dann entsprechend Gate, Compressor und EQ laden. Ausserdem kannst Du Dir direkt Auswege und Gruppen Anlegen. So kannst Du eigentlich ein Setup identisch zum GLD anlegen.


    Gruß Sebastian

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  • Also den Channel Strip haben wir dem im Pult nachempfunden und auch Gruppierungen für Gesang, Drum etc. angelegt, so dass wir da auch noch mal bearbeiten können. Auch sends für Effekte gibt es schon...


    Ich kratze da noch an der Oberfläche und habe sicher vieles noch nicht entdeckt aber besonders fehlt eine PFL Funktion. Das Solo wirkt sich ja auf das Recording/Streaming Signal aus, geht also nur für den Soundcheck. Ich möchte wie am Pult während des Streamings in einzelne Kanäle oder Gruppen reinhören um live nachregeln zu können...


    Auch Kanäle ein und Ausblenden oder eben mal vertauschen habe ich noch nicht gefunden...

    VG MM

    Und ich werde dem Getöne deiner Lieder ein Ende machen, und der
    Klang deiner Lauten wird nicht mehr gehört werden. Hesekiel 26,13

  • Ich habe schon lange nicht mehr mit Logic gearbeitet - aber PFL ging damals definitiv nicht. Ich müsste mal gehirnen wie wir uns einen workarround zum abhören im environment gebaut haben... vielleicht fällt es mir wieder ein. Es war auf alle fälle ein ziemlicher Hokuspokus - deswegen wurde Logic dann auch in unserem Etablissment nur noch auf einem Kompositions-Rechner genutzt...

  • Für die Sologeschichte könntest Du Dir nur einen separaten Auxweg einrichten, auf den Du alle Kanäle mit 0dB schickst. Jetzt deaktivierst Du diesen Auxweg auf allen Channels und aktivierst ihn dann nur auf dem Kanal den Du solo abhören möchtest.

    Diesen Bus musst Du dann separat auf einen Kopfhörerausgang routen. Das ist natürlich schon etwas doof, aber Logic ist halt auch nicht zum livemixen gedacht :)

  • Ich hab kurz mit meinem Kumpel der auch mit in dem Studio gewerkelt hat telefoniert. Die Antwort bezüglich PFL und Logic lautete - wir haben es gar nicht hinbekommen. Für den Tontechniker ja - so wie von Sebastian Jäger beschrieben, für die Kopfhörermixe der Musiker nicht...


    Workarround damals war die Totalmix-Software von RME und dann ein Mackie-Onyx mit den gesplitteten Signalen für Kopfhörermischungen.


    Logic ist da übrigens nicht alleine mit der bescheidenen Einschränkung der Solo-Modes. Ableton kanns auch nicht viel besser - Mixbus32C (Exot) und ProTools (Standard) können PFL.

  • Es gibt da noch SAC. Wenn man unbedingt auf dem Rechner mischen will, wäre das wohl die Software, die am ehesten dafür ausgelegt wurde.

    Es gibt auch ne Demo. Die macht glaub ich alle halbe Minute nen kurzen Mute, ansonsten kann man damit aber alles ausprobieren und feststellen, ob einem das Konzept zusagt.

    Nachteil für euch: Gibt's nur für Windows.

  • Jede moderne Hardwarelösung ist, wenn es um Monitoring geht, allen mir bekannten Softwarelösungen, überlegen...

    Ein erster, viel beachteter Ansatz ist wohl Waves LV-1, es benötigt aber auch wieder einen WSG Server.
    SAC hat bei meinem letzten Test nicht so recht funktioniert. Evtl. hab ich aber auch zu schnell auf gegeben... und voreilig zum dLive gegriffen ;)


    Abhörbusse gibt es in Studio One, Cubase, Nuendo.


    Aber auch da muss man sich erst mal dran gewöhnen und aufpassen, dass man nix falsches drückt...
    gehen tut es aber halbwegs...
    Das Processing ist übrigens nicht das Problem... eher das auf Studiobedürfnisse optimierte Routing.


    Was ich jedoch nicht verstehe ist, das man die Streaming-Geschichten die ganze Zeit als eine Zusatzanforderung verkauft... solange es kein Publikum gibt/gab war das doch die einzige Anforderung,


    Also warum nicht ganz normal mit dem Pult für das Streaming mischen und eine Matrix für die Beschallung ausspielen?

  • Jede moderne Hardwarelösung ist, wenn es um Monitoring geht, allen mir bekannten Softwarelösungen, überlegen...

    Absolute Zustimmung. Wenn aber jemand schon nach einer geeigneten Software fragt, kann man ja zumindest mal in die richtige Richtung weisen.

    Was ich jedoch nicht verstehe ist, das man die Streaming-Geschichten die ganze Zeit als eine Zusatzanforderung verkauft... solange es kein Publikum gibt/gab war das doch die einzige Anforderung,


    Also warum nicht ganz normal mit dem Pult für das Streaming mischen und eine Matrix für die Beschallung ausspielen?

    Die Anfragen hier kommen ja aus dem kirchlichen Bereich. Da gab es nur einen relativ kurzen Zeitraum komplett ohne Publikum. Da wäre mein erster Instinkt auch, die Beschallung erst mal nicht anzufassen und Streaming als Ergänzung anzubauen. Was da nun die Priorität bekommt, wenn man abwägen muss - diese Frage wird sicher jeder unterschiedlich beantworten.

  • Schau Dir SAC an (ist zwar keine DAW, das wäre SAW, aber trotzdem).
    25 separate Mischer, 2 Unterschiedliche PFLs etc...

    SIM II Operator and Dante Level I-II-III
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • Was da nun die Priorität bekommt, wenn man abwägen muss - diese Frage wird sicher jeder unterschiedlich beantworten.

    wenn man so etwas im Nachhinein anhört, dann ist es oft die leere Kirche die Priorität hatte... ;)

    Die Anfragen hier kommen ja aus dem kirchlichen Bereich. Da gab es nur einen relativ kurzen Zeitraum komplett ohne Publikum. Da wäre mein erster Instinkt auch, die Beschallung erst mal nicht anzufassen und Streaming als Ergänzung anzubauen.

    dafür kann man doch alles abspeichern... nix geht verloren...
    das ist das was ich nicht verstehe... man wäre so flexibel mit den digitalen Pulten heutzutage

  • wenn man so etwas im Nachhinein anhört, dann ist es oft die leere Kirche die Priorität hatte... ;)

    dafür kann man doch alles abspeichern... nix geht verloren...
    das ist das was ich nicht verstehe... man wäre so flexibel mit den digitalen Pulten heutzutage

    Es ist eben nicht die leere Kirche. Da sind schon Leute. Gemeindegesang ist derzeit glaub ich nicht erlaubt, und es muss 1,5m Abstand gehalten werden. Da gehen also schon noch ein paar Leute rein. Und die wollen auch beschallt werden. Also braucht man die Saalbeschallung sowieso.

    Je nach Vorbereitungszeit, die so ein ehrenamtliches Technikteam dann hat, kann ich schon verstehen, dass man dann erst mal mit möglichst wenig Aufwand den Streamington dazubastelt. DIe Erkenntnis, dass das nicht der Weisheit letzter Schluss ist, reift ja jetzt und führt zur Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten.


    Meine Präferenz für sowas wäre ein günstiges zweites Pult, das dann irgendwie gesplittete Signale erhält. Je nachdem was da ist per Dante, AES50, MADI, analoger Splitbox (solche Sachen gibts oft günstig bei Gebrauchte-VT) oder stumpf mit nem Rudel selbstgelöteter Y-Adapter.


    Wer seine Technik rund ums X32-Universum aufgebaut hat, hat's da jetzt natürlich sehr einfach. Einfach ein CAT5-Kabel und irgendein X32 besorgen. Ein freier AES50-Port findet sich eigentlich immer an der Stagebox oder am FOH-Pult, und so ein X32 kostet einfach fast kein Geld. Das kann einer klammen Gemeinde notfalls ein privater Gönner hinstellen. ;)

  • Für die Sologeschichte könntest Du Dir nur einen separaten Auxweg einrichten, auf den Du alle Kanäle mit 0dB schickst. Jetzt deaktivierst Du diesen Auxweg auf allen Channels und aktivierst ihn dann nur auf dem Kanal den Du solo abhören möchtest.

    Diesen Bus musst Du dann separat auf einen Kopfhörerausgang routen. Das ist natürlich schon etwas doof, aber Logic ist halt auch nicht zum livemixen gedacht :)

    Hi,

    ja, so was habe ich inzwischen auch noch von anderer Seite gehört. Scheint wohl aktuell der praktikabelste Weg zu sein, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig. Werde es mal versuchen.

    Und ich werde dem Getöne deiner Lieder ein Ende machen, und der
    Klang deiner Lauten wird nicht mehr gehört werden. Hesekiel 26,13

  • Was ich jedoch nicht verstehe ist, das man die Streaming-Geschichten die ganze Zeit als eine Zusatzanforderung verkauft... solange es kein Publikum gibt/gab war das doch die einzige Anforderung,


    Also warum nicht ganz normal mit dem Pult für das Streaming mischen und eine Matrix für die Beschallung ausspielen?

    Wie schon auch kommentiert, ist der Gemeindesaal nicht leer sondern mit den derzeit 1 Person pro 10qm (hier ca. 50 Personen) besetzt. Diese haben schon ein Recht auf einen guten Sound. Dadurch dass diese mit dem nötigen Abstand platziert sitzen, klingt der Raum halliger als sonst mit ca. 150-200 Personen. Aber auch generell ist schon ein recht unterschiedlicher Mix nötig, da z.B. Schlagzeug und Flügel schon recht viel Direktschall erzeugen und somit deutlich weniger verstärkt werden müssen als z.B. die Sänger.

    Und ich werde dem Getöne deiner Lieder ein Ende machen, und der
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  • Hi,

    hier ein kurzer Zwischenstand...


    wie beschrieben kann das Vorhören aktuell offensichtlich, nur über einen extra Bus gemacht werden, ohne das es Einfluss auf das hat das ausgespielt wird.

    Daher habe ich nun den Bus 32 genommen und allen Kanälen einen Send (prefade, 0dB) dahin verpasst. Dieser wird über den OUT 65/66 auf den Kopfhörer ausgespielt (bis 64 ist Dante OUT).

    Damit nun auch der Gesamtmix vorhörbar bzw. überhaupt auf dem Kopfhörer hörbar ist (in der Stereosumme kann leider kein Send eingefügt werden), habe ich hierfür nun noch einen Bus (31) erzeugt, auf den nun erst mal alle Kanäle, bzw. die Gruppenstapel etc. laufen, der dann 1:1 in den Stereo Out Weg (Kanäle 1+2 Richtung Stream) läuft.

    Manches Signal läuft nun durch 5 Busse oder so. Mal sehen ob sich das in der Latenz und Synchronität sichtbar zeigt...

    Am Sonntag werde ich es unter Realbedingungen testen...

    Ich werde berichten.

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  • Der Test unter Realbedingungen lief erfolgreich.

    So kann man es machen.

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