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Vintage HiFI Spaßprojekt

  • phlownd
  • 2. März 2025 um 16:54
  • phlownd
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    • 2. März 2025 um 16:54
    • #1

    Ich brauche mal ein bisschen Schwarmintelligenz. Ich hab hier auf dem Tisch eine feine Class A Vorstufe aus den frühen 80ern (Grundig SVX6000).

    Thema 1: In einer der beiden Kopfhörer-Buchsen stecken die Reste eines 6,3mm Klinkensteckers. Der scheint sich irgendwie verkantet zu haben. Erschwerend kommt hinzu, dass eine der Kontaktfedern verbogen ist, die muss man auf die Seite drücken um überhaupt freie Bahn zu haben, dadurch ist noch weniger Platz als eh schon…

    Ich habe bereits versucht: Spitzzange, Pinzette, Schaschlikspieß mit Kleber drauf, Gehäuse öffnen und versuchen es rauszuschieben (ist aber nicht zugänglich). Alles ohne Erfolg.

    Habt ihr noch Ideen was ich versuchen könnte? Sinnvoll wäre vielleicht sowas wie eine „inverse“ Pinzette mit Riffelung außen - unter welchem Namen könnte ich sowas finden?

    Thema 2: Ich möchte mindestens mal alle Elkos erneuern, wenn ich das Ding schon mal offen habe. Kennt jemand einen Elektronik-Reparaturmenschen, der gerade nicht in Arbeit ersäuft und Zeit, Muße und das Equipment hätte das zu erledigen? Schaltplan ist vorhanden, neue Elkos auch. Alternativ bin ich für Tipps bzgl. praktikablen Entlötstationen dankbar - die Leiterplatte ist wohl dafür bekannt, maximal zwei Fehlversuche zuzulassen…

    Im Anhang der Versuch mit Bildern Übersichtlichkeit herzustellen. Die linke Buchse ist frei, die rechte der Patient.

    Bilder

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  • Jürgen Klingel
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    • 2. März 2025 um 17:29
    • #2

    phlownd Schönes Stück hast da ;) Für die Buchse fällt mir ein:

    - Edelstahl-Schweißdraht spitz schleifen und einen Widerhaken biegen, der sich mit Druck in den "Tip" des abgebrochenen Klinkenstecker einführen lässt und sich beim daran ziehen hoffentlich darin festkrallt. Dabei muss aber die Kontaktfeder weggebogen werden...

    - oder (da die Kontaktfeder eh vergnaddelt ist) komplett ersetzen. Das könnte schwierig werden, die Originale zu finden, oder eben ein Alternativprodukt reinbasteln

    Für das Entlöten hast du Glück:

    Das ist keine doppelseitig kaschierte, oder Multilayer-Platine. Da gibts mit einer gut saugenden rückstoßfreien "Soldapullt" schon ordentliche Ergebnisse, ohne gleich Unsummen für elektrische JBC, Weller usw. rauszuwerfen (das "Profi"-Baumarktzeug kannst gleich vergessen...)

    Du nimmst bestenfalls bleihaltiges Lot für das alte Schätzchen, erhitzt die Lötaugen, gibst etwas Lot zu (das enthaltene Flussmittel hilft beim Verflüssigen des alten Lots) oder etwas "Flux" zum Pinseln und schlürfst mit der Saugpumpe das Auge frei - zügig und exakt arbeiten, Saugpumpe senkrecht aufsetzen!

    Dann die frischen Elkos einlöten.

    Ich empfehle, Flussmittelreste mit Isopropanol zu entfernen, das sieht besser aus und es besteht kein Risiko von Korrosion durch ggf. ungeeignete Flussmittel.

    Viel Erfolg beim Basteln :thumbup:

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • tonsound
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    • 2. März 2025 um 17:42
    • #3

    bei allseitig geschlossener Buchse ein Loch beim Tip bohren und Druckluft einsetzen.

    tonsound.de

  • TomyN
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    • 2. März 2025 um 18:16
    • #4

    Ich würde eine lange und dünne Spax probieren, evtl. kann man die in das Loch im Tip schrauben.

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • phlownd
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    • 2. März 2025 um 22:44
    • #5
    Zitat von TomyN

    Ich würde eine lange und dünne Spax probieren, evtl. kann man die in das Loch im Tip schrauben.

    Vielen vielen Dank!!

    Da ich mich jetzt unbesiegbar fühle, nehme ich mich auch noch der Restaurierung der zugehörigen Aktivboxen an. Ich halte euch auf dem laufenden - bei meinem aktuellen Pensum kann das nicht mehr als 10, maximal 15 Jahre dauern.

    Bilder

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  • julian-k
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    • 3. März 2025 um 12:27
    • #6

    Den Universal Audio Apollo habe ich dadurch gerettet, dass ich von hinten ein Loch in die Buchse gebohrt habe und die Spitze mit einem Draht rausgeschoben habe.

    Was ist ist, was nicht ist ist möglich

    http://www.unicque.de - Unicque Lighting Augsburg

  • Frederic1001
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    • 7. März 2025 um 16:05
    • #7

    Ich hätte Zeit und passendes Entlötequipment für den Tausch der Kondensatoren.

  • phlownd
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    • 8. März 2025 um 07:10
    • #8

    Guten Morgen, vielen Dank an alle, die mir auf unterschiedlichen Wegen ihre Unterstützung angeboten haben. Ich habe meinen letzten Lötkolben vor über 10 Jahren zur Seite gelegt, nehme das Projekt jetzt aber als Anlass, diese Fähigkeiten wieder aufzuwärmen (haha!) und mich selbst daran zu versuchen.

    Ich werde hier berichten wie es läuft!

  • phlownd 14. April 2025 um 12:38

    Hat den Titel des Themas von „Wiederbelebung Class A HiFi Vorstufe“ zu „Vintage HiFI Spaßprojekt“ geändert.
  • phlownd
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    • 14. April 2025 um 13:16
    • #9

    Ihr wartet bestimmt schon ganz gespannt drauf, wie es hier weitergeht.

    Schritt 1 ist getan:

    Alle Potis, Schalter, Regler etc. tun wieder, alte Elkos gegen neue getauscht, alles saubergemacht. Der Gerät taugt überraschenderweise auch erstaunlich gut als Kopfhörerverstärker (zumindest mit einem Beyerdynamic T5p, bei hochohmigeren Kollegen fehlt es vielleicht ein bisschen).

    Wie geht es weiter? Die Endstufen der zugehörigen Aktivlautsprecher überholen und dann daraus mit neuen Chassis im eigenen Gehäuse einen wohnzimmertauglichen alt-neu-Hybriden bauen. Eigentlich ist das hier das falsche Forum dafür, aber hier ist so viel Ahnung und Erfahrung unterwegs, die ich nur zu gerne anzapfen möchte.

    Ausgangsdaten:

    • Die Aktivmodule sind 3-Wege Class AB, 80W Dauer/140W Impuls
    • Original-Bestückung:
      • TT 8" Konus, 40 W, 3 Ohm, getrennt bei 300 Hz
      • MT 2" Kalotte, 20 W, 6 Ohm, getrennt bei 2000 Hz
      • HT 1" Kalotte, 20 W, 3 Ohm
      • Die Frequenzen oben kommen aus dem Schaltplan, das Typenschild sagt 1000 Hz / 4000 Hz
    • Gehäuse ca. 26 L

    Im nächsten Schritt werde ich jetzt Elkos und Transistoren erneuern und dann die Frequenzgänge der einzelnen Wege messen.

    Während ich auf Teile warte, denke ich schon über passende Chassis nach. Ein bisschen Kopfzerbrechen bereiten mir die für heute recht ungewöhnlichen Impedanzen und die nicht im Überfluss vorhandene Verstärkerleistung. Ich weiß auch (noch) nicht, ob die Weiche im Aktivmodul auf die Original-Treiber abgestimmt ist oder linear arbeitet. Das wird die Messung zeigen.

    Auf Basis der noch recht mauen Infos habe ich folgende potenzielle Bestückung geraten:

    • TT Wavecor SW263WA01 (10", 4 Ohm)
    • MT Scan-Speak 15W/8434G00 (5,5", 6 Ohm), alternativ 15W/8530K00
    • HT Mundorf AMT U160W1.1-R (4 Ohm), alternativ Scan-Speak D2905/970000

    Als Selbstbauneuling, dessen Ahnungslosigkeit nur von seiner Willenstärke übertroffen wird, stellen sich mir jetzt mehrere Fragen:

    • Sind neue Chassis überhaupt sinnvoll, oder viel zu gnadenlos offenbarend bei alter Verstärkertechnik? Die Alternative wäre, gut erhaltene Originalchassis zu finden und denen dann ein modernes Gehäuse zu verpassen
    • Closed box (wie bisher) oder Bassreflex?
    • Gibt es eine Chance, eine Analogweiche durch Komponententausch o.Ä. anzupassen, oder ist das die Mühe nicht wert?
    • Sinnvolle Messungen mit den nackten Modulen, um die Chassis-Auswahl zu vereinfachen?

    Hintergrund des ganzes Projektes ist, dass ich aus emotionalen Gründen an dem altem Kram hänge und zerschraddelte Gehäuse und rissige Sicken den Erinnerungen nicht gerecht werden. Deshalb möchte ich den Kern bewahren und im Rahmen der Möglichkeiten etwas ordentlich draus machen - wohlwissend, dass mit anderen Randbedingungen deutlich mehr zu holen wäre.

    Ich würde mich über ein paar Meinungen/Einschätzungen freuen.

    P.S.: Original-Schaltplan habe ich, falls hilfreich.

  • deep-house
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    • 14. April 2025 um 13:39
    • #10

    Ich kann mich erinnern, das ich bei so einem Gerät mal Probleme mit Aussetzern am Vol. Poti hatte, Grund war, das die Lötverbindung kalt war, jedoch war es zumindest am Vol. Poti durchkontaktiert. Nachdem die Löcher vergrößert waren und ein dünner Silberdraht durchgezogen war, war Ruhe im System.

    Gruß UweS.

  • floger
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    • 14. April 2025 um 15:14
    • #11
    Zitat von phlownd

    TT 8" Konus, 40 W, 3 Ohm, getrennt bei 300 Hz
    MT 2" Kalotte, 20 W, 6 Ohm, getrennt bei 2000 Hz
    HT 1" Kalotte, 20 W, 3 Ohm
    Die Frequenzen oben kommen aus dem Schaltplan, das Typenschild sagt 1000 Hz / 4000 Hz

    Kann es sein, dass das Typenschild die akustischen Trennfrequenzen angibt, du aber stur die elektrischen Übergänge bei Nennimpedanz gerechnet hast? Durch Resonanzen und Impedanzverläufe kann sich da schon etwas verschieben.

    Zitat von deep-house

    Nachdem die Löcher vergrößert waren und ein dünner Silberdraht durchgezogen war, war Ruhe im System.

    Ich weiß wie du es meinst, aber hier klingt das Ergebnis irgendwie verkehrt. ;)

  • funkbrother
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    • 14. April 2025 um 15:40
    • #12

    Oh Mann, die alte Grundig "Flach"- Serie, das hab ich in den späten 80ern auch repariert...

    Erinnerungen...

    Ich hab sogar noch nen T7500 im Keller stehn, aber mit UKW ist ja nicht mehr viel zu holen...

  • novaandreas
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    • 14. April 2025 um 16:24
    • #13

    falls die Grundig Chassis alle noch funktionieren, lass die Box wie sie ist. Bessere und auch linearere Chassis wirst du für das Volumen nicht finden. Die alten Grundig sind super. Ich reparaiere solches AltHiFi übrigens Hauptberuflich.

  • phlownd
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    • 14. April 2025 um 21:24
    • #14
    Zitat von floger

    Kann es sein, dass das Typenschild die akustischen Trennfrequenzen angibt, du aber stur die elektrischen Übergänge bei Nennimpedanz gerechnet hast? Durch Resonanzen und Impedanzverläufe kann sich da schon etwas verschieben.

    Ah, guter Hinweis. Ich hab das "Z=3Ohm/300 Hz" im Plan als Impedanz und Trennfrequenz interpretiert, könnte aber genausogut Impedanz bei Frequenz sein.

    Flankensteilheit könnte man (nicht ich) wahrscheinlich ausrechnen. Ich denke aber, messen wird mehr Gewissheit bringen.

  • Fux
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    • 15. April 2025 um 15:30
    • #15

    Wenn die 4 Kalotten noch spielen, würde ich diese so lassen wie sie sind.

    Wenn bei den Bässen nur die Sicken sich aufgelöst haben und die Schwingspulen noch o.k. sind, würde ich dort nur die Sicken ersetzen/lassen.

    Mit einer komplett neuen Bestückung passt da voraussichtlich akustisch sonst gar nichts mehr zusammen.

    Viele Grüße,
    Fux

  • phlownd
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    • 15. April 2025 um 16:34
    • #16
    Zitat von novaandreas

    falls die Grundig Chassis alle noch funktionieren, lass die Box wie sie ist. Bessere und auch linearere Chassis wirst du für das Volumen nicht finden. Die alten Grundig sind super. Ich reparaiere solches AltHiFi übrigens Hauptberuflich.

    Zitat von Fux

    Wenn die 4 Kalotten noch spielen, würde ich diese so lassen wie sie sind.

    Wenn bei den Bässen nur die Sicken sich aufgelöst haben und die Schwingspulen noch o.k. sind, würde ich dort nur die Sicken ersetzen/lassen.

    Mit einer komplett neuen Bestückung passt da voraussichtlich akustisch sonst gar nichts mehr zusammen.

    Danke für die Einschätzung. Beim Schnelltest vor ein paar Wochen war einer der Hochtöner stumm. Ich hatte aber noch nicht die Muße, da detailliert auf Fehlersuche zu gehen, sondern hatte erst eine Neubestückung favorisiert.

    Dann gehe ich das aber nach meinem wohlverdienten Urlaub wohl mal an :)

  • phlownd
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    • 16. September 2025 um 17:31
    • #17

    Es geht weiter!

    Inzwischen sind auch alle Elkos der Verstärkerplatinen in den Boxen getauscht.

    Leider bestätigt sich die Vermutung, dass ein Hochtöner defekt ist.

    Nach einigem Suchen habe ich als mechanisch und elektrisch hinreichend passenden Ersatz den Scan-Speak Revelator D2104/712000 gefunden. Dafür brauchte es nur eine gelaserte Adapterplatte:

    (Dass der HT jetzt 2,8mm weiter raus steht als das Original habe ich vorerst ignoriert).

    Interessanterweise klingt das ohne irgendwelche Anpassungen an Pegel oder Weiche schon mal ganz gefällig. Messungen stehen noch aus, aber aktuell fehlt mir nicht genug, um noch erheblichen Aufwand in solche Änderungen zu investieren.

    Zusammen mit einem Wiim Ultra als zeitgenössische Signalquelle ergibt sich ein Setup, das mehr als nur ein bisschen Spaß macht:

    (Der Tuner steht da nur, damit ich nicht geschimpft bekomme, weil er anderswo im Weg steht...)

    Nächster Schritt: Aufarbeitung der Gehäuse. Eines ist so schraddelig, dass wenig Hoffnung besteht, da noch irgendwas ästhetisch ansprechendes rausholen zu können. Außerdem ist die Stoffbespannung so versifft wie nicht kindersicher. Mir schwirrt die Idee eines massiven Alu-Gehäuses mit Holzfuß im Kopf herum - mal sehen. Ich werde das Ergebnis hier zeigen - ob ihr wollt oder nicht!

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