Impfpflicht bei Veranstaltungen?

  • Zur hilfreichsten Antwort springen
  • Sie schützt nicht 100% vor Ansteckungen, richtig. Sie sorgt aber dafür, dass sich das Virus beim Infizierten deutlich schlechter ausbreiten kann, das senkt die Virenlast über die Zeit und damit die Ansteckungsgefahr.

    Meiner Meinung nach darf es eine Impflicht für Aktivitäten aber erst geben, wenn jeder ein Impfangebot hatte und die entsprechende Wartezeit nach der zweiten Impfung verstrichen wäre. Da Jugendliche unter 16 immernoch keine generelle Impfempfehlung bekommen sind wir noch mindestens 3 Monate davon entfernt dass diejenigen, die sich impfen lassen wollen einen vollen Impfschutz haben.
    Meine Frau hat auch noch keine Impfung bekommen und es wird fraglich, wann sie eine bekommt. Erst durften Schwangere garnicht geimpft werden, als es dann doch gelockert wurde war es ihr in der Endphase der Schwangerschaft zu heiß. Nun stillt sie, stillende Frauen dürfen nur nach Empfehlung vom Gynäkologen geimpft werden. Der war im Urlaub und hat jetzt nach seinem Urlaub keine Zeit sich um sowas zu kümmern. Beim Hausarzt ist sie registriert, fraglich ist aber wann sie dort ein Angebot bekommt. Heißt sie hat gar keine Möglichkeit sich impfen zu lassen erstmal. Und von der Erstimpfung mit mRNA bis zum vollen Impfschutz vergehen ja auch noch mindestens 8 Wochen afaik...

  • Eine Pflicht wäre wohl kontraproduktiv, es macht halt Sinn zu überzeugen und nicht zu vergessen, dass es für manche eben nicht so einfach geht...


    ABER: Ich verstehe nicht, warum wir derzeit bei einem noch geringen Anteil an geimpfter Bevölkerung und nun so langsam wirklich echt vielen freien Terminen (ja mag noch unterschiedlich in den Bundesländern sein - aber da hat sich in den letzten zwei Wochen viel getan und man kann - zumindest im Norden - seinen Termin am gleichen oder nächsten Tag bekommen) sich da nicht mal drum kümmert...


    Klar gibt es für einige Gründe die aktuell gegen eine Impfung sprechen, aber wenn pro Impfzentrum oftmals dreistellige freie Terminslots übrig sind - dann hoffe ich das wir nicht 30-40% Unwillige haben.


    https://impfdashboard.de/


    Man trifft aber im Gespräch auch interessante Gründe für eine "Zurückhaltung", aber offenbar hat auch die Beschäftigung mit dem Thema (wohlgemerkt bei Leuten, die sich sonst um alles kümmern und hinterfragen) nicht für alle Priorität. Und da hat man nun wirklich Monate Zeit für und findet fundierte Aussagen, Studien und Quellen. Umgekehrt ist die lustig und vorhersagbar wie frühere Ablehner (naja wenn man durchs Rauchen eh schon Krebs überstanden hat ist einem vll auch alles egal) ganz schnell sich den Pieks holen, wenn sie doch nur einen Vorteil sehen - und sei es ohne Test zum Friseur gehen.


    Gerne freiwillig, gerne die berücksichtigen die noch nicht eine Chance auf vollständige + Wartezeit hatten. Ich habe aber durchaus Verständnis dafür, wenn man für seine Gäste einen sicheren Rahmen bieten möchte - und da kann man es schon angenehmer finden, sich in einem Raum mit getesteten/geimpften aufzuhalten.


    Wir sehen doch wie lange der Vorlauf für VAs die wieder stattfinden sollen ist. Und dass viele wissenschaftliche Prognosen doch ganz gut eintreten... Wenn der gut gebuchte Herbst was werden soll, dann muss sich in Sachen Impfung+Rücksichtnahme hier noch ein wenig was tun.


    Und nebenbei: Wenn hier plötzlich Impfdosen verfallen und anderswo Menschen in der medizinischen Grundversorgung sehnlichst drauf warten, dann hört Verständnis irgendwann auch mal auf - trotzdem: Hört zu und redet mit denen, die noch keine Impfung hatten.

  • Bei uns im Theater ist jeder Mitarbeiter täglich getestet. Das machen wir, um frühzeitig einen eventuellen Fall erkennen zu können. Wir ziehen das auch durch, selbst wenn wir unter dem Personal alle eine vollständigen Impfschutz haben werden.

    Für Veranstaltungen im Freien gilt die 3G-Regel hier in BaWü ab einer Inzidenz von über 35 (nach 5 aufeinanderfolgenden Tagen). Darunter generelle Maskenpflicht, außer am Sitzplatz (im Freien).

    ...was bei einer Inzidenz von über 100 ist, steht in noch keinem offiziellen Papier drinne - denke aber 'mal, daß das dann wiedermals zur Schließung von Veranstaltungsstätten führt... - die höchste Inzidenzstufe ist nämlich "über 50" - aber das kann ich mir schwer vorstellen, daß man weiterhin Konzerte & Theater, Opern und Bühnenveranstaltungen bei einer Inzidenz von z.B. 250 noch machen darf...


    Generell sehe ich das so, daß ein Geimpfter nicht gleichzusetzen ist, wie ein Getesteter, da der Getestete nachweislich an dem betreffenden Tag nicht ansteckend ist. Ein Geimpfter kann ungetestet jedoch ansteckend sein (zwar zu "nur" 25% gegnüber einem Ungeimpften, jedoch trotzdem !).


    Ich würde von dem 3G abgehen und ein 1G einführen, womit auch ein Geimpfter nur getestet teilnehmen dürfte. Die Tests werden kontinuierlich besser und preislich günstiger, als noch vor einem halben Jahr, von daher kann man da auch 'mal darüber nachdenken, ob man als Veranstalter nicht doch eine größere Teststation vor die Halle stellt, um definitiv Sicher zu gehen, daß die Veranstaltung mit bedeutend weniger Risiko durchgeführt werden kann, als mit 3G.


    just my paar Pfennig


    sec


    btw.: ich enthalte mich der Stimme bei der Abstimmung, da die Auswahl "Enthaltung" fehlt.

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

  • da der Getestete nachweislich an dem betreffenden Tag nicht ansteckend ist.

    Da überschätzt Du die Schnelltests. Eine befreundete Ärztin (und Leiterin der Onkologie Ambulanz der Charite) sagte mir: Da kann ich auch würfeln, das macht nicht so viel Plastikmüll.


    Inzidenzen sind aus meiner Sicht auch der völlig falsche Marker, jetzt wo doch schon recht viele den vollen Impfschutz haben. Was war noch mal wichtig?


    Richtig: Vulnerable Gruppen schützen, schwere Verläufe verhindern.


    Am Anfang der Pandemie wurde uns immer der Unterschied zwischen Grippe und Covid erklärt, der war nochmal?


    Wichtig ist aber erstmal, das jeder ein Impfangebot bekommen kann und dann halt die +5 Wochen.

  • Generell sehe ich das so, daß ein Geimpfter nicht gleichzusetzen ist, wie ein Getesteter, da der Getestete nachweislich an dem betreffenden Tag nicht ansteckend ist. Ein Geimpfter kann ungetestet jedoch ansteckend sein (zwar zu "nur" 25% gegnüber einem Ungeimpften, jedoch trotzdem !).

    Das deckt sich dann ungefähr mit der Falschnegativrate der Schnelltests, von daher ist die Gefahr wieder die gleiche...

    Edit sagt: die Ansteckungsgefahr ist in etwa die gleiche, die Erkrankungsgefahr natürlich nicht...

    Beste Grüße aus dem Weserbergland,

    Stefan Waltemathe

    dante_certified_seal_level3.png

    "Hier geht nix mehr, ich muß weg..."

  • Sehe ich auch so. Wenn sich jetzt an einem Event tatsächlich mehrere hundert geimpfte Personen anstecken würden, ist die Gefahr, dass in den folgenden Wochen die Intensivbetten knapp werden, gering.


    Bei "nur" getesteten Personen sieht das sicher nochmals anders aus.

  • Da überschätzt Du die Schnelltests. Eine befreundete Ärztin (und Leiterin der Onkologie Ambulanz der Charite) sagte mir: Da kann ich auch würfeln, das macht nicht so viel Plastikmüll.

    ...stimmt relativ gesehen schon - die Schnelltest können "erst" nach etwa 3 bis 6 Tagen ein positives Ergebnis anzeigen, da zu dem Zeitpunkt genug Viren-Material vorhanden ist, was somit bedeutet, daß man stark infektiös ist. Eiweiß-Nachweis-Tests können den Virus schon am 2. Tag nach Infektion nachweisen. Dafür ist bedeutend weniger Virus-Material im Körper nötig. Diese sind zuverlässiger, aber auch kostenintensiver. Diese gibt's in der "Schnell-Variante" (ca. 30 Minuten), aber auch Labor-Variante (1 bis 2 Tage)

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil: